12.02.26
17:56
Reuters
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Mögliche Änderungen an EU-Emissionsregeln drücken Versorger
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Technologiebranche setzt Abwärtskurs fort
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Siemens baut Gewinne ab - Hermes macht Lust auf Luxusaktien
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| Mercedes-Benz und HelloFresh nach Zahlen unter Druck |
| (Neu: Xetra-Schlusskurse, Energiewerte) |
| Frankfurt, 12. Feb (Reuters) - Der Dax(.GDAXI) hat seine |
| anfänglichen Gewinne am Donnerstag nicht halten können. Für |
| schlechte Stimmung an der Frankfurter Börse sorgten unter |
| anderem fallende Kurse im Energiesektor. Der deutsche Leitindex, |
| der zuvor zeitweise die psychologisch wichtige Marke von 25.000 |
| Punkten zurückerobert hatte, notierte zum Handelsschluss kaum |
| verändert bei 24.852,69 Punkten. Beflügelt von einem Kurssprung |
| bei Siemens(SIEGn.DE) war der Dax im früheren Tagesverlauf um |
| bis zu 1,5 Prozent auf 25.239 Zähler gestiegen. Der |
| EuroStoxx50(.STOXX50E) schloss knapp ein halbes Prozent tiefer |
| bei 6011,29 Punkten, nachdem er zuvor um 1,1 Prozent auf ein |
| Allzeithoch von 6099,07 Stellen geklettert war. |
Führende Politiker aus Ländern wie Deutschland und Italien hatten erklärt, die Europäische Union solle eine Überarbeitung des Emissionshandelssystems (ETS) in Erwägung ziehen. "Wenn sich diese Botschaft durchsetzt, erkennen diejenigen, die auf grüne Zertifikate spekuliert und sie gekauft haben, dass eine Verwässerung bevorstehen könnte", sagte Luca Moro, Chefanleger beim italienischen Energiewendefonds SpesX. Der europäische Referenzkontrakt für CO2-Zertifikate(CFI2Zc1) fiel auf den niedrigsten Stand seit August. "Fallen die CO2-Zertifikate, sinken die Strompreise. Und wenn die Strompreise sinken, verdienen die Erzeuger weniger", kommentierte Moro.
Zu den größten Verlierern unter den Versorgern zählten Deutschlands RWE(RWEG.DE), Italiens A2A(A2.MI), Finnlands Fortum(FORTUM.HE), Österreichs Verbund(VERB.VI) und Dänemarks Orsted(ORSTED.CO). Die Aktien gaben zwischen 3,1 und 6,5 Prozent nach. Die Titel aus der Energiebranche waren in den vergangenen Monaten von der Erwartung gestützt worden, sie könnten von einer steigenden Stromnachfrage im Zuge des Ausbaus von KI-Infrastruktur profitieren. Mögliche Änderungen an den Emissionsregeln trüben jedoch den Ausblick. "Wir haben nun zwei gegenläufige Kräfte: Eine Deregulierung drückt tendenziell die Strompreise, während der Ausbau von Rechenzentren sie nach oben treibt. Die Frage ist, welche Entwicklung sich zuerst durchsetzt", sagte SpesX-Experte Moro.
Auch der Technologiesektor setzte seine Talfahrt fort. Der europäische Branchenindex(.SX8P) gab fast zwei Prozent nach, nachdem er bereits am Mittwoch in etwa genauso viel verloren hatte. Viele Anleger machen sich Sorgen, dass immer neue KI-Modelle traditionellen Dienstleistern das Wasser abgraben könnten. Marc Decker, Co-Aktienchef bei Quintet, hält diese nur teilweise für berechtigt. "KI zerstört nicht den Software-Sektor - KI zerstört schwache Geschäftsmodelle. Profiteure sollten Plattformen, Hyperscaler und Datenanbieter sein", sagte der Experte.
Das Dax-Schwergewicht Siemens konnte unterdessen sein anfängliches Kursplus von bis zu 7,6 Prozent nach einer Prognoseerhöhung nicht halten. Die Titel bauten ihre Gewinne größtenteils wieder ab - aus dem Handel gingen sie nur 0,3 Prozent höher.
Luxusaktien(.STXLUXP) gewannen 1,3 Prozent, dank starker Zahlen der französischen Hermes(HRMS.PA)-Gruppe. Der Absatz von Luxusprodukten wie Birkin- und Kelly-Handtaschen, Seidenschals und Parfüm stieg im vierten Quartal währungsbereinigt um 9,8 Prozent und damit überraschend stark. Hermes-Aktien schlossen 2,6 Prozent im Plus.
Um 1,5 Prozent nach unten ging es hingegen für den Autobauer Mercedes-Benz(MBGn.DE), der im vergangenen Jahr einen erneuten Gewinneinbruch erlitt. "Zölle, schwacher Dollar und Probleme im China-Geschäft zeigen Wirkung", fassten die Analysten von Raiffeisen Research zusammen. "Auch das viele Jahre lang so gepriesene Luxus-Segment leidet."
Anleger straften auch den Kochboxen-Lieferanten und Fertiggerichte-Anbieter HelloFresh(HFGG.DE) ab. Die Aktien verloren 7,3 Prozent. Der Umsatz schrumpfte vorläufigen Zahlen zufolge im abgelaufenen Jahr um 11,8 Prozent.
