13.03.26
17:35
Reuters
| * Preis für Brent pendelt um 100-Dollar-Marke | |
| * | USA lockern Öl-Sanktionen gegen Russland |
| * | Euro fällt auf Siebeneinhalb-Monats-Tief |
| (Neu: Schlusskurse) | |
| Frankfurt, 13. Mrz (Reuters) - Die Sorge vor einem | |
| andauernden Krieg im Nahen Osten und einer steigenden Inflation | |
| hat die Aktienmärkte am Freitag belastet. Der Dax verlor | |
| 0,6 Prozent auf 23.447 Zähler, der EuroStoxx50 gab | |
| ebenso stark nach. An der Wall Street lagen die Indizes bis zum | |
| Handelsende in Europa zwischen 0,1 und 0,7 Prozent tiefer. Eine | |
| schnelle Lösung im Nahost-Krieg sei nicht in Sicht, sagte Jochen | |
| Stanzl von der Consorsbank. "Ebenso wenig eine sichere Rückkehr | |
| des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus." Die Lage am | |
| Energiemarkt blieb daher angespannt: Der Preis für das Nordseeöl | |
| Brent pendelte in einem volatilen Handel um die | |
| 100-Dollar-Marke je Fass. Auch die Notierungen für das US-Öl | |
| WTI schwankten heftig, am Abend kletterten sie um mehr als | |
| ein halbes Prozent. | |
Seit Beginn des Iran-Krieges vor knapp zwei Wochen hat die Angst vor langfristigen Lieferausfällen Brent und WTI um gut 40 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Der neue iranische Oberste Führer Modschtaba Chamenei hatte gedroht, dass die Straße von Hormus geschlossen bleibe. Durch die Meeresenge zwischen dem Iran und dem Oman fließt etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots.
Je länger der Krieg gehe, desto größer würden die Ängste hinsichtlich mehr Inflation und höherer Zinsen, prognostizierte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Der Dax hat in den vergangenen zwei Handelswochen fast sieben Prozent an Wert eingebüßt. "Einen Risikoabschlag für das, was durch den Krieg konjunkturell auf die heimische Wirtschaft zukommen könnte, haben die Anleger bislang allerdings noch nicht eingepreist", warnten die Analysten von LBBW.
Der Euro verlor bis zu 0,7 Prozent auf 1,1431 Dollar und markierte damit ein Siebeneinhalb-Monats-Tief. Gefragt war dagegen die US-Währung, die aktuell wieder als sicherer Hafen angesteuert wird. Der Dollar-Index kletterte in der Spitze um 0,6 Prozent auf 100,30 Punkte, den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten. Angesichts neuer Inflationsgefahren sind potenzielle Zinssenkungen in den USA aus Sicht vieler Investoren wohl erst einmal vom Tisch. Attraktiv ist der Dollar für Anleger auch deshalb, weil die USA als bedeutender Ölproduzent besser in der Lage sind, Energiepreisschocks zu verkraften als andere Regionen, die wie etwa die Euro-Zone auf Importe angewiesen sind.
Auf der Unternehmensseite hatten konjunktursensible Werte das Nachsehen. Der europäische Bankenindex fiel um 1,3 Prozent. Im Dax gaben die Titel der Commerzbank und der Deutschen Bank 2,1 und 0,8 Prozent nach. Die rote Laterne im deutschen Leitindex hielten Deutsche Post und Siemens mit einem Abschlag von je 1,9 Prozent. Größter Dax-Gewinner waren die Titel von Zalando, die 6,9 Prozent zulegten. Damit setzten sie ihren Höhenflug von Donnerstag infolge ermutigender Geschäftszahlen fort.
Schwindende Übernahmefantasien setzten United Internet und dessen Mobilfunktochter 1&1 im MDax beziehungsweise SDax zu. Die Papiere fielen um 3,8 und 8,8 Prozent. Ein Börsianer verwies auf einen Bericht der spanischen Onlinezeitung "Okdiario", wonach der spanische Telekomkonzern Telefonica angebliche Pläne für eine Übernahme von 1&1 auf Eis gelegt haben soll.
An der Amsterdamer Börse schnellten die Papiere des Chipausrüsters BE Semiconductor Industries (BESI) um 5,6 Prozent in die Höhe. Insidern zufolge soll das Unternehmen das Interesse von US-Konkurrenten wie Lam Research sowie Applied Materials auf sich gezogen haben.
(Bericht von: Daniela Pegna. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
13.03.26
17:35
Reuters
Frankfurt, 13. Mrz (Reuters) - Die Sorge vor einem andauernden Krieg im Nahen Osten und einer steigenden Inflation hat die Aktienmärkte am Freitag belastet. Der Dax verlor 0,6 Prozent auf 23.447 Zähler, der EuroStoxx50 gab ebenso stark nach. An der Wall Street lagen die Indizes bis zum Handelsende in Europa zwischen 0,1 und 0,7 Prozent tiefer. Eine schnelle Lösung im Nahost-Krieg sei nicht in Sicht, sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Ebenso wenig eine sichere Rückkehr des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus." Die Lage am Energiemarkt blieb daher angespannt: Der Preis für das Nordseeöl Brent pendelte in einem volatilen Handel um die 100-Dollar-Marke je Fass. Auch die Notierungen für das US-Öl WTI schwankten heftig, am Abend kletterten sie um mehr als ein halbes Prozent.
Seit Beginn des Iran-Krieges vor knapp zwei Wochen hat die Angst vor langfristigen Lieferausfällen Brent und WTI um gut 40 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Der neue iranische Oberste Führer Modschtaba Chamenei hatte gedroht, dass die Straße von Hormus geschlossen bleibe. Durch die Meeresenge zwischen dem Iran und dem Oman fließt etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots.
Je länger der Krieg gehe, desto größer würden die Ängste hinsichtlich mehr Inflation und höherer Zinsen, prognostizierte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Der Dax hat in den vergangenen zwei Handelswochen fast sieben Prozent an Wert eingebüßt. "Einen Risikoabschlag für das, was durch den Krieg konjunkturell auf die heimische Wirtschaft zukommen könnte, haben die Anleger bislang allerdings noch nicht eingepreist", warnten die Analysten von LBBW.
Der Euro verlor bis zu 0,7 Prozent auf 1,1431 Dollar und markierte damit ein Siebeneinhalb-Monats-Tief. Gefragt war dagegen die US-Währung, die aktuell wieder als sicherer Hafen angesteuert wird. Der Dollar-Index kletterte in der Spitze um 0,6 Prozent auf 100,30 Punkte, den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten. Angesichts neuer Inflationsgefahren sind potenzielle Zinssenkungen in den USA aus Sicht vieler Investoren wohl erst einmal vom Tisch. Attraktiv ist der Dollar für Anleger auch deshalb, weil die USA als bedeutender Ölproduzent besser in der Lage sind, Energiepreisschocks zu verkraften als andere Regionen, die wie etwa die Euro-Zone auf Importe angewiesen sind.
Auf der Unternehmensseite hatten konjunktursensible Werte das Nachsehen. Der europäische Bankenindex fiel um 1,3 Prozent. Im Dax gaben die Titel der Commerzbank und der Deutschen Bank 2,1 und 0,8 Prozent nach. Die rote Laterne im deutschen Leitindex hielten Deutsche Post und Siemens mit einem Abschlag von je 1,9 Prozent. Größter Dax-Gewinner waren die Titel von Zalando, die 6,9 Prozent zulegten. Damit setzten sie ihren Höhenflug von Donnerstag infolge ermutigender Geschäftszahlen fort.
Schwindende Übernahmefantasien setzten United Internet und dessen Mobilfunktochter 1&1 im MDax beziehungsweise SDax zu. Die Papiere fielen um 3,8 und 8,8 Prozent. Ein Börsianer verwies auf einen Bericht der spanischen Onlinezeitung "Okdiario", wonach der spanische Telekomkonzern Telefonica angebliche Pläne für eine Übernahme von 1&1 auf Eis gelegt haben soll.
An der Amsterdamer Börse schnellten die Papiere des Chipausrüsters BE Semiconductor Industries (BESI) um 5,6 Prozent in die Höhe. Insidern zufolge soll das Unternehmen das Interesse von US-Konkurrenten wie Lam Research sowie Applied Materials auf sich gezogen haben.
(Bericht von: Daniela Pegna. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: