29.04.26
10:29
Reuters
| * | Dax rutscht unter 24.000 Punkte | |
| * | Ölpreise ziehen wieder an | |
| * | Inflation und Fed-Zinsentscheid im Fokus | |
| * | Adidas nach Zahlen im Aufwind - Deutsche Bank im Minus | |
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| (Neu: Europäische Börsen, Devisen, Pernod, Carlsberg) |
| Frankfurt, 29. Apr (Reuters) - Die Anleger am |
| europäischen Aktienmarkt haben sich inmitten einer Flut von |
| Firmenbilanzen und vor der US-Zinsentscheidung am Mittwoch |
| zurückgezogen. Auf die Stimmung an den Börsen drückt nach wie |
| vor die angespannte Lage im Nahen Osten. "Eine nachhaltige |
| Deeskalation zeichnet sich nicht ab und die weiter hohen |
| Ölpreise lassen negative Auswirkungen auf die konjunkturelle |
| Entwicklung immer wahrscheinlicher werden", sagte Andreas |
| Lipkow, Marktanalyst bei CMC Markets. Der Dax(.GDAXI) lag gegen |
| Mittag 0,3 Prozent im Minus bei 23.953 Punkten, der |
| EuroStoxx50(.STOXX50E) sackte 0,5 Prozent ab. |
Der Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus, durch die gewöhnlich etwa 20 Prozent des weltweiten Rohölbedarfs transportiert werden, treiben die Energiepreise massiv in die Höhe. Auch 20 Tage nach der von Trump verkündeten Waffenruhe haben diplomatische Bemühungen die Meerenge nicht wieder vollständig öffnen können. Die Ölpreise zogen am Mittwoch um drei Prozent je Fass an und liegen rund 50 Prozent höher als vor Kriegsausbruch Ende Februar. Die teure Energie dürfte auch die deutsche Inflation im April noch höher getrieben haben. Waren und Dienstleistungen haben sich Analystenschätzungen zufolge um 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuert. Im März war die Teuerungsrate auf 2,7 Prozent gestiegen.
Angesichts der noch nicht absehbaren Folgen des Ölpreisschocks wird Fed-Chef Jerome Powell auf seiner vermutlich letzten Sitzung an der Spitze der US-Notenbank aller Voraussicht nach nicht an der Zinsschraube drehen: Alle 103 von Reuters befragten Ökonomen erwarten, dass die Fed die Zinssätze unverändert lässt. Insofern rechnen Devisenanleger mit keinen großen Kursbewegungen. Der US-Dollar legte im Vorfeld etwas zu, im Gegenzug verlor der Euro(EUR=) 0,1 Prozent und notierte knapp unter 1,17 Dollar. An den Terminmärkten setzen die Anleger derzeit darauf, dass sich der US-Zinssatz vor Juli 2027 nicht ändern wird.
Unklar ist, wie sich die Beziehung der Zentralbank zum Weißen Haus unter einer neuen Führung gestalten wird. Der von US-Präsident Donald Trump nominierte Kandidat für den Fed-Chefposten, Kevin Warsh, will die Notenbank nach eigenen Worten neu ordnen und zugleich deren Unabhängigkeit wahren. Trump ist ein harter Kritiker von Powells geldpolitischen Entscheidungen und fordert schnelle und aggressive Zinssenkungen.
Die Anleger richteten ihren Blick zudem auf die Quartalszahlen der US-Technologieriesen Microsoft(MSFT.O), Alphabet(GOOGL.O), Amazon(AMZN.O) und Meta Platforms(META.O), die am Abend erwartet werden. Vom KI-Fieber befeuerte Tech-Aktien haben die US-Börsenrally bislang maßgeblich getragen, weswegen die Anleger hohe Erwartungen haben. Bei den Dax-Gewinnern stach Adidas(ADSGn.DE) mit einem Kursaufschlag von mehr als sieben Prozent heraus: Der Sportartikelhersteller meldete einen Anstieg beim Betriebsergebnis im Quartal um 16 Prozent und übertraf die Erwartungen der Analysten. Aktien der Deutschen Bank(DBKGn.DE) verloren hingegen 2,7 Prozent und lagen am Dax-Ende. Analysten bemängelten den Anstieg der Rückstellungen und eine niedriger als erwartet ausgefallene Kernkapitalquote. Gut an kamen die Zahlen von Carlsberg(CARLb.CO). Der dänische Brauereikonzern hat erstmals seit über einem Jahr wieder mehr Getränke verkauft und damit die Erwartungen übertroffen. Die Aktien legten in der Spitze 4,7 Prozent zu.
Für Gesprächsstoff sorgte eine Mega-Fusion in der Aufzugbranche: Der finnische Kone(KNEBV.HE)-Konzern will den deutschen Rivalen TK Elevator für 29,4 Milliarden Euro übernehmen. Die Aktien des ehemaligen Eigentümers Thyssenkrupp(TKAG.DE), der indirekt noch gut 16 Prozent an der verkauften Aufzugssparte hält, zogen um 12,7 Prozent an. Die Papiere von Kone fielen um 3,3 Prozent.
Geplatzte Fusionsgespräche setzten Pernod Ricard(PERP.PA) und dem US-Rivalen Brown-Forman(BFb.N) zu. Die Aktien des französischen Spirituosenherstellers verloren bis zu 3,6 Prozent, die Titel des Eigentümers von Jack Daniel's rutschten im vorbörslichen US-Geschäft um 5,9 Prozent ab. Die Konzerne teilten mit, sie hätten sich nicht auf für beide Seiten akzeptable Bedingungen einigen können.
(Bericht von Anika Ross, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
29.04.26
10:29
Reuters
Frankfurt, 29. Apr (Reuters) - Die Anleger am europäischen Aktienmarkt haben sich inmitten einer Flut von Firmenbilanzen und vor der US-Zinsentscheidung am Mittwoch zurückgezogen. Auf die Stimmung an den Börsen drückt nach wie vor die angespannte Lage im Nahen Osten. "Eine nachhaltige Deeskalation zeichnet sich nicht ab und die weiter hohen Ölpreise lassen negative Auswirkungen auf die konjunkturelle Entwicklung immer wahrscheinlicher werden", sagte Andreas Lipkow, Marktanalyst bei CMC Markets. Der Dax(.GDAXI) lag gegen Mittag 0,3 Prozent im Minus bei 23.953 Punkten, der EuroStoxx50(.STOXX50E) sackte 0,5 Prozent ab.
Der Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus, durch die gewöhnlich etwa 20 Prozent des weltweiten Rohölbedarfs transportiert werden, treiben die Energiepreise massiv in die Höhe. Auch 20 Tage nach der von Trump verkündeten Waffenruhe haben diplomatische Bemühungen die Meerenge nicht wieder vollständig öffnen können. Die Ölpreise zogen am Mittwoch um drei Prozent je Fass an und liegen rund 50 Prozent höher als vor Kriegsausbruch Ende Februar. Die teure Energie dürfte auch die deutsche Inflation im April noch höher getrieben haben. Waren und Dienstleistungen haben sich Analystenschätzungen zufolge um 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verteuert. Im März war die Teuerungsrate auf 2,7 Prozent gestiegen.
<h5 align=center> ZINSPAUSE IN DEN USA - WOHIN STEUERT DIE FED? </h5> Angesichts der noch nicht absehbaren Folgen des Ölpreisschocks wird Fed-Chef Jerome Powell auf seiner vermutlich letzten Sitzung an der Spitze der US-Notenbank aller Voraussicht nach nicht an der Zinsschraube drehen: Alle 103 von Reuters befragten Ökonomen erwarten, dass die Fed die Zinssätze unverändert lässt. Insofern rechnen Devisenanleger mit keinen großen Kursbewegungen. Der US-Dollar legte im Vorfeld etwas zu, im Gegenzug verlor der Euro(EUR=) 0,1 Prozent und notierte knapp unter 1,17 Dollar. An den Terminmärkten setzen die Anleger derzeit darauf, dass sich der US-Zinssatz vor Juli 2027 nicht ändern wird.Unklar ist, wie sich die Beziehung der Zentralbank zum Weißen Haus unter einer neuen Führung gestalten wird. Der von US-Präsident Donald Trump nominierte Kandidat für den Fed-Chefposten, Kevin Warsh, will die Notenbank nach eigenen Worten neu ordnen und zugleich deren Unabhängigkeit wahren. Trump ist ein harter Kritiker von Powells geldpolitischen Entscheidungen und fordert schnelle und aggressive Zinssenkungen.
<h5 align=center> DEUTSCHE BANK RUTSCHT ANS DAX-ENDE </h5> Die Anleger richteten ihren Blick zudem auf die Quartalszahlen der US-Technologieriesen Microsoft(MSFT.O), Alphabet(GOOGL.O), Amazon(AMZN.O) und Meta Platforms(META.O), die am Abend erwartet werden. Vom KI-Fieber befeuerte Tech-Aktien haben die US-Börsenrally bislang maßgeblich getragen, weswegen die Anleger hohe Erwartungen haben. Bei den Dax-Gewinnern stach Adidas(ADSGn.DE) mit einem Kursaufschlag von mehr als sieben Prozent heraus: Der Sportartikelhersteller meldete einen Anstieg beim Betriebsergebnis im Quartal um 16 Prozent und übertraf die Erwartungen der Analysten. Aktien der Deutschen Bank(DBKGn.DE) verloren hingegen 2,7 Prozent und lagen am Dax-Ende. Analysten bemängelten den Anstieg der Rückstellungen und eine niedriger als erwartet ausgefallene Kernkapitalquote. Gut an kamen die Zahlen von Carlsberg(CARLb.CO). Der dänische Brauereikonzern hat erstmals seit über einem Jahr wieder mehr Getränke verkauft und damit die Erwartungen übertroffen. Die Aktien legten in der Spitze 4,7 Prozent zu. <h5 align=center> KEINE FUSION BEI PERNOD UND BROWN-FORMAN </h5> Für Gesprächsstoff sorgte eine Mega-Fusion in der Aufzugbranche: Der finnische Kone(KNEBV.HE)-Konzern will den deutschen Rivalen TK Elevator für 29,4 Milliarden Euro übernehmen. Die Aktien des ehemaligen Eigentümers Thyssenkrupp(TKAG.DE), der indirekt noch gut 16 Prozent an der verkauften Aufzugssparte hält, zogen um 12,7 Prozent an. Die Papiere von Kone fielen um 3,3 Prozent.Geplatzte Fusionsgespräche setzten Pernod Ricard(PERP.PA) und dem US-Rivalen Brown-Forman(BFb.N) zu. Die Aktien des französischen Spirituosenherstellers verloren bis zu 3,6 Prozent, die Titel des Eigentümers von Jack Daniel's rutschten im vorbörslichen US-Geschäft um 5,9 Prozent ab. Die Konzerne teilten mit, sie hätten sich nicht auf für beide Seiten akzeptable Bedingungen einigen können.
(Bericht von Anika Ross, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)