26.03.26
17:35
Reuters
| * Inflationssorgen halten Dax im Würgegriff | |
| * | Brent-Ölpreis steigt um sechs Prozent |
| * | Kontron enttäuscht mit Ausblick |
| (Neu: Schlusskurse) | |
| Frankfurt, 26. Mrz (Reuters) - Steigende Ölpreise | |
| infolge des Nahost-Kriegs haben die Aktienmärkte am Donnerstag | |
| belastet. Dax(.GDAXI) und EuroStoxx50(.STOXX50E) rutschten um je | |
| 1,5 Prozent ab. Der deutsche Leitindex schloss bei 22.612 | |
| Zählern. Auch an der Wall Street ging es abwärts. Konjunktur- | |
| und Zinssorgen blieben das Thema Nummer eins. "Die befürchteten | |
| ökonomischen Auswirkungen des Krieges vermiesen den Anlegern die | |
| Laune", sagte Stratege Christian Henke vom Broker IG. | |
Die Hoffnung der Investoren auf eine baldige Deeskalation schwindet zusehends. Der Iran signalisierte zuletzt zwar Bereitschaft, einen US-Vorschlag zur Beendigung des Konflikts zu prüfen. Außenminister Abbas Araghtschi betonte jedoch, der Iran führe keine Verhandlungen mit den USA. Zudem verschlechtere sich die Stimmung an den Märkten mit jedem Handelstag, an dem der Ölpreis über 100 Dollar notiere, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. "Die Gefahr einer Stagflation nimmt stetig zu und kann insbesondere in Europa zu einer Rezession führen."
Nordseeöl Brent(LCOc1) verteuerte sich um 5,7 Prozent auf 108,05 Dollar das Fass, US-Öl WTI(CLc1) stieg um fünf Prozent auf 94,75 Dollar je Fass. Der seit Ende Februar andauernde Krieg in Nahost hat die Lieferungen durch die Straße von Hormus, über die normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Rohöl- und Flüssigerdgasversorgung (LNG) transportiert wird, nahezu vollständig zum Erliegen gebracht. Die Internationale Energieagentur (IEA) bezeichnete dies als die größte Unterbrechung der Ölversorgung aller Zeiten. Anfang März waren die Preise für Brent und WTI zeitweise bis auf knapp 120 Dollar je Fass hinaufgeschnellt.
Investoren gehen davon aus, dass die rasante Ölpreissteigerung die Inflation anheizen und damit Zinserhöhungen auf den Plan rufen könnte. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ist eine Zinserhöhung im April laut Bundesbankchef Joachim Nagel eine Option. In den USA sehen die Märkte laut dem FedWatch-Tool der CME Group eine 37-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in den USA bis Dezember, während eine Zinssenkung derzeit als nahezu ausgeschlossen gilt.
Gewinnmitnahmen drückten Aktien aus dem Rüstungssektor: Der europäische Branchenindex(.SXPARO) sackte um drei Prozent ab. Ansonsten sorgten Bilanzen für Kursausschläge. Ein Gewinneinbruch bei Volkswagen(VOWG_p.DE) und Porsche(P911_p.DE) ließ das Ergebnis des VW-Großaktionärs Porsche SE(PSHG_p.DE) im vergangenen Jahr schrumpfen. Die Aktien der Porsche Holding gaben um 2,9 Prozent nach. Im MDax(.MDAXI) tauchten die Aktien von Deutz(DEZG.DE) trotz einer deutlichen Gewinnsteigerung um 7,1 Prozent ab. Das Margenziel enttäusche etwas, sagte ein Händler. Im SDax(.SDAXI) stürzten Kontron(KTN.DE) nach einem vorsichtigen Ausblick um 14,2 Prozent ab. An der Stockholmer Börse verloren H&M(HMb.ST)-Papiere 2,2 Prozent. Der Ausblick für die März-Umsätze verfehlte Analysten zufolge die Erwartungen. Die Aktien des Modehändlers Next(NXT.L) legten nach einer leichten Anhebung der Jahresgewinnprognose dagegen um 4,2 Prozent zu.
Spekulationen auf ein mögliches Scheitern der Verkaufsgespräche zur Stahlsparte machten ThyssenKrupp(TKAG.DE)-Papieren zu schaffen. Sie fielen um 4,3 Prozent. Aktien des Spirituosenkonzerns Pernod Ricard(PERP.PA) verloren 5,7 Prozent, nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg über ein Interesse der Franzosen an dem US-Konkurrenten Brown-Forman(BFb.N) berichtete.
(Bericht von Anika Ross und Daniela Pegna Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
26.03.26
17:35
Reuters
Frankfurt, 26. Mrz (Reuters) - Steigende Ölpreise infolge des Nahost-Kriegs haben die Aktienmärkte am Donnerstag belastet. Dax(.GDAXI) und EuroStoxx50(.STOXX50E) rutschten um je 1,5 Prozent ab. Der deutsche Leitindex schloss bei 22.612 Zählern. Auch an der Wall Street ging es abwärts. Konjunktur- und Zinssorgen blieben das Thema Nummer eins. "Die befürchteten ökonomischen Auswirkungen des Krieges vermiesen den Anlegern die Laune", sagte Stratege Christian Henke vom Broker IG.
Die Hoffnung der Investoren auf eine baldige Deeskalation schwindet zusehends. Der Iran signalisierte zuletzt zwar Bereitschaft, einen US-Vorschlag zur Beendigung des Konflikts zu prüfen. Außenminister Abbas Araghtschi betonte jedoch, der Iran führe keine Verhandlungen mit den USA. Zudem verschlechtere sich die Stimmung an den Märkten mit jedem Handelstag, an dem der Ölpreis über 100 Dollar notiere, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. "Die Gefahr einer Stagflation nimmt stetig zu und kann insbesondere in Europa zu einer Rezession führen."
Nordseeöl Brent(LCOc1) verteuerte sich um 5,7 Prozent auf 108,05 Dollar das Fass, US-Öl WTI(CLc1) stieg um fünf Prozent auf 94,75 Dollar je Fass. Der seit Ende Februar andauernde Krieg in Nahost hat die Lieferungen durch die Straße von Hormus, über die normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Rohöl- und Flüssigerdgasversorgung (LNG) transportiert wird, nahezu vollständig zum Erliegen gebracht. Die Internationale Energieagentur (IEA) bezeichnete dies als die größte Unterbrechung der Ölversorgung aller Zeiten. Anfang März waren die Preise für Brent und WTI zeitweise bis auf knapp 120 Dollar je Fass hinaufgeschnellt.
Investoren gehen davon aus, dass die rasante Ölpreissteigerung die Inflation anheizen und damit Zinserhöhungen auf den Plan rufen könnte. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ist eine Zinserhöhung im April laut Bundesbankchef Joachim Nagel eine Option. In den USA sehen die Märkte laut dem FedWatch-Tool der CME Group eine 37-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in den USA bis Dezember, während eine Zinssenkung derzeit als nahezu ausgeschlossen gilt.
Gewinnmitnahmen drückten Aktien aus dem Rüstungssektor: Der europäische Branchenindex(.SXPARO) sackte um drei Prozent ab. Ansonsten sorgten Bilanzen für Kursausschläge. Ein Gewinneinbruch bei Volkswagen(VOWG_p.DE) und Porsche(P911_p.DE) ließ das Ergebnis des VW-Großaktionärs Porsche SE(PSHG_p.DE) im vergangenen Jahr schrumpfen. Die Aktien der Porsche Holding gaben um 2,9 Prozent nach. Im MDax(.MDAXI) tauchten die Aktien von Deutz(DEZG.DE) trotz einer deutlichen Gewinnsteigerung um 7,1 Prozent ab. Das Margenziel enttäusche etwas, sagte ein Händler. Im SDax(.SDAXI) stürzten Kontron(KTN.DE) nach einem vorsichtigen Ausblick um 14,2 Prozent ab. An der Stockholmer Börse verloren H&M(HMb.ST)-Papiere 2,2 Prozent. Der Ausblick für die März-Umsätze verfehlte Analysten zufolge die Erwartungen. Die Aktien des Modehändlers Next(NXT.L) legten nach einer leichten Anhebung der Jahresgewinnprognose dagegen um 4,2 Prozent zu.
Spekulationen auf ein mögliches Scheitern der Verkaufsgespräche zur Stahlsparte machten ThyssenKrupp(TKAG.DE)-Papieren zu schaffen. Sie fielen um 4,3 Prozent. Aktien des Spirituosenkonzerns Pernod Ricard(PERP.PA) verloren 5,7 Prozent, nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg über ein Interesse der Franzosen an dem US-Konkurrenten Brown-Forman(BFb.N) berichtete.
(Bericht von Anika Ross und Daniela Pegna Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: