09.04.26
09:51
Reuters
| * Dax rutscht unter 24.000 Punkte - Anleger ernüchtert | |
| * | Ölpreise steigen wieder |
| * | US-Preisdaten im Blick |
| * | Lufthansa vor Streiktag unter Druck |
| (Neu: Europäische Börsen, Sektoren, Ölpreise) | |
| Frankfurt, 09. Apr (Reuters) - Nach dem Freudenrausch | |
| ist am deutschen Aktienmarkt Ernüchterung eingekehrt: Der | |
| Dax(.GDAXI) verlor am Donnerstag 1,2 Prozent auf 23.786 Punkte. | |
| Beflügelt von der angekündigten zweiwöchigen Waffenruhe im | |
| Iran-Krieg hatte der deutsche Leitindex am Mittwoch 5,1 Prozent | |
| zugelegt und die psychologisch wichtige Marke von 24.000 Punkten | |
| geknackt. Israelische Angriffe auf den Libanon weckten jedoch | |
| schnell Zweifel an der Tragfähigkeit der Feuerpause und trieben | |
| die Ölpreise wieder nach oben. US-Präsident Donald Trump will | |
| die amerikanischen Truppen bis zum Abschluss eines | |
| Friedensabkommens mit dem Iran im Nahen Osten belassen und hat | |
| im Falle eines Scheiterns mit einer massiven militärischen | |
| Eskalation gedroht. "Die Anleger müssen vorerst damit leben, | |
| dass der Krieg das marktbestimmende Thema bleiben wird", sagte | |
| Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. Auch an den | |
| übrigen europäischen Börsen ging es abwärts: Der | |
| EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor ein Prozent auf 5854 Zähler. | |
Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee(LCOc1) und US-Öl WTI(Clc1) um je 3,8 Prozent auf 98,38 und 97,98 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Öl WTI(Clc1) notierte Prozent fester bei 97,91 Dollar. Anleger fürchten, dass die Energieflüsse durch die strategisch wichtige Straße von Hormus weiterhin eingeschränkt bleiben werden. Seit Kriegsbeginn haben die Preise sich um rund 40 Prozent verteuert.
Anleger fürchten, dass sich der Inflationsanstieg bald stärker in den Wirtschaftsdaten niederschlagen wird. "Die Öl-, Gas- und Energiepreise dürften auch in den kommenden Monaten auf einem hohen Niveau bleiben, unter anderem auch durch Logistikprobleme und zerstörte Kapazitäten", warnten die Analysten von DJE Kapital. Dementsprechend dürfte die Verfügbarkeit von Energie und Energieträgern noch einige Zeit ein Problem sein und die globale Wirtschaftsentwicklung beeinträchtigen. Die deutschen Unternehmen fuhren ihre Produktion im Februar, überraschend herunter und stellten 0,3 Prozent weniger her als im Vormonat. Anleger warteten zudem auf Daten zu den US-Konsumausgaben und der PCE-Inflationskernrate. Die Teuerungsraten und die zukünftige Zinspolitik der Notenbank stellten die Weichen für den weiteren Trend am Aktienmarkt, sagte Lipkow. Die am Mittwochabend veröffentlichten Protokolle der vergangenen Sitzung der US-Notenbank Fed zeigten, dass eine wachsende Zahl von Mitgliedern eine Zinserhöhung zur Eindämmung der Inflation für notwendig halten könnte. Der Dollar-Index(.DXY) notierte rund 0,2 Prozent tiefer, während der Euro(EUR=) auf 1,1676 Dollar kletterte.
Anleger verkauften Aktien aus dem Reise- und Touristiksektor, die am Mittwoch stark von einem Rückgang der Ölpreise profitiert hatten. Der Branchenindex(.SXTP) gab 1,7 Prozent nach. Tui(TUI1n.DE)-Aktien sackten um 2,3 Prozent ab, die Anteilsscheine von Lufthansa(LHAG.DE) fielen um 3,7 Prozent. Bei der Kranich-Airline wollen die Flugbegleiter am Freitag zudem streiken. Auch Technologiewerte gerieten unter die Räder. Größter Dax-Verlierer waren die Papiere von SAP(SAPG.DE), die um 3,7 Prozent abrutschten. Aktien von Luxusunternehmen mussten ebenso Federn lassen. Der europäische Branchenindex(.STLUXP) fiel um mehr als zwei Prozent.
Der Ölpreisanstieg schob Energiewerte hingegen ins Plus. Der europäische Sektorindex(.SXEP) für Öl- und Gasunternehmen legte um 0,9 Prozent zu.
(Bericht von Anika Ross, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
09.04.26
09:51
Reuters
Frankfurt, 09. Apr (Reuters) - Nach dem Freudenrausch ist am deutschen Aktienmarkt Ernüchterung eingekehrt: Der Dax(.GDAXI) verlor am Donnerstag 1,2 Prozent auf 23.786 Punkte. Beflügelt von der angekündigten zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg hatte der deutsche Leitindex am Mittwoch 5,1 Prozent zugelegt und die psychologisch wichtige Marke von 24.000 Punkten geknackt. Israelische Angriffe auf den Libanon weckten jedoch schnell Zweifel an der Tragfähigkeit der Feuerpause und trieben die Ölpreise wieder nach oben. US-Präsident Donald Trump will die amerikanischen Truppen bis zum Abschluss eines Friedensabkommens mit dem Iran im Nahen Osten belassen und hat im Falle eines Scheiterns mit einer massiven militärischen Eskalation gedroht. "Die Anleger müssen vorerst damit leben, dass der Krieg das marktbestimmende Thema bleiben wird", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. Auch an den übrigen europäischen Börsen ging es abwärts: Der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor ein Prozent auf 5854 Zähler.
Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee(LCOc1) und US-Öl WTI(Clc1) um je 3,8 Prozent auf 98,38 und 97,98 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Öl WTI(Clc1) notierte Prozent fester bei 97,91 Dollar. Anleger fürchten, dass die Energieflüsse durch die strategisch wichtige Straße von Hormus weiterhin eingeschränkt bleiben werden. Seit Kriegsbeginn haben die Preise sich um rund 40 Prozent verteuert.
Anleger fürchten, dass sich der Inflationsanstieg bald stärker in den Wirtschaftsdaten niederschlagen wird. "Die Öl-, Gas- und Energiepreise dürften auch in den kommenden Monaten auf einem hohen Niveau bleiben, unter anderem auch durch Logistikprobleme und zerstörte Kapazitäten", warnten die Analysten von DJE Kapital. Dementsprechend dürfte die Verfügbarkeit von Energie und Energieträgern noch einige Zeit ein Problem sein und die globale Wirtschaftsentwicklung beeinträchtigen. Die deutschen Unternehmen fuhren ihre Produktion im Februar, überraschend herunter und stellten 0,3 Prozent weniger her als im Vormonat. Anleger warteten zudem auf Daten zu den US-Konsumausgaben und der PCE-Inflationskernrate. Die Teuerungsraten und die zukünftige Zinspolitik der Notenbank stellten die Weichen für den weiteren Trend am Aktienmarkt, sagte Lipkow. Die am Mittwochabend veröffentlichten Protokolle der vergangenen Sitzung der US-Notenbank Fed zeigten, dass eine wachsende Zahl von Mitgliedern eine Zinserhöhung zur Eindämmung der Inflation für notwendig halten könnte. Der Dollar-Index(.DXY) notierte rund 0,2 Prozent tiefer, während der Euro(EUR=) auf 1,1676 Dollar kletterte.
Anleger verkauften Aktien aus dem Reise- und Touristiksektor, die am Mittwoch stark von einem Rückgang der Ölpreise profitiert hatten. Der Branchenindex(.SXTP) gab 1,7 Prozent nach. Tui(TUI1n.DE)-Aktien sackten um 2,3 Prozent ab, die Anteilsscheine von Lufthansa(LHAG.DE) fielen um 3,7 Prozent. Bei der Kranich-Airline wollen die Flugbegleiter am Freitag zudem streiken. Auch Technologiewerte gerieten unter die Räder. Größter Dax-Verlierer waren die Papiere von SAP(SAPG.DE), die um 3,7 Prozent abrutschten. Aktien von Luxusunternehmen mussten ebenso Federn lassen. Der europäische Branchenindex(.STLUXP) fiel um mehr als zwei Prozent.
Der Ölpreisanstieg schob Energiewerte hingegen ins Plus. Der europäische Sektorindex(.SXEP) für Öl- und Gasunternehmen legte um 0,9 Prozent zu.
(Bericht von Anika Ross, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)