13.03.26
13:04
Reuters
| * | Steigende Energiepreise werden zur "echten | |
| Bewährungsprobe" | ||
| * | Vorerst keine Zinsänderung der Fed und der EZB erwartet | |
| * | Chinesische Industrie und Einzelhandel im Fokus | |
| - von Sanne Schimanski | ||
| Frankfurt, 13. Mrz (Reuters) - Auch die neue Börsenwoche | ||
| steht im Schatten des US-Konflikts mit dem Iran. Die | ||
| Nachrichtenflut zu dem Thema schickte die Ölpreise und damit den | ||
| Aktienmarkt in den vergangenen Tagen auf Achterbahnfahrt. "Sind | ||
| zu Wochenbeginn noch einige Marktteilnehmer von einem | ||
| kurzfristigen, nur Tage dauernden Krieg ausgegangen, zeichnet | ||
| sich mit jeder neuen Nachricht ein vollkommen anderes Bild ab", | ||
| sagt Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. | ||
| Angriffe des Iran auf Tanker im Persischen Golf schürten zum | ||
| Wochenausklang neue Versorgungsängste, am Freitagnachmittag lag | ||
| der Dax mit 23.472 Punkten rund ein halbes Prozent unter | ||
| dem Vorwochenschluss. Dabei werden erneut steigende | ||
| Energiepreise laut Lipkow zu einer "echten Bewährungsprobe" für | ||
| Inflation und Wachstum. | ||
Offen sei, ob mit den jüngsten Angriffen die Chancen auf einen Regimewechsel im Iran bestehen blieben, schreiben die Experten der Helaba. Laut Israels Ministerpräsident Netanjahu sei die geistliche Führung zwar deutlich geschwächt, doch könne ohne einen internen Aufstand kein Regimewechsel garantiert werden. "Die zuletzt verhaltenen Reaktionen an den Aktienmärkten könnten ein Hinweis darauf sein, dass die Anleger noch nicht kapituliert haben", heißt es im Helaba-Bericht.
Angesichts wachsender Inflationssorgen warten Anleger mit Spannung auf die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Währungshüter versuchen, mit straffer Geldpolitik die Teuerung einzudämmen, ohne den Konjunkturmotor abzuwürgen. Bei der US-Notenbank gehen Experten und Händler von einer Zinspause am 18. März aus. "Wir erwarten, dass Präsident Jerome Powell andeuten wird, dass die Fed zunächst durch die Ölpreisentwicklungen hindurchschauen will und diese den mittelfristigen Ausblick bislang nicht tangieren", sagt Eckhard Schulte, Vorstandsvorsitzender des Vermögensverwalters MainSky. Die Erwartung der Marktteilnehmer, dass die Fed die Zinsen in der zweiten Jahreshälfte nochmals senkt, hält der Experte für "angemessen".
Pessimistischer zeigen sich Analysten und Händler mit Blick auf den geldpolitischen Kurs der europäischen Währungshüter. An den Terminmärkten wird aktuell für eine Zinserhöhung der EZB am 19. März eine Wahrscheinlichkeit von rund zehn Prozent eingepreist, bei den Zinsentscheiden im April und Juni sind es rund 30 und 65 Prozent. Die Ökonomen der Commerzbank zeigen sich jedoch gelassen: "Im Hauptszenario eines eher kürzeren Kriegs legen unsere Inflationsprognosen und Einschätzungen der EZB-Reaktionsfunktion keine Zinserhöhung nahe."
Die neue Konjunkturdatenwoche eröffnen am Montag die Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen und zur Industrieproduktion in China im Februar. Diese dürften zeigen, dass die boomenden Exporte weiterhin einer nur verhalten zunehmenden Inlandsnachfrage gegenüberstehen, sagt Commerzbank-Experte Henry Hao. Ebenfalls zum Wochenstart stehen zudem die Daten zur US-Industrieproduktion im vergangenen Monat an. Am Dienstag legt das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Umfrage zur Konjunktureinschätzung der Investoren im März vor. Im Fokus zur Wochenmitte stehen die endgültigen Inflationsdaten für die Euro-Zone sowie die US-Erzeugerpreise für Februar und die US-Industrieaufträge im Januar.
Auf der Unternehmensseite warten Anleger unter anderem auf die Geschäftszahlen von Hypoport, Fraport, HelloFresh, TeamViewer, Talanx, TAG Immobilien, Hella, Lanxess, Nemetschek, United Internet, Ionos, 1&1 und Vonovia.
(Redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
13.03.26
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Reuters
Frankfurt, 13. Mrz (Reuters) - Auch die neue Börsenwoche steht im Schatten des US-Konflikts mit dem Iran. Die Nachrichtenflut zu dem Thema schickte die Ölpreise und damit den Aktienmarkt in den vergangenen Tagen auf Achterbahnfahrt. "Sind zu Wochenbeginn noch einige Marktteilnehmer von einem kurzfristigen, nur Tage dauernden Krieg ausgegangen, zeichnet sich mit jeder neuen Nachricht ein vollkommen anderes Bild ab", sagt Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. Angriffe des Iran auf Tanker im Persischen Golf schürten zum Wochenausklang neue Versorgungsängste, am Freitagnachmittag lag der Dax mit 23.472 Punkten rund ein halbes Prozent unter dem Vorwochenschluss. Dabei werden erneut steigende Energiepreise laut Lipkow zu einer "echten Bewährungsprobe" für Inflation und Wachstum.
Offen sei, ob mit den jüngsten Angriffen die Chancen auf einen Regimewechsel im Iran bestehen blieben, schreiben die Experten der Helaba. Laut Israels Ministerpräsident Netanjahu sei die geistliche Führung zwar deutlich geschwächt, doch könne ohne einen internen Aufstand kein Regimewechsel garantiert werden. "Die zuletzt verhaltenen Reaktionen an den Aktienmärkten könnten ein Hinweis darauf sein, dass die Anleger noch nicht kapituliert haben", heißt es im Helaba-Bericht.
Angesichts wachsender Inflationssorgen warten Anleger mit Spannung auf die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Währungshüter versuchen, mit straffer Geldpolitik die Teuerung einzudämmen, ohne den Konjunkturmotor abzuwürgen. Bei der US-Notenbank gehen Experten und Händler von einer Zinspause am 18. März aus. "Wir erwarten, dass Präsident Jerome Powell andeuten wird, dass die Fed zunächst durch die Ölpreisentwicklungen hindurchschauen will und diese den mittelfristigen Ausblick bislang nicht tangieren", sagt Eckhard Schulte, Vorstandsvorsitzender des Vermögensverwalters MainSky. Die Erwartung der Marktteilnehmer, dass die Fed die Zinsen in der zweiten Jahreshälfte nochmals senkt, hält der Experte für "angemessen".
Pessimistischer zeigen sich Analysten und Händler mit Blick auf den geldpolitischen Kurs der europäischen Währungshüter. An den Terminmärkten wird aktuell für eine Zinserhöhung der EZB am 19. März eine Wahrscheinlichkeit von rund zehn Prozent eingepreist, bei den Zinsentscheiden im April und Juni sind es rund 30 und 65 Prozent. Die Ökonomen der Commerzbank zeigen sich jedoch gelassen: "Im Hauptszenario eines eher kürzeren Kriegs legen unsere Inflationsprognosen und Einschätzungen der EZB-Reaktionsfunktion keine Zinserhöhung nahe."
Die neue Konjunkturdatenwoche eröffnen am Montag die Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen und zur Industrieproduktion in China im Februar. Diese dürften zeigen, dass die boomenden Exporte weiterhin einer nur verhalten zunehmenden Inlandsnachfrage gegenüberstehen, sagt Commerzbank-Experte Henry Hao. Ebenfalls zum Wochenstart stehen zudem die Daten zur US-Industrieproduktion im vergangenen Monat an. Am Dienstag legt das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Umfrage zur Konjunktureinschätzung der Investoren im März vor. Im Fokus zur Wochenmitte stehen die endgültigen Inflationsdaten für die Euro-Zone sowie die US-Erzeugerpreise für Februar und die US-Industrieaufträge im Januar.
Auf der Unternehmensseite warten Anleger unter anderem auf die Geschäftszahlen von Hypoport, Fraport, HelloFresh, TeamViewer, Talanx, TAG Immobilien, Hella, Lanxess, Nemetschek, United Internet, Ionos, 1&1 und Vonovia.
(Redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)