11.02.26
17:43
Reuters
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| US-Arbeitsmarkt zu Jahresbeginn im Aufwind |
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| Angst vor KI-Konkurrenz trifft Finanzdienstleister |
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| Gewinnplus treibt Siemens Energy voran |
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| Bilanzprobleme schicken Gerresheimer auf Talfahrt |
| (Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street) |
| Frankfurt, 11. Feb (Reuters) - Der |
| US-Arbeitsmarktbericht für Januar hat die Stimmung an den |
| Aktienmärkten eingetrübt. Der Dax(.GDAXI) notierte zum |
| Handelsschluss am Mittwoch ein halbes Prozent tiefer bei |
| 24.856,15 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab 0,2 Prozent |
| auf 6035,64 Zähler nach. Die wichtigsten |
| US-Indizes(.DJI)(.IXIC) bauten ihre anfänglichen Gewinne |
| wieder ab und verloren bis zu 0,4 Prozent. |
Im Januar kamen in den USA 130.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft hinzu, von Reuters befragte Experten hatten nur einen Stellenzuwachs von 70.000 Stellen erwartet. Der Arbeitsmarktbericht dämpfte Erwartungen an eine rasche Lockerung der Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Mit den Daten "deutet sich eine stabile konjunkturelle Entwicklung in den USA an, die aber nicht zu voreilig als zu positiv gewertet werden sollte", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. "Zum einen spielen saisonale Jahresanfangseffekte eine Rolle und zum anderen muss in einigen Fällen die Qualität der geschaffenen Jobs zumindest mal hinterfragt werden."
Für Nervosität sorgte zudem die Ankündigung des Fintechs Altruist, ein neues KI-Steuerplanungstool einzuführen. Daraufhin waren Aktien von US-Brokerhäuser unter Druck geraten. Am Mittwoch folgten Kursverluste bei europäischen Finanzdienstleistern. An der Londoner Börse fielen die Papiere des Vermögensverwalters St. James's Place(SJP.L) um 13,4 Prozent, die Titel der italienischen FinecoBank(FBK.MI) verloren gut neun Prozent. Aktien der Online-Handelsplattformen Flatex(FTKn.DE) und Swissquote(SQN.S) sackten um knapp elf und sieben Prozent ab. "Im KI-Wettlauf wird es Gewinner und Verlierer geben, und ein Großteil des derzeit eingesetzten Kapitals wird abgeschrieben werden müssen", sagte Axel Botte, Chefstratege des französischen Investmenthauses Ostrum.
Bei den Einzelwerten vergraulte der Softwarehersteller Dassault(DAST.PA) die Anleger mit enttäuschenden Wachstumszahlen und trübte damit die Stimmung im gesamten europäischen Technologiesektor. Die Aktien von Dassault stürzten in Paris um 20,8 Prozent ab. Der Technologieindex(.SX8P) fiel um fast zwei Prozent. Die Ergebnisse seien schlimmer ausgefallen, als selbst die größten Pessimisten befürchtet hätten, und das in einem Branchenumfeld, das derzeit nichts verzeihe, sagten die Analysten von JP Morgan.
Anleger griffen lieber zu Hardware-Herstellern. Favorit im Dax waren die Aktien von Siemens Energy(ENr1n.DE), die um 8,4 Prozent stiegen. Der Energietechnikkonzern hat im ersten Quartal seinen Gewinn gesteigert und die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt.
Unter Druck gerieten hingegen die Titel der Commerzbank(CBKG.DE), die zwei Prozent einbüßten. Zwar seien die Ergebnisse im vierten Quartal stark gewesen, sagten die Analysten von JP Morgan. "Die Ziele für 2026 entsprechen jedoch weitgehend dem aktuellen Konsens des Unternehmens, sodass nur begrenzter Spielraum für Aufwertungen besteht." Für Unruhe bei der Lufthansa(LHAG.DE) sorgte die Aussicht auf Flugausfälle, nachdem die Gewerkschaften VC und UFO Piloten und Kabinenpersonal zu einem eintägigen Streik am Donnerstag aufriefen. Die Aktien der Fluggesellschaft sackten um 3,7 Prozent ab.
Bilanzierungsfehler erschütterten das Vertrauen der Anleger in den Verpackungskonzern Gerresheimer(GXIG.DE). Die Papiere des Düsseldorfer Unternehmens brachen im MDax(.MDAXI) um 31,4 Prozent ein. Der neu formierte Vorstand spricht von bewussten Verstößen von Mitarbeitern gegen interne Richtlinien und gegen die internationalen Bilanzierungsvorschriften (IFRS).
(Bericht von Sanne Schimanski und Anika Ross, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
11.02.26
17:43
Reuters
Frankfurt, 11. Feb (Reuters) - Der US-Arbeitsmarktbericht für Januar hat die Stimmung an den Aktienmärkten eingetrübt. Der Dax(.GDAXI) notierte zum Handelsschluss am Mittwoch ein halbes Prozent tiefer bei 24.856,15 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab 0,2 Prozent auf 6035,64 Zähler nach. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.IXIC) bauten ihre anfänglichen Gewinne wieder ab und verloren bis zu 0,4 Prozent.
Im Januar kamen in den USA 130.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft hinzu, von Reuters befragte Experten hatten nur einen Stellenzuwachs von 70.000 Stellen erwartet. Der Arbeitsmarktbericht dämpfte Erwartungen an eine rasche Lockerung der Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Mit den Daten "deutet sich eine stabile konjunkturelle Entwicklung in den USA an, die aber nicht zu voreilig als zu positiv gewertet werden sollte", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. "Zum einen spielen saisonale Jahresanfangseffekte eine Rolle und zum anderen muss in einigen Fällen die Qualität der geschaffenen Jobs zumindest mal hinterfragt werden."
<h5 align=center> KI-SORGEN BELASTEN FINANZDIENSTLEISTER </h5> Für Nervosität sorgte zudem die Ankündigung des Fintechs Altruist, ein neues KI-Steuerplanungstool einzuführen. Daraufhin waren Aktien von US-Brokerhäuser unter Druck geraten. Am Mittwoch folgten Kursverluste bei europäischen Finanzdienstleistern. An der Londoner Börse fielen die Papiere des Vermögensverwalters St. James's Place(SJP.L) um 13,4 Prozent, die Titel der italienischen FinecoBank(FBK.MI) verloren gut neun Prozent. Aktien der Online-Handelsplattformen Flatex(FTKn.DE) und Swissquote(SQN.S) sackten um knapp elf und sieben Prozent ab. "Im KI-Wettlauf wird es Gewinner und Verlierer geben, und ein Großteil des derzeit eingesetzten Kapitals wird abgeschrieben werden müssen", sagte Axel Botte, Chefstratege des französischen Investmenthauses Ostrum.Bei den Einzelwerten vergraulte der Softwarehersteller Dassault(DAST.PA) die Anleger mit enttäuschenden Wachstumszahlen und trübte damit die Stimmung im gesamten europäischen Technologiesektor. Die Aktien von Dassault stürzten in Paris um 20,8 Prozent ab. Der Technologieindex(.SX8P) fiel um fast zwei Prozent. Die Ergebnisse seien schlimmer ausgefallen, als selbst die größten Pessimisten befürchtet hätten, und das in einem Branchenumfeld, das derzeit nichts verzeihe, sagten die Analysten von JP Morgan.
<h5 align=center> VERTRAUENSKRISE NACH BILANZPROBLEMEN BEI GERRESHEIMER </h5> Anleger griffen lieber zu Hardware-Herstellern. Favorit im Dax waren die Aktien von Siemens Energy(ENr1n.DE), die um 8,4 Prozent stiegen. Der Energietechnikkonzern hat im ersten Quartal seinen Gewinn gesteigert und die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt.Unter Druck gerieten hingegen die Titel der Commerzbank(CBKG.DE), die zwei Prozent einbüßten. Zwar seien die Ergebnisse im vierten Quartal stark gewesen, sagten die Analysten von JP Morgan. "Die Ziele für 2026 entsprechen jedoch weitgehend dem aktuellen Konsens des Unternehmens, sodass nur begrenzter Spielraum für Aufwertungen besteht." Für Unruhe bei der Lufthansa(LHAG.DE) sorgte die Aussicht auf Flugausfälle, nachdem die Gewerkschaften VC und UFO Piloten und Kabinenpersonal zu einem eintägigen Streik am Donnerstag aufriefen. Die Aktien der Fluggesellschaft sackten um 3,7 Prozent ab.
Bilanzierungsfehler erschütterten das Vertrauen der Anleger in den Verpackungskonzern Gerresheimer(GXIG.DE). Die Papiere des Düsseldorfer Unternehmens brachen im MDax(.MDAXI) um 31,4 Prozent ein. Der neu formierte Vorstand spricht von bewussten Verstößen von Mitarbeitern gegen interne Richtlinien und gegen die internationalen Bilanzierungsvorschriften (IFRS).
(Bericht von Sanne Schimanski und Anika Ross, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)