24.03.26
13:26
Reuters
| * Dax gibt bis zu 1,1 Prozent nach | |
| * | Ölpreise ziehen erneut an |
| * | Analystenkommentar belastet SAP |
| * | Bayer nach Ausstieg von aktivistischem Investor unter |
| Druck | |
| (Neu: Europäische Börsen, Öl, Bayer, Puig) | |
| Frankfurt, 24. Mrz (Reuters) - Nach dem Kurssprung zum | |
| Wochenstart ist an den europäischen Aktienmärkten wieder | |
| Ernüchterung eingekehrt. Widersprüchliche Signale aus dem | |
| Nahost-Krieg verunsicherten die Anleger und sorgten für | |
| schwankende Kurse. Der Dax(.GDAXI) gab nach einem freundlichen | |
| Start am Dienstag in der Spitze um gut ein Prozent auf 22.407 | |
| Punkte nach. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) schwankte zwischen | |
| leichten Verlusten und Gewinnen und lag zuletzt knapp ein | |
| Prozent niedriger bei 5525 Zählern. "Die Nachrichtenlage ist | |
| nicht unbedingt klarer geworden und das von den USA | |
| aufgeschobene Ultimatum stellt noch lange keinen | |
| Waffenstillstand und schon gar keinen Frieden im Iran dar", | |
| konstatierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets. | |
Nachdem US-Präsident Donald Trump zum Wochenauftakt angekündigt hatte, Angriffe auf den Iran auszusetzen, war der Dax aus dem roten Bereich zeitweise um bis zu 3,6 Prozent nach oben geschnellt. Trump begründete die Verschiebung des Ultimatums zur Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus mit Fortschritten bei Gesprächen mit dem Iran. "Weiterhin greifen sowohl die israelischen als auch die iranischen Militärs wichtige Energieinfrastrukturen in den jeweiligen Ländern an", kommentierte Lipkow. Die grundlegenden Rahmenbedingungen haben sich Analysten zufolge nicht geändert.
"Die Straße von Hormus ist weiterhin faktisch durch den Iran geschlossen, Teile der Energieinfrastruktur in der Region wurden beschädigt, und die Gefahr iranischer Vergeltungsmaßnahmen besteht fort", sagte Ricardo Evangelista, Analyst bei ActivTrades. "Vor diesem Hintergrund ist es unwahrscheinlich, dass die Brent-Preise nachhaltig unter 100 Dollar fallen, solange es keine greifbaren Fortschritte bei den Verhandlungen gibt." Ein Barrel Brent(LCOc1) aus der Nordsee verteuerte sich am Dienstag in der Spitze um 4,4 Prozent auf 104,35 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI(CLc1) stieg um bis zu 4,7 Prozent auf 92,29 Dollar. Nach der Kehrtwende von Trump am Vortag waren die Ölpreise zeitweise um mehr als zehn Prozent gefallen.
Trump hatte von Gesprächen mit ungenannten iranischen Vertretern gesprochen, die "wesentliche Punkte der Übereinstimmung" ergeben hätten. Die Regierung in Teheran wies jedoch die Behauptung zurück, es habe Kontakt mit Washington gegeben. "Die Realität vor Ort ist unverändert", sagte Nikos Tzabouras, Analyst bei Tradu.com. "Die Straße von Hormus bleibt praktisch geschlossen und die Lieferunterbrechungen halten an, was den Markt verknappt."
Sollte die Meerenge bis Ende April faktisch geschlossen bleiben, könnte der Brent-Preis 150 Dollar pro Barrel erreichen, prognostizierte die Investmentbank Macquarie. "Der Iran-Konflikt erfährt eine zaghafte Deeskalation, aber ungelöste Risiken rund um Hormus bleiben bestehen", teilte BCA Research mit.
Bei den Einzelwerten machte Bayer(BAYGn.DE) der Ausstieg des aktivistischen Investors Inclusive Capital zu schaffen. Die Aktien des Leverkusener Agrar- und Pharmakonzerns rutschten in der Spitze um 3,9 Prozent auf 36,98 Euro ab und gehörten damit zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex. Der Fonds des aktivistischen Investors Jeffrey Ubben hatte über Nacht seine restlichen 8,5 Millionen Bayer-Aktien zum Preis von je 37,45 Euro bei anderen institutionellen Aktionären platziert, wie die damit beauftragte Bank mitteilte. Inclusive Capital erlöst damit 318 Millionen Euro, dürfte mit seinem Engagement aber Verlust eingefahren haben.
Der Investor war Anfang 2023 bei Bayer eingestiegen und hatte die Absetzung von Vorstandschef Werner Baumann mit vorangetrieben. Damals hatten die 8,18 Millionen Aktien, die der Fonds kaufte, einen Wert von 407 Millionen Euro. Die Bayer-Aktie hat seither rund 25 Prozent an Wert verloren. Ein Händler sagte, der Schritt könne ein Zeichen dafür sein, dass Ubben das Kurspotenzial für ausgereizt halte. Aktivistische Investoren hätten bei Bayer für mehr Zug gesorgt. "Und wenn der aussteigt, ist das entsprechend schlecht."
Um bis zu rund fünf Prozent nach unten ging es zeitweise für SAP(SAP.DE). Eine Herabstufung und eine drastische Kurszielsenkung durch JP Morgan setzten den Aktien des Walldorfer Softwarekonzerns zu. Die Aussicht auf einen Zusammenschluss mit dem US-Kosmetikkonzern Estee Lauder(EL.N) sorgten dagegen beim spanischen Rivalen Puig(PUIGb.MC) für Euphorie. Puig-Aktien schossen in der Spitze um knapp 17 Prozent nach oben, nachdem beide Unternehmen am Montag entsprechende Gespräche bestätigt hatten.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
24.03.26
13:26
Reuters
Frankfurt, 24. Mrz (Reuters) - Nach dem Kurssprung zum Wochenstart ist an den europäischen Aktienmärkten wieder Ernüchterung eingekehrt. Widersprüchliche Signale aus dem Nahost-Krieg verunsicherten die Anleger und sorgten für schwankende Kurse. Der Dax(.GDAXI) gab nach einem freundlichen Start am Dienstag in der Spitze um gut ein Prozent auf 22.407 Punkte nach. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) schwankte zwischen leichten Verlusten und Gewinnen und lag zuletzt knapp ein Prozent niedriger bei 5525 Zählern. "Die Nachrichtenlage ist nicht unbedingt klarer geworden und das von den USA aufgeschobene Ultimatum stellt noch lange keinen Waffenstillstand und schon gar keinen Frieden im Iran dar", konstatierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets.
Nachdem US-Präsident Donald Trump zum Wochenauftakt angekündigt hatte, Angriffe auf den Iran auszusetzen, war der Dax aus dem roten Bereich zeitweise um bis zu 3,6 Prozent nach oben geschnellt. Trump begründete die Verschiebung des Ultimatums zur Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus mit Fortschritten bei Gesprächen mit dem Iran. "Weiterhin greifen sowohl die israelischen als auch die iranischen Militärs wichtige Energieinfrastrukturen in den jeweiligen Ländern an", kommentierte Lipkow. Die grundlegenden Rahmenbedingungen haben sich Analysten zufolge nicht geändert.
"REALITÄT VOR ORT UNVERÄNDERT"
"Die Straße von Hormus ist weiterhin faktisch durch den Iran geschlossen, Teile der Energieinfrastruktur in der Region wurden beschädigt, und die Gefahr iranischer Vergeltungsmaßnahmen besteht fort", sagte Ricardo Evangelista, Analyst bei ActivTrades. "Vor diesem Hintergrund ist es unwahrscheinlich, dass die Brent-Preise nachhaltig unter 100 Dollar fallen, solange es keine greifbaren Fortschritte bei den Verhandlungen gibt." Ein Barrel Brent(LCOc1) aus der Nordsee verteuerte sich am Dienstag in der Spitze um 4,4 Prozent auf 104,35 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI(CLc1) stieg um bis zu 4,7 Prozent auf 92,29 Dollar. Nach der Kehrtwende von Trump am Vortag waren die Ölpreise zeitweise um mehr als zehn Prozent gefallen.
Trump hatte von Gesprächen mit ungenannten iranischen Vertretern gesprochen, die "wesentliche Punkte der Übereinstimmung" ergeben hätten. Die Regierung in Teheran wies jedoch die Behauptung zurück, es habe Kontakt mit Washington gegeben. "Die Realität vor Ort ist unverändert", sagte Nikos Tzabouras, Analyst bei Tradu.com. "Die Straße von Hormus bleibt praktisch geschlossen und die Lieferunterbrechungen halten an, was den Markt verknappt."
Sollte die Meerenge bis Ende April faktisch geschlossen bleiben, könnte der Brent-Preis 150 Dollar pro Barrel erreichen, prognostizierte die Investmentbank Macquarie. "Der Iran-Konflikt erfährt eine zaghafte Deeskalation, aber ungelöste Risiken rund um Hormus bleiben bestehen", teilte BCA Research mit.
SAP UND BAYER UNTER DRUCK
Bei den Einzelwerten machte Bayer(BAYGn.DE) der Ausstieg des aktivistischen Investors Inclusive Capital zu schaffen. Die Aktien des Leverkusener Agrar- und Pharmakonzerns rutschten in der Spitze um 3,9 Prozent auf 36,98 Euro ab und gehörten damit zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex. Der Fonds des aktivistischen Investors Jeffrey Ubben hatte über Nacht seine restlichen 8,5 Millionen Bayer-Aktien zum Preis von je 37,45 Euro bei anderen institutionellen Aktionären platziert, wie die damit beauftragte Bank mitteilte. Inclusive Capital erlöst damit 318 Millionen Euro, dürfte mit seinem Engagement aber Verlust eingefahren haben.
Der Investor war Anfang 2023 bei Bayer eingestiegen und hatte die Absetzung von Vorstandschef Werner Baumann mit vorangetrieben. Damals hatten die 8,18 Millionen Aktien, die der Fonds kaufte, einen Wert von 407 Millionen Euro. Die Bayer-Aktie hat seither rund 25 Prozent an Wert verloren. Ein Händler sagte, der Schritt könne ein Zeichen dafür sein, dass Ubben das Kurspotenzial für ausgereizt halte. Aktivistische Investoren hätten bei Bayer für mehr Zug gesorgt. "Und wenn der aussteigt, ist das entsprechend schlecht."
Um bis zu rund fünf Prozent nach unten ging es zeitweise für SAP(SAP.DE). Eine Herabstufung und eine drastische Kurszielsenkung durch JP Morgan setzten die Aktien des Walldorfer Softwarekonzerns zu. Die Aussicht auf einen Zusammenschluss mit dem US-Kosmetikkonzern Estee Lauder(EL.N) sorgten dagegen beim spanischen Rivalen Puig(PUIGb.MC) für Euphorie. Puig-Aktien schossen in der Spitze um knapp 17 Prozent nach oben, nachdem beide Unternehmen am Montag entsprechende Gespräche bestätigt hatten.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)