30.03.26
10:58
Reuters
| * | Erste Daten aus Bundesländern: Inflation steigt im März | |
| deutlich | ||
| * | Angriffe auf Aluminiumhütten in Nahost treiben Preise | |
| an | ||
| * | Delivery Hero auf Talfahrt - Rätselraten um Zukunft | |
| * | Eisenerz-Terminals wieder in Betrieb - Rio Tinto legt | |
| zu | ||
| (Neu: Europäische Börsen, Öl, Aluminium) | ||
| Frankfurt, 30. Mrz (Reuters) - Auch in der neuen Woche | ||
| lassen Nahost-Sorgen die Anleger an den Aktienmärkten nicht los. | ||
| Der Dax(.GDAXI) und der EuroStoxx50(.STOXX50E) notierten am | ||
| Montag gegen Mittag jeweils leicht im Minus bei 22.270 und 5504 | ||
| Punkten. Wachsende Zweifel an einem baldigen Ende des Konflikts | ||
| zwischen den USA und dem Iran hatten die Börsen bereits am | ||
| Freitag belastet. "Der Krieg im Nahen Osten weist weiter sehr | ||
| widersprüchliche Signale auf", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst | ||
| beim Broker CMC Markets. "Zwar haben die USA das Ultimatum an | ||
| den Iran bis Ostermontag verlängert, doch die militärischen | ||
| Auseinandersetzungen und gegenseitigen Drohungen gehen weiter." | ||
| Dies lasse viel Raum für Spekulationen und Unsicherheiten. | ||
Für schlechte Stimmung sorgen vor allem die Entwicklungen am Energiemarkt. Nordseeöl der Sorte Brent(LCOc1) und die US-Sorte WTI(CLc1) setzten ihren Aufwärtskurs fort und legten um jeweils rund zwei Prozent auf 115,09 und 101,43 Dollar je Fass (159 Liter) zu. Damit verharrten sie auf dem höchsten Stand seit fast vier Jahren. Durch den Krieg fehlen dem Weltmarkt täglich rund elf Millionen Barrel Öl. Die Islamische Republik hat den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus - ein wichtiger Wasserweg insbesondere für die weltweite Öl- und Erdgasversorgung - weitgehend blockiert. Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweiten Angebots an Rohöl und Flüssigerdgas durch die Meerenge transportiert.
Die durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Ölpreise schlagen ersten Daten aus den Bundesländern zufolge deutlich auf die Verbraucherpreise durch. Das Statistische Bundesamt will am Nachmittag eine erste Schätzung zur bundesweiten Entwicklung abgeben. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen rechnen mit einer Inflationsrate von 2,7 Prozent, nach 1,9 Prozent im Februar. Das wäre der höchste Wert seit mehr als zwei Jahren. Das Geschäftsklima in der Euro-Zone hat sich indes verschlechtert, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht.
Iranische Angriffe auf Aluminiumhütten im Nahen Osten treiben zugleich den Preis für das Leichtmetall in die Höhe. An der Londoner Metallbörse LME verteuerte sich Aluminium(CMAL3) am Montag um rund 3,5 Prozent. Die Großproduzenten Emirates Global Aluminium und Aluminium Bahrain teilten am Wochenende mit, ihre Anlagen seien bei den Angriffen mit Drohnen und Raketen am Wochenende erheblich beschädigt worden. Laut den Experten von ING Economics könnte dies zu Lieferausfällen führen, die selbst bei einer Entspannung der geopolitischen Lage fortbestehen könnten. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, die Angriffe seien eine Vergeltung für US-israelische Angriffe auf die Infrastruktur im Iran.
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgte unter anderem Suss Microtec(SMHNn.DE) mit einem Minus von mehr als sieben Prozent. Der Halbleiterausrüster erwartet nach einem Rekordumsatz 2025 im laufenden Jahr geringere Erlöse und Gewinne.
Steil nach unten ging es auch für die Aktien von Ceconomy(CECG.DE), die knapp sechs Prozent einbüßten. Dem chinesischen Internet-Riesen JD.com(9618.HK) kommt bei der Übernahme der "MediaMarkt"- und "Saturn"-Holding womöglich der österreichische Staat auf den letzten Metern in die Quere.
Aus den Depots flogen auch Delivery Hero(DHER.DE) mit einem Minus von gut vier Prozent. Analysten sind sich angesichts des wachsenden Drucks eines Großaktionärs über die Zukunft des Unternehmens uneins.
Gefragt an der Börse in London waren unter anderem die Aktien des Bergbaukonzerns Rio Tinto(RIO.L). Die Papiere verteuerten sich um 3,5 Prozent und waren damit die größten Gewinner im Leitindex FTSE(.FTSE). Der weltgrößte Eisenerzförderer teilte mit, dass die Verladung an drei seiner vier Terminals in der westaustralischen Pilbara-Region am Samstag wieder aufgenommen worden sei. Der Wirbelsturm "Narelle" hatte die Schließung der Häfen am Dienstag erzwungen.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
30.03.26
10:58
Reuters
Frankfurt, 30. Mrz (Reuters) - Auch in der neuen Woche lassen Nahost-Sorgen die Anleger an den Aktienmärkten nicht los. Der Dax(.GDAXI) und der EuroStoxx50(.STOXX50E) notierten am Montag gegen Mittag jeweils leicht im Minus bei 22.270 und 5504 Punkten. Wachsende Zweifel an einem baldigen Ende des Konflikts zwischen den USA und dem Iran hatten die Börsen bereits am Freitag belastet. "Der Krieg im Nahen Osten weist weiter sehr widersprüchliche Signale auf", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. "Zwar haben die USA das Ultimatum an den Iran bis Ostermontag verlängert, doch die militärischen Auseinandersetzungen und gegenseitigen Drohungen gehen weiter." Dies lasse viel Raum für Spekulationen und Unsicherheiten.
Für schlechte Stimmung sorgen vor allem die Entwicklungen am Energiemarkt. Nordseeöl der Sorte Brent(LCOc1) und die US-Sorte WTI(CLc1) setzten ihren Aufwärtskurs fort und legten um jeweils rund zwei Prozent auf 115,09 und 101,43 Dollar je Fass (159 Liter) zu. Damit verharrten sie auf dem höchsten Stand seit fast vier Jahren. Durch den Krieg fehlen dem Weltmarkt täglich rund elf Millionen Barrel Öl. Die Islamische Republik hat den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus - ein wichtiger Wasserweg insbesondere für die weltweite Öl- und Erdgasversorgung - weitgehend blockiert. Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweiten Angebots an Rohöl und Flüssigerdgas durch die Meerenge transportiert.
Die durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Ölpreise schlagen ersten Daten aus den Bundesländern zufolge deutlich auf die Verbraucherpreise durch. Das Statistische Bundesamt will am Nachmittag eine erste Schätzung zur bundesweiten Entwicklung abgeben. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen rechnen mit einer Inflationsrate von 2,7 Prozent, nach 1,9 Prozent im Februar. Das wäre der höchste Wert seit mehr als zwei Jahren. Das Geschäftsklima in der Euro-Zone hat sich indes verschlechtert, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht.
Iranische Angriffe auf Aluminiumhütten im Nahen Osten treiben zugleich den Preis für das Leichtmetall in die Höhe. An der Londoner Metallbörse LME verteuerte sich Aluminium(CMAL3) am Montag um rund 3,5 Prozent. Die Großproduzenten Emirates Global Aluminium und Aluminium Bahrain teilten am Wochenende mit, ihre Anlagen seien bei den Angriffen mit Drohnen und Raketen am Wochenende erheblich beschädigt worden. Laut den Experten von ING Economics könnte dies zu Lieferausfällen führen, die selbst bei einer Entspannung der geopolitischen Lage fortbestehen könnten. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, die Angriffe seien eine Vergeltung für US-israelische Angriffe auf die Infrastruktur im Iran.
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgte unter anderem Suss Microtec(SMHNn.DE) mit einem Minus von mehr als sieben Prozent. Der Halbleiterausrüster erwartet nach einem Rekordumsatz 2025 im laufenden Jahr geringere Erlöse und Gewinne.
Steil nach unten ging es auch für die Aktien von Ceconomy(CECG.DE), die knapp sechs Prozent einbüßten. Dem chinesischen Internet-Riesen JD.com(9618.HK) kommt bei der Übernahme der "MediaMarkt"- und "Saturn"-Holding womöglich der österreichische Staat auf den letzten Metern in die Quere.
Aus den Depots flogen auch Delivery Hero(DHER.DE) mit einem Minus von gut vier Prozent. Analysten sind sich angesichts des wachsenden Drucks eines Großaktionärs über die Zukunft des Unternehmens uneins.
Gefragt an der Börse in London waren unter anderem die Aktien des Bergbaukonzerns Rio Tinto(RIO.L). Die Papiere verteuerten sich um 3,5 Prozent und waren damit die größten Gewinner im Leitindex FTSE(.FTSE). Der weltgrößte Eisenerzförderer teilte mit, dass die Verladung an drei seiner vier Terminals in der westaustralischen Pilbara-Region am Samstag wieder aufgenommen worden sei. Der Wirbelsturm "Narelle" hatte die Schließung der Häfen am Dienstag erzwungen.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)