17.04.26
16:22
Reuters
| * | Meerenge von Hormus für Dauer von Libanon-Waffenruhe | ||
| auf | |||
| * | Dax steigt um 2,3 Prozent | ||
| * | Ölpreis rutscht erstmals seit fünf Wochen unter 90 | ||
| Dollar | |||
| * | Wetten auf Zinssenkungen nehmen wieder zu - Dollar | ||
| fällt | |||
| * | Airline-Aktien steigen - Energiesektor unter Druck | ||
| (Neu: | Schlusskurse) | ||
| - | von Anika Ross | ||
| Frankfurt, 17. Apr (Reuters) - Aufatmen an den von | |||
| Kriegssorgen belasteten Börsen: Die Öffnung der Straße von | |||
| Hormus hat die Aktienmärkte am Freitag befeuert und die Ölpreise | |||
| auf Talfahrt geschickt. Die Nordseesorte Brent(LCoc1) und | |||
| US-Leichtöl WTI(CLc1) kosteten erstmals seit fünf Wochen wieder | |||
| weniger als 90 Dollar das Fass, was die Inflationssorgen | |||
| linderte. An den Geldmärkten sehen Anleger nun wieder mehr | |||
| Chancen für sinkende Zinsen. | |||
Der Iran gab die Meerenge für die restliche Dauer der Waffenruhe im Libanon wieder vollständig für die Handelsschifffahrt frei. Der Dax(.GDAXI) sprang um 2,3 Prozent nach oben auf 24.702 Zähler. Auf Wochensicht hat der deutsche Leitindex knapp vier Prozent zugelegt. "Die Route gilt als neuralgischer Punkt der Weltwirtschaft und sendet mit ihrer Öffnung ein starkes Signal der Stabilisierung. Die Nachricht wirkt wie ein Befreiungsschlag für die globalen Märkte", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Die Aussicht auf weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran am Wochenende sowie ein zehntägiger Waffenstillstand zwischen dem Libanon und Israel nährten die Hoffnung der Anleger auf ein baldiges Ende des Krieges im Nahen Osten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann rund zwei Prozent, ähnlich stark aufwärts ging es auch an den US-Börsen. Der Nasdaq-Index(.IXIC) steuerte auf seinen dreizehnten Tag im Plus zu - so viele Tage aufwärts am Stück hatte die US-Technologiebörse zuletzt im Januar 1992 geschafft.
An den von Versorgungsängsten geplagten Rohstoffmärkten machte sich Erleichterung breit. Der Preis für das Nordseeöl Brent(LCOc1) verbilligte sich in der Spitze um 13,4 Prozent auf 86,09 Dollar das Fass. Der Preis für das US-Öl WTI(CLc1) sank um 14,9 Prozent auf 80,56 Dollar je Fass. Die iranische Blockade der Wasserstraße, durch die ein Fünftel der globalen Ölexporte transportiert wird, hatte die Ölpreise um bis zu 40 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Zeitweise kratzten die Preise an der 120-Dollar-Marke.
US-Präsident Donald Trump zufolge hat sich der Iran bereiterklärt, die Straße von Hormus dauerhaft offen zu halten. "Die Frage ist jedoch, ob Schiffe es wirklich wagen werden, die Meerenge zu passieren, selbst wenn der Iran behauptet, sie zu öffnen", sagte Ökonom Carsten Brzeski von ING. "Versicherer und Reeder könnten weiterhin zögern, Schiffe durch die Meerenge zu schicken, was bedeutet, dass der Schiffsverkehr durch die Meerenge – selbst wenn sie theoretisch offen ist – nur sehr langsam wieder anlaufen wird." Kriegsschiffe dürfen die Meeresenge nach Angaben eines hochrangigen iranischen Militärvertreters nicht passieren.
