13.02.26
12:04
Reuters
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Leitindex kommt kaum vom Fleck
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Delivery Hero nach Zahlen von Tochter Talabat auf Tauchstation
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Ölpreise finden keine Richtung
(Neu: Europäische Börsen, Zitate, Einzelwerte, Devisen, Rohstoffe)
| Frankfurt, 13. Feb (Reuters) - Die ungewisse |
| US-Zinspolitik und KI-Sorgen haben die Kauflaune der |
| Dax(.GDAXI)-Anleger am Freitag getrübt. Der deutsche Leitindex |
| hielt sich mit 24.898 Zählern knapp im Plus, der |
| EuroStoxx(.STOXX50E) notierte leicht im Minus. Ein Ausbruch über |
| 25.000 Punkte im Dax sei derzeit nur schwer möglich, resümierte |
| Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Die Erkenntnis, was KI alles |
| kann, und die daraus entstehende Angst vor den Auswirkungen auf |
| Unternehmen ziehen immer größere Kreise und scheinen vor keinem |
| Segment des Aktienmarktes Halt zu machen." Zuletzt kamen an der |
| Wall Street Transport- und Logistikwerte ins Schlingern. Anfang |
| der Woche standen Versicherungstitel im Fadenkreuz. Auch der Dax |
| kam seit Montag unterm Strich kaum vorwärts. |
Neben der Frage, welche Branchen ihre Produktivität durch Investitionen in KI steigern können und welche unter Druck geraten, sorgten auch die anstehenden US-Inflationsdaten für Nervosität. Experten erwarten einen Rückgang der Verbraucherpreise im Januar auf 2,5 Prozent (Dezember 2,7 Prozent). "Nach dem starken Jobbericht vom Mittwoch wächst die Sorge, dass die Teuerungsrate der Federal Reserve wenig Spielraum für die erhofften Zinssenkungen lässt," sagt Frank Sohlleder von AktivTrades. Anleger rechnen aktuell frühestens im Juni mit einer geldpolitischen Lockerung der US-Notenbank, die Vollbeschäftigung fördern und stabile Preise sichern soll. Zuletzt haben die Währungshüter den Leitzins nach drei Senkungen in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gehalten. Der Dollar-Index(.DXY) notierte mit 96,99 Punkten im Vorfeld der Daten leicht fester, der Euro(EUR=) lag wenig verändert bei rund 1,19 Dollar.
Auf der Unternehmensseite standen erneut Bilanzberichte im Fokus. Der optimistische Ausblick des französischen Luft- und Raumfahrtkonzerns Safran(SAF.PA) ließ Anleger auch bei den Aktien von MTU Aero Engines(MTXGn.DE) zugreifen. Die Titel des Münchner Flugzeugzulieferers standen mit einem Plus von fast vier Prozent an der Dax-Spitze. Die Papiere von Safran legten an der Pariser Börse sieben Prozent zu. Das Unternehmen prognostizierte für das Jahr 2026 deutlich steigende Umsätze und Gewinne.
Federn lassen mussten im MDax(.MDAXI) dagegen Delivery Hero(DHER.DE). Die Titel des Essenslieferdienstes verloren nach durchwachsenen Geschäftszahlen der Nahost-Tochter Talabat(TALABAT.DU) zeitweise mehr als neun Prozent. Talabat rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang des bereinigten Betriebsgewinns auf 510 bis 540 Millionen Dollar und einem Umsatzwachstum von elf bis 14 Prozent.
Keinen guten Tag erwischten auch L'Oreal(OREP.PA), deren Aktien um sieben Prozent abrutschten. Der Umsatz des französischen Kosmetikkonzerns im vierten Quartal verfehlte knapp die Erwartungen der Analysten. Für Verdruss sorgte vor allem das Asien-Geschäft. In Nordasien wuchs der Umsatz nur um 0,6 Prozent, während hier ein Plus von 5,6 Prozent prognostiziert worden war.
Am Ölmarkt fanden die Preise zum Wochenschluss nur schwer eine Richtung. Die Notierungen für Brent(LCOc1) und WTI(CLc1) lagen gegen Mittag jeweils 0,4 Prozent höher bei 67,80 beziehungsweise 63,04 Dollar je Fass. Am Morgen hatten sie noch schwächer notiert. Entscheidend für den Preis ist laut Experten, wie sich der Konflikt zwischen dem Iran und den USA nach den ersten Atomgesprächen in der vergangenen Woche entwickelt. Noch sei unklar, wie es weitergehe, aber US-Präsident Trump habe verlauten lassen, über die Entsendung eines zweiten Flugzeugträgerverbandes in die Region nachzudenken, falls keine Einigung erzielt werde, schreibt Commerzbank-Analystin Barbara Lambrecht. "Die Lage bleibt also angespannt und rechtfertigt bis auf Weiteres eine Risikoprämie." Anleger fürchten, dass eine militärische Eskalation auch die Öllieferungen aus der wichtigen Förderregion im Nahen Osten beeinträchtigen könnte.
(Bericht von Daniela Pegna. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
13.02.26
12:04
Reuters
Neben der Frage, welche Branchen ihre Produktivität durch Investitionen in KI steigern können und welche unter Druck geraten, sorgten auch die anstehenden US-Inflationsdaten für Nervosität. Experten erwarten einen Rückgang der Verbraucherpreise im Januar auf 2,5 Prozent (Dezember 2,7 Prozent). "Nach dem starken Jobbericht vom Mittwoch wächst die Sorge, dass die Teuerungsrate der Federal Reserve wenig Spielraum für die erhofften Zinssenkungen lässt," sagt Frank Sohlleder von AktivTrades. Anleger rechnen aktuell frühestens im Juni mit einer geldpolitischen Lockerung der US-Notenbank, die Vollbeschäftigung fördern und stabile Preise sichern soll. Zuletzt haben die Währungshüter den Leitzins nach drei Senkungen in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent gehalten. Der Dollar-Index(.DXY) notierte mit 96,99 Punkten im Vorfeld der Daten leicht fester, der Euro(EUR=) lag wenig verändert bei rund 1,19 Dollar.
Auf der Unternehmensseite standen erneut Bilanzberichte im Fokus. Der optimistische Ausblick des französischen Luft- und Raumfahrtkonzerns Safran(SAF.PA) ließ Anleger auch bei den Aktien von MTU Aero Engines(MTXGn.DE) zugreifen. Die Titel des Münchner Flugzeugzulieferers standen mit einem Plus von fast vier Prozent an der Dax-Spitze. Die Papiere von Safran legten an der Pariser Börse sieben Prozent zu. Das Unternehmen prognostizierte für das Jahr 2026 deutlich steigende Umsätze und Gewinne.
Federn lassen mussten im MDax(.MDAXI) dagegen Delivery Hero(DHER.DE). Die Titel des Essenslieferdienstes verloren nach durchwachsenen Geschäftszahlen der Nahost-Tochter Talabat(TALABAT.DU) zeitweise mehr als neun Prozent. Talabat rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang des bereinigten Betriebsgewinns auf 510 bis 540 Millionen Dollar und einem Umsatzwachstum von elf bis 14 Prozent.
Keinen guten Tag erwischten auch L'Oreal(OREP.PA), deren Aktien um sieben Prozent abrutschten. Der Umsatz des französischen Kosmetikkonzerns im vierten Quartal verfehlte knapp die Erwartungen der Analysten. Für Verdruss sorgte vor allem das Asien-Geschäft. In Nordasien wuchs der Umsatz nur um 0,6 Prozent, während hier ein Plus von 5,6 Prozent prognostiziert worden war.
Am Ölmarkt fanden die Preise zum Wochenschluss nur schwer eine Richtung. Die Notierungen für Brent(LCOc1) und WTI(CLc1) lagen gegen Mittag jeweils 0,4 Prozent höher bei 67,80 beziehungsweise 63,04 Dollar je Fass. Am Morgen hatten sie noch schwächer notiert. Entscheidend für den Preis ist laut Experten, wie sich der Konflikt zwischen dem Iran und den USA nach den ersten Atomgesprächen in der vergangenen Woche entwickelt. Noch sei unklar, wie es weitergehe, aber US-Präsident Trump habe verlauten lassen, über die Entsendung eines zweiten Flugzeugträgerverbandes in die Region nachzudenken, falls keine Einigung erzielt werde, schreibt Commerzbank-Analystin Barbara Lambrecht. "Die Lage bleibt also angespannt und rechtfertigt bis auf Weiteres eine Risikoprämie." Anleger fürchten, dass eine militärische Eskalation auch die Öllieferungen aus der wichtigen Förderregion im Nahen Osten beeinträchtigen könnte.
(Bericht von Daniela Pegna. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: