17.04.26
11:10
Reuters
| * | Leitindex zieht an - Ölpreis gibt nach | |
| * | US-Präsident Trump zeigt sich zuversichtlich | |
| * | Alstom-Aktien brechen ein | |
(Neu: Europäische Börsen, Zitate, Einzelwerte, Ölpreis, Devisen)
| Frankfurt, 17. Apr (Reuters) - Die Friedenshoffnungen im |
| Iran-Krieg haben dem Dax(.GDAXI) zum Wochenschluss etwas |
| Auftrieb verliehen. Der deutsche Leitindex rückte um 0,7 Prozent |
| auf 24.325 Zähler vor, der EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann 0,5 |
| Prozent. Große Sprünge nach oben erwarteten Experten vorerst |
| aber nicht. "Die Situation im Nahen Osten bleibt weiterhin |
| fragil", sagte Andreas Lipkow von CMC Markets. "Auch wenn es |
| jetzt auf diplomatischem Wege zu einigen Vereinbarungen kommt, |
| sind wir noch ganz weit von einem Frieden entfernt." Auf |
| Wochensicht hat der Dax mehr als zwei Prozent zugelegt. |
US-Präsident Donald Trump äußerte sich zuletzt zuversichtlich, dass der Krieg mit dem Iran bald beendet werden könnte. Israel und der Libanon hatten am Donnerstag einer zehntägigen Waffenruhe zugestimmt. Damit könnte ein Haupthindernis für ein umfassenderes Friedensabkommen im Nahen Osten beseitigt werden. Laut Trump ist ein erneutes Treffen der Verhandlungsdelegationen der USA und des Iran möglicherweise schon dieses Wochenende möglich.
Am Ölmarkt machte sich angesichts der jüngsten Entwicklungen Erleichterung breit. Die Preise für das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verbilligten sich in der Spitze um 3,8 beziehungsweise 4,7 Prozent auf 95,57 und 90,26 Dollar je Fass. Die iranische Blockade der Wasserstraße von Hormus, durch die ein Fünftel der globalen Ölexporte transportiert wird, hat die Notierungen für Brent und WTI seit Beginn des Krieges Ende Februar rasant in die Höhe schnellen lassen. Zeitweise kratzten die Preise an der 120-Dollar-Marke. Die gestiegenen Energiepreise schürten zuletzt Inflations- und Konjunktursorgen. Laut Frank Sohlleder von ActivTrades lechzen die Investoren nach nur einer erlösenden Nachricht: der sofortigen Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Wann dies der Fall sein könnte, ist jedoch völlig unklar. Noch fehlten konkrete Beweise dafür, dass sich die Friedenshoffnungen auch tatsächlich bewahrheiteten, sagte Nick Twidale, Chefmarktstratege bei ATFX Global.
Am Devisenmarkt setzte der Euro(EUR=) seinen jüngsten Erholungskurs fort und notierte bei knapp 1,18 Dollar. Die Gemeinschaftswährung legte in den vergangenen zwei Wochen um fast zweieinhalb Prozent zu. Der zunehmende Inflationsdruck angesichts der höheren Energiepreise und die damit verbundenen Zinsspekulationen machten den Euro wieder begehrter, hieß es in einem Kommentar der LBBW. An den Terminmärkten werden bereits zwei EZB-Leitzinserhöhungen zu jeweils 25 Basispunkten bis zum Jahresende eingepreist, während die US-Notenbank Fed lediglich eine Pause in ihrem Kurs weiterer Zinssenkungen einlegen dürfte. Der Dollar-Index(.DXY) gab am Freitag leicht nach.
Auf der Unternehmensseite gehörten die Titel von SAP(SAPG.DE) und der Deutschen Börse(DB1Gn.DE) mit einem Plus von 3,7 und 2,5 Prozent zu den größten Gewinnern. Im MDax(.MDAXI) machte Delivery Hero(DHER.DE) von sich Reden. Der US-Fahrdienst Uber(UBER.N) erhöht seine Beteiligung an dem Essenslieferanten auf rund sieben Prozent. Die Aktien von Delivery stiegen um bis zu 6,4 Prozent.
Im SDax(.SDAXI) sorgten Gerresheimer(GXIG.DE) für Gesprächsstoff. Insidern zufolge hat der angeschlagene Verpackungskonzern den Übernahme-Vorstoß des US-Rivalen Silgan(SLGN.N) zurückgewiesen. Die Gerresheimer-Aktie ging daraufhin kurzzeitig um fünf Prozent in die Knie, erholte sich aber schnell wieder. Die Gerresheimer-Aktie ist seit Monaten unter Druck, weil das Unternehmen mit Problemen in der Rechnungslegung kämpft.
An der Pariser Börse erlebten die Papiere des Siemens(SIEGn.DE)-Konkurrenten Alstom(ALSO.PA) einen rabenschwarzen Tag. Die Aktien brachen um ein Drittel ein. Der französische Zughersteller hatte am Donnerstagabend sein Ziel für den kumulierten freien Barmittelzufluss (Free Cash Flow) von 1,5 Milliarden Euro bis Ende des Geschäftsjahres 2026/27 kassiert. Zudem senkte der Konzern das Ziel für die bereinigte operative Rendite (Ebit) bis Ende 2026/27 auf 6,5 Prozent von zuvor acht bis zehn Prozent. Der vorläufige Ausblick sei noch pessimistischer ausgefallen als erwartet, kommentierten die Experten der Citigroup.
(Bericht von: Daniela Pegna. Mitarbeit: Sanne Schimanski, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
17.04.26
11:10
Reuters
Frankfurt, 17. Apr (Reuters) - Die Friedenshoffnungen im Iran-Krieg haben dem Dax(.GDAXI) zum Wochenschluss etwas Auftrieb verliehen. Der deutsche Leitindex rückte um 0,7 Prozent auf 24.325 Zähler vor, der EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann 0,5 Prozent. Große Sprünge nach oben erwarteten Experten vorerst aber nicht. "Die Situation im Nahen Osten bleibt weiterhin fragil", sagte Andreas Lipkow von CMC Markets. "Auch wenn es jetzt auf diplomatischem Wege zu einigen Vereinbarungen kommt, sind wir noch ganz weit von einem Frieden entfernt." Auf Wochensicht hat der Dax mehr als zwei Prozent zugelegt.
US-Präsident Donald Trump äußerte sich zuletzt zuversichtlich, dass der Krieg mit dem Iran bald beendet werden könnte. Israel und der Libanon hatten am Donnerstag einer zehntägigen Waffenruhe zugestimmt. Damit könnte ein Haupthindernis für ein umfassenderes Friedensabkommen im Nahen Osten beseitigt werden. Laut Trump ist ein erneutes Treffen der Verhandlungsdelegationen der USA und des Iran möglicherweise schon dieses Wochenende möglich.
Am Ölmarkt machte sich angesichts der jüngsten Entwicklungen Erleichterung breit. Die Preise für das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verbilligten sich in der Spitze um 3,8 beziehungsweise 4,7 Prozent auf 95,57 und 90,26 Dollar je Fass. Die iranische Blockade der Wasserstraße von Hormus, durch die ein Fünftel der globalen Ölexporte transportiert wird, hat die Notierungen für Brent und WTI seit Beginn des Krieges Ende Februar rasant in die Höhe schnellen lassen. Zeitweise kratzten die Preise an der 120-Dollar-Marke. Die gestiegenen Energiepreise schürten zuletzt Inflations- und Konjunktursorgen. Laut Frank Sohlleder von ActivTrades lechzen die Investoren nach nur einer erlösenden Nachricht: der sofortigen Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Wann dies der Fall sein könnte, ist jedoch völlig unklar. Noch fehlten konkrete Beweise dafür, dass sich die Friedenshoffnungen auch tatsächlich bewahrheiteten, sagte Nick Twidale, Chefmarktstratege bei ATFX Global.
Am Devisenmarkt setzte der Euro(EUR=) seinen jüngsten Erholungskurs fort und notierte bei knapp 1,18 Dollar. Die Gemeinschaftswährung legte in den vergangenen zwei Wochen um fast zweieinhalb Prozent zu. Der zunehmende Inflationsdruck angesichts der höheren Energiepreise und die damit verbundenen Zinsspekulationen machten den Euro wieder begehrter, hieß es in einem Kommentar der LBBW. An den Terminmärkten werden bereits zwei EZB-Leitzinserhöhungen zu jeweils 25 Basispunkten bis zum Jahresende eingepreist, während die US-Notenbank Fed lediglich eine Pause in ihrem Kurs weiterer Zinssenkungen einlegen dürfte. Der Dollar-Index(.DXY) gab am Freitag leicht nach.
Auf der Unternehmensseite gehörten die Titel von SAP(SAPG.DE) und der Deutschen Börse(DB1Gn.DE) mit einem Plus von 3,7 und 2,5 Prozent zu den größten Gewinnern. Im MDax(.MDAXI) machte Delivery Hero(DHER.DE) von sich Reden. Der US-Fahrdienst Uber(UBER.N) erhöht seine Beteiligung an dem Essenslieferanten auf rund sieben Prozent. Die Aktien von Delivery stiegen um bis zu 6,4 Prozent.
Im SDax(.SDAXI) sorgten Gerresheimer(GXIG.DE) für Gesprächsstoff. Insidern zufolge hat der angeschlagene Verpackungskonzern den Übernahme-Vorstoß des US-Rivalen Silgan(SLGN.N) zurückgewiesen. Die Gerresheimer-Aktie ging daraufhin kurzzeitig um fünf Prozent in die Knie, erholte sich aber schnell wieder. Die Gerresheimer-Aktie ist seit Monaten unter Druck, weil das Unternehmen mit Problemen in der Rechnungslegung kämpft.
An der Pariser Börse erlebten die Papiere des Siemens(SIEGn.DE)-Konkurrenten Alstom(ALSO.PA) einen rabenschwarzen Tag. Die Aktien brachen um ein Drittel ein. Der französische Zughersteller hatte am Donnerstagabend sein Ziel für den kumulierten freien Barmittelzufluss (Free Cash Flow) von 1,5 Milliarden Euro bis Ende des Geschäftsjahres 2026/27 kassiert. Zudem senkte der Konzern das Ziel für die bereinigte operative Rendite (Ebit) bis Ende 2026/27 auf 6,5 Prozent von zuvor acht bis zehn Prozent. Der vorläufige Ausblick sei noch pessimistischer ausgefallen als erwartet, kommentierten die Experten der Citigroup.
(Bericht von: Daniela Pegna. Mitarbeit: Sanne Schimanski, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: