05.03.26
11:40
Reuters
| * | Furcht vor längerfristigen Lieferstörungen in Straße | |
| von Hormus | ||
| * | DHL nach Zahlen auf Tauchstation | |
| * | Merck schwächeln nach Ausblick für 2026 | |
(Neu: Europäische Börsen, Zitate, Einzelwerte, Rohstoffe, Devisen)
| Frankfurt, 05. Mrz (Reuters) - Der Krieg im Nahen Osten |
| hat den Dax(.GDAXI) am Donnerstag auf eine Berg- und Talfahrt |
| geschickt. Der deutsche Leitindex arbeitete sich nach einem |
| schwachen Start um bis zu 0,7 Prozent ins Plus vor und notierte |
| am Mittag dann nur wenig verändert bei 24.254 Punkten. Der |
| EuroStoxx50(.STOXXX50E) gewann 0,4 Prozent. "Die Schwankungen an |
| den Börsen bleiben hoch, und das wird wohl auch noch für einige |
| Zeit so bleiben", prognostizierte Thomas Altmann von QC |
| Partners. Für Nervosität sorgt derzeit vor allem der steigende |
| Ölpreis. "Die Lage bleibt angespannt und die Straße von Hormus |
| das Nadelöhr für die globale Konjunktur," resümierte Andreas |
| Lipkow von CMC Markets. |
Seit Wochenbeginn haben Versorgungsängste die Preise für das Nordseeöl Brent(LCOc1) und WTI(CLc1) um jeweils mehr als 16 Prozent nach oben getrieben. Am Donnerstag lag Brent zeitweise bei 84,74 und WTI bei 78,09 Dollar je Fass. Die Wasserstraße von Hormus ist eine wichtige Transportader für rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Versorgung. Aktuell ist der Schiffsverkehr hier nahezu zum Erliegen gekommen. Iranische Streitkräfte haben Öltanker in oder nahe der Straße von Hormus angegriffen. Israel und der Iran setzten ihren gegenseitigen Beschuss am Donnerstag unvermindert fort. Ein Vorstoß, den Luftkrieg zu beenden, wurde durch die Republikaner von US-Präsident Donald Trump im US-Senat blockiert.
Am Devisenmarkt nahmen die Anleger erneut Kurs auf die US-Währung. Der Dollar-Index(.DXY) stieg um bis zu 0,4 Prozent auf 99,20 Punkte. Seit Beginn der US-Militäraktion gegen den Iran am Wochenende hat der Index 1,5 Prozent an Wert gewonnen. Kapital fließe in die klassische Krisenwährung, der Dollar übernehme wieder die Rolle des sicheren Hafens, sagte Maximilian Wienke von eToro. Schwindende Zinssenkungsspekulationen stützen den Dollar zusätzlich. Der sprunghafte Anstieg der Energiepreise infolge des Nahostkrieges schürt die Befürchtung eines Wiederauflebens der Inflation. Händler preisen laut dem CME FedWatch-Tool derzeit nur noch eine 34-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der US-Notenbank im Juni ein, verglichen mit fast 46 Prozent vor einer Woche. Das Nachsehen hat der Euro(EUR=). Die Gemeinschaftswährung kommt seit Wochenbeginn auf ein Minus von 1,8 Prozent - am Donnerstag verlor sie bis zu 0,4 Prozent auf 1,1580 Dollar.
Auf der Unternehmensseite drehte sich das Bilanzkarussell weiter und sorgte für zum Teil deutliche Ausschläge bei Einzelaktien. Mit zu den größten Dax-Verlierern zählten die Titel von DHL(DHLn.DE), die zeitweise 6,4 Prozent nachgaben. Der Konzern steigerte bei sinkenden Umsätzen den operativen Gewinn. Die Prognose für 2026 fällt aus Sicht eines Händlers wie erwartet aus. DHL will ein operatives Ergebnis von über 6,2 Milliarden Euro erzielen. 2025 legte der operative Gewinn (Ebit) um 3,7 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zu.
Bei Merck(MRCG.DE) enttäuschte der Ausblick für 2026 die Investoren. Die Aktien des Pharma- und Technologiekonzerns fielen im Dax nach anfänglichen Gewinnen um 1,5 Prozent. Merck stellt sich im laufenden Jahr wegen des Patentverlusts für ein wichtiges Medikament und starker Währungseffekte auf einen Ergebnisrückgang von bis zu zehn Prozent ein. Die Prognose für 2026 sei nicht gut, sagte ein Händler.
Im MDax(.MDAXI) stürzten Ströer(SAXG.DE) auf den tiefsten Stand seit knapp elf Jahren. Die Papiere fielen um bis zu 8,8 Prozent auf 31,15 Euro. Ein Händler bezeichnete die Prognosen für 2026 als "uninspirierend". Das Management rechnet mit einem organischen Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen prozentualen Bereich und einem weitgehend stabilen Ergebnis gegenüber dem Vorjahr für das bereinigte Ebitda.
Am Metallmarkt könnte die Störung von Lieferketten durch den Nahost-Konflikt die Preise für Aluminium weiter nach oben schnellen lassen. Der meistgehandelte Aluminiumkontrakt an der Shanghaier Terminbörse(SAFcv1) stieg zeitweise um 3,5 Prozent auf 25.365 Yuan pro Tonne. Der richtungsweisende Dreimonats-Aluminiumpreis(CMAL3) an der Londoner Metallbörse gewann zunächst 1,7 Prozent auf 3400,50 Dollar pro Tonne, anschließend schmolz das Plus jedoch ab. Anleger machten Kasse, nachdem der Preis am Mittwoch den höchsten Stand seit fast vier Jahren markiert hatte. "Eine länger anhaltende Beeinträchtigung der Straße von Hormus könnte die Versorgung belasten, weil sie sowohl die Anlieferung der für die Aluminiumherstellung benötigten Vorprodukte Tonerde und Bauxit als auch die Ausfuhr von raffiniertem Aluminium erschwert", prognostizierte Ulrich Stephan von der Deutschen Bank.
(Bericht von: Daniela Pegna, Mitarbeit Anika Ross. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
05.03.26
11:40
Reuters
Frankfurt, 05. Mrz (Reuters) - Der Krieg im Nahen Osten hat den Dax(.GDAXI) am Donnerstag auf eine Berg- und Talfahrt geschickt. Der deutsche Leitindex arbeitete sich nach einem schwachen Start um bis zu 0,7 Prozent ins Plus vor und notierte am Mittag dann nur wenig verändert bei 24.254 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXXX50E) gewann 0,4 Prozent. "Die Schwankungen an den Börsen bleiben hoch, und das wird wohl auch noch für einige Zeit so bleiben", prognostizizierte Thomas Altmann von QC Partners. Für Nervosität sorgt derzeit vor allem der steigende Ölpreis. "Die Lage bleibt angespannt und die Straße von Hormus das Nadelöhr für die globale Konjunktur," resümierte Andreas Lipkow von CMC Markets.
Seit Wochenbeginn haben Versorgungsängste die Preise für das Nordseeöl Brent(LCOc1) und WTI(CLc1) um jeweils mehr als 16 Prozent nach oben getrieben. Am Donnerstag lag Brent zeitweise bei 84,74 und WTI bei 78,09 Dollar je Fass. Die Wasserstraße von Hormus ist eine wichtige Transportader für rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Versorgung. Aktuell ist der Schiffsverkehr hier nahezu zum Erliegen gekommen. Iranische Streitkräfte haben Öltanker in oder nahe der Straße von Hormus angegriffen. Israel und der Iran setzten ihren gegenseitigen Beschuss am Donnerstag unvermindert fort. Ein Vorstoß, den Luftkrieg zu beenden, wurde durch die Republikaner von US-Präsident Donald Trump im US-Senat blockiert.
Am Devisenmarkt nahmen die Anleger erneut Kurs auf die US-Währung. Der Dollar-Index(.DXY) stieg um bis zu 0,4 Prozent auf 99,20 Punkte. Seit Beginn der US-Militäraktion gegen den Iran am Wochenende hat der Index 1,5 Prozent an Wert gewonnen. Kapital fließe in die klassische Krisenwährung, der Dollar übernehme wieder die Rolle des sicheren Hafens, sagte Maximilian Wienke von eToro. Schwindende Zinssenkungsspekulationen stützen den Dollar zusätzlich. Der sprunghafte Anstieg der Energiepreise infolge des Nahostkrieges schürt die Befürchtung eines Wiederauflebens der Inflation. Händler preisen laut dem CME FedWatch-Tool derzeit nur noch eine 34-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der US-Notenbank im Juni ein, verglichen mit fast 46 Prozent vor einer Woche. Das Nachsehen hat der Euro(EUR=). Die Gemeinschaftswährung kommt seit Wochenbeginn auf ein Minus von 1,8 Prozent - am Donnerstag verlor sie bis zu 0,4 Prozent auf 1,1580 Dollar.
Auf der Unternehmensseite drehte sich das Bilanzkarussell weiter und sorgte für zum Teil deutliche Ausschläge bei Einzelaktien. Mit zu den größten Dax-Verlierern zählten die Titel von DHL(DHLn.DE), die zeitweise 6,4 Prozent nachgaben. Der Konzern steigerte bei sinkenden Umsätzen den operativen Gewinn. Die Prognose für 2026 fällt aus Sicht eines Händlers wie erwartet aus. DHL will ein operatives Ergebnis von über 6,2 Milliarden Euro erzielen. 2025 legte der operative Gewinn (Ebit) um 3,7 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zu.
Bei Merck(MRCG.DE) enttäuschte der Ausblick für 2026 die Investoren. Die Aktien des Pharma- und Technologiekonzerns fielen im Dax nach anfänglichen Gewinnen um 1,5 Prozent. Merck stellt sich im laufenden Jahr wegen des Patentverlusts für ein wichtiges Medikament und starker Währungseffekte auf einen Ergebnisrückgang von bis zu zehn Prozent ein. Die Prognose für 2026 sei nicht gut, sagte ein Händler.
Im MDax(.MDAXI) stürzten Ströer(SAXG.DE) auf den tiefsten Stand seit knapp elf Jahren. Die Papiere fielen um bis zu 8,8 Prozent auf 31,15 Euro. Ein Händler bezeichnete die Prognosen für 2026 als "uninspirierend". Das Management rechnet mit einem organischen Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen prozentualen Bereich und einem weitgehend stabilen Ergebnis gegenüber dem Vorjahr für das bereinigte Ebitda.
Am Metallmarkt könnte die Störung von Lieferketten durch den Nahost-Konflikt die Preise für Aluminium weiter nach oben schnellen lassen. Der meistgehandelte Aluminiumkontrakt an der Shanghaier Terminbörse(SAFcv1) stieg zeitweise um 3,5 Prozent auf 25.365 Yuan pro Tonne. Der richtungsweisende Dreimonats-Aluminiumpreis(CMAL3) an der Londoner Metallbörse gewann zunächst 1,7 Prozent auf 3400,50 Dollar pro Tonne, anschließend schmolz das Plus jedoch ab. Anleger machten Kasse, nachdem der Preis am Mittwoch den höchsten Stand seit fast vier Jahren markiert hatte. "Eine länger anhaltende Beeinträchtigung der Straße von Hormus könnte die Versorgung belasten, weil sie sowohl die Anlieferung der für die Aluminiumherstellung benötigten Vorprodukte Tonerde und Bauxit als auch die Ausfuhr von raffiniertem Aluminium erschwert", prognostizierte Ulrich Stephan von der Deutschen Bank.
(Bericht von: Daniela Pegna, Mitarbeit Anika Ross. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: