09.09.25
09:21
Reuters
Singapur, 09. Sep (Reuters) - Die überraschende Entlassung der indonesischen Finanzministerin Sri Mulyani Indrawati hat an den Finanzmärkten der größten Volkswirtschaft Südostasiens für Wirbel gesorgt. Die Rupiah(IDR=) brach am Dienstag um mehr als ein Prozent ein, woraufhin die Zentralbank zur Stützung der Währung intervenierte. Auch am Anleihemarkt griff die Notenbank ein und kaufte Händlern zufolge Papiere mit längeren Laufzeiten. Der Aktienindex in Jakarta(.JKSE) gab um ein Prozent nach. Vor allem Bankaktien gerieten unter Druck. Investoren befürchten, dass die hart erkämpfte Haushaltsdisziplin Indonesiens durch die kostspieligen Ausgabenpläne von Präsident Prabowo Subianto untergraben werden könnte.
Globale Investoren sahen in der langjährigen Ministerin Sri Mulyani eine Schlüsselfigur für die wirtschaftliche Stabilität des Landes. "Mulyani war die Garantin für eine umsichtige Finanzpolitik", sagte Hasnain Malik, Stratege bei Tellimer. "Ihr Abgang wird die Furcht vor wachsenden Defiziten unter einem uneingeschränkten und unter Druck stehenden Prabowo schüren." Die Regierung des Präsidenten ist seit zwei Wochen mit landesweiten Protesten konfrontiert. Zudem kämpft sein Prestigeprojekt, ein Programm für kostenlose Mahlzeiten für mehr als 80 Millionen Indonesier, im ersten Jahr mit Schwierigkeiten.
Die Aufgabe, die Wahlversprechen des Präsidenten zu finanzieren, fällt nun dem neuen Finanzminister Purbaya Yudhi Sadewa zu. Dieser erklärte, das vom Präsidenten angestrebte Wirtschaftswachstum von acht Prozent sei "nicht unmöglich". Experten zeigten sich jedoch skeptisch. "Die Frage ist, wie der neue Finanzminister das Essensprogramm im Umfang von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts finanzieren und die Ausgaben für Sektoren wie die Verteidigung erhöhen will, ohne ein größeres Haushaltsloch zu reißen", sagte die Ökonomin Trinh Nguyen von Natixis. Dies sei die Hauptsorge der Investoren.
(Bericht von Ankur Banerjee und Rae Wee, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
09.09.25
09:21
Reuters
Singapur, 09. Sep (Reuters) - Die überraschende Entlassung der indonesischen Finanzministerin Sri Mulyani Indrawati hat an den Finanzmärkten der größten Volkswirtschaft Südostasiens für Wirbel gesorgt. Die Rupiah(IDR=) brach am Dienstag um mehr als ein Prozent ein, woraufhin die Zentralbank zur Stützung der Währung intervenierte. Auch am Anleihemarkt griff die Notenbank ein und kaufte Händlern zufolge Papiere mit längeren Laufzeiten. Der Aktienindex in Jakarta(.JKSE) gab um ein Prozent nach. Vor allem Bankaktien gerieten unter Druck. Investoren befürchten, dass die hart erkämpfte Haushaltsdisziplin Indonesiens durch die kostspieligen Ausgabenpläne von Präsident Prabowo Subianto untergraben werden könnte.
Globale Investoren sahen in der langjährigen Ministerin Sri Mulyani eine Schlüsselfigur für die wirtschaftliche Stabilität des Landes. "Mulyani war die Garantin für eine umsichtige Finanzpolitik", sagte Hasnain Malik, Stratege bei Tellimer. "Ihr Abgang wird die Furcht vor wachsenden Defiziten unter einem uneingeschränkten und unter Druck stehenden Prabowo schüren." Die Regierung des Präsidenten ist seit zwei Wochen mit landesweiten Protesten konfrontiert. Zudem kämpft sein Prestigeprojekt, ein Programm für kostenlose Mahlzeiten für mehr als 80 Millionen Indonesier, im ersten Jahr mit Schwierigkeiten.
Die Aufgabe, die Wahlversprechen des Präsidenten zu finanzieren, fällt nun dem neuen Finanzminister Purbaya Yudhi Sadewa zu. Dieser erklärte, das vom Präsidenten angestrebte Wirtschaftswachstum von acht Prozent sei "nicht unmöglich". Experten zeigten sich jedoch skeptisch. "Die Frage ist, wie der neue Finanzminister das Essensprogramm im Umfang von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts finanzieren und die Ausgaben für Sektoren wie die Verteidigung erhöhen will, ohne ein größeres Haushaltsloch zu reißen", sagte die Ökonomin Trinh Nguyen von Natixis. Dies sei die Hauptsorge der Investoren.
(Bericht von Ankur Banerjee und Rae Wee, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)