26.03.26
12:36
Reuters
| * Widersprüchliche Signale zu Friedensbemühungen im | |
| Iran-Krieg | |
| * | Ölpreis zieht an |
| * | Kontron enttäuscht mit Ausblick |
| (Neu: Europäische Börsen, Rohstoffe, Devisen, Zitate) | |
| Frankfurt, 26. Mrz (Reuters) - Schwindende Hoffnungen | |
| auf ein baldiges Ende des Nahost-Kriegs haben den Dax(.GDAXI) am | |
| Donnerstag ins Wanken gebracht. Der deutsche Leitindex rutschte | |
| in der Spitze um 1,7 Prozent auf 22.572 Zählern ab, der | |
| EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor 1,5 Prozent. "Nach den | |
| widersprüchlichen Signalen rund um potenzielle Verhandlungen | |
| zwischen den USA und dem Iran hat sich die Stimmung auf dem | |
| Börsenparkett wieder eingetrübt", resümierte Andreas Lipkow von | |
| CMC Markets. Am Ölmarkt zogen die Preise merklich an. Das | |
| Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verteuerten sich | |
| um knapp fünf Prozent auf 107,50 beziehungsweise 94,52 Dollar je | |
| Fass. "Das spricht nicht für eine Deeskalation im Nahen Osten", | |
| sagte Maximilian Wienke von eToro. Ihren Preisrücksetzer vom | |
| Vortag machten die Notierungen mehr als wett. | |
Der Iran signalisierte zuletzt zwar Bereitschaft, einen US-Vorschlag zur Beendigung des Golfkonflikts zu prüfen. Außenminister Abbas Araghtschi betonte jedoch, der Iran führe keine Verhandlungen mit den USA. Konjunktur- und Zinssorgen blieben angesichts der hohen Energiepreise daher Thema Nummer eins unter den Investoren. "Die befürchteten ökonomischen Auswirkungen des Krieges vermiesen den Anlegern die Laune", erklärte Christian Henke vom Broker IG.
Der seit Ende Februar andauernde Krieg in Nahost hat die Lieferungen durch die Straße von Hormus, über die normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Rohöl- und Flüssigerdgasversorgung transportiert wird, nahezu vollständig zum Erliegen gebracht. Die Internationale Energieagentur bezeichnete dies als die größte Unterbrechung der Ölversorgung aller Zeiten. Anfang März waren die Preise für Brent und WTI zeitweise bis auf knapp 120 Dollar je Fass hinaufgeschnellt.
Investoren gehen davon aus, dass die rasante Ölpreissteigerung die Inflation anheizen und damit Zinserhöhungen auf den Plan rufen könnte. Steigen die Zinsen, erscheint Gold(XAU=) für viele Investoren weniger attraktiv, da das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft. Der Goldpreis fiel am Donnerstag in der Spitze um zwei Prozent auf 4414 Dollar je Feinunze. Silber(XAG=) verbilligte sich um mehr als fünf Prozent.
Laut dem FedWatch-Tool der CME Group sehen die Märkte eine 37-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in den USA bis Dezember dieses Jahres, während eine Zinssenkung derzeit als nahezu ausgeschlossen gilt. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ist eine Zinserhöhung im April laut Bundesbankchef Joachim Nagel eine Option. Angesichts des unklaren Zinskurses der Notenbanken und der Lage in Nahost bewegten sich Dollar und Euro kaum. Der Dollar-Index(.DXY) trat bei 99,63 Punkten auf der Stelle, die Gemeinschaftswährung lag wenig verändert bei 1,1554 Dollar.
Auf der Unternehmensseite sorgten Bilanzen für zum Teil deutliche Kursausschläge. Ein Gewinneinbruch bei Volkswagen(VOWG_p.DE) und Porsche(P911_p.DE) ließ das Ergebnis des VW-Großaktionärs Porsche SE(PSHG_p.DE) im vergangenen Jahr schrumpfen. Bei VW hatte sich der operative Gewinn halbiert, Porsche war wegen hoher Abschreibungen und eines Absatzrückgangs fast in die roten Zahlen gerutscht. Die Aktien der Porsche Holding gaben um bis zu 3,5 Prozent nach.
Im MDax(.MDAXI) tauchten die Aktien von Deutz(DEZG.DE) trotz einer deutlichen Gewinnsteigerung um bis zu 9,4 Prozent ab. Die erhoffte Dynamik auch von der Rüstung spiegele sich nicht gut genug im Ausblick wider, sagte ein Händler. Das Margenziel enttäusche etwas. Für das laufende Jahr stellte der Deutz-Vorstand weiteres Wachstum in Aussicht. Der Umsatz soll auf 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro steigen und die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) auf 6,5 bis acht Prozent.
Deutlich im Minus notierten auch ThyssenKrupp(TKAG.DE)-Aktien. Spekulationen auf ein mögliches Scheitern der Verkaufsgespräche zur Stahlsparte machten den Papieren zu schaffen. Sie fielen um mehr als fünf Prozent. Zwar dauerten die Verhandlungen mit Jinda Steel noch an, doch erscheine eine Einigung nach knapp sechs Monaten der Gespräche mitsamt internen Betriebsprüfungen unwahrscheinlicher, sagten vier mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.
Im SDax(.SDAXI) gingen Kontron(KTN.DE) auf Talfahrt. Ein vorsichtiger Ausblick des Technologieunternehmens ließ die Titel um 16 Prozent abstürzen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) soll nur um zwei Prozent auf 225 Millionen Euro klettern. An der Stockholmer Börse rauschten H&M(HMb.ST) zeitweise um 6,6 Prozent in den Keller. Der Ausblick für die März-Umsätze verfehlt Analysten zufolge die Erwartungen. Die Aktien des Modehändlers Next(NXT.L) legten nach einer leichten Anhebung der Jahresgewinnprognose dagegen um 5,2 Prozent zu.
(Bericht von Daniela Pegna, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
26.03.26
12:36
Reuters
Frankfurt, 26. Mrz (Reuters) - Schwindende Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Nahost-Kriegs haben den Dax(.GDAXI) am Donnerstag ins Wanken gebracht. Der deutsche Leitindex rutschte in der Spitze um 1,7 Prozent auf 22.572 Zählern ab, der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor 1,5 Prozent. "Nach den widersprüchlichen Signalen rund um potenzielle Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat sich die Stimmung auf dem Börsenparkett wieder eingetrübt", resümierte Andreas Lipkow von CMC Markets. Am Ölmarkt zogen die Preise merklich an. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verteuerten sich um knapp fünf Prozent auf 107,50 beziehungsweise 94,52 Dollar je Fass. "Das spricht nicht für eine Deeskalation im Nahen Osten", sagte Maximilian Wienke von eToro. Ihren Preisrücksetzer vom Vortag machten die Notierungen mehr als wett.
Der Iran signalisierte zuletzt zwar Bereitschaft, einen US-Vorschlag zur Beendigung des Golfkonflikts zu prüfen. Außenminister Abbas Araghtschi betonte jedoch, der Iran führe keine Verhandlungen mit den USA. Konjunktur- und Zinssorgen blieben angesichts der hohen Energiepreise daher Thema Nummer eins unter den Investoren. "Die befürchteten ökonomischen Auswirkungen des Krieges vermiesen den Anlegern die Laune", erklärte Christian Henke vom Broker IG.
Der seit Ende Februar andauernde Krieg in Nahost hat die Lieferungen durch die Straße von Hormus, über die normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Rohöl- und Flüssigerdgasversorgung transportiert wird, nahezu vollständig zum Erliegen gebracht. Die Internationale Energieagentur bezeichnete dies als die größte Unterbrechung der Ölversorgung aller Zeiten. Anfang März waren die Preise für Brent und WTI zeitweise bis auf knapp 120 Dollar je Fass hinaufgeschnellt.
Investoren gehen davon aus, dass die rasante Ölpreissteigerung die Inflation anheizen und damit Zinserhöhungen auf den Plan rufen könnte. Steigen die Zinsen, erscheint Gold(XAU=) für viele Investoren weniger attraktiv, da das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft. Der Goldpreis fiel am Donnerstag in der Spitze um zwei Prozent auf 4414 Dollar je Feinunze. Silber(XAG=) verbilligte sich um mehr als fünf Prozent.
Laut dem FedWatch-Tool der CME Group sehen die Märkte eine 37-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in den USA bis Dezember dieses Jahres, während eine Zinssenkung derzeit als nahezu ausgeschlossen gilt. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ist eine Zinserhöhung im April laut Bundesbankchef Joachim Nagel eine Option. Angesichts des unklaren Zinskurses der Notenbanken und der Lage in Nahost bewegten sich Dollar und Euro kaum. Der Dollar-Index(.DXY) trat bei 99,63 Punkten auf der Stelle, die Gemeinschaftswährung lag wenig verändert bei 1,1554 Dollar.
Auf der Unternehmensseite sorgten Bilanzen für zum Teil deutliche Kursausschläge. Ein Gewinneinbruch bei Volkswagen(VOWG_p.DE) und Porsche(P911_p.DE) ließ das Ergebnis des VW-Großaktionärs Porsche SE(PSHG_p.DE) im vergangenen Jahr schrumpfen. Bei VW hatte sich der operative Gewinn halbiert, Porsche war wegen hoher Abschreibungen und eines Absatzrückgangs fast in die roten Zahlen gerutscht. Die Aktien der Porsche Holding gaben um bis zu 3,5 Prozent nach.
Im MDax(.MDAXI) tauchten die Aktien von Deutz(DEZG.DE) trotz einer deutlichen Gewinnsteigerung um bis zu 9,4 Prozent ab. Die erhoffte Dynamik auch von der Rüstung spiegele sich nicht gut genug im Ausblick wider, sagte ein Händler. Das Margenziel enttäusche etwas. Für das laufende Jahr stellte der Deutz-Vorstand weiteres Wachstum in Aussicht. Der Umsatz soll auf 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro steigen und die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) auf 6,5 bis acht Prozent.
Deutlich im Minus notierten auch ThyssenKrupp(TKAG.DE)-Aktien. Spekulationen auf ein mögliches Scheitern der Verkaufsgespräche zur Stahlsparte machten den Papieren zu schaffen. Sie fielen um mehr als fünf Prozent. Zwar dauerten die Verhandlungen mit Jinda Steel noch an, doch erscheine eine Einigung nach knapp sechs Monaten der Gespräche mitsamt internen Betriebsprüfungen unwahrscheinlicher, sagten vier mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.
Im SDax(.SDAXI) gingen Kontron(KTN.DE) auf Talfahrt. Ein vorsichtiger Ausblick des Technologieunternehmens ließ die Titel um 16 Prozent abstürzen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) soll nur um zwei Prozent auf 225 Millionen Euro klettern. An der Stockholmer Börse rauschten H&M(HMb.ST) zeitweise um 6,6 Prozent in den Keller. Der Ausblick für die März-Umsätze verfehlt Analysten zufolge die Erwartungen. Die Aktien des Modehändlers Next(NXT.L) legten nach einer leichten Anhebung der Jahresgewinnprognose dagegen um 5,2 Prozent zu.
(Bericht von Daniela Pegna, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: