13.02.26
14:33
Reuters
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| Zinssignale und KI-Ängste verunsichern |
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| Anleger warten auf weitere Konjunktursignale |
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| China-Börsen wegen Neujahrsfest geschlossen |
| - von Anika Ross |
| Frankfurt, 13. Feb (Reuters) - In der Fastnachtswoche |
| sollten die Anleger am deutschen Aktienmarkt Strategen zufolge |
| besonnen bleiben und auf Sicht fahren. Denn wie es mit dem |
| KI-Hype und der Geldpolitik in den USA weitergeht, ist weiter |
| ungewiss. |
Seit Wochen ringen die Finanzmärkte um eine angemessene Bewertung der Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Wirtschaft. "Die Erkenntnis, was KI alles kann, und die daraus entstehende Angst vor den Auswirkungen auf Unternehmen ziehen immer größere Kreise und scheinen vor keinem Segment des Aktienmarktes Halt zu machen", sagt Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Technologieaktien gingen weltweit auf Berg- und Talfahrt und dürften das angesichts der bestehenden geld- und geopolitischen Unsicherheiten auch bleiben. "Solange die Fed im Zinssenkungsmodus war, wurde die Tech-Rally getragen. Doch nach dem jüngsten positiven Arbeitsmarktbericht ist die Geldpolitik der Fed noch schwieriger einzuschätzen", fasst Helaba-Strategin Claudia Windt zusammen.
An den Terminmärkten nahmen die Wetten auf rasche Zinssenkungen der Fed angesichts der überraschend robusten Lage am US-Stellenmarkt ab. "Da der Mitte Mai scheidende FOMC-Chairman Jerome Powell aber ohnehin als Befürworter einer abwartenden Geldpolitik gilt, dürften ihm diese Zahlen durchaus gelegen gekommen sein", kommentieren die Analysten der LBBW. Die Notenbank versucht derzeit mit Zinsen auf erhöhtem Niveau die Inflation einzudämmen, ohne die Konjunktur abzuwürgen. Auf Jahressicht rechnen Investoren mit weiter fallenden Zinsen. Dafür sprach am Freitag auch, dass der Inflationsanstieg im Januar weniger stark ausfiel als erwartet. "Unter dem neuen Notenbank-Chef dürfte die Fed die Zinsen ab Juni stärker senken, als der Markt einpreist", kommentierte die Commerzbank.
Auch in der neuen Woche dürften sich die Börsen an Konjunkturdaten entlanghangeln. In der alten Woche kämpfte der Dax(.GDAXI) um die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten, die er letztendlich nicht nachhaltig überwinden konnte. Am Freitagnachmittag lag der deutsche Leitindex mit 24.900 Punkten auf Wochensicht mehr als ein halbes Prozent höher.
Auch an den närrischen Tagen wird an der Frankfurter Börse gehandelt. Am Rosenmontag müssen die Anleger jedoch ohne US-Impulse auskommen, da die Wall Street wegen des Nationalfeiertags zum Gedenken an George Washington geschlossen bleibt. Am Montag beginnt auch die einwöchige Auszeit an den chinesischen Börsen zum chinesischen Neujahr, das im Zeichen des Feuer-Pferdes steht.
Der Konjunkturreigen startet am Montag mit den Zahlen zur Industrieproduktion in der Euro-Zone im Dezember und vorläufigen Zahlen zum japanischen BIP-Wachstum im vierten Quartal. Am Faschingsdienstag gibt der ZEW-Index für Februar Auskunft über die Stimmung der deutschen Börsenprofis. "Die Industriedaten des vierten Quartals deuten auf einen konjunkturellen Aufschwung hin. Demzufolge dürften auch die ZEW-Konjunkturerwartungen im Februar besser ausfallen", heißt es bei der Helaba. Außerdem warten Anleger auf die endgültigen deutschen Inflationsdaten für Januar.
Am Aschermittwoch folgen die Zahlen zur Produktion in der US-Industrie im vergangenen Monat und japanische Exportdaten. Zudem werden die Mitschriften der vergangenen Fed-Sitzung auf weitere geldpolitische Signale abgeklopft. Geplant zur Veröffentlichung am Donnerstag sind Daten zum Verbrauchervertrauen im Euroraum im Februar.
Im Fokus zum Wochenschluss stehen die deutschen Erzeugerpreise für Januar und die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor in der Euro-Zone im Februar. Aus den USA erwartet die Investoren die erste Schätzung zum US-BIP. "Die neuen Zahlen werden die Geldpolitik wohl nicht sonderlich beeinflussen. So schaut die US-Notenbank eher auf den Arbeitsmarkt als auf das Bruttoinlandsprodukt, und der Arbeitsmarkt läuft deutlich schwächer", urteilt Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer. Hingegen gilt der auch am Freitag anstehende US-PCE-Index, der die persönlichen Ausgaben der Konsumenten beleuchtet, für die Fed als wichtiges Inflationsmaß.
Auf der Unternehmensseite läuft die Bilanzsaison nach und nach aus. In Deutschland warten Börsianer auf die Geschäftszahlen von Unternehmen wie Sartorius(SATG.DE), Ottobock(OBCK.DE) und Hochtief(HOTG.DE) sowie auf die Hauptversammlungen von Infineon(IFXGn.DE) und Ceconomy(CECG.DE). In den USA stehen unter anderem die Finanzberichte des IT-Sicherheitsspezialisten Palo Alto(PANW.O), der Ratingagentur Moody's(MCO.N), des Autovermieters Avis(CAR.O), des Essenslieferdienstes DoorDash(DASH.O) und des Einzelhändlers Walmart(WMT.N) an.
(Mitarbeit von Sanne Schimanski. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
13.02.26
14:33
Reuters
Zinssignale und KI-Ängste verunsichern
Anleger warten auf weitere Konjunktursignale
China-Börsen wegen Neujahrsfest geschlossen
von Anika Ross Frankfurt, 13. Feb (Reuters) - In der Fastnachtswoche sollten die Anleger am deutschen Aktienmarkt Strategen zufolge besonnen bleiben und auf Sicht fahren. Denn wie es mit dem KI-Hype und der Geldpolitik in den USA weitergeht, ist weiter ungewiss.
Seit Wochen ringen die Finanzmärkte um eine angemessene Bewertung der Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Wirtschaft. "Die Erkenntnis, was KI alles kann, und die daraus entstehende Angst vor den Auswirkungen auf Unternehmen ziehen immer größere Kreise und scheinen vor keinem Segment des Aktienmarktes Halt zu machen", sagt Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Technologieaktien gingen weltweit auf Berg- und Talfahrt und dürften das angesichts der bestehenden geld- und geopolitischen Unsicherheiten auch bleiben. "Solange die Fed im Zinssenkungsmodus war, wurde die Tech-Rally getragen. Doch nach dem jüngsten positiven Arbeitsmarktbericht ist die Geldpolitik der Fed noch schwieriger einzuschätzen", fasst Helaba-Strategin Claudia Windt zusammen.
<h5 align=center> HIN UND HER BEI ZINSWETTEN </h5> An den Terminmärkten nahmen die Wetten auf rasche Zinssenkungen der Fed angesichts der überraschend robusten Lage am US-Stellenmarkt ab. "Da der Mitte Mai scheidende FOMC-Chairman Jerome Powell aber ohnehin als Befürworter einer abwartenden Geldpolitik gilt, dürften ihm diese Zahlen durchaus gelegen gekommen sein", kommentieren die Analysten der LBBW. Die Notenbank versucht derzeit mit Zinsen auf erhöhtem Niveau die Inflation einzudämmen, ohne die Konjunktur abzuwürgen. Auf Jahressicht rechnen Investoren mit weiter fallenden Zinsen. Dafür sprach am Freitag auch, dass der Inflationsanstieg im Januar weniger stark ausfiel als erwartet. "Unter dem neuen Notenbank-Chef dürfte die Fed die Zinsen ab Juni stärker senken, als der Markt einpreist", kommentierte die Commerzbank.Auch in der neuen Woche dürften sich die Börsen an Konjunkturdaten entlanghangeln. In der alten Woche kämpfte der Dax(.GDAXI) um die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten, die er letztendlich nicht nachhaltig überwinden konnte. Am Freitagnachmittag lag der deutsche Leitindex mit 24.900 Punkten auf Wochensicht mehr als ein halbes Prozent höher.
<h5 align=center> KONJUNKTUR IM FADENKREUZ</h5> Auch an den närrischen Tagen wird an der Frankfurter Börse gehandelt. Am Rosenmontag müssen die Anleger jedoch ohne US-Impulse auskommen, da die Wall Street wegen des Nationalfeiertags zum Gedenken an George Washington geschlossen bleibt. Am Montag beginnt auch die einwöchige Auszeit an den chinesischen Börsen zum chinesischen Neujahr, das im Zeichen des Feuer-Pferdes steht.Der Konjunkturreigen startet am Montag mit den Zahlen zur Industrieproduktion in der Euro-Zone im Dezember und vorläufigen Zahlen zum japanischen BIP-Wachstum im vierten Quartal. Am Faschingsdienstag gibt der ZEW-Index für Februar Auskunft über die Stimmung der deutschen Börsenprofis. "Die Industriedaten des vierten Quartals deuten auf einen konjunkturellen Aufschwung hin. Demzufolge dürften auch die ZEW-Konjunkturerwartungen im Februar besser ausfallen", heißt es bei der Helaba. Außerdem warten Anleger auf die endgültigen deutschen Inflationsdaten für Januar.
Am Aschermittwoch folgen die Zahlen zur Produktion in der US-Industrie im vergangenen Monat und japanische Exportdaten. Zudem werden die Mitschriften der vergangenen Fed-Sitzung auf weitere geldpolitische Signale abgeklopft. Geplant zur Veröffentlichung am Donnerstag sind Daten zum Verbrauchervertrauen im Euroraum im Februar.
Im Fokus zum Wochenschluss stehen die deutschen Erzeugerpreise für Januar und die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor in der Euro-Zone im Februar. Aus den USA erwartet die Investoren die erste Schätzung zum US-BIP. "Die neuen Zahlen werden die Geldpolitik wohl nicht sonderlich beeinflussen. So schaut die US-Notenbank eher auf den Arbeitsmarkt als auf das Bruttoinlandsprodukt, und der Arbeitsmarkt läuft deutlich schwächer", urteilt Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer. Hingegen gilt der auch am Freitag anstehende US-PCE-Index, der die persönlichen Ausgaben der Konsumenten beleuchtet, für die Fed als wichtiges Inflationsmaß.
<h5 align=center> BILANZDICHTE NIMMT LANGSAM AB</h5> Auf der Unternehmensseite läuft die Bilanzsaison nach und nach aus. In Deutschland warten Börsianer auf die Geschäftszahlen von Unternehmen wie Sartorius(SATG.DE), Ottobock(OBCK.DE) und Hochtief(HOTG.DE) sowie auf die Hauptversammlungen von Infineon(IFXGn.DE) und Ceconomy(CECG.DE). In den USA stehen unter anderem die Finanzberichte des IT-Sicherheitsspezialisten Palo Alto(PANW.O), der Ratingagentur Moody's(MCO.N), des Autovermieters Avis(CAR.O), des Essenslieferdienstes DoorDash(DASH.O) und des Einzelhändlers Walmart(WMT.N) an.(Mitarbeit von Sanne Schimanski. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)