14.05.26
20:35
Reuters
| * Grünes Licht für Verkäufe nach China stützt Nvidia | |
| * | KI-Boom beschert Chipkonzern Cerebras fulminantes IPO |
| * | Anleger hoffen auf China als Vermittler zwischen USA |
| und Iran | |
| (Neu: Schlusskurse) | |
| Frankfurt, 14. Mai (Reuters) - Steigende Tech-Aktien und | |
| die Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Friedensbemühungen im | |
| Nahen Osten stützen die US-Börsen. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der | |
| Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500(.SPX) notierten | |
| am Donnerstag jeweils 0,8 Prozent höher bei 50.063 und 7501 | |
| Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) gewann | |
| etwa genauso viel auf 26.635 Zähler. Für Aufsehen sorgte vor | |
| allem Cisco(CSCO.O) mit einem Kurssprung von 13,5 Prozent. Der | |
| Netzwerkausrüster hat seine Jahresprognose für Aufträge im | |
| Bereich KI-Infrastruktur angehoben und will rund 4000 Stellen | |
| streichen. | |
Gefragt waren auch die Titel von Nvidia(NVDA.O), die um gut vier Prozent zulegten. Die USA hätten rund zehn chinesischen Firmen den Kauf von Nvidias zweitstärkstem KI-Chip H200 genehmigt, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. "Nvidia profitiert eindeutig - sowohl von der China-Ankündigung als auch vom allgemeinen Trend zur Künstlichen Intelligenz", sagte Chris Zaccarelli, Chefanleger beim Vermögensverwalter Northlight. "Dieser Trend hat Substanz - wir glauben jedoch, dass die Anleger die künftige Entwicklung möglicherweise etwas zu stark einpreisen."
Für Gesprächsstoff sorgte auch das fulminante Börsendebüt des Chipentwicklers Cerebras(CBRS.O). Die Aktien des kalifornischen Unternehmens notierten zur Eröffnung bei 350 Dollar und damit 89 Prozent über dem Ausgabepreis. Sie gingen mit einem Plus von 68 Prozent aus dem Handel. Der Kurssprung beim bisher größten Börsengang des Jahres beschert dem Unternehmen einen Marktwert von 106,75 Milliarden Dollar. Cerebras fordert mit seiner "Wafer-Scale-Engine" die herkömmliche Architektur für KI-Anwendungen heraus. Dabei handelt es sich um Chips von der Größe eines Speisetellers, die die Verarbeitung beschleunigen sollen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen, die auf Grafikkarten (GPU) basieren und auf Gruppen von miteinander verbundenen Chips angewiesen sind, integriert Cerebras Hunderttausende von Rechenkernen auf einem einzigen Prozessor.
Investoren spekulierten zudem, dass US-Präsident Donald Trump den chinesischen Staatschef Xi Jinping auf ihrem zweitägigen Gipfeltreffen dazu ermutigen könnte, den Iran zu einem Friedensabkommen mit den USA zu bewegen. "Jedes Zeichen einer Annäherung zwischen den Großmächten wird derzeit als positives Signal für die Weltwirtschaft interpretiert", sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. "Wo hohe Erwartungen vorherrschen, gibt es allerdings auch immer ein hohes Enttäuschungspotenzial", warnte Thomas Altmann von QC Partners. Die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sind ins Stocken geraten. Der Iran hatte einen US-Vorschlag zur Beilegung des Krieges zuletzt abgelehnt. Die Regierung in Teheran dringt unter anderem auf ein Ende der Kämpfe an allen Fronten.
Am Devisenmarkt nehmen die Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank Fed daher zu. Der Dollar-Index(.DXY) rückte um 0,3 Prozent auf 98,790 Punkte vor. Die US-Verbraucherpreise stiegen im April um 3,8 Prozent zum Vorjahresmonat, damit kletterten sie auf das höchste Niveau seit drei Jahren. Dem CME FedWatch-Tool zufolge preisen die Märkte nun eine Wahrscheinlichkeit von 31,8 Prozent ein, dass die Fed die Zinsen im Dezember anheben wird. Die Währungshüter versuchen, mit straffer Geldpolitik die Inflation auf den Zielwert von zwei Prozent zu drücken.
Auch die jüngsten US-Konjunkturdaten sorgten für Zurückhaltung. Die Einnahmen der US-Einzelhändler erhöhten sich im April um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Von Reuters befragte Experten hatten genau damit gerechnet. Zugleich dürfte ein Teil des Anstiegs auf die höhere Inflation zurückzuführen sein. "Die Konsumausgaben sind zwar nicht auf Rezessionskurs, aber sie treiben die Wirtschaft auch nicht an", resümierte David Russell, Chefstratege bei TradeStation.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
14.05.26
20:35
Reuters
Frankfurt, 14. Mai (Reuters) - Steigende Tech-Aktien und die Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Friedensbemühungen im Nahen Osten stützen die US-Börsen. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500(.SPX) notierten am Donnerstag jeweils 0,8 Prozent höher bei 50.063 und 7501 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) gewann etwa genauso viel auf 26.635 Zähler. Für Aufsehen sorgte vor allem Cisco(CSCO.O) mit einem Kurssprung von 13,5 Prozent. Der Netzwerkausrüster hat seine Jahresprognose für Aufträge im Bereich KI-Infrastruktur angehoben und will rund 4000 Stellen streichen.
Gefragt waren auch die Titel von Nvidia(NVDA.O), die um gut vier Prozent zulegten. Die USA hätten rund zehn chinesischen Firmen den Kauf von Nvidias zweitstärkstem KI-Chip H200 genehmigt, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. "Nvidia profitiert eindeutig - sowohl von der China-Ankündigung als auch vom allgemeinen Trend zur Künstlichen Intelligenz", sagte Chris Zaccarelli, Chefanleger beim Vermögensverwalter Northlight. "Dieser Trend hat Substanz - wir glauben jedoch, dass die Anleger die künftige Entwicklung möglicherweise etwas zu stark einpreisen."
CHIPENTWICKLER CEREBRAS GLÄNZT MIT IPO Für Gesprächsstoff sorgte auch das fulminante Börsendebüt des Chipentwicklers Cerebras(CBRS.O). Die Aktien des kalifornischen Unternehmens notierten zur Eröffnung bei 350 Dollar und damit 89 Prozent über dem Ausgabepreis. Sie gingen mit einem Plus von 68 Prozent aus dem Handel. Der Kurssprung beim bisher größten Börsengang des Jahres beschert dem Unternehmen einen Marktwert von 106,75 Milliarden Dollar. Cerebras fordert mit seiner "Wafer-Scale-Engine" die herkömmliche Architektur für KI-Anwendungen heraus. Dabei handelt es sich um Chips von der Größe eines Speisetellers, die die Verarbeitung beschleunigen sollen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen, die auf Grafikkarten (GPU) basieren und auf Gruppen von miteinander verbundenen Chips angewiesen sind, integriert Cerebras Hunderttausende von Rechenkernen auf einem einzigen Prozessor.
Investoren spekulierten zudem, dass US-Präsident Donald Trump den chinesischen Staatschef Xi Jinping auf ihrem zweitägigen Gipfeltreffen dazu ermutigen könnte, den Iran zu einem Friedensabkommen mit den USA zu bewegen. "Jedes Zeichen einer Annäherung zwischen den Großmächten wird derzeit als positives Signal für die Weltwirtschaft interpretiert", sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. "Wo hohe Erwartungen vorherrschen, gibt es allerdings auch immer ein hohes Enttäuschungspotenzial", warnte Thomas Altmann von QC Partners. Die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sind ins Stocken geraten. Der Iran hatte einen US-Vorschlag zur Beilegung des Krieges zuletzt abgelehnt. Die Regierung in Teheran dringt unter anderem auf ein Ende der Kämpfe an allen Fronten.
DOLLAR SETZT AUFWÄRTSKURS FORT Am Devisenmarkt nehmen die Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank Fed daher zu. Der Dollar-Index(.DXY) rückte um 0,3 Prozent auf 98,790 Punkte vor. Die US-Verbraucherpreise stiegen im April um 3,8 Prozent zum Vorjahresmonat, damit kletterten sie auf das höchste Niveau seit drei Jahren. Dem CME FedWatch-Tool zufolge preisen die Märkte nun eine Wahrscheinlichkeit von 31,8 Prozent ein, dass die Fed die Zinsen im Dezember anheben wird. Die Währungshüter versuchen, mit straffer Geldpolitik die Inflation auf den Zielwert von zwei Prozent zu drücken.
Auch die jüngsten US-Konjunkturdaten sorgten für Zurückhaltung. Die Einnahmen der US-Einzelhändler erhöhten sich im April um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Von Reuters befragte Experten hatten genau damit gerechnet. Zugleich dürfte ein Teil des Anstiegs auf die höhere Inflation zurückzuführen sein. "Die Konsumausgaben sind zwar nicht auf Rezessionskurs, aber sie treiben die Wirtschaft auch nicht an", resümierte David Russell, Chefstratege bei TradeStation.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)