12.05.26
17:13
Reuters
| * | Iran-Konflikt heizt Inflation in USA kräftig an | |
| * | Trump weist Teherans Forderungen als "Müll" zurück | |
| * | Ölpreise erneut im Aufwind | |
| * | Under Armour nach Prognose mit Kurssturz | |
(Neu: Dollar, Anleihen, Metalle, Kryptowährungen, Öl, Hims & Hers)
| Frankfurt, 12. Mai (Reuters) - Der US-Inflationsbericht |
| für April sorgt für schlechte Stimmung an der Wall Street. Der |
| Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte notierte am Dienstag |
| knapp ein halbes Prozent tiefer bei 49.529 Punkten. Der breiter |
| gefasste S&P 500(.SPX) verlor rund ein Prozent auf 7354 Zähler. |
| Der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) sackte um mehr als |
| 1,5 Prozent auf 25.855 Stellen ab. |
Die US-Verbraucherpreise stiegen im April um 3,8 Prozent zum Vorjahresmonat. Volkswirte hatten mit 3,7 Prozent gerechnet. Die im Zuge des Iran-Krieges gestiegenen Energiepreise hatten die Teuerungsrate im März bereits auf 3,3 Prozent getrieben. "Wir sind der Ansicht, dass die Finanzmärkte nur langsam den wirtschaftlichen Schaden erkennen, der durch höhere Preise für Öl und andere Rohstoffe entsteht - alles Faktoren, die die globale Inflation beschleunigen könnten", sagte Doug Beath, Stratege beim Wells Fargo Investment Institute.
Auch Bastian Hepperle, Ökonom bei der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe, zeigte sich pessimistisch: "An eine Rückkehr der Inflationsraten nahe 2,0 Prozent ist für dieses Jahr nicht zu denken." Viele Experten gehen davon aus, dass der designierte US-Zentralbankchef Kevin Warsh vor einer schwierigen Aufgabe steht. Die US-Notenbank Fed versucht, mit erhöhten Zinsen die Teuerungsrate auf den Zielwert von zwei Prozent zu drücken, ohne die Wirtschaft abzuwürgen. Angesichts der aufwärtsgerichteten Inflationsrisiken werde Warsh die Zinssenkungswünsche von US-Präsident Donald Trump wohl enttäuschen, sagte Hepperle.
Die Erwartung höherer Zinsen trieb den Dollar-Index(.DXY) um knapp ein halbes Prozent nach oben. Unter Druck gerieten hingegen US-Staatsanleihen(US10YT=RR), Edelmetalle(XAU=)(XAG=) und Kryptowährungen(BTC=)(ETH=). "Solange geopolitische Risiken nicht eingedämmt werden können, dürfte jede Erholung beim Bitcoin anfällig und von kurzer Dauer bleiben", sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.
Zugleich geht die Hängepartie im Iran-Krieg weiter. Trump bekräftigte, er lehne die Antwort des Iran auf einen US-Vorschlag ab. Auch werde die Waffenruhe nur noch künstlich am Leben gehalten. Die Ölpreise legten wie schon zum Wochenauftakt um rund 3,5 Prozent zu. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) kosteten zuletzt 107,70 und 101,64 Dollar je Fass (159 Liter). "Kommt es bis Ende Mai nicht zu einer Einigung, ist definitiv mit weiter steigenden Ölpreisen zu rechnen", sagte Suvro Sarkar, Energieexperte bei der DBS Bank.
Bei den Einzelwerten brachen Under Armour(UAA.N) um fast 17 Prozent ein. Wegen der trüben Konsumstimmung in Nordamerika rechnet der Sportartikelhersteller für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang und einem Gewinn deutlich unter den Analystenerwartungen.
Unter Druck gerieten auch die Titel des Telemedizinanbieters Hims & Hers(HIMS.N), die um knapp 14 Prozent abrutschten. Ein durch Vorgaben von US-Behörden erzwungener Strategiewechsel bei Abnehmmitteln macht dem Unternehmen zu schaffen: Hims & Hers meldete für das erste Quartal einen Verlust von 40 Cent je Aktie. Analysten waren von einem Gewinn von vier Cent ausgegangen.
