12.02.26
11:24
Reuters
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Anleger schütteln KI- und Zinssorgen ab
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EuroStoxx, FTSE und asiatische Indizes auf Rekordhochs
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Anleger bejubeln Siemens-Zahlen - Aktie auf Allzeithoch
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Schroders steigen nach Übernahme durch Nuveen
(Neu: Europäische Börsen, Dollar, Hermes, Schroders, HelloFresh)
| Frankfurt, 12. Feb (Reuters) - Beflügelt von einem |
| Kurssprung bei Siemens(SIEGn.DE) hat der Dax(.GDAXI) am |
| Donnerstag die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten |
| zurückerobert. Für Rückenwind sorgten ermutigende |
| Firmenbilanzen. Der deutsche Leitindex kletterte bis zum Mittag |
| um 1,4 Prozent auf 25.215 Zähler und erreichte den höchsten |
| Stand seit knapp vier Wochen. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) legte |
| bis zu 1,1 Prozent zu und erklomm bei 6099 Punkten ein |
| Allzeithoch. Auch in London(.FTSE) und Paris(.FCH) gingen die |
| Indizes auf Höhenflug. |
Zwar fürchteten die Anleger nach den starken US-Arbeitsmarktdaten, dass die Federal Reserve bei künftigen Zinssenkungen deutlich konservativer agieren werde als erhofft, erläuterten die Analysten von ActivTrades. Der Markt halte dennoch dagegen und beweise damit eine gesunde Grundstärke. Auch blickten die Anleger optimistischer auf die US-Konjunktur: Sie dürfte angesichts von Produktivitätssteigerungen durch Künstliche Intelligenz (KI) und einer zunehmenden Automatisierung kräftig wachsen, sagte Neil Wilson, Stratege beim Broker Saxo, voraus. Am Devisenmarkt zog der US-Dollarindex(.DXY) um bis zu 0,2 Prozent auf 97,07 Punkte an.
Die Hoffnung auf eine KI-getriebene Chipnachfrage machte Anlegern an den asiatischen Börsen Appetit auf Aktien. Die Börsen in Japan, Südkorea(.KS11) und Singapur(.STI) gingen auf Rekordjagd und übersprangen zwischenzeitlich wichtige psychologische Marken. "Die Begeisterung für KI ist bei asiatischen Chipherstellern eindeutig wieder am Ruder, die Speicherpreise stabilisieren sich und die Investitionspipeline wächst weiter", sagte Glenn Yin vom Broker ACCM.
In Europa und den USA hatten zuletzt Ängste dominiert, dass immer neue KI-Modelle traditionellen Dienstleistern das Wasser abgraben könnten. Marc Decker, Co-Aktienchef bei Quintet, hält diese nur teilweise für berechtigt. "KI zerstört nicht den Software-Sektor – KI zerstört schwache Geschäftsmodelle. Profiteure sollten Plattformen, Hyperscaler und Datenanbieter sein", sagte der Experte.
Am deutschen Aktienmarkt avancierte das Dax-Schwergewicht Siemens zum Zugpferd. Die Aktien sprangen um 7,3 Prozent auf ein Rekordhoch von 274,90 Euro. Der Technologiekonzern schraubte seine Gewinnerwartungen nach einem überraschend starken ersten Quartal nach oben. "Das ist ein vielversprechender Start ins Jahr", sagte Deutsche-Bank-Analyst Gael de-Bray. Vor allem die Sparte für Fabrikautomation in der digitalen Industrie konnte glänzen.
Zu den größten Gewinnern zählten ansonsten Banken- und Versicherungsaktien(.SX7E)(.SXIP). An der Londoner Börse sprangen die Aktien von Schroders(SDR.L) um 30 Prozent auf den höchsten Stand seit vier Jahren. Der US-Vermögensverwalter Nuveen übernimmt den britischen Rivalen. Durch den Deal entsteht eine Gruppe mit einem verwalteten Vermögen von fast 2,5 Billionen Dollar.
Luxusaktien(.STXLUXP) gewannen rund 1,5 Prozent, dank starker Zahlen der französischen Hermes(HRMS.PA)-Gruppe. Der Absatz von Luxusprodukten wie Birkin- und Kelly-Handtaschen, Seidenschals und Parfüm stieg im vierten Quartal währungsbereinigt um 9,8 Prozent und damit überraschend stark. Hermes-Aktien lagen 1,5 Prozent im Plus.
Im Tal der Tränen befanden sich hingegen die Autobauer. Mercedes-Benz(MBGn.DE) erlitt einen erneuten Gewinneinbruch im vergangenen Jahr. "Zölle, schwacher Dollar und Probleme im China-Geschäft zeigen Wirkung", fassten die Analysten von Raiffeisen Research zusammen. "Auch das viele Jahre lang so gepriesene Luxus-Segment leidet." Die Aktien von Mercedes-Benz brachen um zeitweise fünf Prozent ein, BMW(BMWG.DE)-Papiere sackten um 1,4 Prozent ab.
Anleger straften auch den Kochboxen-Lieferanten und Fertiggericht-Anbieter Hellofresh(HFGG.DE) ab. Die Aktien brachen um 12,7 Prozent auf 4,79 Euro ein - der tiefste Stand seit Juli 2024. Der Umsatz schrumpfte vorläufigen Zahlen zufolge im abgelaufenen Jahr um 11,8 Prozent.
