17.03.26
10:48
Reuters
17. Mrz (Reuters) - Die Kosten aus einem der teuersten Skandale rund um unfaire Autokredite machen dem britischen Finanzdienstleister Close Brothers(CBRO.L) zu schaffen. Die Aktien brechen in London nach der Vorlage von Geschäftszahlen um knapp neun Prozent ein. Close Brothers gab bekannt, dass der bereinigte Betriebsgewinn im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 um 19 Prozent auf rund 65 Millionen Pfund gefallen ist. Höhere Rückstellungen für Entschädigungen an Verbraucher sowie die Kosten für die Bearbeitung von Kundenbeschwerden hätten die Erträge gedrückt. Zugleich habe die strengere regulatorische Aufsicht das Kreditwachstum im Autofinanzierungsgeschäft verlangsamt.
Der Londoner Kreditgeber kündigte an, bis Ende 2027 rund 600 Stellen und damit ein Fünftel der Belegschaft zu streichen. Für die sechs Monate bis Ende Januar wies Close Brothers einen Vorsteuerverlust von 65,5 Millionen Pfund aus. Im Oktober hatte das Unternehmen zusätzliche Rückstellungen für Kfz-Finanzierungen in Höhe von 135 Millionen Pfund gebildet. Zudem rechnet Close Brothers mit Restrukturierungskosten von 30 bis 40 Millionen Pfund im Geschäftsjahr 2027, was deutlich über der Prognose von zehn bis 15 Millionen Pfund im Jahr 2026 liegt.
Der Leerverkäufer Viceroy Research gab am Montag bekannt, eine Short-Position bei der Bank eröffnet zu haben. Das Engagement im Zusammenhang mit dem geplanten Entschädigungsprogramm sei "systematisch falsch dargestellt" worden, hieß es zur Begründung. Close Brothers wies die Einschätzung von Viceroy entschieden zurück. Bereits am Montag brachen die Titel um 15 Prozent ein.
Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA plant ein Entschädigungsprogramm für Millionen von Verbrauchern, denen zwischen 2007 und 2024 unfaire Autokredite gewährt wurden. Die Aufsichtsbehörden stellten vergangenen Oktober fest, dass Kreditgeber wie Close Brothers Autohändlern erlaubten, höhere Zinssätze festzulegen, um ihre Provisionen zu erhöhen, häufig ohne diesen Anreiz den Kunden klar offenzulegen. Die FCA schätzt früheren Angaben zufolge, dass die Entschädigungszahlungen die Kreditgeber rund elf Milliarden Pfund kosten könnten. Zwei Insider hatten jedoch im Dezember der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, dass der endgültige Betrag fast doppelt so hoch ausfallen könnte.
(Bericht von Rishab Shaju, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
17.03.26
10:48
Reuters
Der Londoner Kreditgeber kündigte an, bis Ende 2027 rund 600 Stellen und damit ein Fünftel der Belegschaft zu streichen. Für die sechs Monate bis Ende Januar wies Close Brothers einen Vorsteuerverlust von 65,5 Millionen Pfund aus. Im Oktober hatte das Unternehmen zusätzliche Rückstellungen für Kfz-Finanzierungen in Höhe von 135 Millionen Pfund gebildet. Zudem rechnet Close Brothers mit Restrukturierungskosten von 30 bis 40 Millionen Pfund im Geschäftsjahr 2027, was deutlich über der Prognose von zehn bis 15 Millionen Pfund im Jahr 2026 liegt.
Der Leerverkäufer Viceroy Research gab am Montag bekannt, eine Short-Position bei der Bank eröffnet zu haben. Das Engagement im Zusammenhang mit dem geplanten Entschädigungsprogramm sei "systematisch falsch dargestellt" worden, hieß es zur Begründung. Close Brothers wies die Einschätzung von Viceroy entschieden zurück. Bereits am Montag brachen die Titel um 15 Prozent ein.
Die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA plant ein Entschädigungsprogramm für Millionen von Verbrauchern, denen zwischen 2007 und 2024 unfaire Autokredite gewährt wurden. Die Aufsichtsbehörden stellten vergangenen Oktober fest, dass Kreditgeber wie Close Brothers Autohändlern erlaubten, höhere Zinssätze festzulegen, um ihre Provisionen zu erhöhen, häufig ohne diesen Anreiz den Kunden klar offenzulegen. Die FCA schätzt früheren Angaben zufolge, dass die Entschädigungszahlungen die Kreditgeber rund elf Milliarden Pfund kosten könnten. Zwei Insider hatten jedoch im Dezember der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, dass der endgültige Betrag fast doppelt so hoch ausfallen könnte.
(Bericht von Rishab Shaju, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)