27.02.26
12:05
Reuters
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| Leitindex trotzt Zollsorgen |
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| BASF warnt vor weiterem Krisenjahr |
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| Fusionsspekulationen um 1&1 und Telefonica |
| (Neu: Europäische Börsen, Einzelwerte, Zitate, Ölpreis) |
| Frankfurt, 27. Feb (Reuters) - In kleinen Schritten hat |
| sich der Dax(.GDAXI) am Freitag an neue Rekordstände |
| herangetastet. Der deutsche Leitindex kletterte am Freitag um |
| bis zu 0,5 Prozent auf 25.405 Zähler - zuletzt hatte er Mitte |
| Januar mit 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert. Der |
| EuroStoxx50(.STOXX50E) notierte knapp im Minus. Nach |
| Einschätzung von Robert Greil, Chefstratege bei Merck Finck, |
| besteht trotz der erneuten Zollunsicherheit und aller |
| geopolitischen Sorgen weiter Aufwärtspotenzial für die globalen |
| Aktienmärkte. Die Börsen hätten sich inzwischen an viele |
| anhaltende Unsicherheiten wie etwa an der Zollfront gewöhnt, |
| meint der Experte. |
Das Oberste Gericht der USA hatte vergangene Woche von US-Präsident Donald Trump erlassene Zollregelungen gekippt. Auf einer anderen Rechtsgrundlage sind am Dienstag nun neue Zölle in Kraft getreten. Der Dax legte auf Monatssicht dennoch gut drei Prozent zu.
Ausgebremst wurde der Dax-Anstieg am Freitag durch den mit Enttäuschung aufgenommenen Ausblick von BASF(BASFn.DE). Der weltgrößte Chemiekonzern stellt sich nach einem Gewinneinbruch auf ein weiteres schwieriges Jahr ein und reagiert mit einem verschärften Sparkurs. Die ausbleibende Gewinndynamik schicke die Aktien in die Verlustzone, erläuterte Andreas Lipkow von CMC Markets. Die Papiere von BASF gaben zeitweise mehr als fünf Prozent nach.
Für lange Gesichter sorgten zum Wochenschluss auch die Geschäftszahlen von Delivery Hero(DHER.DE), die unter den Markterwartungen lagen. Zunehmender Wettbewerbsdruck macht dem Essenslieferanten zu schaffen. Die Aktien rutschten im MDax(.MDAXI) in der Spitze um fast acht Prozent ab.
Auf der Gewinnerseite ragten die Titel von United Internet(UTDI.DE) und seiner Mobilfunktochter 1&1(1U1.DE) hervor. Die Titel legten im MDax beziehungsweise SDax(.SDAXI) jeweils mehr als elf Prozent zu. Der spanische Telekomkonzern Telefonica(TEF.MC) ist einem Medienbericht zufolge an 1&1 interessiert. Weder der Mobilfunker noch United Internet oder Telefonica Deutschland wollten hierzu eine Stellungnahme abgeben. Gerüchte um eine Übernahme von 1&1 durch Telefonica oder Vodafone(VOD.L) kursieren seit Längerem. Die Aktien von Telefonica gewannen bis zu 5,9 Prozent.
Europaweit unter die Räder gerieten die Papiere vieler Airlines, obwohl die British-Airways-Mutter IAG(ICAG.L) für das vergangene Jahr ein Gewinnplus ausweisen konnte. Deren Aktien rutschten an der Londoner Börse um 6,2 Prozent ab, Lufthansa(LAHG.DE) gaben im MDax 3,6 Prozent, Air France KLM(.AIRF.PA) 4,2 Prozent nach. Der europäische Reise- und Freizeitindex(.SXTP) verlor zwei Prozent. Marktbeobachter machten den steigenden Ölpreis für die Kursverluste verantwortlich.
Der ungewisse Ausgang der Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran verteuerte das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) um jeweils zwei Prozent auf 72,18 beziehungsweise 66,56 Dollar je Fass. Die jüngsten Gespräche am Donnerstag machten etwas Hoffnung auf eine friedliche Lösung, aber angesichts der bisherigen Erfahrungen seien Militärschläge keineswegs ausgeschlossen, sagte DBS-Analyst Suvro Sarkar.
Der Iran rechnet Außenminister Abbas Araghtschi zufolge in weniger als einer Woche mit einer nächsten Runde der Atomgespräche mit den USA. Im Fokus steht der seit Jahrzehnten anhaltende Streit über das Atomprogramm der Islamischen Republik. Allerdings geht es den USA auch um das iranische Raketenprogramm. Die USA haben mit einem Militärschlag gedroht, sollte keine Einigung gelingen. Analysten zufolge sind bereits acht bis zehn Dollar an Risikoprämie in den Ölnotierungen eingepreist. Anleger fürchten, dass ein militärischer Konflikt die Ölversorgung aus dem Nahen Osten durch die Straße von Hormus unterbrechen könnte.
(Bericht von Daniela Pegna. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
27.02.26
12:05
Reuters
(Neu: Europäische Börsen, Einzelwerte, Zitate, Ölpreis) Frankfurt, 27. Feb (Reuters) - In kleinen Schritten hat sich der Dax(.GDAXI) am Freitag an neue Rekordstände herangetastet. Der deutsche Leitindex kletterte am Freitag um bis zu 0,5 Prozent auf 25.405 Zähler - zuletzt hatte er Mitte Januar mit 25.507,79 Punkten ein Allzeithoch markiert. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) notierte knapp im Minus. Nach Einschätzung von Robert Greil, Chefstratege bei Merck Finck, besteht trotz der erneuten Zollunsicherheit und aller geopolitischen Sorgen weiter Aufwärtspotenzial für die globalen Aktienmärkte. Die Börsen hätten sich inzwischen an viele anhaltende Unsicherheiten wie etwa an der Zollfront gewöhnt, meint der Experte.
Das Oberste Gericht der USA hatte vergangene Woche von US-Präsident Donald Trump erlassene Zollregelungen gekippt. Auf einer anderen Rechtsgrundlage sind am Dienstag nun neue Zölle in Kraft getreten. Der Dax legte auf Monatssicht dennoch gut drei Prozent zu.
Ausgebremst wurde der Dax-Anstieg am Freitag durch den mit Enttäuschung aufgenommenen Ausblick von BASF(BASFn.DE). Der weltgrößte Chemiekonzern stellt sich nach einem Gewinneinbruch auf ein weiteres schwieriges Jahr ein und reagiert mit einem verschärften Sparkurs. Die ausbleibende Gewinndynamik schicke die Aktien in die Verlustzone, erläuterte Andreas Lipkow von CMC Markets. Die Papiere von BASF gaben zeitweise mehr als fünf Prozent nach.
Für lange Gesichter sorgten zum Wochenschluss auch die Geschäftszahlen von Delivery Hero(DHER.DE), die unter den Markterwartungen lagen. Zunehmender Wettbewerbsdruck macht dem Essenslieferanten zu schaffen. Die Aktien rutschten im MDax(.MDAXI) in der Spitze um fast acht Prozent ab.
Auf der Gewinnerseite ragten die Titel von United Internet(UTDI.DE) und seiner Mobilfunktochter 1&1(1U1.DE) hervor. Die Titel legten im MDax beziehungsweise SDax(.SDAXI) jeweils mehr als elf Prozent zu. Der spanische Telekomkonzern Telefonica(TEF.MC) ist einem Medienbericht zufolge an 1&1 interessiert. Weder der Mobilfunker noch United Internet oder Telefonica Deutschland wollten hierzu eine Stellungnahme abgeben. Gerüchte um eine Übernahme von 1&1 durch Telefonica oder Vodafone(VOD.L) kursieren seit Längerem. Die Aktien von Telefonica gewannen bis zu 5,9 Prozent.
Europaweit unter die Räder gerieten die Papiere vieler Airlines, obwohl die British-Airways-Mutter IAG(ICAG.L) für das vergangene Jahr ein Gewinnplus ausweisen konnte. Deren Aktien rutschten an der Londoner Börse um 6,2 Prozent ab, Lufthansa(LAHG.DE) gaben im MDax 3,6 Prozent, Air France KLM(.AIRF.PA) 4,2 Prozent nach. Der europäische Reise- und Freizeitindex(.SXTP) verlor zwei Prozent. Marktbeobachter machten den steigenden Ölpreis für die Kursverluste verantwortlich.
Der ungewisse Ausgang der Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran verteuerte das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) um jeweils zwei Prozent auf 72,18 beziehungsweise 66,56 Dollar je Fass. Die jüngsten Gespräche am Donnerstag machten etwas Hoffnung auf eine friedliche Lösung, aber angesichts der bisherigen Erfahrungen seien Militärschläge keineswegs ausgeschlossen, sagte DBS-Analyst Suvro Sarkar.
Der Iran rechnet Außenminister Abbas Araghtschi zufolge in weniger als einer Woche mit einer nächsten Runde der Atomgespräche mit den USA. Im Fokus steht der seit Jahrzehnten anhaltende Streit über das Atomprogramm der Islamischen Republik. Allerdings geht es den USA auch um das iranische Raketenprogramm. Die USA haben mit einem Militärschlag gedroht, sollte keine Einigung gelingen. Analysten zufolge sind bereits acht bis zehn Dollar an Risikoprämie in den Ölnotierungen eingepreist. Anleger fürchten, dass ein militärischer Konflikt die Ölversorgung aus dem Nahen Osten durch die Straße von Hormus unterbrechen könnte.
(Bericht von Daniela Pegna. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: