17.03.26
17:44
Reuters
| * Öl- und Gaspreise ziehen erneut an | |
| * | ZEW-Index bricht um fast 60 Punkte ein |
| * | Notenbanken im Blick |
| * | Rüstungswerte geben zeitweise nach |
| (Neu: Europäische Schlusskurse) | |
| Frankfurt, 17. Mrz (Reuters) - Nach einem kurzen | |
| Aufatmen zum Wochenstart haben steigende Energiepreise die | |
| europäischen Aktienmärkte wieder im Griff. Der Dax(.GDAXI) kam | |
| am Dienstag kaum vom Fleck und schloss 0,7 Prozent höher mit | |
| 23.730 Punkten. Auch der EuroStoxx50(.STOXX50E) zeigte sich | |
| leicht fester und schloss 0,5 Prozent höher mit bei 5769 | |
| Zählern. "Der Optimismus, der den Dax gestern steigen ließ, wird | |
| durch einen nächtlichen Ölpreisanstieg um sechs Prozent | |
| zunichtegemacht", kommentierte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst | |
| der Consorsbank. | |
Die Bewegungen am Ölmarkt seien bislang in dieser Woche insgesamt gering gewesen, was für etwas Beruhigung gesorgt habe, kommentierten die Strategen der Deutschen Bank. Nach dem Rückgang zum Wochenanfang legten die Ölpreise am Dienstag wieder zu. Rohöl der Sorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich jeweils um gut zwei Prozent auf 102,53 Dollar und 95,51 Dollar je Barrel. Grund ist die Angst vor Lieferausfällen, da die Straße von Hormus weiterhin nicht passiert werden kann.
Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der gestiegenen Energiepreise durch den Iran-Krieg ließ auch die Hoffnung auf eine rasche Konjunkturerholung platzen. Das Barometer für die Aussichten in den kommenden sechs Monaten brach im März um 58,8 Punkte auf minus 0,5 Zähler ein, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. "Die ZEW-Konjunkturerwartungen geben gleichzeitig auch einen ersten Einblick in etwaige Folgeschäden des Krieges in Nahost", konstatierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.
Mit Spannung warten Anleger nun auf die Äußerungen von Zentralbanken zu den Folgen für die Wirtschaft. Treffen stehen in dieser Woche sowohl bei der US-Notenbank Fed, der Europäischen Zentralbank, der Bank of England als auch der Bank of Japan an. Bei allen Sitzungen wird mit einer abwartenden Haltung der Währungshüter gerechnet.
Die Achillesferse für die Energiepreise ist weiter die Frage, wie lange die Straße von Hormus unpassierbar bleibt. Verbündete der USA hatten Forderungen nach der Entsendung von Kriegsschiffen zur Unterstützung der Tanker bei der Durchfahrt durch die wichtige Wasserstraße zurückgewiesen. Die Risiken blieben groß, sagte Marktanalyst Tony Sycamore von IG. "Es genügt eine einzige iranische Miliz, die eine Rakete abfeuert oder eine Mine an einem vorbeifahrenden Tanker anbringt, um die gesamte Situation erneut eskalieren zu lassen."
Die geringen Aussichten auf eine kurzfristige Öffnung der Straße von Hormus trieben auch den europäischen Gaspreis an. Der europäische Future(TRNLTTFMc1) stieg zeitweise um knapp drei Prozent auf 52,20 Euro je Megawattstunde, bevor er einen Teil der Kursgewinne wieder abgab. Hintergrund waren neue Angriffe des Iran auf die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Betrieb des Gasfeldes Shah blieb nach einem Drohnenangriff ausgesetzt. Zudem verursachte ein Angriff einen Brand im Hafen von Fudschaira.
Durch die Störung der Schifffahrt in der Straße von Hormus und die Schließung der katarischen Flüssiggasanlagen (LNG) sind rund 20 Prozent des weltweiten LNG-Handels betroffen. Neue Kapazitäten in den USA reichten nicht aus, um die derzeit unterbrochene Jahresproduktion von 110 Milliarden Kubikmetern auszugleichen, teilten Analysten von ING mit. Selbst bei einer langsamen Wiederaufnahme der Produktion sei erst im dritten Quartal mit einer Rückkehr zu normalen Liefermengen zu rechnen.
Nach den jüngsten Kursgewinnen gaben unterdessen die Aktien von Rüstungsfirmen zeitweise nach. Ein breit gefasster europäischer Branchenindex(.SXPARO) fiel in der Spitze um ein Prozent, drehte gegen Börsenschluss aber wieder ins Plus. Die Aktien von Rheinmetall(RHMG.DE) fielen zunächst um zwei Prozent ans Dax-Ende, schlossen dann aber 0,65 Prozent im Plus mit 1635 Euro. Hensoldt(HAGG.DE) führten mit einem Minus von bis zu knapp vier Prozent zunächst die Liste der Verlierer im MDax an, schlossen dann aber nur noch 0,2 Prozent unter Vortag.
Dagegen sorgten überraschend gute Ergebnisse für Rückenwind bei Fraport(FRAG.DE). Die Titel des Flughafenbetreibers hoben um mehr als fünf Prozent ab, nachdem das operative Ergebnis (Ebitda) für das Geschäftsjahr rund zehn Prozent über den Konsensschätzungen der Analysten lag. Auch der Ausblick sei "vergleichsweise optimistisch" gewesen, konstatierten die Experten von JP Morgan.
(Bericht von Stefanie Geiger und Olaf Brenner, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
17.03.26
17:44
Reuters
Frankfurt, 17. Mrz (Reuters) - Nach einem kurzen Aufatmen zum Wochenstart haben steigende Energiepreise die europäischen Aktienmärkte wieder im Griff. Der Dax(.GDAXI) kam am Dienstag kaum vom Fleck und schloss 0,7 Prozent höher mit 23.730 Punkten. Auch der EuroStoxx50(.STOXX50E) zeigte sich leicht fester und schloss 0,5 Prozent höher mit bei 5769 Zählern. "Der Optimismus, der den Dax gestern steigen ließ, wird durch einen nächtlichen Ölpreisanstieg um sechs Prozent zunichtegemacht", kommentierte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank.
Die Bewegungen am Ölmarkt seien bislang in dieser Woche insgesamt gering gewesen, was für etwas Beruhigung gesorgt habe, kommentierten die Strategen der Deutschen Bank. Nach dem Rückgang zum Wochenanfang legten die Ölpreise am Dienstag wieder zu. Rohöl der Sorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich jeweils um gut zwei Prozent auf 102,53 Dollar und 95,51 Dollar je Barrel. Grund ist die Angst vor Lieferausfällen, da die Straße von Hormus weiterhin nicht passiert werden kann.
Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der gestiegenen Energiepreise durch den Iran-Krieg ließ auch die Hoffnung auf eine rasche Konjunkturerholung platzen. Das Barometer für die Aussichten in den kommenden sechs Monaten brach im März um 58,8 Punkte auf minus 0,5 Zähler ein, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. "Die ZEW-Konjunkturerwartungen geben gleichzeitig auch einen ersten Einblick in etwaige Folgeschäden des Krieges in Nahost", konstatierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.
Mit Spannung warten Anleger nun auf die Äußerungen von Zentralbanken zu den Folgen für die Wirtschaft. Treffen stehen in dieser Woche sowohl bei der US-Notenbank Fed, der Europäischen Zentralbank, der Bank of England als auch der Bank of Japan an. Bei allen Sitzungen wird mit einer abwartenden Haltung der Währungshüter gerechnet.
STRASSE VON HORMUS WEITER IM FOKUS
Die Achillesferse für die Energiepreise ist weiter die Frage, wie lange die Straße von Hormus unpassierbar bleibt. Verbündete der USA hatten Forderungen nach der Entsendung von Kriegsschiffen zur Unterstützung der Tanker bei der Durchfahrt durch die wichtige Wasserstraße zurückgewiesen. Die Risiken blieben groß, sagte Marktanalyst Tony Sycamore von IG. "Es genügt eine einzige iranische Miliz, die eine Rakete abfeuert oder eine Mine an einem vorbeifahrenden Tanker anbringt, um die gesamte Situation erneut eskalieren zu lassen."
Die geringen Aussichten auf eine kurzfristige Öffnung der Straße von Hormus trieben auch den europäischen Gaspreis an. Der europäische Future(TRNLTTFMc1) stieg zeitweise um knapp drei Prozent auf 52,20 Euro je Megawattstunde, bevor er einen Teil der Kursgewinne wieder abgab. Hintergrund waren neue Angriffe des Iran auf die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Betrieb des Gasfeldes Shah blieb nach einem Drohnenangriff ausgesetzt. Zudem verursachte ein Angriff einen Brand im Hafen von Fudschaira.
Durch die Störung der Schifffahrt in der Straße von Hormus und die Schließung der katarischen Flüssiggasanlagen (LNG) sind rund 20 Prozent des weltweiten LNG-Handels betroffen. Neue Kapazitäten in den USA reichten nicht aus, um die derzeit unterbrochene Jahresproduktion von 110 Milliarden Kubikmetern auszugleichen, teilten Analysten von ING mit. Selbst bei einer langsamen Wiederaufnahme der Produktion sei erst im dritten Quartal mit einer Rückkehr zu normalen Liefermengen zu rechnen.
RÜSTUNGSWERTE GEGEN BÖRSENSCHLUSS ERHOLT
Nach den jüngsten Kursgewinnen gaben unterdessen die Aktien von Rüstungsfirmen zeitweise nach. Ein breit gefasster europäischer Branchenindex(.SXPARO) fiel in der Spitze um ein Prozent, drehte gegen Börsenschluss aber wieder ins Plus. Die Aktien von Rheinmetall(RHMG.DE) fielen zunächst um zwei Prozent ans Dax-Ende, schlossen dann aber 0,65 Prozent im Plus mit 1635 Euro. Hensoldt(HAGG.DE) führten mit einem Minus von bis zu knapp vier Prozent zunächst die Liste der Verlierer im MDax an, schlossen dann aber nur noch 0,2 Prozent unter Vortag.
Dagegen sorgten überraschend gute Ergebnisse für Rückenwind bei Fraport(FRAG.DE). Die Titel des Flughafenbetreibers hoben um mehr als fünf Prozent ab, nachdem das operative Ergebnis (Ebitda) für das Geschäftsjahr rund zehn Prozent über den Konsensschätzungen der Analysten lag. Auch der Ausblick sei "vergleichsweise optimistisch" gewesen, konstatierten die Experten von JP Morgan.
(Bericht von Stefanie Geiger und Olaf Brenner, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)