17.04.26
13:59
Reuters
| * | Geschäftszahlen als Test für hohe Aktienkurse | ||
| * | SAP eröffnet deutsche Berichtssaison - US-Bilanzflut | ||
| geht weiter | |||
| * | Einkaufsmanagerindizes und Ifo-Index dürften deutlich | ||
| sinken | |||
| Frankfurt, 17. Apr (Reuters) - Auch in der neuen | |||
| Handelswoche bleibt der Iran-Krieg im Fokus der Anleger. Bereits | |||
| vor der Wiedereröffnung der für Öltransporte wichtigen Straße | |||
| von Hormus erreichten Börsenindizes an der Wall Street und in | |||
| Japan in den vergangenen Tagen Allzeithochs. "Reichen bereits | |||
| die Andeutungen weiterer Friedensverhandlungen zwischen den | |||
| Konfliktparteien zur Erklärung dieser Kurssprünge, oder steckt | |||
| mehr dahinter?", fragt sich Sascha Rehbein, Portfoliomanager bei | |||
| der Weberbank. Israel und der Libanon hatten am Donnerstag einer | |||
| zehntägigen Waffenruhe zugestimmt. Damit ist ein Haupthindernis | |||
| für ein umfassenderes Friedensabkommen im Nahen Osten beseitigt. | |||
| Daraufhin gab der Iran die Straße von Hormus für die Dauer der | |||
| Waffenruhe im Libanon wieder vollständig für die | |||
| Handelsschifffahrt frei. Zudem könnten sich die | |||
| Verhandlungsdelegationen der USA und des Iran laut US-Präsident | |||
| Donald Trump schon dieses Wochenende wieder treffen. | |||
Rehbein führt die steigenden Aktienkurse zudem unter anderem auf US-Innovationen im KI-Sektor und positive Überraschungen zum Auftakt der neuen Bilanzsaison zurück. Auch im Dax(.GDAXI) ging es in der vergangenen Woche nach oben: Am Freitagnachmittag lag er mit 24.275 Punkten fast vier Prozent über dem Vorwochenschluss. Für weitere Gewinne braucht es jedoch laut Experten konkrete Belege dafür, dass der Frieden im Nahen Osten von Dauer sein wird. Die Hoffnung auf ein Ende des Kriegs und die Wiederöffnung der Straße von Hormus drückten die Ölpreise(LCOc1)(CLc1) auf Wochensicht um rund 13,5 und 7,5 Prozent nach unten. Im März hatten die Preise um rund 25 und 40 Prozent zugelegt.
Ben Laidler, Chefstratege bei Bradesco BBI, zeigt sich jedoch optimistisch. "Anleger sind vorausschauend. Die relativen Bewertungen sehen gut aus, die Unternehmensgewinne sind nach wie vor sehr stark, und geopolitische Ereignisse haben sich in der Vergangenheit fast immer als Kaufgelegenheit erwiesen." Für eine Fortsetzung der Rally bräuchte es jedoch eine Bestätigung der jüngsten Kursgewinne - nicht nur durch eine Deeskalation im Iran, sondern auch durch starke Bilanzen für das erste Quartal.
Anleger blicken daher gespannt auf die anlaufende heiße Phase der deutschen Bilanzsaison. Den Auftakt machen am Donnerstag die Finanzberichte der Dax-Konzerne SAP(SAPG.DE) und Beiersdorf(BEIG.DE). In den USA steht nach den Bilanzen der größten Banken eine Reihe von Finanzberichten weiterer wichtiger Konzerne an. Ihre Ergebnisse präsentieren unter anderem Boeing(BA.N), Tesla(TSLA.O), Intel(INTC.O) und Procter & Gamble(PG.N).
Im Fokus der neuen Woche steht auf der Konjunkturseite die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes im Euroraum und in den USA am Donnerstag. Diese dürften im April "in den Bereich abrutschen, der in der Vergangenheit mit einer Kontraktion der Wirtschaft einherging, denn die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Iran-Kriegs und einen baldigen Rückgang der Energiepreise hat sich nicht erfüllt", sagt Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer. Deshalb dürfte auch der am Freitag anstehende Ifo-Index für April erneut deutlich sinken.
