02.04.26
16:42
Reuters
Frankfurt, 02. Apr (Reuters) - Vor dem langen Osterwochenende sind die Hoffnungen der Anleger auf ein Ende des Iran-Krieges geschwunden. Der Dax(.GDAXI) brach seine Erholung am Donnerstag ab, während die Ölpreise stark anstiegen. US-Präsident Donald Trump kündigte in seiner Rede an die Nation zwar ein baldiges Erreichen der strategischen US-Ziele im Iran-Krieg an, gleichzeitig aber auch "extrem harte" Angriffe für die kommenden zwei bis drei Wochen.
Der deutsche Leitindex tauchte zwischenzeitlich um 2,7 Prozent ab, begrenzte sein Minus zum Handelsende aber auf 0,6 Prozent auf 23.168 Punkte. EuroStoxx50(.STOXX50E) und die US-Indizes notierten ebenfalls rund 0,7 Prozent tiefer. "Die Friedenshoffnungen sind dahin und die Börsen rund um den Globus legen den Rückwärtsgang ein", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Am Mittwoch hatten der Dax und der EuroStoxx50 um fast drei Prozent zugelegt, nachdem Trump gesagt hatte, die USA würden den Krieg recht schnell beenden. "Seine Ansprache hat keine zusätzliche Klarheit über den Zeitrahmen gebracht, und genau darauf hatte der Markt gehofft", sagte Jon Withaar, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Pictet.
Im Fokus der Anleger steht der Ölhandel und die Straße von Hormus. Jüngste Bemühungen um eine Öffnung schürten die Hoffnung, dass der Energietransport durch die wichtige Meeresenge wieder aufgenommen werden könnte. Je länger das wichtige Nadelöhr blockiert ist, desto gravierendere Folgen sehen Experten für die Weltwirtschaft. Eine von Bahrain entworfene Resolution zum Schutz der Handelsschifffahrt in und um die Meeresenge soll am Freitag vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zur Abstimmung gelangen.
Nordseeöl Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich um rund 6,4 und 11,2 Prozent. "Sollten sich die Spannungen verschärfen oder die Risiken für die Schifffahrt zunehmen, könnte der Ölpreis neue Höchststände testen", sagte Priyanka Sachdeva, Chefanalystin beim Broker Phillip Nova. Mit 108 Dollar je Fass (159 Liter) lag Brent am Donnerstag noch rund 35 Prozent unter seinem bisherigen Allzeithoch von knapp 145 Dollar. Im März waren die Rohölpreise um mehr als die Hälfte gestiegen.
Dies trieb die Zinserwartungen an die Europäische Zentralbank (EZB) nach oben: An den Geldmärkten wurde bis zum Jahresende ein Einlagensatz von 2,75 Prozent eingepreist, nach 2,68 Prozent am späten Mittwoch. Die EZB versucht, mit erhöhten Zinsen die Teuerungsrate auf den Zielwert von zwei Prozent zu drücken.
Anleger trennten sich von Bitcoin(BTC=) und Gold(XAU=). Nach oben ging es hingegen für den Dollar-Index(.DXY), der angesichts der Erwartung länger hoch bleibender Zinsen der US-Notenbank Fed um gut ein halbes Prozent auf 100,236 Punkte zulegte.
Unter Druck bei den Einzelwerten gerieten unter anderem Technologieaktien. Infineon(IFXGn.DE) büßten rund drei Prozent ein. Der europäische Technologie-Branchenindex(.SX8P) rutschte um ein Prozent ab.
Aufwind erhielten hingegen die Anteilsscheine von Öl- und Gaskonzernen. Der Branchenindex(.SXEP) stieg um 1,9 Prozent. E.ON(EONGn.DE) standen an der Dax-Spitze und kletterten um 2,2 Prozent.
