09.03.26
09:54
Reuters
| * Öl so teuer wie seit 2022 nicht mehr - Reaktion der USA | ||
| im Blick | ||
| * | Mögliche Freigabe strategischer Reserven dämmt | |
| Kursverluste ein | ||
| * | Dollar steigt weiter - Euro, Metalle und Anleihen auf | |
| Talfahrt | ||
| * | Tech-, Finanz- und Luftfahrtwerte am stärksten unter | |
| Druck | ||
(Neu: Europäische Börsen, US-Futures, Devisen, Metalle, Anleihen)
| Frankfurt, 09. Mrz (Reuters) - Der Anstieg der Ölpreise |
| über 100 Dollar hat am Montag einen Ausverkauf an den Börsen |
| ausgelöst. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl |
| WTI(CLc1) verteuerten sich nach Angriffen auf iranische Tanker |
| und Lager am Wochenende um jeweils rund 15 Prozent. Mit 107,72 |
| und 103,99 Dollar je Fass (159 Liter) lagen sie auf dem höchsten |
| Stand seit rund vier Jahren. Der Dax(.GDAXI) und der |
| EuroStoxx50(.STOXX50E) notierten am Montagvormittag jeweils rund |
| 2,5 Prozent tiefer bei 23.001 und 5564 Punkten. Die japanischen |
| Börsen(.N225)(.TOPX) verzeichneten ihre größten Tagesverluste |
| seit rund einem Jahr. Auch die Futures für die wichtigsten |
| US-Indizes(1YMcv1)(EScv1)(NQcv1) lagen im Minus. |
Anleger befürchten eine steigende Inflation und eine Abkühlung der Konjunktur, sollte der Ölpreis über einen längeren Zeitraum auf dem hohen Niveau verharren. "Angesichts des schwersten Angebotsausfalls auf dem Ölmarkt seit den 1970er Jahren richtet sich nun alle Aufmerksamkeit auf die Reaktion Washingtons", sagte Helima Croft, Chefstrategin bei der Royal Bank of Canada. Es sei schwer abzuschätzen, ob die Angriffe auf den Iran mehrere Wochen oder mehrere Monate andauern würden. "Bislang haben weder politische Maßnahmen aus dem Weißen Haus noch optimistische Fernsehstatements die akute Nervosität der Märkte lindern können."
Jens Klatt, Analyst beim Broker XTB, zeigte sich hingegen optimistisch. Der Experte geht davon aus, dass Öl mit dem Plus von rund 30 Prozent in der Nacht auf Montag seine Hochs erreicht habe, auch wenn es in den nächsten Wochen extrem schwankungsintensiv bleiben dürfte. Als Grund für seine Zuversicht nennt er die Midterm-Wahlen in den USA im November. "Wenn die Republikaner und der US-Präsident hier einen Sieg einfahren wollen, muss der Ölpreis zurück unter 100 Dollar - und zwar deutlich." Andernfalls drohten eine galoppierende Inflation, globale Rezession und nachhaltige Abschläge am Aktienmarkt. Daher dürften die USA ab jetzt nach und nach deeskalieren.
Dämpfend auf den Ölpreisanstieg wirkte ein Bericht der "Financial Times", wonach die G7-Finanzminister bei ihrem Treffen am Montag über die Freigabe von Öl aus Notreserven beraten würden. Drei G7-Länder, darunter die USA, hätten bisher ihre Unterstützung dafür bekundet. Consorsbank-Experte Stanzl mahnte zur Vorsicht: "Während dies kurzfristig helfen könnte, dem Ölpreisanstieg Einhalt zu gebieten, wird dadurch nichts zum Besseren gewendet, was die ursprüngliche Ursache der steigenden Preise betrifft - die De-facto-Schließung der Straße von Hormus."
Der Dollar(.DXY) blieb bei seiner jüngst zurückgewonnenen Rolle eines "sicheren Hafens" und stieg um 0,5 Prozent auf 99,520 Punkte. Der Euro(EUR=) gewann im Gegenzug 0,7 Prozent auf 1,1533 Dollar. Inflations- und Zinsängste belasteten Gold(XAU=) und Silber(XAG=), die um 1,3 und 0,7 Prozent nachgaben. Aus den Depots flogen auch Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen und US-Bonds stieg im Gegenzug zum fallenden Kurs auf 2,888 und 4,187 Prozent nach 2,864 und 4,132 Prozent am Freitag.
Unter Druck gerieten Aktien aus sämtlichen Sektoren. Am steilsten nach unten ging es für die europäischen Branchenindizes für Technologie(.SX8P) und Banken(.SX7E), die jeweils mehr als drei Prozent einbüßten. Sorgen über steigende Kraftstoffpreise drückten Airlines wie Air France(AIRF.PA), Lufthansa(LHAG.DE) und IAG(ICAG.L) um gut vier bis fast fünf Prozent ins Minus. Zu den größten Verlierern im Dax zählten Continental(CONG.DE), MTU(MTXGn.DE), Siemens Energy(ENR1n.DE) und Airbus(AIRG.DE) mit Verlusten von gut drei bis gut vier Prozent. Nach oben ging es nur für wenige Werte - etwa Hensoldt(HAGG.DE). Die Aktien des Rüstungskonzerns rückten nach einer Hochstufung um rund 3,5 Prozent vor.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
09.03.26
09:54
Reuters
Frankfurt, 09. Mrz (Reuters) - Der Anstieg der Ölpreise über 100 Dollar hat am Montag einen Ausverkauf an den Börsen ausgelöst. Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verteuerten sich nach Angriffen auf iranische Tanker und Lager am Wochenende um jeweils rund 15 Prozent. Mit 107,72 und 103,99 Dollar je Fass (159 Liter) lagen sie auf dem höchsten Stand seit rund vier Jahren. Der Dax(.GDAXI) und der EuroStoxx50(.STOXX50E) notierten am Montagvormittag jeweils rund 2,5 Prozent tiefer bei 23.001 und 5564 Punkten. Die japanischen Börsen(.N225)(.TOPX) verzeichneten ihre größten Tagesverluste seit rund einem Jahr. Auch die Futures für die wichtigsten US-Indizes(1YMcv1)(EScv1)(NQcv1) lagen im Minus.
Anleger befürchten eine steigende Inflation und eine Abkühlung der Konjunktur, sollte der Ölpreis über einen längeren Zeitraum auf dem hohen Niveau verharren. "Angesichts des schwersten Angebotsausfalls auf dem Ölmarkt seit den 1970er Jahren richtet sich nun alle Aufmerksamkeit auf die Reaktion Washingtons", sagte Helima Croft, Chefstrategin bei der Royal Bank of Canada. Es sei schwer abzuschätzen, ob die Angriffe auf den Iran mehrere Wochen oder mehrere Monate andauern würden. "Bislang haben weder politische Maßnahmen aus dem Weißen Haus noch optimistische Fernsehstatements die akute Nervosität der Märkte lindern können."
WAS MACHT WASHINGTON?
Jens Klatt, Analyst beim Broker XTB, zeigte sich hingegen optimistisch. Der Experte geht davon aus, dass Öl mit dem Plus von rund 30 Prozent in der Nacht auf Montag seine Hochs erreicht habe, auch wenn es in den nächsten Wochen extrem schwankungsintensiv bleiben dürfte. Als Grund für seine Zuversicht nennt er die Midterm-Wahlen in den USA im November. "Wenn die Republikaner und der US-Präsident hier einen Sieg einfahren wollen, muss der Ölpreis zurück unter 100 Dollar - und zwar deutlich." Andernfalls drohten eine galoppierende Inflation, globale Rezession und nachhaltige Abschläge am Aktienmarkt. Daher dürften die USA ab jetzt nach und nach deeskalieren.
Dämpfend auf den Ölpreisanstieg wirkte ein Bericht der "Financial Times", wonach die G7-Finanzminister bei ihrem Treffen am Montag über die Freigabe von Öl aus Notreserven beraten würden. Drei G7-Länder, darunter die USA, hätten bisher ihre Unterstützung dafür bekundet. Consorsbank-Experte Stanzl mahnte zur Vorsicht: "Während dies kurzfristig helfen könnte, dem Ölpreisanstieg Einhalt zu gebieten, wird dadurch nichts zum Besseren gewendet, was die ursprüngliche Ursache der steigenden Preise betrifft - die De-facto-Schließung der Straße von Hormus."
SÄMTLICHE SEKTOREN UNTER DRUCK
Der Dollar(.DXY) blieb bei seiner jüngst zurückgewonnenen Rolle eines "sicheren Hafens" und stieg um 0,5 Prozent auf 99,520 Punkte. Der Euro(EUR=) gewann im Gegenzug 0,7 Prozent auf 1,1533 Dollar. Inflations- und Zinsängste belasteten Gold(XAU=) und Silber(XAG=), die um 1,3 und 0,7 Prozent nachgaben. Aus den Depots flogen auch Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen und US-Bonds stieg im Gegenzug zum fallenden Kurs auf 2,888 und 4,187 Prozent nach 2,864 und 4,132 Prozent am Freitag.
Unter Druck gerieten Aktien aus sämtlichen Sektoren. Am steilsten nach unten ging es für die europäischen Branchenindizes für Technologie(.SX8P) und Banken(.SX7E), die jeweils mehr als drei Prozent einbüßten. Sorgen über steigende Kraftstoffpreise drückten Airlines wie Air France(AIRF.PA), Lufthansa(LHAG.DE) und IAG(ICAG.L) um gut vier bis fast fünf Prozent ins Minus. Zu den größten Verlierern im Dax zählten Continental(CONG.DE), MTU(MTXGn.DE), Siemens Energy(ENR1n.DE) und Airbus(AIRG.DE) mit Verlusten von gut drei bis gut vier Prozent. Nach oben ging es nur für wenige Werte - etwa Hensoldt(HAGG.DE). Die Aktien des Rüstungskonzerns rückten nach einer Hochstufung um rund 3,5 Prozent vor.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)