27.03.26
12:16
Reuters
| * | Leitindex bricht seit Kriegsbeginn um fast 12 Prozent | |
| ein | ||
| * | Spekulationen auf baldige Zinserhöhung nehmen zu | |
| * | Jungheinrich fallen nach Zahlen | |
(Neu: Europäische Börsen, Renditen, Zitate, Devisen, Ölpreis, Einzelwerte)
| Frankfurt, 27. Mrz (Reuters) - Wachsende Zweifel an |
| einem baldigen Ende des Nahost-Krieges haben den Dax(.GDAXI) am |
| Freitag belastet. Der deutsche Leitindex verlor bis zu 1,8 |
| Prozent auf 22.215 Zähler, der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab 1,2 |
| Prozent nach. Die jüngste Verlängerung des Iran-Ultimatums |
| zeige, wie sehr die USA den Krieg beenden und eine |
| Verhandlungslösung erreichen wollten, sagte Thomas Altmann von |
| QC Partners. "Es zeigt aber auch, dass sich die Verhandlungen |
| wohl alles andere als einfach gestalten." Inflations- und |
| Zinssorgen in Folge der zuletzt stark gestiegenen Ölpreise haben |
| den Dax seit Beginn des Krieges Ende Februar um fast zwölf |
| Prozent einbrechen lassen. |
US-Präsident Donald Trump hatte die angedrohten Angriffe auf Energieanlagen im Iran am Donnerstag für zehn weitere Tage ausgesetzt. Die Frist für die Zerstörung der Anlagen laufe nun bis zum 7. April um 02.00 Uhr MESZ, erklärte der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. Die Gespräche mit der Regierung in Teheran liefen seinen Angaben zufolge sehr gut. An den Ölmärkten sorgten die Äußerungen nur kurzzeitig für Entspannung. Nach einem leichten Preisrücksetzer verteuerten sich das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) um jeweils 2,9 Prozent auf111,18 Dollar beziehungsweise 97,22 Dollar je Fass.
Durch den Krieg fehlen dem Weltmarkt täglich rund elf Millionen Barrel Öl. Die Islamische Republik hat den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus - ein wichtiger Wasserweg insbesondere für die weltweite Öl- und Erdgasversorgung - weitgehend blockiert. Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweiten Angebots an Rohöl und Flüssigerdgas durch die Meerenge transportiert. Die Analysten der Macquarie Group warnten, dass die Öl-Preise bis auf 200 Dollar steigen könnten, sollte sich der Krieg bis Ende Juni hinziehen. Zeitweise waren die Notierungen Anfang März bereits bis auf knapp 120 Dollar je Fass hochgeschnellt. "Mit jedem Tag nimmt der Marktdruck zu", warnte Mukesh Sahdev, CEO des australischen Beratungsunternehmens XAnalysts.
Die Aussicht auf eine neue Inflationswelle heizte auch die Spekulationen auf eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) weiter an. An den Anleihemärkten kletterten die Renditen der europäischen Staatsbonds erneut in die Höhe. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen(DE10YT=RR) warfen in der Spitze 3,13 Prozent ab, so viel wie seit 15 Jahren nicht mehr. An den Geldmärkten setzten die Händler zum Wochenschluss bis September auf drei Zinserhöhungen der EZB um jeweils 25 Basispunkte. Die Wahrscheinlichkeit einer ersten Zinserhöhung bis Mai liegt demnach bei 60 Prozent. Der Euro(EUR=) lag am Freitag mit 1,1511 Dollar minimal im Minus, der Dollar-Index(.DXY) mit 100,04 Punkten leicht im Plus.
Bei den Unternehmen rückte der Tech-Sektor in den Fokus. Dessen europäischer Branchenindex(.SX8P) fiel um zwei Prozent. Bedenken einer möglichen Verlangsamung der Speichernachfrage aufgrund von Effizienzsteigerungen bei der Künstlichen Intelligenz belasteten Börsianern zufolge viele Chiphersteller. Google(GOOGL.O) hatte Anfang der Woche einen neuen Komprimierungsalgorithmus, TurboQuant, vorgestellt, der es KI-Systemen ermöglicht, viel weniger Speicher zu verwenden, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. Die Aktien von Samsung Electronics(005930.KS) fielen am Freitag zeitweise um 4,5 Prozent. Im Dax notierten Infineon(IFXGn.DE) 4,7 Prozent niedriger, Aixtron(AIXGn.DE) verloren im MDax(.MDAXI) 7,7 Prozent.
Ebenfalls unter die Räder gerieten im Nebenwerteindex Jungheinrich(JUNG_p.DE) mit einem Abschlag von mehr als vier Prozent. Der Gabelstapler-Hersteller hat unter anderem wegen der Veräußerung seiner Russland-Tochter im abgelaufenen Geschäftsjahr kräftige Gewinneinbußen verzeichnet.
(Bericht von Daniela Pegna. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
27.03.26
12:16
Reuters
Frankfurt, 27. Mrz (Reuters) - Wachsende Zweifel an einem baldigen Ende des Nahost-Krieges haben den Dax(.GDAXI) am Freitag belastet. Der deutsche Leitindex verlor bis zu 1,8 Prozent auf 22.215 Zähler, der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab 1,2 Prozent nach. Die jüngste Verlängerung des Iran-Ultimatums zeige, wie sehr die USA den Krieg beenden und eine Verhandlungslösung erreichen wollten, sagte Thomas Altmann von QC Partners. "Es zeigt aber auch, dass sich die Verhandlungen wohl alles andere als einfach gestalten." Inflations- und Zinssorgen in Folge der zuletzt stark gestiegenen Ölpreise haben den Dax seit Beginn des Krieges Ende Februar um fast zwölf Prozent einbrechen lassen.
US-Präsident Donald Trump hatte die angedrohten Angriffe auf Energieanlagen im Iran am Donnerstag für zehn weitere Tage ausgesetzt. Die Frist für die Zerstörung der Anlagen laufe nun bis zum 7. April um 02.00 Uhr MESZ, erklärte der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. Die Gespräche mit der Regierung in Teheran liefen seinen Angaben zufolge sehr gut. An den Ölmärkten sorgten die Äußerungen nur kurzzeitig für Entspannung. Nach einem leichten Preisrücksetzer verteuerten sich das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) um jeweils 2,9 Prozent auf111,18 Dollar beziehungsweise 97,22 Dollar je Fass.
<h5 align=center> VERSORGUNGSÄNGSTE TREIBEN ÖLPREIS</h5> Durch den Krieg fehlen dem Weltmarkt täglich rund elf Millionen Barrel Öl. Die Islamische Republik hat den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus - ein wichtiger Wasserweg insbesondere für die weltweite Öl- und Erdgasversorgung - weitgehend blockiert. Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweiten Angebots an Rohöl und Flüssigerdgas durch die Meerenge transportiert. Die Analysten der Macquarie Group warnten, dass die Öl-Preise bis auf 200 Dollar steigen könnten, sollte sich der Krieg bis Ende Juni hinziehen. Zeitweise waren die Notierungen Anfang März bereits bis auf knapp 120 Dollar je Fass hochgeschnellt. "Mit jedem Tag nimmt der Marktdruck zu", warnte Mukesh Sahdev, CEO des australischen Beratungsunternehmens XAnalysts.Die Aussicht auf eine neue Inflationswelle heizte auch die Spekulationen auf eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) weiter an. An den Anleihemärkten kletterten die Renditen der europäischen Staatsbonds erneut in die Höhe. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen(DE10YT=RR) warfen in der Spitze 3,13 Prozent ab, so viel wie seit 15 Jahren nicht mehr. An den Geldmärkten setzten die Händler zum Wochenschluss bis September auf drei Zinserhöhungen der EZB um jeweils 25 Basispunkte. Die Wahrscheinlichkeit einer ersten Zinserhöhung bis Mai liegt demnach bei 60 Prozent. Der Euro(EUR=) lag am Freitag mit 1,1511 Dollar minimal im Minus, der Dollar-Index(.DXY) mit 100,04 Punkten leicht im Plus.
<h5 align=center> CHIPWERTE UNTER DRUCK</h5> Bei den Unternehmen rückte der Tech-Sektor in den Fokus. Dessen europäischer Branchenindex(.SX8P) fiel um zwei Prozent. Bedenken einer möglichen Verlangsamung der Speichernachfrage aufgrund von Effizienzsteigerungen bei der Künstlichen Intelligenz belasteten Börsianern zufolge viele Chiphersteller. Google(GOOGL.O) hatte Anfang der Woche einen neuen Komprimierungsalgorithmus, TurboQuant, vorgestellt, der es KI-Systemen ermöglicht, viel weniger Speicher zu verwenden, ohne die Leistung zu beeinträchtigen. Die Aktien von Samsung Electronics(005930.KS) fielen am Freitag zeitweise um 4,5 Prozent. Im Dax notierten Infineon(IFXGn.DE) 4,7 Prozent niedriger, Aixtron(AIXGn.DE) verloren im MDax(.MDAXI) 7,7 Prozent.Ebenfalls unter die Räder gerieten im Nebenwerteindex Jungheinrich(JUNG_p.DE) mit einem Abschlag von mehr als vier Prozent. Der Gabelstapler-Hersteller hat unter anderem wegen der Veräußerung seiner Russland-Tochter im abgelaufenen Geschäftsjahr kräftige Gewinneinbußen verzeichnet.
(Bericht von Daniela Pegna. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: