28.04.26
16:33
Reuters
| * Dax und EuroStoxx mit leichten Verlusten | |
| * | Vereinigte Arabische Emirate kündigen Opec-Austritt an |
| * | Japans Notenbank schürt Zins-Spekulationen |
| * | Aktien von Bayer und Salzgitter lassen Federn |
| (Neu: Dax-Schlusskurse) | |
| Frankfurt, 28. Apr (Reuters) - Die stockenden | |
| Friedensbemühungen im Iran-Krieg und anziehende Ölpreise haben | |
| die europäischen Aktienmärkte weiter fest im Griff. Der | |
| Dax(.GDAXI) ging am Dienstag mit leichten Verlusten aus dem | |
| Handel. Der Index der deutschen Blue-Chips hielt die | |
| 24.000-Punkte-Marke und schloss 0,3 Prozent niedriger bei 24.018 | |
| Zählern. Das europäische Börsenbarometer EuroStoxx50(.STOXX50E) | |
| verlor ebenfalls 0,3 Prozent auf 5843 Punkte. "Die Märkte | |
| stecken derzeit in einer klassischen Hängepartie", beschrieb | |
| Timo Emden von Emden Research die Lage an den Finanzmärkten. | |
| "Während der Iran-Konflikt ungelöst und jederzeit | |
| eskalationsfähig ist, fehlt es gleichzeitig an klaren Signalen | |
| für eine nachhaltige Entspannung." | |
Am Rohölmarkt sorgten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) für Aufregung, die ihren Austritt aus dem Ölkartell Opec und Opec+ ankündigten. "Der Austritt der VAE markiert einen bedeutenden Wendepunkt für die Opec", sagte Jorge Leon, Analyst bei Rystad. Neben Saudi-Arabien seien die Emirate eines der wenigen Mitglieder mit nennenswerten freien Förderkapazitäten. "Wie sich das mittelfristig auf die Ölpreise auswirken wird, ist bislang zwar nicht abschätzbar, in jedem Falle stellt es eine Erosion des Erdölkartells dar", kommentierte Andreas Lipkow von CMC Markets den Schritt.
Die Ölpreise bauten nach der Ankündigung ihre Gewinne aus. Die Nordseesorte Brent(LCOc1) verteuerte sich um knapp drei Prozent auf 111,15 Dollar je Barrel. Der Preis für US-Leichtöl WTI(CLc1) stieg ähnlich stark auf 99,85 Dollar je Barrel. Ein Ende der Preissteigerungen ist nicht in Sicht: "Je länger der Konflikt anhält und die Blockade der Meerenge bestehen bleibt, desto gravierender dürfte die Auswirkung dieses Energieschocks auf die Weltwirtschaft ausfallen – und Raum für weitere Ölpreissteigerungen schaffen", erläuterte Ricardo Evangelista, Analyst bei ActivTrades.
Beim Reigen der in dieser Woche anstehenden Zinsentscheidungen machte die japanische Zentralbank den Anfang. Sie beließ zwar wie erwartet den Leitzins unverändert, schürte aber Spekulationen auf eine Zinserhöhung im Juni: Drei der neun Ratsmitglieder der Bank of Japan (BoJ) stimmten schon am Dienstag für eine Anhebung der Leitzinsen, was die zunehmende Sorge der Zentralbank über den Inflationsdruck infolge des Nahost-Konflikts widerspiegelt. Zugleich korrigierte die BoJ ihre Inflationsprognosen deutlich nach oben.
"Sie signalisiert, dass sie den Finger am Abzug hat, was die Möglichkeit von Zinsanhebungen anbelangt – Signale, die man auch von der Europäischen Zentralbank und der Federal Reserve hören könnte", teilte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank mit. Die US-Notenbank Fed entscheidet am Mittwoch, die EZB am Donnerstag über die Zinsen.
Auf Unternehmensseite setzten uneinheitliche Signale vom Obersten Gerichtshof der USA im Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat Bayer(BAYGn.DE) zu. Die Titel des Pharma- und Agrarkonzerns rutschten 4,6 Prozent ab. Der Supreme Court hatte sich bei einer Anhörung uneins in der Frage gezeigt, ob Bundesrecht die Klagen nach dem Recht einzelner Bundesstaaten ausschließt. Bayer argumentiert, dass die US-Umweltschutzbehörde EPA keine Krebswarnung für den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup verlange und entsprechende Klagen auf Ebene der Bundesstaaten damit ausgeschlossen seien.
Die Aktien von Salzgitter(SZGG.DE) fielen mehr als neun Prozent. Der niedersächsische Stahlkonzern will rund drei Millionen eigene Aktien veräußern, um den Streubesitz zu erhöhen. Das drückte den Kurs, auch wenn Firmenchef Gunnar Groebler erklärte, Salzgitter erweitere mit dem Schritt den finanziellen Spielraum für die strategische Weiterentwicklung. Maue Aussichten sorgten bei Qiagen(QIA.DE) für Enttäuschung. Die Titel des Diagnostikspezialisten büßten nach einer Prognosesenkung mehr als zehn Prozent ein und waren damit mit Abstand der schwächste Dax-Wert.
Dagegen profitierten europäische Öl- und Erdgaskonzerne vom erneuten Anstieg der Rohölpreise. Die Aktien von BP(BP.L), Shell(SHEL.L), Eni(ENI.MI), Repsol(REP.MC), Gaztransport(GTT.PA) und Equinor(EQNR.OL) verbuchten Kursgewinne.
(Bericht von Stefanie Geiger und Sabine Wollrab Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
28.04.26
16:33
Reuters
Am Rohölmarkt sorgten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) für Aufregung, die ihren Austritt aus dem Ölkartell Opec und Opec+ ankündigten. "Der Austritt der VAE markiert einen bedeutenden Wendepunkt für die Opec", sagte Jorge Leon, Analyst bei Rystad. Neben Saudi-Arabien seien die Emirate eines der wenigen Mitglieder mit nennenswerten freien Förderkapazitäten. "Wie sich das mittelfristig auf die Ölpreise auswirken wird, ist bislang zwar nicht abschätzbar, in jedem Falle stellt es eine Erosion des Erdölkartells dar", kommentierte Andreas Lipkow von CMC Markets den Schritt.
Die Ölpreise bauten nach der Ankündigung ihre Gewinne aus. Die Nordseesorte Brent(LCOc1) verteuerte sich um knapp drei Prozent auf 111,15 Dollar je Barrel. Der Preis für US-Leichtöl WTI(CLc1) stieg ähnlich stark auf 99,85 Dollar je Barrel. Ein Ende der Preissteigerungen ist nicht in Sicht: "Je länger der Konflikt anhält und die Blockade der Meerenge bestehen bleibt, desto gravierender dürfte die Auswirkung dieses Energieschocks auf die Weltwirtschaft ausfallen – und Raum für weitere Ölpreissteigerungen schaffen", erläuterte Ricardo Evangelista, Analyst bei ActivTrades.
Beim Reigen der in dieser Woche anstehenden Zinsentscheidungen machte die japanische Zentralbank den Anfang. Sie beließ zwar wie erwartet den Leitzins unverändert, schürte aber Spekulationen auf eine Zinserhöhung im Juni: Drei der neun Ratsmitglieder der Bank of Japan (BoJ) stimmten schon am Dienstag für eine Anhebung der Leitzinsen, was die zunehmende Sorge der Zentralbank über den Inflationsdruck infolge des Nahost-Konflikts widerspiegelt. Zugleich korrigierte die BoJ ihre Inflationsprognosen deutlich nach oben.
"Sie signalisiert, dass sie den Finger am Abzug hat, was die Möglichkeit von Zinsanhebungen anbelangt – Signale, die man auch von der Europäischen Zentralbank und der Federal Reserve hören könnte", teilte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank mit. Die US-Notenbank Fed entscheidet am Mittwoch, die EZB am Donnerstag über die Zinsen.
Auf Unternehmensseite setzten uneinheitliche Signale vom Obersten Gerichtshof der USA im Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat Bayer(BAYGn.DE) zu. Die Titel des Pharma- und Agrarkonzerns rutschten 4,6 Prozent ab. Der Supreme Court hatte sich bei einer Anhörung uneins in der Frage gezeigt, ob Bundesrecht die Klagen nach dem Recht einzelner Bundesstaaten ausschließt. Bayer argumentiert, dass die US-Umweltschutzbehörde EPA keine Krebswarnung für den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup verlange und entsprechende Klagen auf Ebene der Bundesstaaten damit ausgeschlossen seien.
Die Aktien von Salzgitter(SZGG.DE) fielen mehr als neun Prozent. Der niedersächsische Stahlkonzern will rund drei Millionen eigene Aktien veräußern, um den Streubesitz zu erhöhen. Das drückte den Kurs, auch wenn Firmenchef Gunnar Groebler erklärte, Salzgitter erweitere mit dem Schritt den finanziellen Spielraum für die strategische Weiterentwicklung. Maue Aussichten sorgten bei Qiagen(QIA.DE) für Enttäuschung. Die Titel des Diagnostikspezialisten büßten nach einer Prognosesenkung mehr als zehn Prozent ein und waren damit mit Abstand der schwächste Dax-Wert.
Dagegen profitierten europäische Öl- und Erdgaskonzerne vom erneuten Anstieg der Rohölpreise. Die Aktien von BP(BP.L), Shell(SHEL.L), Eni(ENI.MI), Repsol(REP.MC), Gaztransport(GTT.PA) und Equinor(EQNR.OL) verbuchten Kursgewinne.
(Bericht von Stefanie Geiger und Sabine Wollrab Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)