13.03.26
11:54
Reuters
| * | Preis für Brent pendelt um 100-Dollar-Marke | |
| * | USA lockern Öl-Sanktionen gegen Russland | |
| * | Euro fällt auf Siebeneinhalb-Monats-Tief | |
(Neu: Europäische Börsen, Einzelwerte, Ölpreis, Devisen, Zitate)
| Frankfurt, 13. Mrz (Reuters) - Die anhaltend hohen |
| Ölpreise haben die Dax-Anleger auch zum Wochenschluss in |
| Unruhe versetzt. Der deutsche Leitindex verlor 0,4 Prozent auf |
| 23.501 Zähler, zeitweise hatte er 1,3 Prozent niedriger notiert. |
| Der EuroStoxx50 gab in der Spitze 1,4 Prozent nach. |
| Eine schnelle Lösung im Nahost-Krieg sei nicht in Sicht, sagte |
| Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Ebenso wenig eine sichere |
| Rückkehr des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus." Die |
| Lage am Energiemarkt blieb daher angespannt: Der Preis für das |
| Nordseeöl Brent pendelte in einem volatilen Handel um die |
| 100-Dollar-Marke je Fass. Auch die Notierungen für das US-Öl |
| WTI schwankten heftig, gegen Mittag fielen sie um 1,3 |
| Prozent auf 94,56 Dollar je Barrel. |
Seit Beginn des Iran-Krieges vor knapp zwei Wochen hat die Angst vor langfristigen Lieferausfällen Brent und WTI um gut 40 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Um die Turbulenzen am Ölmarkt abzufedern, erlauben die USA Ländern nun, für die nächsten 30 Tage auf See befindliches russisches Öl und Ölprodukte zu kaufen. Zuvor hatte das US-Energieministerium bereits angekündigt, 172 Millionen Barrel Öl aus der strategischen Ölreserve freizugeben. Dies ist Teil einer Zusage der 32 Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA), insgesamt 400 Millionen Barrel Öl freizugeben.
Für den Markt seien dies kurzfristige Lösungen, die die Angebotsproblematik nicht beheben könnten, sagte Emril Jamil, Analyst bei LSEG. Dreh- und Angelpunkt bleibt laut Yang An von Haitong Futures die Straße von Hormus. Der Schiffsverkehr ist hier im Zuge des Nahost-Krieges praktisch zum Erliegen gekommen. Durch die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman fließt etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots. Am Donnerstag hatte der neue iranische Oberste Führer Modschtaba Chamenei gedroht, die Straße von Hormus bleibe geschlossen.
Je länger der Krieg gehe, desto größer würden die Ängste hinsichtlich mehr Inflation und höherer Zinsen, prognostizierte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Der Dax hat in den vergangenen zwei Handelswochen fast sieben Prozent an Wert eingebüßt. Auch der Euro ist deutlich unter die Räder geraten. Die Gemeinschaftswährung verlor am Freitag bis zu 0,7 Prozent auf 1,1431 Dollar und markierte damit ein Siebeneinhalb-Monats-Tief. Gefragt war dagegen die US-Währung, die aktuell wieder als sicherer Hafen angesteuert wird. Der Dollar-Index kletterte in der Spitze um 0,6 Prozent auf 100,30 Punkte, den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten. Angesichts neuer Inflationsgefahren sind potenzielle Zinssenkungen in den USA aus Sicht vieler Investoren wohl erst einmal vom Tisch. Attraktiv ist der Dollar für Anleger auch deshalb, weil die USA als bedeutender Ölproduzent besser in der Lage sind, Energiepreisschocks zu verkraften als andere Regionen, die wie etwa die Euro-Zone auf Importe angewiesen sind.
Auf der Unternehmensseite hatten konjunktursensible Werte das Nachsehen. Der europäische Bankenindex fiel um bis zu 2,1 Prozent. Im Dax gaben die Titel der Commerzbank und der Deutschen Bank jeweils gut ein Prozent nach. Größter Dax-Gewinner waren die Titel von Zalando mit einem Plus mehr als neun Prozent. Die Experten von Bernstein haben die Titel auf "Market-Perform" nach zuvor "Underperform" hochgesetzt. Zur Begründung hieß es, das Chance-Risiko-Verhältnis sei nun ausgewogener. Der Aktienpreis sei im vergangenen Jahr deutlich gefallen und auch die Gewinnerwartungen am Markt seien inzwischen auf ein realistischeres Niveau gesunken.
Schwindende Übernahmenfantasien machten United Internet und dessen Mobilfunktochter 1&1 im MDax beziehungsweise SDax das Leben schwer. Die Papiere fielen in der Spitze um 11,4 und zwölf Prozent. Ein Börsianer verwies auf einen Bericht der spanischen Onlinezeitung "Okdiario", wonach der spanische Telekomkonzern Telefonica angebliche Pläne für eine Übernahme von 1&1 auf Eis gelegt haben soll.
An der Amsterdamer Börse zündeten die Papiere des Chipausrüsters BE Semiconductor Industries (BESI) ein Kursfeuerwerk. Insidern zufolge soll das Unternehmen das Interesse von US-Konkurrenten wie Lam Research sowie Applied Materials auf sich gezogen haben. Die BESI-Aktien schnellten um bis zu 14,4 Prozent in die Höhe.
(Bericht von: Daniela Pegna. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
13.03.26
11:54
Reuters
Frankfurt, 13. Mrz (Reuters) - Die anhaltend hohen Ölpreise haben die Dax-Anleger auch zum Wochenschluss in Unruhe versetzt. Der deutsche Leitindex verlor 0,4 Prozent auf 23.501 Zähler, zeitweise hatte er 1,3 Prozent niedriger notiert. Der EuroStoxx50 gab in der Spitze 1,4 Prozent nach. Eine schnelle Lösung im Nahost-Krieg sei nicht in Sicht, sagte Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Ebenso wenig eine sichere Rückkehr des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus." Die Lage am Energiemarkt blieb daher angespannt: Der Preis für das Nordseeöl Brent pendelte in einem volatilen Handel um die 100-Dollar-Marke je Fass. Auch die Notierungen für das US-Öl WTI schwankten heftig, gegen Mittag fielen sie um 1,3 Prozent auf 94,56 Dollar je Barrel.
Seit Beginn des Iran-Krieges vor knapp zwei Wochen hat die Angst vor langfristigen Lieferausfällen Brent und WTI um gut 40 Prozent in die Höhe schnellen lassen. Um die Turbulenzen am Ölmarkt abzufedern, erlauben die USA Ländern nun, für die nächsten 30 Tage auf See befindliches russisches Öl und Ölprodukte zu kaufen. Zuvor hatte das US-Energieministerium bereits angekündigt, 172 Millionen Barrel Öl aus der strategischen Ölreserve freizugeben. Dies ist Teil einer Zusage der 32 Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA), insgesamt 400 Millionen Barrel Öl freizugeben.
Für den Markt seien dies kurzfristige Lösungen, die die Angebotsproblematik nicht beheben könnten, sagte Emril Jamil, Analyst bei LSEG. Dreh- und Angelpunkt bleibt laut Yang An von Haitong Futures die Straße von Hormus. Der Schiffsverkehr ist hier im Zuge des Nahost-Krieges praktisch zum Erliegen gekommen. Durch die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman fließt etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots. Am Donnerstag hatte der neue iranische Oberste Führer Modschtaba Chamenei gedroht, die Straße von Hormus bleibe geschlossen.
<h5 align=center> FURCHT VOR NEUER INFLATIONSWELLE UND HÖHEREN ZINSEN</h5> Je länger der Krieg gehe, desto größer würden die Ängste hinsichtlich mehr Inflation und höherer Zinsen, prognostizierte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Der Dax hat in den vergangenen zwei Handelswochen fast sieben Prozent an Wert eingebüßt. Auch der Euro ist deutlich unter die Räder geraten. Die Gemeinschaftswährung verlor am Freitag bis zu 0,7 Prozent auf 1,1431 Dollar und markierte damit ein Siebeneinhalb-Monats-Tief. Gefragt war dagegen die US-Währung, die aktuell wieder als sicherer Hafen angesteuert wird. Der Dollar-Index kletterte in der Spitze um 0,6 Prozent auf 100,30 Punkte, den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten. Angesichts neuer Inflationsgefahren sind potenzielle Zinssenkungen in den USA aus Sicht vieler Investoren wohl erst einmal vom Tisch. Attraktiv ist der Dollar für Anleger auch deshalb, weil die USA als bedeutender Ölproduzent besser in der Lage sind, Energiepreisschocks zu verkraften als andere Regionen, die wie etwa die Euro-Zone auf Importe angewiesen sind. <h5 align=center> KONJUNKTURSENSIBLE BANKENWERTE SCHWÄCHELN</h5> Auf der Unternehmensseite hatten konjunktursensible Werte das Nachsehen. Der europäische Bankenindex fiel um bis zu 2,1 Prozent. Im Dax gaben die Titel der Commerzbank und der Deutschen Bank jeweils gut ein Prozent nach. Größter Dax-Gewinner waren die Titel von Zalando mit einem Plus mehr als neun Prozent. Die Experten von Bernstein haben die Titel auf "Market-Perform" nach zuvor "Underperform" hochgesetzt. Zur Begründung hieß es, das Chance-Risiko-Verhältnis sei nun ausgewogener. Der Aktienpreis sei im vergangenen Jahr deutlich gefallen und auch die Gewinnerwartungen am Markt seien inzwischen auf ein realistischeres Niveau gesunken.Schwindende Übernahmenfantasien machten United Internet und dessen Mobilfunktochter 1&1 im MDax beziehungsweise SDax das Leben schwer. Die Papiere fielen in der Spitze um 11,4 und zwölf Prozent. Ein Börsianer verwies auf einen Bericht der spanischen Onlinezeitung "Okdiario", wonach der spanische Telekomkonzern Telefonica angebliche Pläne für eine Übernahme von 1&1 auf Eis gelegt haben soll.
An der Amsterdamer Börse zündeten die Papiere des Chipausrüsters BE Semiconductor Industries (BESI) ein Kursfeuerwerk. Insidern zufolge soll das Unternehmen das Interesse von US-Konkurrenten wie Lam Research sowie Applied Materials auf sich gezogen haben. Die BESI-Aktien schnellten um bis zu 14,4 Prozent in die Höhe.
(Bericht von: Daniela Pegna. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: