27.03.26
17:35
Reuters
| * Leitindex hat seit Kriegsbeginn fast 12 Prozent | |
| verloren | |
| * | Spekulationen auf baldige Zinserhöhung nehmen zu |
| * | Jungheinrich fallen nach Zahlen |
| (Neu: Schlusskurse) | |
| Frankfurt, 27. Mrz (Reuters) - Wachsende Zweifel an | |
| einem baldigen Ende des Nahost-Krieges haben den Dax(.GDAXI) | |
| auch am Freitag belastet. Der deutsche Leitindex verlor 1,4 | |
| Prozent auf 22.300 Zähler, der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab 1,1 | |
| Prozent nach. Auch an der Wall Street ging es weiter abwärts. | |
| Die jüngste Verlängerung des Iran-Ultimatums zeige, dass sich | |
| die Verhandlungen wohl alles andere als einfach gestalteten, | |
| sagte Thomas Altmann von QC Partners. US-Präsident Donald Trump | |
| hatte die angedrohten Angriffe auf Energieanlagen im Iran am | |
| Donnerstag für zehn weitere Tage ausgesetzt. | |
Inflations- und Zinssorgen infolge der zuletzt stark gestiegenen Ölpreise haben den Dax seit Beginn des Krieges Ende Februar um fast zwölf Prozent einbrechen lassen. "Der bisher entstandene Schaden dürfte bereits nachhaltige Auswirkungen auf die globale Konjunkturentwicklung und hier insbesondere auf die in Europa haben", sagte Andreas Lipkow, Marktanalyst von CMC Markets. "Die Störungen der Lieferketten aus dem Nahen Osten durch Schäden an wichtiger Infrastruktur können nicht innerhalb weniger Tage behoben werden." Das werde Anlegern zunehmend bewusst.
Die Ölpreise stiegen erneut: Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verteuerten sich um je rund vier Prozent auf 111,70 Dollar beziehungsweise 98,72 Dollar je Fass. Durch den Krieg fehlen dem Weltmarkt täglich rund elf Millionen Barrel Öl. Die Islamische Republik hat den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus - ein wichtiger Wasserweg insbesondere für die weltweite Öl- und Erdgasversorgung - weitgehend blockiert. Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweiten Angebots an Rohöl und Flüssigerdgas durch die Meerenge transportiert. Die Analysten der Macquarie Group warnten, die Ölpreise könnten bis auf 200 Dollar steigen, sollte sich der Krieg bis Ende Juni hinziehen. Zeitweise waren die Notierungen Anfang März bereits bis auf knapp 120 Dollar je Fass hochgeschnellt. "Mit jedem Tag nimmt der Marktdruck zu", warnte Mukesh Sahdev, Chef der Beratungsfirma XAnalysts.
Die Aussicht auf eine neue Inflationswelle heizte auch die Spekulationen auf eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) weiter an. An den Anleihemärkten kletterten die Renditen der europäischen Staatsbonds erneut in die Höhe. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen(DE10YT=RR) warfen in der Spitze 3,13 Prozent ab, so viel wie seit 15 Jahren nicht mehr.
Die Aussicht auf eine schleppende Speichernachfrage im Zuge neuer KI-Anwendungen drückte den europäischen Techsektor(.SX8P) 2,1 Prozent ins Minus. Google(GOOGL.O) hatte Anfang der Woche einen neuen Komprimierungsalgorithmus, TurboQuant, vorgestellt, der es KI-Systemen ermöglicht, viel weniger Speicher zu verwenden, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. Die Aktien von Samsung Electronics(005930.KS) fielen am Freitag zeitweise um 4,5 Prozent. Im Dax notierten Infineon(IFXGn.DE) 3,7 Prozent niedriger, Aixtron(AIXGn.DE) verloren im MDax(.MDAXI) 4,5 Prozent. Ebenfalls unter die Räder gerieten im Nebenwerteindex Jungheinrich(JUNG_p.DE) mit einem Abschlag von 5,4 Prozent. Der Gabelstapler-Hersteller hat unter anderem wegen der Veräußerung seiner Russland-Tochter im abgelaufenen Geschäftsjahr kräftige Gewinneinbußen verzeichnet.
Im Pharmasektor stachen AstraZeneca(AZN.L) mit einem Plus von 3,4 Prozent positiv hervor. Der Arzneimittelhersteller legte ermutigende Studiendaten zu seinem experimentellen Atemwegsmedikament Tozorakimab vor. Größter Dax-Gewinner waren BASF(BASFn.DE), die 2,7 Prozent zulegten.
(Bericht von Anika Ross und Daniela Pegna. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
27.03.26
17:35
Reuters
Frankfurt, 27. Mrz (Reuters) - Wachsende Zweifel an einem baldigen Ende des Nahost-Krieges haben den Dax(.GDAXI) auch am Freitag belastet. Der deutsche Leitindex verlor 1,4 Prozent auf 22.300 Zähler, der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab 1,1 Prozent nach. Auch an der Wall Street ging es weiter abwärts. Die jüngste Verlängerung des Iran-Ultimatums zeige, dass sich die Verhandlungen wohl alles andere als einfach gestalteten, sagte Thomas Altmann von QC Partners. US-Präsident Donald Trump hatte die angedrohten Angriffe auf Energieanlagen im Iran am Donnerstag für zehn weitere Tage ausgesetzt.
Inflations- und Zinssorgen infolge der zuletzt stark gestiegenen Ölpreise haben den Dax seit Beginn des Krieges Ende Februar um fast zwölf Prozent einbrechen lassen. "Der bisher entstandene Schaden dürfte bereits nachhaltige Auswirkungen auf die globale Konjunkturentwicklung und hier insbesondere auf die in Europa haben", sagte Andreas Lipkow, Marktanalyst von CMC Markets. "Die Störungen der Lieferketten aus dem Nahen Osten durch Schäden an wichtiger Infrastruktur können nicht innerhalb weniger Tage behoben werden." Das werde Anlegern zunehmend bewusst.
Die Ölpreise stiegen erneut: Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verteuerten sich um je rund vier Prozent auf 111,70 Dollar beziehungsweise 98,72 Dollar je Fass. Durch den Krieg fehlen dem Weltmarkt täglich rund elf Millionen Barrel Öl. Die Islamische Republik hat den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus - ein wichtiger Wasserweg insbesondere für die weltweite Öl- und Erdgasversorgung - weitgehend blockiert. Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweiten Angebots an Rohöl und Flüssigerdgas durch die Meerenge transportiert. Die Analysten der Macquarie Group warnten, die Ölpreise könnten bis auf 200 Dollar steigen, sollte sich der Krieg bis Ende Juni hinziehen. Zeitweise waren die Notierungen Anfang März bereits bis auf knapp 120 Dollar je Fass hochgeschnellt. "Mit jedem Tag nimmt der Marktdruck zu", warnte Mukesh Sahdev, Chef der Beratungsfirma XAnalysts.
Die Aussicht auf eine neue Inflationswelle heizte auch die Spekulationen auf eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) weiter an. An den Anleihemärkten kletterten die Renditen der europäischen Staatsbonds erneut in die Höhe. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen(DE10YT=RR) warfen in der Spitze 3,13 Prozent ab, so viel wie seit 15 Jahren nicht mehr.
Die Aussicht auf eine schleppende Speichernachfrage im Zuge neuer KI-Anwendungen drückte den europäischen Techsektor(.SX8P) 2,1 Prozent ins Minus. Google(GOOGL.O) hatte Anfang der Woche einen neuen Komprimierungsalgorithmus, TurboQuant, vorgestellt, der es KI-Systemen ermöglicht, viel weniger Speicher zu verwenden, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. Die Aktien von Samsung Electronics(005930.KS) fielen am Freitag zeitweise um 4,5 Prozent. Im Dax notierten Infineon(IFXGn.DE) 3,7 Prozent niedriger, Aixtron(AIXGn.DE) verloren im MDax(.MDAXI) 4,5 Prozent. Ebenfalls unter die Räder gerieten im Nebenwerteindex Jungheinrich(JUNG_p.DE) mit einem Abschlag von 5,4 Prozent. Der Gabelstapler-Hersteller hat unter anderem wegen der Veräußerung seiner Russland-Tochter im abgelaufenen Geschäftsjahr kräftige Gewinneinbußen verzeichnet.
Im Pharmasektor stachen AstraZeneca(AZN.L) mit einem Plus von 3,4 Prozent positiv hervor. Der Arzneimittelhersteller legte ermutigende Studiendaten zu seinem experimentellen Atemwegsmedikament Tozorakimab vor. Größter Dax-Gewinner waren BASF(BASFn.DE), die 2,7 Prozent zulegten.
(Bericht von Anika Ross und Daniela Pegna. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: