17.04.26
17:28
Reuters
| * | Meerenge von Hormus für Dauer von Libanon-Waffenruhe | ||
| auf | |||
| * | Nasdaq steuert längste Gewinnserie seit 1992 an | ||
| * | Ölpreis rutscht erstmals seit fünf Wochen unter 90 | ||
| Dollar | |||
| * | Wetten auf Zinssenkungen nehmen wieder zu - Dollar | ||
| fällt | |||
| * | Airline-Aktien steigen - Energiesektor unter Druck | ||
| (Neu: | aktualisierte Kurse, Fokus auf USA) | ||
| - | von Anika Ross | ||
| Frankfurt, 17. Apr (Reuters) - Aufatmen an den von | |||
| Kriegssorgen belasteten Börsen: Die Öffnung der Straße von | |||
| Hormus hat die Aktienmärkte am Freitag befeuert und die Ölpreise | |||
| auf Talfahrt geschickt. Die Nordseesorte Brent(LCoc1) und | |||
| US-Leichtöl WTI(CLc1) kosteten erstmals seit fünf Wochen wieder | |||
| weniger als 90 Dollar das Fass, was die Inflationssorgen | |||
| linderte. An den Geldmärkten sehen Anleger nun wieder mehr | |||
| Chancen für sinkende Zinsen. | |||
Der Iran gab die Meerenge für die restliche Dauer der Waffenruhe im Libanon wieder vollständig für die Handelsschifffahrt frei. "Die Route gilt als neuralgischer Punkt der Weltwirtschaft und sendet mit ihrer Öffnung ein starkes Signal der Stabilisierung. Die Nachricht wirkt wie ein Befreiungsschlag für die globalen Märkte", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte kletterte am Freitagmittag (Ortszeit) um 2,3 Prozent auf 49.685 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) stieg um 1,5 Prozent auf 7145 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) gewann 1,7 Prozent auf 24.513 Punkte. Beide Börsenbarometer markierten frische Allzeithochs. Der Nasdaq steuerte auf seinen dreizehnten Tag im Plus zu - so viele Tage aufwärts am Stück hatte der Index zuletzt im Januar 1992 geschafft. Die Aussicht auf weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran am Wochenende sowie ein zehntägiger Waffenstillstand zwischen dem Libanon und Israel nährten die Hoffnung der Anleger auf ein baldiges Ende des Krieges im Nahen Osten.
An den Rohstoffmärkten machte sich Erleichterung breit. Der Preis für das Nordseeöl Brent(LCOc1) verbilligte sich in der Spitze um 13,4 Prozent auf 86,09 Dollar das Fass. Der Preis für das US-Öl WTI(CLc1) sank um 14,9 Prozent auf 80,56 Dollar je Fass. Die iranische Blockade der Wasserstraße, durch die ein Fünftel der globalen Ölexporte transportiert wird, hatte die Ölpreise um bis zu 40 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Zeitweise kratzten die Preise an der 120-Dollar-Marke.
US-Präsident Donald Trump zufolge hat sich der Iran bereiterklärt, die Straße von Hormus dauerhaft offen zu halten. Kriegsschiffe dürfen die Meeresenge nach Angaben eines hochrangigen iranischen Militärvertreters nicht passieren. Es ist nach Ansicht von Experten fraglich, wie viele Handelsschiffe eine Passage aktuell wagen werden. "Die Betreiber von Schiffen sehen sich immer noch mit astronomischen Versicherungsprämien für Kriegsrisiken, potenziellen Minengefahren und der Ungewissheit über die Durchsetzung der Vorschriften konfrontiert", sagte Erik Bethel, Experte bei der auf den maritimen Sektor spezialisierten Investmentfirma Mare Liberum.
Die Entspannung am Ölmarkt linderte auch die Inflations- und Konjunktursorgen der Anleger. Die Erwartungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve bei ihrer Dezember-Sitzung den Zinssatz um mindestens 25 Basispunkte senken wird, kletterten laut dem FedWatch Tool der CME auf rund 50 Prozent von zuvor rund 30 Prozent. Der Dollar-Index(=USD), der den Kurs zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel im Zuge dessen auf den tiefsten Stand seit Ende Februar. Die Preise für Gold(XAU=), Silber(XAG=), Platin(XPT=) und Palladium(XPD=) legten um knapp zwei bis fast sechs Prozent zu. Niedrigere Zinssätze wichtiger Notenbanken kurbeln die Nachfrage nach zinslosen Anlagen wie Gold & Co an. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries(US10YT=RR) fiel am Freitag auf 4,230 von zuvor 4,309 Prozent.
Aktien aus dem Reise- und Touristiksektor gaben angesichts sinkender Energiepreise Vollgas: Bei den Fluggesellschaften stiegen die Papiere von American Airlines(AAL.O) und United Airlines(UAL.O) um je mehr als sieben Prozent. Aktien von Carnival(CCL.N), Norwegian Cruise(NCLH.N) und Royal Caribbean Cruises(RCL.N) stiegen jeweils um mehr als sechs Prozent.
Aktien von US-Energieunternehmen folgten hingegen dem Rückgang der Ölpreise. Die Anteilsscheine von Chevron(CVX.N) und Exxon Mobil(XOM.N) sackten um 3,7 und fünf Prozent ab. Für die Aktien von Netflix(NFLX.O) ging es um neun Prozent abwärts. Der Mitgründer und Verwaltungsratsvorsitzende des Streaming-Anbieters, Reed Hastings, will sich bei der Hauptversammlung im Juni nicht zur Wiederwahl stellen. "Dies war eine unerwartete Nachricht, und Hastings wird als die DNA des Unternehmens angesehen", sagte Kathleen Brooks, Analystin bei XTB.
(Bericht von Niket Nishant and Avinash P. Redigiert von Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
17.04.26
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Reuters
Der Iran gab die Meerenge für die restliche Dauer der Waffenruhe im Libanon wieder vollständig für die Handelsschifffahrt frei. "Die Route gilt als neuralgischer Punkt der Weltwirtschaft und sendet mit ihrer Öffnung ein starkes Signal der Stabilisierung. Die Nachricht wirkt wie ein Befreiungsschlag für die globalen Märkte", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte kletterte am Freitagmittag (Ortszeit) um 2,3 Prozent auf 49.685 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) stieg um 1,5 Prozent auf 7145 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) gewann 1,7 Prozent auf 24.513 Punkte. Beide Börsenbarometer markierten frische Allzeithochs. Der Nasdaq steuerte auf seinen dreizehnten Tag im Plus zu - so viele Tage aufwärts am Stück hatte der Index zuletzt im Januar 1992 geschafft. Die Aussicht auf weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran am Wochenende sowie ein zehntägiger Waffenstillstand zwischen dem Libanon und Israel nährten die Hoffnung der Anleger auf ein baldiges Ende des Krieges im Nahen Osten.
An den Rohstoffmärkten machte sich Erleichterung breit. Der Preis für das Nordseeöl Brent(LCOc1) verbilligte sich in der Spitze um 13,4 Prozent auf 86,09 Dollar das Fass. Der Preis für das US-Öl WTI(CLc1) sank um 14,9 Prozent auf 80,56 Dollar je Fass. Die iranische Blockade der Wasserstraße, durch die ein Fünftel der globalen Ölexporte transportiert wird, hatte die Ölpreise um bis zu 40 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Zeitweise kratzten die Preise an der 120-Dollar-Marke.
US-Präsident Donald Trump zufolge hat sich der Iran bereiterklärt, die Straße von Hormus dauerhaft offen zu halten. Kriegsschiffe dürfen die Meeresenge nach Angaben eines hochrangigen iranischen Militärvertreters nicht passieren. Es ist nach Ansicht von Experten fraglich, wie viele Handelsschiffe eine Passage aktuell wagen werden. "Die Betreiber von Schiffen sehen sich immer noch mit astronomischen Versicherungsprämien für Kriegsrisiken, potenziellen Minengefahren und der Ungewissheit über die Durchsetzung der Vorschriften konfrontiert", sagte Erik Bethel, Experte bei der auf den maritimen Sektor spezialisierten Investmentfirma Mare Liberum.
Die Entspannung am Ölmarkt linderte auch die Inflations- und Konjunktursorgen der Anleger. Die Erwartungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve bei ihrer Dezember-Sitzung den Zinssatz um mindestens 25 Basispunkte senken wird, kletterten laut dem FedWatch Tool der CME auf rund 50 Prozent von zuvor rund 30 Prozent. Der Dollar-Index(=USD), der den Kurs zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel im Zuge dessen auf den tiefsten Stand seit Ende Februar. Die Preise für Gold(XAU=), Silber(XAG=), Platin(XPT=) und Palladium(XPD=) legten um knapp zwei bis fast sechs Prozent zu. Niedrigere Zinssätze wichtiger Notenbanken kurbeln die Nachfrage nach zinslosen Anlagen wie Gold & Co an. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries(US10YT=RR) fiel am Freitag auf 4,230 von zuvor 4,309 Prozent.
Aktien aus dem Reise- und Touristiksektor gaben angesichts sinkender Energiepreise Vollgas: Bei den Fluggesellschaften stiegen die Papiere von American Airlines(AAL.O) und United Airlines(UAL.O) um je mehr als sieben Prozent. Aktien von Carnival(CCL.N), Norwegian Cruise(NCLH.N) und Royal Caribbean Cruises(RCL.N) stiegen jeweils um mehr als sechs Prozent.
Aktien von US-Energieunternehmen folgten hingegen dem Rückgang der Ölpreise. Die Anteilsscheine von Chevron(CVX.N) und Exxon Mobil(XOM.N) sackten um 3,7 und fünf Prozent ab. Für die Aktien von Netflix(NFLX.O) ging es um neun Prozent abwärts. Der Mitgründer und Verwaltungsratsvorsitzende des Streaming-Anbieters, Reed Hastings, will sich bei der Hauptversammlung im Juni nicht zur Wiederwahl stellen. "Dies war eine unerwartete Nachricht, und Hastings wird als die DNA des Unternehmens angesehen", sagte Kathleen Brooks, Analystin bei XTB.
(Bericht von Niket Nishant and Avinash P. Redigiert von Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: