01.04.26
16:29
Reuters
| * Trump stellt baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht | |
| * | Ölanleger trotz Ausschlägen am Aktienmarkt vorsichtig |
| * | Institute halbieren Wachstumsprognose |
| * | Industriezahlen überraschend robust |
| (Neu: Schlusskurse) | |
| Frankfurt, 01. Apr (Reuters) - Die Hoffnung auf ein | |
| baldiges Ende des Nahost-Kriegs hat die Börsen am Mittwoch | |
| beflügelt. Der Dax(.GDAXI) gewann 2,7 Prozent auf 23.298 Punkte, | |
| der EuroStoxx50(.STOXX50E) kletterte um 2,9 Prozent. Die | |
| US-Börsen standen ebenfalls deutlich im Plus, nachdem sie am | |
| Dienstag den stärksten Tagesgewinn seit fast einem Jahr verbucht | |
| hatten. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in Aussicht | |
| gestellt, die Militärangriffe auf den Iran in zwei bis drei | |
| Wochen beenden zu können. | |
"Die Positionen liegen weiterhin deutlich auseinander, was die Definition einer Waffenruhe oder eines Friedens angeht, aber der Markt begrüßt, dass überhaupt Gespräche stattfinden", sagte Rodrigo Catril, Stratege bei der National Australia Bank. "Währenddessen dauern die Angriffe auf beiden Seiten an." Auch Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, zeigte sich skeptisch. Dem Experten zufolge sind die Kursanstiege neben spekulativen Käufen auf Teilauflösungen von Absicherungen und Gewinnmitnahmen von Leerverkäufern zurückzuführen. Zudem bleibt der hohe Rohölpreis ein Belastungsfaktor. Im März verlor der Dax rund zehn Prozent, seit Anfang vergangener Woche befindet er sich auf einem Zickzackkurs. Am Freitag erreichte er mit 22.331 den tiefsten Schlussstand seit fast einem Jahr.
Nordseeöl Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verbilligten sich zur Wochenmitte um jeweils rund drei Prozent. Im März hatten die Preise um je mehr als die Hälfte zugelegt. Das Ölangebot dürfte laut Experten selbst bei einem Ende des Konflikts wegen Schäden an der Infrastruktur knapp bleiben. "Es wird Zeit brauchen, bis sich Schifffahrtskosten, Versicherungen und die Bewegung der Tanker wieder normalisieren", sagte Priyanka Sachdeva, Chefanalystin beim Broker Phillip Nova.
Am Aktienmarkt setzte ein Ausverkauf im Energiesektor ein. Zu den Schlusslichtern zählten Unternehmen wie Maurel et Prom(MAUP.PA), Equinor(EQNR.OL) und Repsol(REP.MC) mit einem Minus zwischen fünf und 5,9 Prozent. Unter Druck gerieten auch Eni(ENI.MI), BP(BP.L) und TotalEnergies(TTEF.PA) mit Verlusten von bis zu 4,7 Prozent. Die Hoffnung auf niedrigere Kraftstoffpreise trieb hingegen die Aktien von Airlines nach oben. Der europäische Index für die Luftfahrt- und Rüstungsbranche(.SXPARO) kletterte um knapp sechs Prozent. Rheinmetall(RHMG.DE) stiegen um 9,5 Prozent an die Dax-Spitze.
Wegen der Folgen des Iran-Kriegs haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen für die deutsche Konjunktur in diesem und kommenden Jahr spürbar gesenkt. "Der Energiepreisschock trifft die Erholung hart", sagte Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts. Für gute Stimmung sorgte hingegen ein überraschender Anstieg bei den Einkaufsmanagerindizes für die Industrie im Euroraum im März. "Trotz steigenden Preisdrucks hat der Krieg die Fabrikaktivität bislang kaum beeinträchtigt", schrieben die Experten des Analysehauses Capital Economics.
Die US-Verbraucher zeigten sich vor Beginn des Iran-Krieges in Kauflaune. Die Umsätze im US-Einzelhandel wuchsen im Februar um 0,6 Prozent. Der Stellenaufbau der US-Unternehmen hat sich im März überraschend stabilisiert. In der Privatwirtschaft kamen insgesamt 62.000 Jobs hinzu, wie die Firmenumfrage des Personaldienstleisters ADP zeigte.
