23.04.26
13:06
Reuters
Frankfurt, 23. Apr (Reuters) - Indonesien bleibt an den Finanzmärkten unter Druck. Die indonesische Landeswährung Rupiah(IDR=) rutschte am Donnerstag auf ein Rekordtief, der Dollar stieg im Gegenzug um 0,9 Prozent auf 17.320 Rupiah. Der Leitindex der Börse in Jakarta(.JKSE) verlor mehr als zwei Prozent. Börsianer begründeten die Kursverluste mit den hohen Ölpreisen sowie anhaltenden Sorgen um die Staatsfinanzen und die Regierungsführung, die zu Kapitalabflüssen führten. "Die Bewegung der Rupiah scheint das Ergebnis einer Kombination von gleichzeitig wirkenden Druckfaktoren zu sein: ungelöste Kriegsrisiken, erneuter Ölpreisdruck, spezifische souveräne und fiskalische Bedenken Indonesiens sowie eine nach wie vor fragile Positionierung im Ausland", sagte Josua Pardede, Chefökonom der Permata Bank. Seit Ausbruch des Iran-Krieges hat die Devise um rund 3,5 Prozent abgewertet.
Asiatische Länder, insbesondere Nettoenergieimporteure wie Indonesien, Indien, die Philippinen und Thailand, sind von der Schließung der Straße von Hormus und den steigenden Energiepreisen besonders hart getroffen. Der Preis für das Nordseeöl Brent(LCOc1) kletterte am Donnerstag in der Spitze um 4,2 Prozent auf 106,15 Dollar je Fass. Das US-Öl WTI lag knapp unter der 100-Dollar-Marke. "Wenn die Gespräche zwischen den USA und dem Iran tatsächlich wieder aufgenommen werden und der Ölpreis nachhaltig sinkt, kann sich die Rupiah erholen", sagte Pardede. Viele Analysten rechnen aber damit, dass Öl auch nach Beendigung des Iran-Krieges für Jahre teurer bleiben wird.
Hinzu kommt eine seit Monaten schwelende Vertrauenskrise an den Finanzmärkten. Hintergrund sind Sorgen über die Wirtschaftspolitik von Präsident Prabowo Subianto, der das Haushaltsdefizit ausweitet und den staatlichen Einfluss auf die Finanzmärkte verstärkt hat. Die abrupte Entlassung der angesehenen Finanzministerin Sri Mulyani Indrawati im vergangenen Jahr sowie die Ernennung seines Neffen Thomas Djiwandono in den Vorstand der Zentralbank in diesem Monat hatten die Sorgen über die finanzpolitische Stabilität verstärkt. Die Warnung des Index-Anbieters MSCI vor einer möglichen Herabstufung des Landes wegen mangelnder Transparenz hatte Ende Januar zu einem Ausverkauf an den indonesischen Börsen geführt.
(Bericht von Rajasik Mukherjee und Sameer Manekar, Anika Ross, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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13:06
Reuters
Frankfurt, 23. Apr (Reuters) - Indonesien bleibt an den Finanzmärkten unter Druck. Die indonesische Landeswährung Rupiah(IDR=) rutschte am Donnerstag auf ein Rekordtief, der Dollar stieg im Gegenzug um 0,9 Prozent auf 17.320 Rupiah. Der Leitindex der Börse in Jakarta(.JKSE) verlor mehr als zwei Prozent. Börsianer begründeten die Kursverluste mit den hohen Ölpreisen sowie anhaltenden Sorgen um die Staatsfinanzen und die Regierungsführung, die zu Kapitalabflüssen führten. "Die Bewegung der Rupiah scheint das Ergebnis einer Kombination von gleichzeitig wirkenden Druckfaktoren zu sein: ungelöste Kriegsrisiken, erneuter Ölpreisdruck, spezifische souveräne und fiskalische Bedenken Indonesiens sowie eine nach wie vor fragile Positionierung im Ausland", sagte Josua Pardede, Chefökonom der Permata Bank. Seit Ausbruch des Iran-Krieges hat die Devise um rund 3,5 Prozent abgewertet.
Asiatische Länder, insbesondere Nettoenergieimporteure wie Indonesien, Indien, die Philippinen und Thailand, sind von der Schließung der Straße von Hormus und den steigenden Energiepreisen besonders hart getroffen. Der Preis für das Nordseeöl Brent(LCOc1) kletterte am Donnerstag in der Spitze um 4,2 Prozent auf 106,15 Dollar je Fass. Das US-Öl WTI lag knapp unter der 100-Dollar-Marke. "Wenn die Gespräche zwischen den USA und dem Iran tatsächlich wieder aufgenommen werden und der Ölpreis nachhaltig sinkt, kann sich die Rupiah erholen", sagte Pardede. Viele Analysten rechnen aber damit, dass Öl auch nach Beendigung des Iran-Krieges für Jahre teurer bleiben wird.
Hinzu kommt eine seit Monaten schwelende Vertrauenskrise an den Finanzmärkten. Hintergrund sind Sorgen über die Wirtschaftspolitik von Präsident Prabowo Subianto, der das Haushaltsdefizit ausweitet und den staatlichen Einfluss auf die Finanzmärkte verstärkt hat. Die abrupte Entlassung der angesehenen Finanzministerin Sri Mulyani Indrawati im vergangenen Jahr sowie die Ernennung seines Neffen Thomas Djiwandono in den Vorstand der Zentralbank in diesem Monat hatten die Sorgen über die finanzpolitische Stabilität verstärkt. Die Warnung des Index-Anbieters MSCI vor einer möglichen Herabstufung des Landes wegen mangelnder Transparenz hatte Ende Januar zu einem Ausverkauf an den indonesischen Börsen geführt.
(Bericht von Rajasik Mukherjee und Sameer Manekar, Anika Ross, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)