31.03.26
11:04
Reuters
| * Bericht: | Trump will Militärkampagne gegen Iran beenden |
| * | Straße von Hormus könnte dennoch vorerst geschlossen |
| bleiben | |
| * | Ölpreis steigt erneut - Experte warnt vor Folgen für |
| Tech-Sektor | |
| * | Iran-Krieg treibt Ethanol-Nachfrage - Südzucker |
| profitiert | |
| (Neu: Europäische Börsen, US-Futures) | |
| Frankfurt, 31. Mrz (Reuters) - Nach weiteren Aussagen | |
| von US-Präsident Donald Trump haben die Börsen einen | |
| vorsichtigen | Erholungskurs eingeschlagen. Der Dax(.GDAXI) und |
| der EuroStoxx50(.STOXX50E) notierten am Dienstag gegen Mittag | |
| jeweils rund | ein halbes Prozent höher bei 22.689 und 5561 |
| Punkten. Die | Futures für die wichtigsten |
| US-Indizes(1YMcv1)(EScv1)(NQcv1) lagen ebenfalls im Plus. Das | |
| "Wall Street | Journal" hatte US-Präsident Donald Trump in der |
| Nacht mit der Aussage zitiert, er sei bereit, die | |
| Militärkampagne gegen den Iran zu beenden. Die komplexe | |
| Operation zur Wiedereröffnung der für Öltransporte wichtigen | |
| Straße von Hormus wolle er jedoch auf einen späteren Zeitpunkt | |
| verschieben. | |
Am Montag hatten widersprüchliche Signale von Trump an der Wall Street überwiegend für nachgebende Kurse gesorgt. "Das haben wir in den vergangenen Wochen mehrfach gesehen: Aussagen des US-Präsidenten sorgten zunächst für Zuversicht, die dann jedoch rasch wieder verflog", sagte Fiona Cincotta, Analystin bei City Index. Auch Timo Emden vom Analysehaus Emden Research zeigte sich vorsichtig: "Was politisch kommuniziert und was an den Märkten tatsächlich geglaubt wird, sind zwei verschiedene Paar Schuhe." Dabei könnte die Nervosität am Markt mit Blick auf das bevorstehende Osterwochenende zusätzlich anziehen: Ohne eine klare Lösung im geopolitischen Konflikt dürften viele Investoren laut Emden keine unnötigen Risiken eingehen wollen.
Die Ölpreise(LCOc1)(CLc1), die nach Trumps jüngsten Aussagen zeitweise nachgegeben hatten, setzten im Handelsverlauf ihren Aufwärtskurs fort. Nordseeöl Brent legte um gut zwei Prozent zu, während US-Leichtöl WTI um knapp 1,5 Prozent vorrückte. Mit einem Plus von jeweils fast 60 Prozent im März steuern sie auf ihren größten Monatsanstieg seit Beginn der Aufzeichnungen zu. Die hohen Energiekosten seien vor allem für den Technologiesektor problematisch, weil sich dadurch unter anderem der milliardenschwere Ausbau von KI-Rechenzentren verteuere, sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank. Zusätzlich wachse die Sorge vor einer möglichen Heliumknappheit, die die Lieferketten in diesem Sektor empfindlich treffen könnte. "Sollte die Straße von Hormus in den kommenden ein bis zwei Wochen geschlossen bleiben, würden wir in unseren Szenarioanalysen die Wahrscheinlichkeit einer Rezession erhöhen", sagte Colin Graham, Chefstratege beim Vermögensverwalter Robeco.
Die gestiegenen Ölpreise nähren zugleich neue Inflationssorgen. Waren und Dienstleistungen in der Euro-Zone verteuerten sich im März um durchschnittlich 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Experten hatten mit 2,6 Prozent gerechnet, nach 1,9 Prozent im Februar. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an, die als optimal für die Wirtschaft im Währungsraum gilt. Damit steigt der Druck auf die EZB, bei ihrer nächsten Sitzung Ende April über eine Erhöhung des Leitzinses nachzudenken, um gegen die anziehende Inflation vorzugehen.
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgte unter anderem Südzucker(SZUG.DE) mit einem Plus von mehr als neun Prozent auf 13,25 Euro. Die Experten der britischen Großbank Barclays hatten die Titel auf "Overweight" nach zuvor "Underweight" hochgestuft und das Kursziel auf 15 von neun Euro angehoben. Zur Begründung verwiesen sie auf die gestiegene Nachfrage nach Ethanol als Benzinbeimischung infolge des Nahost-Konflikts. Dies dürfte das Betriebsergebnis der Südzucker-Tochter CropEnergies kurzfristig mehr als verdoppeln.
Außerdem standen die Finanzberichte kleinerer Unternehmen im Mittelpunkt. Gefragt nach positiv aufgenommenen Geschäftszahlen waren etwa die Aktien von Adesso(ADNGk.DE) und Friedrich Vorwerk(VH2.DE), die im SDax(.SDAXI) um rund sechs und ein Prozent zulegten. Um gut fünf und zwei Prozent nach unten ging es hingegen für MBB(MBBG.DE) und Norma(NOEJ.DE).
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
31.03.26
11:04
Reuters
Am Montag hatten widersprüchliche Signale von Trump an der Wall Street überwiegend für nachgebende Kurse gesorgt. "Das haben wir in den vergangenen Wochen mehrfach gesehen: Aussagen des US-Präsidenten sorgten zunächst für Zuversicht, die dann jedoch rasch wieder verflog", sagte Fiona Cincotta, Analystin bei City Index. Auch Timo Emden vom Analysehaus Emden Research zeigte sich vorsichtig: "Was politisch kommuniziert und was an den Märkten tatsächlich geglaubt wird, sind zwei verschiedene Paar Schuhe." Dabei könnte die Nervosität am Markt mit Blick auf das bevorstehende Osterwochenende zusätzlich anziehen: Ohne eine klare Lösung im geopolitischen Konflikt dürften viele Investoren laut Emden keine unnötigen Risiken eingehen wollen.
<h5>ÖLPREIS NACH RÜCKSETZER ERNEUT IM PLUS</h5>Die Ölpreise(LCOc1)(CLc1), die nach Trumps jüngsten Aussagen zeitweise nachgegeben hatten, setzten im Handelsverlauf ihren Aufwärtskurs fort. Nordseeöl Brent legte um gut zwei Prozent zu, während US-Leichtöl WTI um knapp 1,5 Prozent vorrückte. Mit einem Plus von jeweils fast 60 Prozent im März steuern sie auf ihren größten Monatsanstieg seit Beginn der Aufzeichnungen zu. Die hohen Energiekosten seien vor allem für den Technologiesektor problematisch, weil sich dadurch unter anderem der milliardenschwere Ausbau von KI-Rechenzentren verteuere, sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank. Zusätzlich wachse die Sorge vor einer möglichen Heliumknappheit, die die Lieferketten in diesem Sektor empfindlich treffen könnte. "Sollte die Straße von Hormus in den kommenden ein bis zwei Wochen geschlossen bleiben, würden wir in unseren Szenarioanalysen die Wahrscheinlichkeit einer Rezession erhöhen", sagte Colin Graham, Chefstratege beim Vermögensverwalter Robeco.
Die gestiegenen Ölpreise nähren zugleich neue Inflationssorgen. Waren und Dienstleistungen in der Euro-Zone verteuerten sich im März um durchschnittlich 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Experten hatten mit 2,6 Prozent gerechnet, nach 1,9 Prozent im Februar. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an, die als optimal für die Wirtschaft im Währungsraum gilt. Damit steigt der Druck auf die EZB, bei ihrer nächsten Sitzung Ende April über eine Erhöhung des Leitzinses nachzudenken, um gegen die anziehende Inflation vorzugehen.
<h5>KRIEG TREIBT ETHANOL-NACHFRAGE - SÜDZUCKER PROFITIERT</h5>Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten sorgte unter anderem Südzucker(SZUG.DE) mit einem Plus von mehr als neun Prozent auf 13,25 Euro. Die Experten der britischen Großbank Barclays hatten die Titel auf "Overweight" nach zuvor "Underweight" hochgestuft und das Kursziel auf 15 von neun Euro angehoben. Zur Begründung verwiesen sie auf die gestiegene Nachfrage nach Ethanol als Benzinbeimischung infolge des Nahost-Konflikts. Dies dürfte das Betriebsergebnis der Südzucker-Tochter CropEnergies kurzfristig mehr als verdoppeln.
Außerdem standen die Finanzberichte kleinerer Unternehmen im Mittelpunkt. Gefragt nach positiv aufgenommenen Geschäftszahlen waren etwa die Aktien von Adesso(ADNGk.DE) und Friedrich Vorwerk(VH2.DE), die im SDax(.SDAXI) um rund sechs und ein Prozent zulegten. Um gut fünf und zwei Prozent nach unten ging es hingegen für MBB(MBBG.DE) und Norma(NOEJ.DE).
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)