(Bericht von Sanne Schimanski und Anika Ross, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
12.02.26
17:56
Reuters
Mögliche Änderungen an EU-Emissionsregeln drücken Versorger
Technologiebranche setzt Abwärtskurs fort
Siemens baut Gewinne ab - Hermes macht Lust auf Luxusaktien
Mercedes-Benz und HelloFresh nach Zahlen unter Druck
(Neu: Xetra-Schlusskurse, Energiewerte)
Frankfurt, 12. Feb (Reuters) - Der Dax(.GDAXI) hat seine anfänglichen Gewinne am Donnerstag nicht halten können. Für schlechte Stimmung an der Frankfurter Börse sorgten unter anderem fallende Kurse im Energiesektor. Der deutsche Leitindex, der zuvor zeitweise die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten zurückerobert hatte, notierte zum Handelsschluss kaum verändert bei 24.852,69 Punkten. Beflügelt von einem Kurssprung bei Siemens(SIEGn.DE) war der Dax im früheren Tagesverlauf um bis zu 1,5 Prozent auf 25.239 Zähler gestiegen. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) schloss knapp ein halbes Prozent tiefer bei 6011,29 Punkten, nachdem er zuvor um 1,1 Prozent auf ein Allzeithoch von 6099,07 Stellen geklettert war.
Führende Politiker aus Ländern wie Deutschland und Italien hatten erklärt, die Europäische Union solle eine Überarbeitung des Emissionshandelssystems (ETS) in Erwägung ziehen. "Wenn sich diese Botschaft durchsetzt, erkennen diejenigen, die auf grüne Zertifikate spekuliert und sie gekauft haben, dass eine Verwässerung bevorstehen könnte", sagte Luca Moro, Chefanleger beim italienischen Energiewendefonds SpesX. Der europäische Referenzkontrakt für CO2-Zertifikate(CFI2Zc1) fiel auf den niedrigsten Stand seit August. "Fallen die CO2-Zertifikate, sinken die Strompreise. Und wenn die Strompreise sinken, verdienen die Erzeuger weniger", kommentierte Moro.
MÖGLICHE ÄNDERUNGEN AN EMISSIONSREGELN DRÜCKEN VERSORGER Zu den größten Verlierern unter den Versorgern zählten Deutschlands RWE(RWEG.DE), Italiens A2A(A2.MI), Finnlands Fortum(FORTUM.HE), Österreichs Verbund(VERB.VI) und Dänemarks Orsted(ORSTED.CO). Die Aktien gaben zwischen 3,1 und 6,5 Prozent nach. Die Titel aus der Energiebranche waren in den vergangenen Monaten von der Erwartung gestützt worden, sie könnten von einer steigenden Stromnachfrage im Zuge des Ausbaus von KI-Infrastruktur profitieren. Mögliche Änderungen an den Emissionsregeln trüben jedoch den Ausblick. "Wir haben nun zwei gegenläufige Kräfte: Eine Deregulierung drückt tendenziell die Strompreise, während der Ausbau von Rechenzentren sie nach oben treibt. Die Frage ist, welche Entwicklung sich zuerst durchsetzt", sagte SpesX-Experte Moro. Auch der Technologiesektor setzte seine Talfahrt fort. Der europäische Branchenindex(.SX8P) gab fast zwei Prozent nach, nachdem er bereits am Mittwoch in etwa genauso viel verloren hatte. Viele Anleger machen sich Sorgen, dass immer neue KI-Modelle traditionellen Dienstleistern das Wasser abgraben könnten. Marc Decker, Co-Aktienchef bei Quintet, hält diese nur teilweise für berechtigt. "KI zerstört nicht den Software-Sektor - KI zerstört schwache Geschäftsmodelle. Profiteure sollten Plattformen, Hyperscaler und Datenanbieter sein", sagte der Experte.
SIEMENS BAUT GEWINNE AB - HERMES MACHT LUST AUF LUXUS Das Dax-Schwergewicht Siemens konnte unterdessen sein anfängliches Kursplus von bis zu 7,6 Prozent nach einer Prognoseerhöhung nicht halten. Die Titel bauten ihre Gewinne größtenteils wieder ab - aus dem Handel gingen sie nur 0,3 Prozent höher. Luxusaktien(.STXLUXP) gewannen 1,3 Prozent, dank starker Zahlen der französischen Hermes(HRMS.PA)-Gruppe. Der Absatz von Luxusprodukten wie Birkin- und Kelly-Handtaschen, Seidenschals und Parfüm stieg im vierten Quartal währungsbereinigt um 9,8 Prozent und damit überraschend stark. Hermes-Aktien schlossen 2,6 Prozent im Plus. Um 1,5 Prozent nach unten ging es hingegen für den Autobauer Mercedes-Benz(MBGn.DE), der im vergangenen Jahr einen erneuten Gewinneinbruch erlitt. "Zölle, schwacher Dollar und Probleme im China-Geschäft zeigen Wirkung", fassten die Analysten von Raiffeisen Research zusammen. "Auch das viele Jahre lang so gepriesene Luxus-Segment leidet." Anleger straften auch den Kochboxen-Lieferanten und Fertiggerichte-Anbieter HelloFresh(HFGG.DE) ab. Die Aktien verloren 7,3 Prozent. Der Umsatz schrumpfte vorläufigen Zahlen zufolge im abgelaufenen Jahr um 11,8 Prozent.
(Bericht von Sanne Schimanski und Anika Ross, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)