19.02.26
21:31
Reuters
(Neu: Schlusskurse Wall Street) Frankfurt, 19. Feb (Reuters) - Die US-Börsen haben am Donnerstag mit Verlusten geschlossen. Belastet wurde der Markt vor allem durch Kursverluste bei Private-Equity-Firmen und Technologieaktien, während starke Ergebnisse aus dem Industriesektor die Abgaben begrenzten.
Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte notierte zum Handelsende 0,55 Prozent tiefer bei 49.389 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,28 Prozent auf 6861 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) gab 0,31 Prozent auf 22.682 Stellen nach.
Auslöser für die Verkäufe im Finanzsektor waren Nachrichten von Blue Owl Capital(OWL.N). Der Vermögensverwalter will Vermögenswerte im Volumen von 1,4 Milliarden Dollar veräußern und Rücknahmen bei einem seiner Fonds einfrieren, um Schulden zu bedienen und Kapital zurückzuführen. Dies zog die Aktien der Konkurrenten Apollo Global Management(APO.N), Ares(ARES.N), KKR(KKR.N) und Carlyle(CG.O) mit nach unten. Investoren sorgen sich zunehmend um die Kreditqualität und das Engagement der Geldgeber bei Softwarewerten.
Auch die Tech-Schwergewichte Nvidia(NVDA.O) und Apple(AAPL.O) gaben nach und drückten auf die Stimmung. Bei KI-Werten wachsen die Zweifel, ob die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz tatsächlich zu den erhofften Umsatz- und Gewinnsteigerungen führen. Zudem fürchten Anleger, dass KI-Tools Geschäftsmodelle in Branchen von Software bis Logistik umkrempeln und den Wettbewerb verschärfen könnten.
"Der Markt versucht zu begreifen, welche Geschäftsbereiche durch KI materiell bedroht sind", sagte Keith Buchanan, Portfoliomanager bei Globalt Investments. "Wir befinden uns in einer Phase des Zyklus, in der man erkennt, dass nicht jeder gewinnen wird und nicht alle Erwartungen erfüllt werden."
Bei den Einzelwerten stand Walmart(WMT.N) im Fokus. Die Aktien des Einzelhandelsriesen gaben 1,4 Prozent nach, nachdem der neue Konzernchef John Furner zum Amtsantritt zwar ein Aktienrückkaufprogramm über 30 Milliarden Dollar ankündigte, aber zugleich eine konservative Prognose für das Geschäftsjahr 2027 abgab. Gefragt waren dagegen Papiere des Landmaschinenherstellers Deere & Co(DE.N) (plus 11,6 Prozent) nach einer Anhebung der Jahresprognose. Der Energiesektor profitierte von steigenden Ölpreisen, die durch die Furcht vor einem militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran getrieben wurden.
Der schwedische Online-Zahlungsdienstleister Klarna(KLAR.N) vergraulte die Anleger mit tiefroten Zahlen. Die an der Wall Street notierten Aktien brachen um mehr als 25 Prozent ein. Im Schlussquartal fiel ein Nettoverlust in Höhe von 26 Millionen Dollar an, der mehr als doppelt so hoch ausfiel wie von Analysten befürchtet.
Konjunkturseitig richtete sich der Blick auf den Arbeitsmarkt, der sich den wöchentlichen Daten zufolge stabilisierte. Mit Spannung warten Investoren nun auf die Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Freitag. Das von der US-Notenbank Fed bevorzugte Inflationsmaß könnte Aufschluss über den künftigen Zinskurs geben. Den Terminmarktdaten zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Juni derzeit bei 50 Prozent.
Am Ölmarkt trieb die Furcht vor Versorgungsengpässen die Notierungen für Brent und WTI um jeweils mehr als zwei Prozent nach oben auf 71,80 beziehungsweise 66,73 Dollar je Fass. Damit setzten sie ihren Anstieg vom Mittwoch von mehr als vier Prozent fort. Die größte Sorge der Ölanleger ist laut den Experten der ANZ, dass eine Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus beeinträchtigen könnte. Rund 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs werden über diese Wasserstraße abgewickelt.
Hoch im Kurs standen Edelmetalle wie Gold(XAU=) und Silber(XAG=), die in Krisenzeiten gern als sichere Häfen angesteuert werden. Gold verteuerte sich zwischenzeitlich um bis zu 0,9 Prozent auf 5021 Dollar je Feinunze, Silber wurde mit bis zu 79,49 Dollar je Feinunze drei Prozent höher gehandelt.