Für Gesprächsstoff sorgten auch eBay(EBAY.O) und GameStop(GME.N). Der Online-Händler hat das 56 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot des Videospielspezialisten zurückgewiesen. Die GameStop-Aktie verlor daraufhin gut zwei Prozent.
(Bericht von Sanne Schimanski. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
12.05.26
17:13
Reuters
Frankfurt, 12. Mai (Reuters) - Der US-Inflationsbericht für April sorgt für schlechte Stimmung an der Wall Street. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte notierte am Dienstag knapp ein halbes Prozent tiefer bei 49.529 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) verlor rund ein Prozent auf 7354 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) sackte um mehr als 1,5 Prozent auf 25.855 Stellen ab.
Die US-Verbraucherpreise stiegen im April um 3,8 Prozent zum Vorjahresmonat. Volkswirte hatten mit 3,7 Prozent gerechnet. Die im Zuge des Iran-Krieges gestiegenen Energiepreise hatten die Teuerungsrate im März bereits auf 3,3 Prozent getrieben. "Wir sind der Ansicht, dass die Finanzmärkte nur langsam den wirtschaftlichen Schaden erkennen, der durch höhere Preise für Öl und andere Rohstoffe entsteht - alles Faktoren, die die globale Inflation beschleunigen könnten", sagte Doug Beath, Stratege beim Wells Fargo Investment Institute.
Auch Bastian Hepperle, Ökonom bei der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe, zeigte sich pessimistisch: "An eine Rückkehr der Inflationsraten nahe 2,0 Prozent ist für dieses Jahr nicht zu denken." Viele Experten gehen davon aus, dass der designierte US-Zentralbankchef Kevin Warsh vor einer schwierigen Aufgabe steht. Die US-Notenbank Fed versucht, mit erhöhten Zinsen die Teuerungsrate auf den Zielwert von zwei Prozent zu drücken, ohne die Wirtschaft abzuwürgen. Angesichts der aufwärtsgerichteten Inflationsrisiken werde Warsh die Zinssenkungswünsche von US-Präsident Donald Trump wohl enttäuschen, sagte Hepperle.
Die Erwartung höherer Zinsen trieb den Dollar-Index(.DXY) um knapp ein halbes Prozent nach oben. Unter Druck gerieten hingegen US-Staatsanleihen(US10YT=RR), Edelmetalle(XAU=)(XAG=) und Kryptowährungen(BTC=)(ETH=). "Solange geopolitische Risiken nicht eingedämmt werden können, dürfte jede Erholung beim Bitcoin anfällig und von kurzer Dauer bleiben", sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.
Zugleich geht die Hängepartie im Iran-Krieg weiter. Trump bekräftigte, er lehne die Antwort des Iran auf einen US-Vorschlag ab. Auch werde die Waffenruhe nur noch künstlich am Leben gehalten. Die Ölpreise legten wie schon zum Wochenauftakt um rund 3,5 Prozent zu. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) kosteten zuletzt 107,70 und 101,64 Dollar je Fass (159 Liter). "Kommt es bis Ende Mai nicht zu einer Einigung, ist definitiv mit weiter steigenden Ölpreisen zu rechnen", sagte Suvro Sarkar, Energieexperte bei der DBS Bank.
Bei den Einzelwerten brachen Under Armour(UAA.N) um fast 17 Prozent ein. Wegen der trüben Konsumstimmung in Nordamerika rechnet der Sportartikelhersteller für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang und einem Gewinn deutlich unter den Analystenerwartungen.
Unter Druck gerieten auch die Titel des Telemedizinanbieters Hims & Hers(HIMS.N), die um knapp 14 Prozent abrutschten. Ein durch Vorgaben von US-Behörden erzwungener Strategiewechsel bei Abnehmmitteln macht dem Unternehmen zu schaffen: Hims & Hers meldete für das erste Quartal einen Verlust von 40 Cent je Aktie. Analysten waren von einem Gewinn von vier Cent ausgegangen.
Für Gesprächsstoff sorgten auch eBay(EBAY.O) und GameStop(GME.N). Der Online-Händler hat das 56 Milliarden Dollar schwere Übernahmeangebot des Videospielspezialisten zurückgewiesen. Die GameStop-Aktie verlor daraufhin gut zwei Prozent.
(Bericht von Sanne Schimanski. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)