01.04.26
10:14
Reuters
| * Trump stellt baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht | |
| * | Ölanleger trotz Ausschlägen am Aktienmarkt vorsichtig |
| * | Institute halbieren Wachstumsprognose |
| * | Industriezahlen überraschend robust |
| (Neu: Europäische Börsen, Konjunktur) | |
| Frankfurt, 01. Apr (Reuters) - Verstärkte Spekulationen | |
| auf ein baldiges Ende des Nahost-Kriegs haben die Börsen am | |
| Mittwoch in den Rallymodus versetzt. Der Dax(.GDAXI) und der | |
| EuroStoxx50(.STOXX50E) notierten in der Spitze rund drei Prozent | |
| höher, bevor sie sich gegen Mittag bei einem Plus von zwei | |
| Prozent auf 23.130 und 5682 Punkte einpendelten. Die | |
| US-Futures(1YMcv1)(EScv1)(NQcv1) lagen ebenfalls im Plus, | |
| nachdem die wichtigsten Indizes an der Wall Street bereits am | |
| Dienstagabend um 2,5 bis 3,8 Prozent zugelegt hatten. | |
| US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in Aussicht gestellt, die | |
| Militärangriffe auf den Iran in zwei bis drei Wochen beenden zu | |
| können. | |
"Die Positionen liegen weiterhin deutlich auseinander, was die Definition einer Waffenruhe oder eines Friedens angeht, aber der Markt begrüßt, dass überhaupt Gespräche stattfinden", sagte Rodrigo Catril, Stratege bei der National Australia Bank. "Währenddessen dauern die Angriffe auf beiden Seiten an." Auch Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, zeigte sich skeptisch. Dem Experten zufolge sind die Kursanstiege neben spekulativen Käufen auf Teilauflösungen von Absicherungen und Gewinnmitnahmen von Shortsellern zurückzuführen. Im März verlor der Dax rund zehn Prozent, seit Anfang vergangener Woche befindet er sich auf einem Zickzackkurs. Am Freitag erreichte er mit 22.331 den tiefsten Schlussstand seit fast einem Jahr.
Die Verluste am Ölmarkt hielten sich dennoch in Grenzen. Nordseeöl Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verbilligten sich zur Wochenmitte zwar um jeweils rund zwei Prozent. Im März hatten die Preise jedoch um je mehr als die Hälfte zugelegt. "Die Ölmarktteilnehmer scheinen den geopolitischen Braten nicht zu trauen", sagte Christian Henke, Chefanalyst des Brokers IG. Zudem dürfte das Ölangebot laut Experten selbst bei einem Ende des Konflikts wegen Schäden an der Infrastruktur knapp bleiben. "Es wird Zeit brauchen, bis sich Schifffahrtskosten, Versicherungen und die Bewegung der Tanker wieder normalisieren", sagte Priyanka Sachdeva, Chefanalystin beim Broker Phillip Nova.
Am Aktienmarkt setzte dennoch ein Ausverkauf im Energiesektor ein. Zu den Schlusslichtern zählten Unternehmen wie Maurel et Prom(MAUP.PA), Equinor(EQNR.OL) und Repsol(REP.MC) mit einem Minus von gut drei bis 5,6 Prozent. Unter Druck gerieten auch Eni(ENI.MI), BP(BP.L) und TotalEnergies(TTEF.PA) mit Verlusten von rund zwei bis drei Prozent. Die Hoffnung auf niedrigere Kraftstoffpreise trieb hingegen die Aktien von Airlines nach oben. Der europäische Index für die Luftfahrt- und Rüstungsbranche(.SXPARO) steuerte mit einem Plus von vier Prozent auf seinen größten Tagesgewinn seit rund einem Jahr zu.
Im Mittelpunkt stand zudem die Konjunktur. Wegen der Folgen des Iran-Kriegs haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen für die deutsche Konjunktur in diesem und kommenden Jahr spürbar gesenkt. "Der Energiepreisschock trifft die Erholung hart", sagte Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts. Für gute Stimmung sorgte hingegen ein überraschender Anstieg bei den Einkaufsmanagerindizes für die Industrie im Euroraum im März. "Trotz steigenden Preisdrucks hat der Krieg die Fabrikaktivität bislang kaum beeinträchtigt", schrieben die Experten des Analysehauses Capital Economics.
Am Nachmittag folgen der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie im vergangenen Monat und die US-Einzelhandelsumsätze für Februar. Zudem liefert der monatliche Bericht des privaten Dienstleisters ADP einen Vorgeschmack auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht wird.
Bei den deutschen Einzelwerten gerieten die Aktien des Shoppingcenter-Investors Deutsche Euroshop(DEQGn.DE) mit einem Minus von gut drei Prozent unter Druck. Das Unternehmen schloss das Geschäftsjahr 2025 bei Umsatz und Ergebnis im Rahmen der Erwartungen ab. Laut einem Händler enttäuschte die Prognose für 2026 die Anleger jedoch.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
01.04.26
10:14
Reuters
Frankfurt, 01. Apr (Reuters) - Verstärkte Spekulationen auf ein baldiges Ende des Nahost-Kriegs haben die Börsen am Mittwoch in den Rallymodus versetzt. Der Dax(.GDAXI) und der EuroStoxx50(.STOXX50E) notierten in der Spitze rund drei Prozent höher, bevor sie sich gegen Mittag bei einem Plus von zwei Prozent auf 23.130 und 5682 Punkte einpendelten. Die US-Futures(1YMcv1)(EScv1)(NQcv1) lagen ebenfalls im Plus, nachdem die wichtigsten Indizes an der Wall Street bereits am Dienstagabend um 2,5 bis 3,8 Prozent zugelegt hatten. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in Aussicht gestellt, die Militärangriffe auf den Iran in zwei bis drei Wochen beenden zu können.
"Die Positionen liegen weiterhin deutlich auseinander, was die Definition einer Waffenruhe oder eines Friedens angeht, aber der Markt begrüßt, dass überhaupt Gespräche stattfinden", sagte Rodrigo Catril, Stratege bei der National Australia Bank. "Währenddessen dauern die Angriffe auf beiden Seiten an." Auch Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, zeigte sich skeptisch. Dem Experten zufolge sind die Kursanstiege neben spekulativen Käufen auf Teilauflösungen von Absicherungen und Gewinnmitnahmen von Shortsellern zurückzuführen. Im März verlor der Dax rund zehn Prozent, seit Anfang vergangener Woche befindet er sich auf einem Zickzackkurs. Am Freitag erreichte er mit 22.331 den tiefsten Schlussstand seit fast einem Jahr.
VERLUSTE AM ÖLMARKT HALTEN SICH IN GRENZEN
Die Verluste am Ölmarkt hielten sich dennoch in Grenzen. Nordseeöl Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verbilligten sich zur Wochenmitte zwar um jeweils rund zwei Prozent. Im März hatten die Preise jedoch um je mehr als die Hälfte zugelegt. "Die Ölmarktteilnehmer scheinen den geopolitischen Braten nicht zu trauen", sagte Christian Henke, Chefanalyst des Brokers IG. Zudem dürfte das Ölangebot laut Experten selbst bei einem Ende des Konflikts wegen Schäden an der Infrastruktur knapp bleiben. "Es wird Zeit brauchen, bis sich Schifffahrtskosten, Versicherungen und die Bewegung der Tanker wieder normalisieren", sagte Priyanka Sachdeva, Chefanalystin beim Broker Phillip Nova.
Am Aktienmarkt setzte dennoch ein Ausverkauf im Energiesektor ein. Zu den Schlusslichtern zählten Unternehmen wie Maurel et Prom(MAUP.PA), Equinor(EQNR.OL) und Repsol(REP.MC) mit einem Minus von gut drei bis 5,6 Prozent. Unter Druck gerieten auch Eni(ENI.MI), BP(BP.L) und TotalEnergies(TTEF.PA) mit Verlusten von rund zwei bis drei Prozent. Die Hoffnung auf niedrigere Kraftstoffpreise trieb hingegen die Aktien von Airlines nach oben. Der europäische Index für die Luftfahrt- und Rüstungsbranche(.SXPARO) steuerte mit einem Plus von vier Prozent auf seinen größten Tagesgewinn seit rund einem Jahr zu.
KONJUNKTUR IM FOKUS
Im Mittelpunkt stand zudem die Konjunktur. Wegen der Folgen des Iran-Kriegs haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen für die deutsche Konjunktur in diesem und kommenden Jahr spürbar gesenkt. "Der Energiepreisschock trifft die Erholung hart", sagte Timo Wollmershäuser, Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts. Für gute Stimmung sorgte hingegen ein überraschender Anstieg bei den Einkaufsmanagerindizes für die Industrie im Euroraum im März. "Trotz steigenden Preisdrucks hat der Krieg die Fabrikaktivität bislang kaum beeinträchtigt", schrieben die Experten des Analysehauses Capital Economics.
Am Nachmittag folgen der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie im vergangenen Monat und die US-Einzelhandelsumsätze für Februar. Zudem liefert der monatliche Bericht des privaten Dienstleisters ADP einen Vorgeschmack auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht wird.
Bei den deutschen Einzelwerten gerieten die Aktien des Shoppingcenter-Investors Deutsche Euroshop(DEQGn.DE) mit einem Minus von gut drei Prozent unter Druck. Das Unternehmen schloss das Geschäftsjahr 2025 bei Umsatz und Ergebnis im Rahmen der Erwartungen ab. Laut einem Händler enttäuschte die Prognose für 2026 die Anleger jedoch.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)