Anleger achten zudem auf Daten zu den deutschen Erzeugerpreisen für März, die am Montag veröffentlicht werden. Am Dienstag legt das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Umfrage zur Konjunktureinschätzung der Investoren im April vor. Ebenfalls am Dienstag stehen die Zahlen zu den US-Einzelhandelsumsätzen im März an. Zur Wochenmitte warten Börsianer auf Daten zum Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone im April.
(redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
17.04.26
13:59
Reuters
Frankfurt, 17. Apr (Reuters) - Auch in der neuen Handelswoche bleibt der Iran-Krieg im Fokus der Anleger. Bereits vor der Wiedereröffnung der für Öltransporte wichtigen Straße von Hormus erreichten Börsenindizes an der Wall Street und in Japan in den vergangenen Tagen Allzeithochs. "Reichen bereits die Andeutungen weiterer Friedensverhandlungen zwischen den Konfliktparteien zur Erklärung dieser Kurssprünge, oder steckt mehr dahinter?", fragt sich Sascha Rehbein, Portfoliomanager bei der Weberbank. Israel und der Libanon hatten am Donnerstag einer zehntägigen Waffenruhe zugestimmt. Damit ist ein Haupthindernis für ein umfassenderes Friedensabkommen im Nahen Osten beseitigt. Daraufhin gab der Iran die Straße von Hormus für die Dauer der Waffenruhe im Libanon wieder vollständig für die Handelsschifffahrt frei. Zudem könnten sich die Verhandlungsdelegationen der USA und des Iran laut US-Präsident Donald Trump schon dieses Wochenende wieder treffen.
Rehbein führt die steigenden Aktienkurse zudem unter anderem auf US-Innovationen im KI-Sektor und positive Überraschungen zum Auftakt der neuen Bilanzsaison zurück. Auch im Dax(.GDAXI) ging es in der vergangenen Woche nach oben: Am Freitagnachmittag lag er mit 24.275 Punkten fast vier Prozent über dem Vorwochenschluss. Für weitere Gewinne braucht es jedoch laut Experten konkrete Belege dafür, dass der Frieden im Nahen Osten von Dauer sein wird. Die Hoffnung auf ein Ende des Kriegs und die Wiederöffnung der Straße von Hormus drückten die Ölpreise(LCOc1)(CLc1) auf Wochensicht um rund 13,5 und 7,5 Prozent nach unten. Im März hatten die Preise um rund 25 und 40 Prozent zugelegt.
Ben Laidler, Chefstratege bei Bradesco BBI, zeigt sich jedoch optimistisch. "Anleger sind vorausschauend. Die relativen Bewertungen sehen gut aus, die Unternehmensgewinne sind nach wie vor sehr stark, und geopolitische Ereignisse haben sich in der Vergangenheit fast immer als Kaufgelegenheit erwiesen." Für eine Fortsetzung der Rally bräuchte es jedoch eine Bestätigung der jüngsten Kursgewinne - nicht nur durch eine Deeskalation im Iran, sondern auch durch starke Bilanzen für das erste Quartal.
Anleger blicken daher gespannt auf die anlaufende heiße Phase der deutschen Bilanzsaison. Den Auftakt machen am Donnerstag die Finanzberichte der Dax-Konzerne SAP(SAPG.DE) und Beiersdorf(BEIG.DE). In den USA steht nach den Bilanzen der größten Banken eine Reihe von Finanzberichten weiterer wichtiger Konzerne an. Ihre Ergebnisse präsentieren unter anderem Boeing(BA.N), Tesla(TSLA.O), Intel(INTC.O) und Procter & Gamble(PG.N).
Im Fokus der neuen Woche steht auf der Konjunkturseite die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes im Euroraum und in den USA am Donnerstag. Diese dürften im April "in den Bereich abrutschen, der in der Vergangenheit mit einer Kontraktion der Wirtschaft einherging, denn die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Iran-Kriegs und einen baldigen Rückgang der Energiepreise hat sich nicht erfüllt", sagt Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer. Deshalb dürfte auch der am Freitag anstehende Ifo-Index für April erneut deutlich sinken.
Anleger achten zudem auf Daten zu den deutschen Erzeugerpreisen für März, die am Montag veröffentlicht werden. Am Dienstag legt das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Umfrage zur Konjunktureinschätzung der Investoren im April vor. Ebenfalls am Dienstag stehen die Zahlen zu den US-Einzelhandelsumsätzen im März an. Zur Wochenmitte warten Börsianer auf Daten zum Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone im April.
(redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)