27.02.26
14:01
Reuters
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Dax-Rekordhoch in Sichtweite
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Störfaktoren bleiben KI-Disuption und Iran-Konflikt
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Indexentscheid: Lufthansa könnte es zurück in den Dax schaffen
| - von Anika Ross |
| Frankfurt, 27. Feb (Reuters) - Der Weg zum nahen |
| Allzeithoch könnte für den Dax(.GDAXI) angesichts zahlreicher |
| Störfeuer in der neuen Woche holprig werden. "Die Unsicherheit, |
| welche Folgen der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) für die |
| Geschäftsmodelle von Unternehmen haben wird, und Sorgen vor |
| drohenden Militärschlägen der USA gegen den Iran bremsen derzeit |
| den Dax", sagt Commerzbank-Stratege Andreas Hürkamp. Der |
| deutsche Leitindex kam in der alten Woche kaum vom Fleck. |
| Dennoch näherte er sich am Freitag in Trippelschritten seinem |
| Allzeithoch von Mitte Januar an und lag zeitweise nur noch rund |
| 100 Punkte von der Bestmarke von 25.507,79 Punkten entfernt. |
Überzeugende Wachstumszahlen des KI-Vorreiters Nvidia(NVDA.O) hatten weltweit für Erleichterung in dem gebeutelten Technologiesektor gesorgt, aber kein Kursfeuerwerk entfacht. Auch der ungewisse Ausgang der Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sorgte für Zurückhaltung. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sagte am Donnerstag, er rechne in weniger als einer Woche mit der nächsten Runde der Atomgespräche mit den USA. Die Vereinigten Staaten haben mit einem Militärschlag gedroht, sollte keine Einigung gelingen.
Die Entscheidung des Supreme Court gegen die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle brachte die Börsen kaum aus dem Tritt. Der Dax legte auf Monatssicht gut drei Prozent zu. "Das Urteil wurde von den Märkten größtenteils so erwartet und praktisch ändert sich erst einmal nicht viel", schreiben die Strategen der Helaba. Die auf anderer Rechtsgrundlage erhobenen neuen Zölle änderten in der Summe nicht viel, seien jedoch zeitlich befristet. "Die Regierung erkauft sich damit also lediglich Zeit, um eine dauerhafte Regelung zu finden."
Die neue Woche ist vollgepackt mit Konjunkturindikatoren, allen voran der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Zuletzt hatten überraschend positiv ausgefallene Daten die Erwartungen an eine rasche Lockerung der Geldpolitik der US-Notenbank Fed gedämpft. Händler rechnen kurzfristig nicht mit Zinssenkungen, planen diese aber im Jahresverlauf ein. Die Federal Reserve blickt bei ihren geldpolitischen Entscheidungen besonders auf den Jobmarkt und war sich über den künftigen Zinskurs zuletzt uneins.
Hinweise darauf, wie die Währungshüter die US-Wirtschaftsaktivität bewerten, dürfte der Konjunkturbericht "Beige Book" am Mittwoch liefern. Dann stehen auch die Jobdaten aus der Privatwirtschaft als Vorbote für den offiziellen Bericht in den Startlöchern. Zudem werden Investoren auf den ISM-Index achten. Er werde aufzeigen, ob sich das Verarbeitende Gewerbe in den USA tatsächlich positiv entwickele oder ob der Januar lediglich ein Ausreißer war, heißt es bei der Helaba.
Am Dienstag blicken die Anleger auf die Verbraucherpreise für die Euro-Zone. Hier könnte Experten zufolge der wegen der Spannungen zwischen dem Iran und den USA nach oben geschnellte Ölpreis einen Effekt gehabt haben. Das Ölkartell Opec+ erwägt Insidern zufolge eine Anhebung ihrer Ölförderung. Acht Produzenten der Gruppe, darunter Saudi-Arabien, Russland und die Vereinigten Arabischen Emirate, treffen sich am Wochenende zu Beratungen. Die EZB hatte angesichts der gesunkenen Inflationsgefahr den Leitzins von Mitte 2024 bis Mitte 2025 in mehreren Schritten von vier auf zwei Prozent halbiert und seither stillgehalten. Aufschluss über die Stimmungslage der Währungshüter dürften die Protokolle der vergangenen Sitzung liefern, die am Donnerstag veröffentlicht werden.
Am Freitag stehen zudem noch die Auftragseingänge für Deutschland an. "Nachdem die Auftragseingänge im November und Dezember wegen zahlreicher Großaufträge nach oben gesprungen sind, wäre alles andere als ein deutliches Minus im Januar eine große Überraschung", sagt Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.
Im Dax könnte es zu einem Comeback der Lufthansa(LHAG.DE)-Aktie kommen, wenn die Deutsche-Börse-Tochter Stoxx am Mittwochabend über die Zusammensetzung der Auswahlindizes entscheidet. Lange sah es so aus, als würde die Fluggesellschaft im März nach sechs Jahren sicher wieder in die erste Börsenliga aufsteigen. Erster Abstiegskandidat wäre der Online-Händler Zalando(ZALG.DE). Doch dann drückten Streiks von Piloten und Kabinenpersonal die Lufthansa-Aktie zumindest vorübergehend. Das könnte bei der Abrechnung am Freitag ins Gewicht fallen, bei der die volumengewichtete Kursentwicklung im Februar betrachtet wird. Index-Experte Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg spricht von einem "Fotofinish".
Bei den hiesigen Unternehmen werden in der neuen Woche einige Dax-Bilanzen vorgelegt, unter anderem von Bayer(BAYGn.DE), Beiersdorf(BEIG.DE), Adidas(ADSGn.DE) und Merck(MRCG.DE). In den USA flaut die Berichtssaison ab. Von besonderem Interesse dürften die Zahlen von Broadcom(AVGO.O) und Costco(COST.O) sein.
(Redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
27.02.26
14:01
Reuters
Überzeugende Wachstumszahlen des KI-Vorreiters Nvidia(NVDA.O) hatten weltweit für Erleichterung in dem gebeutelten Technologiesektor gesorgt, aber kein Kursfeuerwerk entfacht. Auch der ungewisse Ausgang der Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sorgte für Zurückhaltung. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sagte am Donnerstag, er rechne in weniger als einer Woche mit der nächsten Runde der Atomgespräche mit den USA. Die Vereinigten Staaten haben mit einem Militärschlag gedroht, sollte keine Einigung gelingen.
Die Entscheidung des Supreme Court gegen die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle brachte die Börsen kaum aus dem Tritt. Der Dax legte auf Monatssicht gut drei Prozent zu. "Das Urteil wurde von den Märkten größtenteils so erwartet und praktisch ändert sich erst einmal nicht viel", schreiben die Strategen der Helaba. Die auf anderer Rechtsgrundlage erhobenen neuen Zölle änderten in der Summe nicht viel, seien jedoch zeitlich befristet. "Die Regierung erkauft sich damit also lediglich Zeit, um eine dauerhafte Regelung zu finden."
US-ARBEITSMARKT IM BLICK
Die neue Woche ist vollgepackt mit Konjunkturindikatoren, allen voran der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Zuletzt hatten überraschend positiv ausgefallene Daten die Erwartungen an eine rasche Lockerung der Geldpolitik der US-Notenbank Fed gedämpft. Händler rechnen kurzfristig nicht mit Zinssenkungen, planen diese aber im Jahresverlauf ein. Die Federal Reserve blickt bei ihren geldpolitischen Entscheidungen besonders auf den Jobmarkt und war sich über den künftigen Zinskurs zuletzt uneins.
Hinweise darauf, wie die Währungshüter die US-Wirtschaftsaktivität bewerten, dürfte der Konjunkturbericht "Beige Book" am Mittwoch liefern. Dann stehen auch die Jobdaten aus der Privatwirtschaft als Vorbote für den offiziellen Bericht in den Startlöchern. Zudem werden Investoren auf den ISM-Index achten. Er werde aufzeigen, ob sich das Verarbeitende Gewerbe in den USA tatsächlich positiv entwickle oder ob der Januar lediglich ein Ausreißer war, heißt es bei der Helaba.
INFLATION UND ÖLPREISE
Am Dienstag blicken die Anleger auf die Verbraucherpreise für die Euro-Zone. Hier könnte Experten zufolge der wegen der Spannungen zwischen dem Iran und den USA nach oben geschnellte Ölpreis einen Effekt gehabt haben. Das Ölkartell Opec+ erwägt Insidern zufolge eine Anhebung ihrer Ölförderung. Acht Produzenten der Gruppe, darunter Saudi-Arabien, Russland und die Vereinigten Arabischen Emirate, treffen sich am Wochenende zu Beratungen. Die EZB hatte angesichts der gesunkenen Inflationsgefahr den Leitzins von Mitte 2024 bis Mitte 2025 in mehreren Schritten von vier auf zwei Prozent halbiert und seither stillgehalten. Aufschluss über die Stimmungslage der Währungshüter dürften die Protokolle der vergangenen Sitzung liefern, die am Donnerstag veröffentlicht werden.
Am Freitag stehen zudem noch die Auftragseingänge für Deutschland an. "Nachdem die Auftragseingänge im November und Dezember wegen zahlreicher Großaufträge nach oben gesprungen sind, wäre alles andere als ein deutliches Minus im Januar eine große Überraschung", sagt Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.
MÖGLICHES DAX-COMEBACK DER LUFTHANSA
Im Dax könnte es zu einem Comeback der Lufthansa(LHAG.DE)-Aktie kommen, wenn die Deutsche-Börse-Tochter Stoxx am Mittwochabend über die Zusammensetzung der Auswahlindizes entscheidet. Lange sah es so aus, als würde die Fluggesellschaft im März nach sechs Jahren sicher wieder in die erste Börsenliga aufsteigen. Erster Abstiegskandidat wäre der Online-Händler Zalando(ZALG.DE). Doch dann drückten Streiks von Piloten und Kabinenpersonal die Lufthansa-Aktie zumindest vorübergehend. Das könnte bei der Abrechnung am Freitag ins Gewicht fallen, bei der die volumengewichtete Kursentwicklung im Februar betrachtet wird. Index-Experte Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg spricht von einem "Fotofinish".
Bei den hiesigen Unternehmen werden in der neuen Woche einige Dax-Bilanzen vorgelegt, unter anderem von Bayer(BAYGn.DE), Beiersdorf(BEIG.DE), Adidas(ADSGn.DE) und Merck(MRCG.DE). In den USA flaut die Berichtssaison ab. Von besonderem Interesse dürften die Zahlen von Broadcom(AVGO.O) und Costco(COST.O) sein.
(Redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)