16.12.25
11:45
Reuters
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| Anleger hoffen auf Hinweise für Zinskurs der Fed |
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| Fortschritte bei Friedensgesprächen belasten Rüstungswerte |
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| Ölpreise unter Druck |
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| Erneut Sorgen um KI-Blase |
| (Neu: Europäische Börsen) |
| Frankfurt, 16. Dez (Reuters) - Vor mit Spannung |
| erwarteten Arbeitsmarktdaten in den USA sind die Anleger an den |
| europäischen Aktienmärkten in Deckung gegangen. Der Dax(.GDAXI) |
| gab am Dienstag 0,3 Prozent auf 24.152 Punkte nach; der |
| EuroStoxx50(.STOXX50E) notierte ebenfalls leicht tiefer bei 5742 |
| Zählern. "Vor den wichtigen US-Jobdaten wagt kaum ein Anleger |
| den Sprung ins Risiko", sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst |
| der Consorsbank. "Die wegen der Haushaltssperre verzögert |
| gemeldeten Zahlen werden helfen, den Zinspfad der US-Notenbank |
| besser einschätzen zu können." |
Aufgrund des jüngsten Shutdowns in den USA erwarten Börsianer in der Vorweihnachtswoche eine Flut an Daten. Am Nachmittag stehen sowohl die Arbeitsmarktzahlen für Oktober als auch für November an. Am Donnerstag folgen die US-Verbraucherpreise für November. "Die Zahlen haben allesamt das Potenzial, die vor fünf Tagen von der Fed veröffentlichten Wirtschaftsprognosen auf einen Schlag hinfällig zu machen", kommentierte Luis Ruiz, Marktanalyst beim Broker CMC Markets.
"Aus Marktsicht ist die wichtigste Frage, ob der Bericht den Weg für weitere Zinssenkungen zu Beginn des kommenden Jahres ebnet", konstatierten Analysten der Deutschen Bank. Derzeit habe die US-Notenbank nur eine weitere Senkung für 2026 signalisiert. "Aber wir haben in diesem Zyklus wiederholt gesehen, wie ein schwächerer Arbeitsmarkt sie zu einer zurückhaltenderen Haltung veranlasst hat." Vergangene Woche hatte die US-Notenbank Fed angesichts des schwächelnden Arbeitsmarkts die Zinsen zum dritten Mal in Folge gesenkt.
Im Blick hatten Börsianer auch die Friedensgespräche in Berlin. Nachdem die USA angeboten haben, für die Ukraine Sicherheitsgarantien nach dem Vorbild der Nato zu übernehmen und Unterhändler Fortschritte bei den Gesprächen zur Beendigung des russischen Krieges in der Ukraine meldeten, gerieten Rüstungswerte unter Druck. Mit einem Minus von rund fünf Prozent waren die Aktien von Rheinmetall(RHMG.DE) der schwächste Dax-Wert. Der Panzergetriebe-Hersteller Renk(R3NK.DE) und der Rüstungszulieferer Hensoldt(HAGG.DE) verbilligten sich ähnlich stark. Ein breiter gefasster europäischer Branchenindex(.SXPARO) büßte gut zwei Prozent ein.
Die Rheinmetall-Aktie, die seit Beginn des Ukraine-Kriegs massiv zugelegt hat, gerate auf hohem Niveau zunehmend unter Druck, da ein Ende des Konflikts die Rüstungsaufträge dämpfen könnte, erläuterte Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades. Die Aussicht auf einen Waffenstillstand zwischen der Ukraine und Russland drückte auch den Ölpreis. Die Nordseesorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verbilligten sich jeweils in der Spitze um rund zwei Prozent auf 59,42 beziehungsweise 55,69 Dollar je Barrel. Analysten der Bank ANZ zufolge stieg die Erwartung, dass Sanktionen gegen russische Ölfirmen gelockert werden könnten. Dies würde das Angebot auf einem bereits gut versorgten Markt erhöhen. Zudem belasteten die zuletzt schwachen Konjunkturdaten aus China die Nachfrageaussichten.
Die gesunkenen Ölpreise machten Energiekonzernen(.SXEP) zu schaffen, sorgten aber zugleich für Antrieb bei Fluggesellschaften. Die Titel von Lufthansa(LHAG.DE) und von EasyJet(EZJ.L) zogen jeweils rund zwei Prozent an.
Auch die Sorge über die hohen Bewertungen im Technologiesektor trieb Marktteilnehmer erneut um. Die Schwergewichte ASML(ASML.AS) und SAP(SAPG.DE) gaben zeitweise jeweils rund zwei Prozent nach. "Die Anleger sind im Vorfeld des US-Arbeitsmarktes vorsichtig geworden", sagte IG-Chefmarktanalyst Christian Henke. "Dies liegt aber auch an den wieder aufkommenden Sorgen über ein Platzen der KI-Blase."
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
16.12.25
11:45
Reuters
Frankfurt, 16. Dez (Reuters) - Vor mit Spannung erwarteten Arbeitsmarktdaten in den USA sind die Anleger an den europäischen Aktienmärkten in Deckung gegangen. Der Dax(.GDAXI) gab am Dienstag 0,3 Prozent auf 24.152 Punkte nach; der EuroStoxx50(.STOXX50E) notierte ebenfalls leicht tiefer bei 5742 Zählern. "Vor den wichtigen US-Jobdaten wagt kaum ein Anleger den Sprung ins Risiko", sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. "Die wegen der Haushaltssperre verzögert gemeldeten Zahlen werden helfen, den Zinspfad der US-Notenbank besser einschätzen zu können."
Aufgrund des jüngsten Shutdowns in den USA erwarten Börsianer in der Vorweihnachtswoche eine Flut an Daten. Am Nachmittag stehen sowohl die Arbeitsmarktzahlen für Oktober als auch für November an. Am Donnerstag folgen die US-Verbraucherpreise für November. "Die Zahlen haben allesamt das Potenzial, die vor fünf Tagen von der Fed veröffentlichten Wirtschaftsprognosen auf einen Schlag hinfällig zu machen", kommentierte Luis Ruiz, Marktanalyst beim Broker CMC Markets.
"Aus Marktsicht ist die wichtigste Frage, ob der Bericht den Weg für weitere Zinssenkungen zu Beginn des kommenden Jahres ebnet", konstatierten Analysten der Deutschen Bank. Derzeit habe die US-Notenbank nur eine weitere Senkung für 2026 signalisiert. "Aber wir haben in diesem Zyklus wiederholt gesehen, wie ein schwächerer Arbeitsmarkt sie zu einer zurückhaltenderen Haltung veranlasst hat." Vergangene Woche hatte die US-Notenbank Fed angesichts des schwächelnden Arbeitsmarkts die Zinsen zum dritten Mal in Folge gesenkt.
Im Blick hatten Börsianer auch die Friedensgespräche in Berlin. Nachdem die USA angeboten haben, für die Ukraine Sicherheitsgarantien nach dem Vorbild der Nato zu übernehmen und Unterhändler Fortschritte bei den Gesprächen zur Beendigung des russischen Krieges in der Ukraine meldeten, gerieten Rüstungswerte unter Druck. Mit einem Minus von rund fünf Prozent waren die Aktien von Rheinmetall(RHMG.DE) der schwächste Dax-Wert. Der Panzergetriebe-Hersteller Renk(R3NK.DE) und der Rüstungszulieferer Hensoldt(HAGG.DE) verbilligten sich ähnlich stark. Ein breiter gefasster europäischer Branchenindex(.SXPARO) büßte gut zwei Prozent ein.
Die Rheinmetall-Aktie, die seit Beginn des Ukraine-Kriegs massiv zugelegt hat, gerate auf hohem Niveau zunehmend unter Druck, da ein Ende des Konflikts die Rüstungsaufträge dämpfen könnte, erläuterte Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades. Die Aussicht auf einen Waffenstillstand zwischen der Ukraine und Russland drückte auch den Ölpreis. Die Nordseesorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verbilligten sich jeweils in der Spitze um rund zwei Prozent auf 59,42 beziehungsweise 55,69 Dollar je Barrel. Analysten der Bank ANZ zufolge stieg die Erwartung, dass Sanktionen gegen russische Ölfirmen gelockert werden könnten. Dies würde das Angebot auf einem bereits gut versorgten Markt erhöhen. Zudem belasteten die zuletzt schwachen Konjunkturdaten aus China die Nachfrageaussichten.
Die gesunkenen Ölpreise machten Energiekonzernen(.SXEP) zu schaffen, sorgten aber zugleich für Antrieb bei Fluggesellschaften. Die Titel von Lufthansa(LHAG.DE) und von EasyJet(EZJ.L) zogen jeweils rund zwei Prozent an.
Auch die Sorge über die hohen Bewertungen im Technologiesektor trieb Marktteilnehmer erneut um. Die Schwergewichte ASML(ASML.AS) und SAP(SAPG.DE) gaben zeitweise jeweils rund zwei Prozent nach. "Die Anleger sind im Vorfeld des US-Arbeitsmarktes vorsichtig geworden", sagte IG-Chefmarktanalyst Christian Henke. "Dies liegt aber auch an den wieder aufkommenden Sorgen über ein Platzen der KI-Blase."
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte))