12.05.26
20:31
Reuters
| * Iran-Konflikt heizt Inflation in USA kräftig an |
| * Trump weist Teherans Forderungen als zurück |
| (Neu: Schlusskurse) |
| New York, 12. Mai (Reuters) - Überraschend hohe |
| Inflationsdaten und Sorgen über die fragile Waffenruhe zwischen |
| den USA und dem Iran haben am Dienstag an der Wall Street für |
| gedämpfte Stimmung gesorgt. Während der technologielastige |
| Nasdaq und der breit gefasste S&P 500 von ihren Rekordhochs |
| abrutschten, hielt sich der Dow-Jones-Index dank Kursgewinnen im |
| Gesundheitssektor im Plus. "Unsere Prognose war, dass der Markt |
| abflacht, ganz einfach weil während der Berichtssaison Gier |
| herrscht und danach Angst", sagte Jay Hatfield, Portfoliomanager |
| bei InfraCap. |
Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) schloss 0,1 Prozent fester mit 49.761 Punkten. Der S&P 500(.SPX) verlor 0,2 Prozent auf 7401 Stellen, die Nasdaq(.IXIC) 0,7 Prozent auf 26.088 Zähler. Die Indizes erholten sich im Handelsverlauf allerdings von ihren Tagestiefs.
Die Verbraucherpreise in den USA stiegen zuletzt schneller als von Analysten erwartet. Grund dafür ist die Sperrung der Straße von Hormus, einer der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten für den Öltransport, infolge des Krieges mit dem Iran. "Die Inflation wird nicht besser, solange die Ölpreise nicht sinken", sagte Hatfield.
Die Sorge vor einem anhaltenden Konflikt und dauerhaft hohen Energiepreisen dämpfte die Hoffnungen auf eine Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed in diesem Jahr. Stattdessen steigen die Erwartungen einer Zinserhöhung: Dem FedWatch-Tool der CME-Börse zufolge preisen die Finanzmärkte nun eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 30 Prozent ein, dass die Fed den Leitzins im Dezember um einen Viertelprozentpunkt anhebt. Am Montag hatte dieser Wert noch bei 21,5 Prozent gelegen. Der US-Senat bestätigte unterdessen Kevin Warsh für das Direktorium der Notenbank. Er gilt als künftiger Fed-Chef. Hatfield zufolge wird Warsh die Zinsen selbst dann nicht senken können, wenn er es wolle. US-Präsident Donald Trump, der Warsh ausgewählt hatte, hat sich wiederholt für Zinssenkungen ausgesprochen.
In dem vor elf Wochen von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran gibt es keine Anzeichen für eine baldige Lösung. Trump sagte, die Waffenruhe werde "künstlich am Leben gehalten", nachdem der Iran einen US-Vorschlag zur Beendigung des Konflikts abgelehnt hatte. Irans Gegenforderungen bezeichnete Trump als "Müll". Allerdings hat der US-Präsident noch keinen Weg gefunden, den Krieg zu seinen Bedingungen zu beenden. Auch dauert der Konflikt schon viel länger als von Trump ursprünglich in Aussicht gestellt. Der US-Präsident reist noch in dieser Woche nach Peking, um sich mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping zu treffen. Dabei soll es nach US-Angaben unter anderem um Zölle, US-Militärhilfen für Taiwan, ein Abkommen über Seltene Erden sowie eine mögliche Vermittlerrolle Chinas im Iran-Konflikt gehen.
Bei den Einzelwerten zogen vor allem Technologieaktien die Nasdaq nach unten. Der Halbleiterindex(.SOX) gab deutlich nach, liegt im laufenden Jahr dank des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) jedoch immer noch mehr als 60 Prozent im Plus.
Aktien von GameStop(GME.N) gaben nach, da eBay(EBAY.O) ein 56 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot des Videospielhändlers zurückgewiesen hatte.
Humana(HUM.N) legten dagegen zu, nachdem das Analysehaus Bernstein das Kursziel für den Krankenversicherer um 36 Prozent angehoben hatte.
Zebra Technologies(ZBRA.O) und der Flüssiggas-Exporteur Venture Global(VG.N) profitierten von angehobenen Jahresprognosen. Hims & Hers Health(HIMS.N) brachen hingegen ein, nachdem der Telemedizin-Anbieter mit seinem Quartalsumsatz die Erwartungen der Wall Street verfehlt und überraschend einen Verlust verbucht hatte.
(Bericht von Stephen Culp. Geschrieben von Ralf Bode Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
12.05.26
20:31
Reuters
New York, 12. Mai (Reuters) - Überraschend hohe Inflationsdaten und Sorgen über die fragile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran haben am Dienstag an der Wall Street für gedämpfte Stimmung gesorgt. Während der technologielastige Nasdaq und der breit gefasste S&P 500 von ihren Rekordhochs abrutschten, hielt sich der Dow-Jones-Index dank Kursgewinnen im Gesundheitssektor im Plus. "Unsere Prognose war, dass der Markt abflacht, ganz einfach weil während der Berichtssaison Gier herrscht und danach Angst", sagte Jay Hatfield, Portfoliomanager bei InfraCap.
Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) schloss 0,1 Prozent fester mit 49.761 Punkten. Der S&P 500(.SPX) verlor 0,2 Prozent auf 7401 Stellen, die Nasdaq(.IXIC) 0,7 Prozent auf 26.088 Zähler. Die Indizes erholten sich im Handelsverlauf allerdings von ihren Tagestiefs.
Die Verbraucherpreise in den USA stiegen zuletzt schneller als von Analysten erwartet. Grund dafür ist die Sperrung der Straße von Hormus, einer der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten für den Öltransport, infolge des Krieges mit dem Iran. "Die Inflation wird nicht besser, solange die Ölpreise nicht sinken", sagte Hatfield.
Die Sorge vor einem anhaltenden Konflikt und dauerhaft hohen Energiepreisen dämpfte die Hoffnungen auf eine Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed in diesem Jahr. Stattdessen steigen die Erwartungen einer Zinserhöhung: Dem FedWatch-Tool der CME-Börse zufolge preisen die Finanzmärkte nun eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 30 Prozent ein, dass die Fed den Leitzins im Dezember um einen Viertelprozentpunkt anhebt. Am Montag hatte dieser Wert noch bei 21,5 Prozent gelegen. Der US-Senat bestätigte unterdessen Kevin Warsh für das Direktorium der Notenbank. Er gilt als künftiger Fed-Chef. Hatfield zufolge wird Warsh die Zinsen selbst dann nicht senken können, wenn er es wolle. US-Präsident Donald Trump, der Warsh ausgewählt hatte, hat sich wiederholt für Zinssenkungen ausgesprochen.
In dem vor elf Wochen von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran gibt es keine Anzeichen für eine baldige Lösung. Trump sagte, die Waffenruhe werde "künstlich am Leben gehalten", nachdem der Iran einen US-Vorschlag zur Beendigung des Konflikts abgelehnt hatte. Irans Gegenforderungen bezeichnete Trump als "Müll". Allerdings hat der US-Präsident noch keinen Weg gefunden, den Krieg zu seinen Bedingungen zu beenden. Auch dauert der Konflikt schon viel länger als von Trump ursprünglich in Aussicht gestellt. Der US-Präsident reist noch in dieser Woche nach Peking, um sich mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping zu treffen. Dabei soll es nach US-Angaben unter anderem um Zölle, US-Militärhilfen für Taiwan, ein Abkommen über Seltene Erden sowie eine mögliche Vermittlerrolle Chinas im Iran-Konflikt gehen.
Bei den Einzelwerten zogen vor allem Technologieaktien die Nasdaq nach unten. Der Halbleiterindex(.SOX) gab deutlich nach, liegt im laufenden Jahr dank des Booms bei Künstlicher Intelligenz (KI) jedoch immer noch mehr als 60 Prozent im Plus.
Aktien von GameStop(GME.N) gaben nach, da eBay(EBAY.O) ein 56 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot des Videospielhändlers zurückgewiesen hatte.
Humana(HUM.N) legten dagegen zu, nachdem das Analysehaus Bernstein das Kursziel für den Krankenversicherer um 36 Prozent angehoben hatte.
Zebra Technologies(ZBRA.O) und der Flüssiggas-Exporteur Venture Global(VG.N) profitierten von angehobenen Jahresprognosen. Hims & Hers Health(HIMS.N) brachen hingegen ein, nachdem der Telemedizin-Anbieter mit seinem Quartalsumsatz die Erwartungen der Wall Street verfehlt und überraschend einen Verlust verbucht hatte.
(Bericht von Stephen Culp. Geschrieben von Ralf Bode Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)