(Bericht von Anika Ross. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
12.02.26
11:24
Reuters
(Neu: Europäische Börsen, Dollar, Hermes, Schroders, HelloFresh)
Frankfurt, 12. Feb (Reuters) - Beflügelt von einem Kurssprung bei Siemens(SIEGn.DE) hat der Dax(.GDAXI) am Donnerstag die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten zurückerobert. Für Rückenwind sorgten ermutigende Firmenbilanzen. Der deutsche Leitindex kletterte bis zum Mittag um 1,4 Prozent auf 25.215 Zähler und erreichte den höchsten Stand seit knapp vier Wochen. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) legte bis zu 1,1 Prozent zu und erklomm bei 6099 Punkten ein Allzeithoch. Auch in London(.FTSE) und Paris(.FCH) gingen die Indizes auf Höhenflug.
Zwar fürchteten die Anleger nach den starken US-Arbeitsmarktdaten, dass die Federal Reserve bei künftigen Zinssenkungen deutlich konservativer agieren werde als erhofft, erläuterten die Analysten von ActivTrades. Der Markt halte dennoch dagegen und beweise damit eine gesunde Grundstärke. Auch blickten die Anleger optimistischer auf die US-Konjunktur: Sie dürfte angesichts von Produktivitätssteigerungen durch Künstliche Intelligenz (KI) und einer zunehmenden Automatisierung kräftig wachsen, sagte Neil Wilson, Stratege beim Broker Saxo, voraus. Am Devisenmarkt zog der US-Dollarindex(.DXY) um bis zu 0,2 Prozent auf 97,07 Punkte an.
Die Hoffnung auf eine KI-getriebene Chipnachfrage machte Anlegern an den asiatischen Börsen Appetit auf Aktien. Die Börsen in Japan, Südkorea(.KS11) und Singapur(.STI) gingen auf Rekordjagd und übersprangen zwischenzeitlich wichtige psychologische Marken. "Die Begeisterung für KI ist bei asiatischen Chipherstellern eindeutig wieder am Ruder, die Speicherpreise stabilisieren sich und die Investitionspipeline wächst weiter", sagte Glenn Yin vom Broker ACCM.
In Europa und den USA hatten zuletzt Ängste dominiert, dass immer neue KI-Modelle traditionellen Dienstleistern das Wasser abgraben könnten. Marc Decker, Co-Aktienchef bei Quintet, hält diese nur teilweise für berechtigt. "KI zerstört nicht den Software-Sektor – KI zerstört schwache Geschäftsmodelle. Profiteure sollten Plattformen, Hyperscaler und Datenanbieter sein", sagte der Experte.
Am deutschen Aktienmarkt avancierte das Dax-Schwergewicht Siemens zum Zugpferd. Die Aktien sprangen um 7,3 Prozent auf ein Rekordhoch von 274,90 Euro. Der Technologiekonzern schraubte seine Gewinnerwartungen nach einem überraschend starken ersten Quartal nach oben. "Das ist ein vielversprechender Start ins Jahr", sagte Deutsche-Bank-Analyst Gael de-Bray. Vor allem die Sparte für Fabrikautomation in der digitalen Industrie konnte glänzen.
Zu den größten Gewinnern zählten ansonsten Banken- und Versicherungsaktien(.SX7E)(.SXIP). An der Londoner Börse sprangen die Aktien von Schroders(SDR.L) um 30 Prozent auf den höchsten Stand seit vier Jahren. Der US-Vermögensverwalter Nuveen übernimmt den britischen Rivalen. Durch den Deal entsteht eine Gruppe mit einem verwalteten Vermögen von fast 2,5 Billionen Dollar.
Luxusaktien(.STXLUXP) gewannen rund 1,5 Prozent, dank starker Zahlen der französischen Hermes(HRMS.PA)-Gruppe. Der Absatz von Luxusprodukten wie Birkin- und Kelly-Handtaschen, Seidenschals und Parfüm stieg im vierten Quartal währungsbereinigt um 9,8 Prozent und damit überraschend stark. Hermes-Aktien lagen 1,5 Prozent im Plus.
Im Tal der Tränen befanden sich hingegen die Autobauer. Mercedes-Benz(MBGn.DE) erlitt einen erneuten Gewinneinbruch im vergangenen Jahr. "Zölle, schwacher Dollar und Probleme im China-Geschäft zeigen Wirkung", fassten die Analysten von Raiffeisen Research zusammen. "Auch das viele Jahre lang so gepriesene Luxus-Segment leidet." Die Aktien von Mercedes-Benz brachen um zeitweise fünf Prozent ein, BMW(BMWG.DE)-Papiere sackten um 1,4 Prozent ab.
Anleger straften auch den Kochboxen-Lieferanten und Fertiggericht-Anbieter Hellofresh(HFGG.DE) ab. Die Aktien brachen um 12,7 Prozent auf 4,79 Euro ein - der tiefste Stand seit Juli 2024. Der Umsatz schrumpfte vorläufigen Zahlen zufolge im abgelaufenen Jahr um 11,8 Prozent.
(Bericht von Anika Ross. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)