Die Entspannung am Ölmarkt linderte auch die Inflations- und Konjunktursorgen der Anleger. Die Erwartungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve bei ihrer Dezember-Sitzung den Zinssatz um mindestens 25 Basispunkte senken wird, kletterten laut dem FedWatch Tool der CME auf 44,9 Prozent von zuvor 29,5 Prozent. Der Dollar-Index(=USD), der den Kurs zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel im Zuge dessen um bis 0,6 Prozent auf 97,632 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit dem 27. Februar. Im Gegenzug stieg der Euro(EUR=) um 0,6 Prozent auf 1,1848 Dollar. Die Preise für Gold(XAU=), Silber(XAG=), Platin(XPT=) und Palladium(XPD=) legten um knapp zwei bis fast sechs Prozent zu. Niedrigere Zinssätze wichtiger Notenbanken kurbeln die Nachfrage nach zinslosen Anlagen wie Gold & Co an.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der EZB-Sitzung in diesem Monat wurde an den Terminmärkten auf acht Prozent geschätzt, nach zuvor 15 Prozent. "Sollte der Waffenstillstand halten und die Wiedereröffnung als dauerhaft angesehen werden, könnten die Märkte die Zinserhöhungen der EZB auch gänzlich ausblenden", sagte Massimiliano Maxia, Spezialist für festverzinsliche Wertpapiere bei Allianz Global Investors. Die Rendite der besonders zinsabhängigen zweijährigen Bundesanleihe(DE2YT=RR) fiel am Freitag um 8,5 Basispunkte auf 2,444 Prozent.
Aktien aus dem Reise- und Touristiksektor gaben angesichts sinkender Energiepreise Vollgas: Bei den europäischen Fluggesellschaften stiegen die Papiere der Deutschen Lufthansa(LHA.DE), Easyjet(EZJ.L), der British-Airways-Mutter IAG(ICAG.L), Wizz Air(WIZZ.L) und Air France-KLM(AIRF.PA) zwischen sechs und 7,5 Prozent.
Ebenfalls stark gefragt waren Aktien von Luxusanbietern wie LVMH(LVMH.PA) und Kering(PRTP.PA): Der europäische Sektorindex(.STXLUXP) zog um 4,3 Prozent an. Öl- und Gasaktien gerieten hingegen unter die Räder. Das Branchenbarometer(.SXEP) fiel um 4,2 Prozent auf den niedrigsten Stand seit März 2023. Aktien von BP(BP.L) rauschten mehr als sieben Prozent abwärts und verloren zeitweise so viel wie seit März 2020 nicht mehr.
(redigiert von Kerstin Dörr Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
17.04.26
16:22
Reuters
Der Iran gab die Meerenge für die restliche Dauer der Waffenruhe im Libanon wieder vollständig für die Handelsschifffahrt frei. Der Dax(.GDAXI) sprang um 2,3 Prozent nach oben auf 24.702 Zähler. Auf Wochensicht hat der deutsche Leitindex knapp vier Prozent zugelegt. "Die Route gilt als neuralgischer Punkt der Weltwirtschaft und sendet mit ihrer Öffnung ein starkes Signal der Stabilisierung. Die Nachricht wirkt wie ein Befreiungsschlag für die globalen Märkte", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Die Aussicht auf weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran am Wochenende sowie ein zehntägiger Waffenstillstand zwischen dem Libanon und Israel nährten die Hoffnung der Anleger auf ein baldiges Ende des Krieges im Nahen Osten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann rund zwei Prozent, ähnlich stark aufwärts ging es auch an den US-Börsen. Der Nasdaq-Index(.IXIC) steuerte auf seinen dreizehnten Tag im Plus zu - so viele Tage aufwärts am Stück hatte die US-Technologiebörse zuletzt im Januar 1992 geschafft.
ÖLPREISE ERSTMALS SEIT FÜNF WOCHEN UNTER 90-DOLLAR-MARKE
An den von Versorgungsängsten geplagten Rohstoffmärkten machte sich Erleichterung breit. Der Preis für das Nordseeöl Brent(LCOc1) verbilligte sich in der Spitze um 13,4 Prozent auf 86,09 Dollar das Fass. Der Preis für das US-Öl WTI(CLc1) sank um 14,9 Prozent auf 80,56 Dollar je Fass. Die iranische Blockade der Wasserstraße, durch die ein Fünftel der globalen Ölexporte transportiert wird, hatte die Ölpreise um bis zu 40 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Zeitweise kratzten die Preise an der 120-Dollar-Marke.
US-Präsident Donald Trump zufolge hat sich der Iran bereiterklärt, die Straße von Hormus dauerhaft offen zu halten. "Die Frage ist jedoch, ob Schiffe es wirklich wagen werden, die Meerenge zu passieren, selbst wenn der Iran behauptet, sie zu öffnen", sagte Ökonom Carsten Brzeski von ING. "Versicherer und Reeder könnten weiterhin zögern, Schiffe durch die Meerenge zu schicken, was bedeutet, dass der Schiffsverkehr durch die Meerenge – selbst wenn sie theoretisch offen ist – nur sehr langsam wieder anlaufen wird." Kriegsschiffe dürfen die Meeresenge nach Angaben eines hochrangigen iranischen Militärvertreters nicht passieren.
WIEDERERÖFFNUNG BELEBT HOFFNUNG AUF ZINSSENKUNGEN
Die Entspannung am Ölmarkt linderte auch die Inflations- und Konjunktursorgen der Anleger. Die Erwartungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve bei ihrer Dezember-Sitzung den Zinssatz um mindestens 25 Basispunkte senken wird, kletterten laut dem FedWatch Tool der CME auf 44,9 Prozent von zuvor 29,5 Prozent. Der Dollar-Index(=USD), der den Kurs zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel im Zuge dessen um bis 0,6 Prozent auf 97,632 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit dem 27. Februar. Im Gegenzug stieg der Euro(EUR=) um 0,6 Prozent auf 1,1848 Dollar. Die Preise für Gold(XAU=), Silber(XAG=), Platin(XPT=) und Palladium(XPD=) legten um knapp zwei bis fast sechs Prozent zu. Niedrigere Zinssätze wichtiger Notenbanken kurbeln die Nachfrage nach zinslosen Anlagen wie Gold & Co an.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der EZB-Sitzung in diesem Monat wurde an den Terminmärkten auf acht Prozent geschätzt, nach zuvor 15 Prozent. "Sollte der Waffenstillstand halten und die Wiedereröffnung als dauerhaft angesehen werden, könnten die Märkte die Zinserhöhungen der EZB auch gänzlich ausblenden", sagte Massimiliano Maxia, Spezialist für festverzinsliche Wertpapiere bei Allianz Global Investors. Die Rendite der besonders zinsabhängigen zweijährigen Bundesanleihe(DE2YT=RR) fiel am Freitag um 8,5 Basispunkte auf 2,444 Prozent.
AUFATMEN BEI AIRLINES UND LUXUSMARKEN - ENERGIESEKTOR FÄLLT
Aktien aus dem Reise- und Touristiksektor gaben angesichts sinkender Energiepreise Vollgas: Bei den europäischen Fluggesellschaften stiegen die Papiere der Deutschen Lufthansa(LHA.DE), Easyjet(EZJ.L), der British-Airways-Mutter IAG(ICAG.L), Wizz Air(WIZZ.L) und Air France-KLM(AIRF.PA) zwischen sechs und 7,5 Prozent.
Ebenfalls stark gefragt waren Aktien von Luxusanbietern wie LVMH(LVMH.PA) und Kering(PRTP.PA): Der europäische Sektorindex(.STXLUXP) zog um 4,3 Prozent an. Öl- und Gasaktien gerieten hingegen unter die Räder. Das Branchenbarometer(.SXEP) fiel um 4,2 Prozent auf den niedrigsten Stand seit März 2023. Aktien von BP(BP.L) rauschten mehr als sieben Prozent abwärts und verloren zeitweise so viel wie seit März 2020 nicht mehr.
(redigiert von Kerstin Dörr Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: