05.03.26
10:26
Reuters
Frankfurt, 05. Mrz (Reuters) - Die Störung von Lieferketten durch den Nahost-Konflikt könnte die Preise für Aluminium Experten zufolge weiter nach oben treiben. Der meistgehandelte Aluminiumkontrakt an der Shanghaier Terminbörse(SAFcv1) stieg am Donnerstag zeitweise um 3,5 Prozent auf 25.365 Yuan pro Tonne. Der richtungsweisende Dreimonats-Aluminiumpreis(CMAL3) an der Londoner Metallbörse stieg in der Spitze zunächst um 1,7 Prozent auf 3400,50 Dollar pro Tonne, anschließend schmolz das Plus jedoch ab. Anleger machten Kasse, nachdem der Preis am Mittwoch den höchsten Stand seit fast vier Jahren markiert hatte. Im Vergleich zum Vorwochenschluss ist er um knapp sechs Prozent in die Höhe geschnellt.
Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto stärker könnten die Preise steigen, sagen Experten. Die Analysten von Citi und JP Morgan halten es für möglich, dass der Preis im Zuge des Krieges auf 4000 Dollar steigen könnte. "Eine länger anhaltende Beeinträchtigung der Straße von Hormus könnte die Versorgung belasten, weil sie sowohl die Anlieferung der für die Aluminiumherstellung benötigten Vorprodukte Tonerde und Bauxit als auch die Ausfuhr von raffiniertem Aluminium erschwert", sagte Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Besonders in Europa wäre das spürbar, da rund 30 Prozent der Aluminiumimporte aus der Golfregion stammten. Von dort wurden im vergangenen Jahr acht Prozent des weltweiten Aluminiumbedarfs geliefert.
Der Iran hat die für den Welthandel wichtige Wasserstraße unter seiner Kontrolle und Tanker angegriffen. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf im Norden mit dem Golf von Oman im Süden und dem Arabischen Meer. An ihrer engsten Stelle ist sie 33 Kilometer breit. Alba, in Bahrain ansässiger Betreiber einer der weltweit größten Aluminiumhütten, hatte die Lieferungen eingestellt, da der Schiffsverkehr nahezu zum Erliegen gekommen ist. Norsk Hydro(NHY.OL) hat das Aluminium-Joint-Venture in Katar kontrolliert stillgelegt. Beide beriefen sich auf höhere Gewalt (Force Majeure). "Bei zwei Produzenten in der Golfregion ist nun höhere Gewalt eingetreten, was einen klaren Wandel von einem Risiko zu einer tatsächlichen Störung markiert", sagten die Analysten von Citi.
(Bericht von Anika Ross. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
05.03.26
10:26
Reuters
Frankfurt, 05. Mrz (Reuters) - Die Störung von Lieferketten durch den Nahost-Konflikt könnte die Preise für Aluminium Experten zufolge weiter nach oben treiben. Der meistgehandelte Aluminiumkontrakt an der Shanghaier Terminbörse(SAFcv1) stieg am Donnerstag zeitweise um 3,5 Prozent auf 25.365 Yuan pro Tonne. Der richtungsweisende Dreimonats-Aluminiumpreis(CMAL3) an der Londoner Metallbörse stieg in der Spitze zunächst um 1,7 Prozent auf 3400,50 Dollar pro Tonne, anschließend schmolz das Plus jedoch ab. Anleger machten Kasse, nachdem der Preis am Mittwoch den höchsten Stand seit fast vier Jahren markiert hatte. Im Vergleich zum Vorwochenschluss ist er um knapp sechs Prozent in die Höhe geschnellt.
Je länger die Straße von Hormus blockiert bleibt, desto stärker könnten die Preise steigen, sagen Experten. Die Analysten von Citi und JP Morgan halten es für möglich, dass der Preis im Zuge des Krieges auf 4000 Dollar steigen könnte. "Eine länger anhaltende Beeinträchtigung der Straße von Hormus könnte die Versorgung belasten, weil sie sowohl die Anlieferung der für die Aluminiumherstellung benötigten Vorprodukte Tonerde und Bauxit als auch die Ausfuhr von raffiniertem Aluminium erschwert", sagte Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Besonders in Europa wäre das spürbar, da rund 30 Prozent der Aluminiumimporte aus der Golfregion stammten. Von dort wurden im vergangenen Jahr acht Prozent des weltweiten Aluminiumbedarfs geliefert.
Der Iran hat die für den Welthandel wichtige Wasserstraße unter seiner Kontrolle und Tanker angegriffen. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf im Norden mit dem Golf von Oman im Süden und dem Arabischen Meer. An ihrer engsten Stelle ist sie 33 Kilometer breit. Alba, in Bahrain ansässiger Betreiber einer der weltweit größten Aluminiumhütten, hatte die Lieferungen eingestellt, da der Schiffsverkehr nahezu zum Erliegen gekommen ist. Norsk Hydro(NHY.OL) hat das Aluminium-Joint-Venture in Katar kontrolliert stillgelegt. Beide beriefen sich auf höhere Gewalt (Force Majeure). "Bei zwei Produzenten in der Golfregion ist nun höhere Gewalt eingetreten, was einen klaren Wandel von einem Risiko zu einer tatsächlichen Störung markiert", sagten die Analysten von Citi.
(Bericht von Anika Ross. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)