(Bericht von Anika Ross und Sanne Schimanski. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
01.04.26
16:29
Reuters
Frankfurt, 01. Apr (Reuters) - Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Nahost-Kriegs hat die Börsen am Mittwoch beflügelt. Der Dax(.GDAXI) gewann 2,7 Prozent auf 23.298 Punkte, der EuroStoxx50(.STOXX50E) kletterte um 2,9 Prozent. Die US-Börsen standen ebenfalls deutlich im Plus, nachdem sie am Dienstag den stärksten Tagesgewinn seit fast einem Jahr verbucht hatten. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in Aussicht gestellt, die Militärangriffe auf den Iran in zwei bis drei Wochen beenden zu können.
"Die Positionen liegen weiterhin deutlich auseinander, was die Definition einer Waffenruhe oder eines Friedens angeht, aber der Markt begrüßt, dass überhaupt Gespräche stattfinden", sagte Rodrigo Catril, Stratege bei der National Australia Bank. "Währenddessen dauern die Angriffe auf beiden Seiten an." Auch Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, zeigte sich skeptisch. Dem Experten zufolge sind die Kursanstiege neben spekulativen Käufen auf Teilauflösungen von Absicherungen und Gewinnmitnahmen von Leerverkäufern zurückzuführen. Zudem bleibt der hohe Rohölpreis ein Belastungsfaktor. Im März verlor der Dax rund zehn Prozent, seit Anfang vergangener Woche befindet er sich auf einem Zickzackkurs. Am Freitag erreichte er mit 22.331 den tiefsten Schlussstand seit fast einem Jahr.
VERLUSTE AM ÖLMARKT HALTEN SICH IN GRENZEN
Nordseeöl Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verbilligten sich zur Wochenmitte um jeweils rund drei Prozent. Im März hatten die Preise um je mehr als die Hälfte zugelegt. Das Ölangebot dürfte laut Experten selbst bei einem Ende des Konflikts wegen Schäden an der Infrastruktur knapp bleiben. "Es wird Zeit brauchen, bis sich Schifffahrtskosten, Versicherungen und die Bewegung der Tanker wieder normalisieren", sagte Priyanka Sachdeva, Chefanalystin beim Broker Phillip Nova.
Am Aktienmarkt setzte ein Ausverkauf im Energiesektor ein. Zu den Schlusslichtern zählten Unternehmen wie Maurel et Prom(MAUP.PA), Equinor(EQNR.OL) und Repsol(REP.MC) mit einem Minus zwischen fünf und 5,9 Prozent. Unter Druck gerieten auch Eni(ENI.MI), BP(BP.L) und TotalEnergies(TTEF.PA) mit Verlusten von bis zu 4,7 Prozent. Die Hoffnung auf niedrigere Kraftstoffpreise trieb hingegen die Aktien von Airlines nach oben. Der europäische Index für die Luftfahrt- und Rüstungsbranche(.SXPARO) kletterte um knapp sechs Prozent. Rheinmetall(RHMG.DE) stiegen um 9,5 Prozent an die Dax-Spitze.
KONJUNKTUR IM FOKUS
Wegen der Folgen des Iran-Kriegs haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen für die deutsche Konjunktur in diesem und kommenden Jahr spürbar gesenkt. "Der Energiepreisschock trifft die Erholung hart", sagte Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts. Für gute Stimmung sorgte hingegen ein überraschender Anstieg bei den Einkaufsmanagerindizes für die Industrie im Euroraum im März. "Trotz steigenden Preisdrucks hat der Krieg die Fabrikaktivität bislang kaum beeinträchtigt", schrieben die Experten des Analysehauses Capital Economics.
Die US-Verbraucher zeigten sich vor Beginn des Iran-Krieges in Kauflaune. Die Umsätze im US-Einzelhandel wuchsen im Februar um 0,6 Prozent. Der Stellenaufbau der US-Unternehmen hat sich im März überraschend stabilisiert. In der Privatwirtschaft kamen insgesamt 62.000 Jobs hinzu, wie die Firmenumfrage des Personaldienstleisters ADP zeigte.
(Bericht von Anika Ross und Sanne Schimanski. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)