10.07.25
16:27
Reuters
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Dax markierte zweiten Tag in Folge ein Rekordhoch
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Anleger setzen auf akzeptablen US-Handelskompromiss mit USA
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Bitcoin kratzt an Marke von 112.000 Dollar
(Neu: Wall Street, Xetra-Schlusskurse, FTSE, Minenwerte, brasilianische Börse)
| Frankfurt, 10. Jul (Reuters) - In der Hoffnung auf eine |
| Lösung im Zollstreit der USA mit der Europäischen Union (EU) |
| strömen weitere Anleger in die heimischen Aktienmärkte. "Wieder |
| ist die Angst da, an der Börse etwas zu verpassen", sagte |
| Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. Vor |
| allem institutionelle Kunden sprängen auf den fahrenden Zug auf. |
Der Dax(.GDAXI) markierte am Donnerstag mit 24.369,10 Punkten den zweiten Tag in Folge ein Rekordhoch. Wegen einsetzender Gewinnmitnahmen gab er bis zum Abend allerdings 0,4 Prozent auf 24.456,81 Zähler nach. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) bröckelte um 0,1 Prozent auf 5438,27 Stellen. An der Wall Street rückte der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) um 0,6 Prozent vor.
Der Europäischen Union (EU) zufolge gibt es Fortschritte bei den Zollverhandlungen. Eine Einigung sei binnen weniger Tage möglich. Anleger werteten diese Aussagen sehr positiv, sagte Nick Saunders, Chef des Online-Brokers Webull. "Es besteht aber die Gefahr, dass sie eine Einigung als ausgemachte Sache betrachten. Es gibt aber noch viel zu tun." Außerdem könnten die USA die Rahmenbedingungen jederzeit ändern.
Wie so etwas aussehen könnte, zeigt nach Einschätzung von Börsianern das Beispiel Brasilien. US-Präsident Donald Trump erlegte dem südamerikanischen Land Einfuhrzölle von 50 Prozent auf und begründete dies mit der Anklage gegen den früheren brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wegen eines angeblichen Putschversuchs.
An der Börse Sao Paulo verlor der dortige Leitindex(.BVSP) ein knappes Prozent. Die Landeswährung, die als Reaktion auf die Zoll-Ankündigung am Mittwoch zeitweise um knapp drei Prozent eingebrochen war, erholte sich dagegen etwas. Dadurch verbilligte sich der US-Dollar auf 5,5305 Real(BRL=). Für die brasilianische Realwirtschaft blieben die Folgen der US-Zölle überschaubar, betonte Analyst Graham Stock vom Vermögensverwalter RBC BlueBay. Nur ein geringer Teil der Exporte gehe in die USA.
Am Kupfermarkt blieb der US-Kontrakt mit einem Preis von 5,60 Dollar je Pfund in Schlagdistanz zu seinem jüngsten Rekordhoch. Neue Höchststände seien vorerst nicht zu erwarten, sagte Ole Hansen, Chef-Anlagestratege für Rohstoffe bei der Saxo Bank. Die US-Lager seien voll. "Außerdem kann in den kommenden drei Monaten viel passieren." In Erwartung von US-Einfuhrzöllen hatten Lieferanten in den vergangenen Monaten den US-Jahresbedarf an diesem Industriemetall dorthin verfrachtet.
In London erholte sich Kupfer von seinem jüngsten Ausverkauf und verteuerte sich um ein Prozent auf 9717 Dollar je Tonne. Dies verhalf den dort notierten Minenwerten wie Antofagasta(ANTO.L) oder Glencore(GLEN.L) zu Kursgewinnen von bis zu vier Prozent. Daraufhin kletterte der Londoner Auswahlindex FTSE(.FTSE) zeitweise auf ein Rekordhoch von 8979,41 Punkten.
Die Cyberdevise Bitcoin(BTC=), die in der Nacht mit knapp 112.000 Dollar ebenfalls eine Bestmarke markiert hatte, notierte 0,6 Prozent im Plus bei 111.491 Dollar. Bislang seien zwar keine größeren Anschlusskäufe zu beobachten, sagte Analyst Tony Sycamore vom Brokerhaus IG. Der Bitcoin-Kurs habe aber Luft bis 120.000 Dollar.
Am deutschen Aktienmarkt verloren die Titel der Commerzbank(CBKG.DE) gegen den Trend vier Prozent. Der Bund lehnte das "erneut unabgestimmte und unfreundliche Vorgehen der UniCredit(CRDI.DE)" bei deren Aufstockung ihrer Commerzbank-Anteile ab.
Die Papiere von WK Kellogg(KLG.N) legten dagegen an der Wall Street zeitweise gut 31 Prozent auf 22,96 Dollar zu. Der italienische Süßwarenkonzern Ferrero will den Frühstücksflocken-Hersteller, der 2023 aus der Aufspaltung von Kellogg hervorgegangen ist, für 23 Dollar je Aktie oder insgesamt 3,1 Milliarden Dollar übernehmen. Durch den Zusammenschluss könnte das bislang eher verhaltene Wachstum von WK Kellogg neuen Schwung bekommen, sagte Analystin Erin Lash vom Research-Haus Morningstar.
(Bericht von: Hakan Ersen, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
10.07.25
16:27
Reuters
(Neu: Wall Street, Xetra-Schlusskurse, FTSE, Minenwerte, brasilianische Börse)
Frankfurt, 10. Jul (Reuters) - In der Hoffnung auf eine Lösung im Zollstreit der USA mit der Europäischen Union (EU) strömen weitere Anleger in die heimischen Aktienmärkte. "Wieder ist die Angst da, an der Börse etwas zu verpassen", sagte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. Vor allem institutionelle Kunden sprängen auf den fahrenden Zug auf. Der Dax(.GDAXI) markierte am Donnerstag mit 24.369,10 Punkten den zweiten Tag in Folge ein Rekordhoch. Wegen einsetzender Gewinnmitnahmen gab er bis zum Abend allerdings 0,4 Prozent auf 24.456,81 Zähler nach. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) bröckelte um 0,1 Prozent auf 5438,27 Stellen. An der Wall Street rückte der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) um 0,6 Prozent vor. Der Europäischen Union (EU) zufolge gibt es Fortschritte bei den Zollverhandlungen. Eine Einigung sei binnen weniger Tage möglich. Anleger werteten diese Aussagen sehr positiv, sagte Nick Saunders, Chef des Online-Brokers Webull. "Es besteht aber die Gefahr, dass sie eine Einigung als ausgemachte Sache betrachten. Es gibt aber noch viel zu tun." Außerdem könnten die USA die Rahmenbedingungen jederzeit ändern.
Wie so etwas aussehen könnte, zeigt nach Einschätzung von Börsianern das Beispiel Brasilien. US-Präsident Donald Trump erlegte dem südamerikanischen Land Einfuhrzölle von 50 Prozent auf und begründete dies mit der Anklage gegen den früheren brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wegen eines angeblichen Putschversuchs. An der Börse Sao Paulo verlor der dortige Leitindex(.BVSP) ein knappes Prozent. Die Landeswährung, die als Reaktion auf die Zoll-Ankündigung am Mittwoch zeitweise um knapp drei Prozent eingebrochen war, erholte sich dagegen etwas. Dadurch verbilligte sich der US-Dollar auf 5,5305 Real(BRL=). Für die brasilianische Realwirtschaft blieben die Folgen der US-Zölle überschaubar, betonte Analyst Graham Stock vom Vermögensverwalter RBC BlueBay. Nur ein geringer Teil der Exporte gehe in die USA.
Am Kupfermarkt blieb der US-Kontrakt mit einem Preis von 5,60 Dollar je Pfund in Schlagdistanz zu seinem jüngsten Rekordhoch. Neue Höchststände seien vorerst nicht zu erwarten, sagte Ole Hansen, Chef-Anlagestratege für Rohstoffe bei der Saxo Bank. Die US-Lager seien voll. "Außerdem kann in den kommenden drei Monaten viel passieren." In Erwartung von US-Einfuhrzöllen hatten Lieferanten in den vergangenen Monaten den US-Jahresbedarf an diesem Industriemetall dorthin verfrachtet. In London erholte sich Kupfer von seinem jüngsten Ausverkauf und verteuerte sich um ein Prozent auf 9717 Dollar je Tonne. Dies verhalf den dort notierten Minenwerten wie Antofagasta(ANTO.L) oder Glencore(GLEN.L) zu Kursgewinnen von bis zu vier Prozent. Daraufhin kletterte der Londoner Auswahlindex FTSE(.FTSE) zeitweise auf ein Rekordhoch von 8979,41 Punkten. Die Cyberdevise Bitcoin(BTC=), die in der Nacht mit knapp 112.000 Dollar ebenfalls eine Bestmarke markiert hatte, notierte 0,6 Prozent im Plus bei 111.491 Dollar. Bislang seien zwar keine größeren Anschlusskäufe zu beobachten, sagte Analyst Tony Sycamore vom Brokerhaus IG. Der Bitcoin-Kurs habe aber Luft bis 120.000 Dollar.
Am deutschen Aktienmarkt verloren die Titel der Commerzbank(CBKG.DE) gegen den Trend vier Prozent. Der Bund lehnte das "erneut unabgestimmte und unfreundliche Vorgehen der UniCredit(CRDI.DE)" bei deren Aufstockung ihrer Commerzbank-Anteile ab. Die Papiere von WK Kellogg(KLG.N) legten dagegen an der Wall Street zeitweise gut 31 Prozent auf 22,96 Dollar zu. Der italienische Süßwarenkonzern Ferrero will den Frühstücksflocken-Hersteller, der 2023 aus der Aufspaltung von Kellogg hervorgegangen ist, für 23 Dollar je Aktie oder insgesamt 3,1 Milliarden Dollar übernehmen. Durch den Zusammenschluss könnte das bislang eher verhaltene Wachstum von WK Kellogg neuen Schwung bekommen, sagte Analystin Erin Lash vom Research-Haus Morningstar.
(Bericht von: Hakan Ersen, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)