(Bericht von Twesha Dikshit and Shashwat Chauhan, geschrieben von Anika Ross und Hans Busemnn. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
19.02.26
21:31
Reuters
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| Deere springen dank starkem Ausblick auf Rekordhoch |
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| Vermögensverwalter unter Druck |
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| Klarna-Aktien brechen ein |
| (Neu: Schlusskurse Wall Street) |
| Frankfurt, 19. Feb (Reuters) - Die US-Börsen haben am |
| Donnerstag mit Verlusten geschlossen. Belastet wurde der Markt |
| vor allem durch Kursverluste bei Private-Equity-Firmen und |
| Technologieaktien, während starke Ergebnisse aus dem |
| Industriesektor die Abgaben begrenzten. |
Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte notierte zum Handelsende 0,55 Prozent tiefer bei 49.389 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,28 Prozent auf 6861 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) gab 0,31 Prozent auf 22.682 Stellen nach.
Auslöser für die Verkäufe im Finanzsektor waren Nachrichten von Blue Owl Capital(OWL.N). Der Vermögensverwalter will Vermögenswerte im Volumen von 1,4 Milliarden Dollar veräußern und Rücknahmen bei einem seiner Fonds einfrieren, um Schulden zu bedienen und Kapital zurückzuführen. Dies zog die Aktien der Konkurrenten Apollo Global Management(APO.N), Ares(ARES.N), KKR(KKR.N) und Carlyle(CG.O) mit nach unten. Investoren sorgen sich zunehmend um die Kreditqualität und das Engagement der Geldgeber bei Softwarewerten.
Auch die Tech-Schwergewichte Nvidia(NVDA.O) und Apple(AAPL.O) gaben nach und drückten auf die Stimmung. Bei KI-Werten wachsen die Zweifel, ob die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz tatsächlich zu den erhofften Umsatz- und Gewinnsteigerungen führen. Zudem fürchten Anleger, dass KI-Tools Geschäftsmodelle in Branchen von Software bis Logistik umkrempeln und den Wettbewerb verschärfen könnten.
"Der Markt versucht zu begreifen, welche Geschäftsbereiche durch KI materiell bedroht sind", sagte Keith Buchanan, Portfoliomanager bei Globalt Investments. "Wir befinden uns in einer Phase des Zyklus, in der man erkennt, dass nicht jeder gewinnen wird und nicht alle Erwartungen erfüllt werden."
Bei den Einzelwerten stand Walmart(WMT.N) im Fokus. Die Aktien des Einzelhandelsriesen gaben 1,4 Prozent nach, nachdem der neue Konzernchef John Furner zum Amtsantritt zwar ein Aktienrückkaufprogramm über 30 Milliarden Dollar ankündigte, aber zugleich eine konservative Prognose für das Geschäftsjahr 2027 abgab. Gefragt waren dagegen Papiere des Landmaschinenherstellers Deere & Co(DE.N) (plus 11,6 Prozent) nach einer Anhebung der Jahresprognose. Der Energiesektor profitierte von steigenden Ölpreisen, die durch die Furcht vor einem militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran getrieben wurden.
Der schwedische Online-Zahlungsdienstleister Klarna(KLAR.N) vergraulte die Anleger mit tiefroten Zahlen. Die an der Wall Street notierten Aktien brachen um mehr als 25 Prozent ein. Im Schlussquartal fiel ein Nettoverlust in Höhe von 26 Millionen Dollar an, der mehr als doppelt so hoch ausfiel wie von Analysten befürchtet.
Konjunkturseitig richtete sich der Blick auf den Arbeitsmarkt, der sich den wöchentlichen Daten zufolge stabilisierte. Mit Spannung warten Investoren nun auf die Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Freitag. Das von der US-Notenbank Fed bevorzugte Inflationsmaß könnte Aufschluss über den künftigen Zinskurs geben. Den Terminmarktdaten zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Juni derzeit bei 50 Prozent.
Am Ölmarkt trieb die Furcht vor Versorgungsengpässen die Notierungen für Brent und WTI um jeweils mehr als zwei Prozent nach oben auf 71,80 beziehungsweise 66,73 Dollar je Fass. Damit setzten sie ihren Anstieg vom Mittwoch von mehr als vier Prozent fort. Die größte Sorge der Ölanleger ist laut den Experten der ANZ, dass eine Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus beeinträchtigen könnte. Rund 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs werden über diese Wasserstraße abgewickelt.
Hoch im Kurs standen Edelmetalle wie Gold(XAU=) und Silber(XAG=), die in Krisenzeiten gern als sichere Häfen angesteuert werden. Gold verteuerte sich zwischenzeitlich um bis zu 0,9 Prozent auf 5021 Dollar je Feinunze, Silber wurde mit bis zu 79,49 Dollar je Feinunze drei Prozent höher gehandelt.
(Bericht von Twesha Dikshit and Shashwat Chauhan, geschrieben von Anika Ross und Hans Busemnn. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)