(Bericht von Anika Ross, Sanne Schimanski. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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| * Nach Trump-Rede verpufft Hoffnung auf schnelles | ||
| Kriegsende | ||
| * | Rohöl nimmt Allzeithoch ins Visier - Gold und Bitcoin | |
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| (Neu: | Schlusskurse) | |
| Frankfurt, 02. Apr (Reuters) - Vor dem langen | ||
| Osterwochenende sind die Hoffnungen der Anleger auf ein Ende des | ||
| Iran-Krieges geschwunden. Der Dax(.GDAXI) brach seine Erholung | ||
| am Donnerstag ab, während die Ölpreise stark anstiegen. | ||
| US-Präsident Donald Trump kündigte in seiner Rede an die Nation | ||
| zwar ein baldiges Erreichen der strategischen US-Ziele im | ||
| Iran-Krieg an, gleichzeitig aber auch "extrem harte" Angriffe | ||
| für die kommenden zwei bis drei Wochen. | ||
Der deutsche Leitindex tauchte zwischenzeitlich um 2,7 Prozent ab, begrenzte sein Minus zum Handelsende aber auf 0,6 Prozent auf 23.168 Punkte. EuroStoxx50(.STOXX50E) und die US-Indizes notierten ebenfalls rund 0,7 Prozent tiefer. "Die Friedenshoffnungen sind dahin und die Börsen rund um den Globus legen den Rückwärtsgang ein", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Am Mittwoch hatten der Dax und der EuroStoxx50 um fast drei Prozent zugelegt, nachdem Trump gesagt hatte, die USA würden den Krieg recht schnell beenden. "Seine Ansprache hat keine zusätzliche Klarheit über den Zeitrahmen gebracht, und genau darauf hatte der Markt gehofft", sagte Jon Withaar, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Pictet.
Im Fokus der Anleger steht der Ölhandel und die Straße von Hormus. Jüngste Bemühungen um eine Öffnung schürten die Hoffnung, dass der Energietransport durch die wichtige Meeresenge wieder aufgenommen werden könnte. Je länger das wichtige Nadelöhr blockiert ist, desto gravierendere Folgen sehen Experten für die Weltwirtschaft. Eine von Bahrain entworfene Resolution zum Schutz der Handelsschifffahrt in und um die Meeresenge soll am Freitag vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zur Abstimmung gelangen.
Nordseeöl Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich um rund 6,4 und 11,2 Prozent. "Sollten sich die Spannungen verschärfen oder die Risiken für die Schifffahrt zunehmen, könnte der Ölpreis neue Höchststände testen", sagte Priyanka Sachdeva, Chefanalystin beim Broker Phillip Nova. Mit 108 Dollar je Fass (159 Liter) lag Brent am Donnerstag noch rund 35 Prozent unter seinem bisherigen Allzeithoch von knapp 145 Dollar. Im März waren die Rohölpreise um mehr als die Hälfte gestiegen.
Dies trieb die Zinserwartungen an die Europäische Zentralbank (EZB) nach oben: An den Geldmärkten wurde bis zum Jahresende ein Einlagensatz von 2,75 Prozent eingepreist, nach 2,68 Prozent am späten Mittwoch. Die EZB versucht, mit erhöhten Zinsen die Teuerungsrate auf den Zielwert von zwei Prozent zu drücken.
Anleger trennten sich von Bitcoin(BTC=) und Gold(XAU=). Nach oben ging es hingegen für den Dollar-Index(.DXY), der angesichts der Erwartung länger hoch bleibender Zinsen der US-Notenbank Fed um gut ein halbes Prozent auf 100,236 Punkte zulegte.
Unter Druck bei den Einzelwerten gerieten unter anderem Technologieaktien. Infineon(IFXGn.DE) büßten rund drei Prozent ein. Der europäische Technologie-Branchenindex(.SX8P) rutschte um ein Prozent ab.
Aufwind erhielten hingegen die Anteilsscheine von Öl- und Gaskonzernen. Der Branchenindex(.SXEP) stieg um 1,9 Prozent. E.ON(EONGn.DE) standen an der Dax-Spitze und kletterten um 2,2 Prozent.
(Bericht von Anika Ross, Sanne Schimanski. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)