11.02.26
11:55
Reuters
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Angst vor KI-Konkurrenz trifft Finanzdienstleister
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Gewinnplus treibt Siemens Energy voran
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Ausblick von Coba reicht Anleger nicht - Aktie im Minus
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Bilanzprobleme schicken Gerresheimer auf Talfahrt
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US-Arbeitsmarktdaten im Fokus - Aufbau von 700.000 Jobs erwartet
(Neu: Europäische Börsen, Finanzsektor, Techwerte, LSEG, Dassault)
| Frankfurt, 11. Feb (Reuters) - Aufgescheucht durch |
| Sorgen über neue KI-gestützte Anwendungen haben Anleger bei |
| europäischen Technologie- und Finanzaktien am Mittwoch den |
| Stecker gezogen. Der Dax(.GDAXI) verlor im Zuge dessen 0,4 |
| Prozent auf 24.897 Punkte, der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab 0,3 |
| Prozent auf 6027 Zähler ab. Angesichts der US-Arbeitsmarktdaten |
| am Nachmittag und gemischt ausgefallener Firmenbilanzen hielten |
| sich viele Investoren zusätzlich mit Engagements zurück. |
Für Nervosität im Finanzsektor sorgte die Ankündigung von Altruist, ein neues Steuerplanungstool in seiner KI-Plattform Hazel einzuführen. An der Londoner Börse fielen die Papiere von Vermögensverwalter St. James's Place(SJP.L) um mehr als zehn Prozent, die Titel der italienischen FinecoBank(FBK.MI) verloren knapp sieben Prozent. Aktien der Online-Handelsplattformen Flatex(FTKn.DE) und Swissquote(SQN.S) sackten um 8,3 und 3,9 Prozent ab.
"Im KI-Wettlauf wird es Gewinner und Verlierer geben, und ein Großteil des derzeit eingesetzten Kapitals wird abgeschrieben werden müssen", sagte Axel Botte, Chefstratege des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management. Damit geht allgemein auch die Angst vor Jobverlusten einher. Bei dem mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht sehen Experten ein Stellenplus außerhalb der Landwirtschaft im Januar von 70.000, nach 50.000 im Dezember. Die US-Notenbank Fed, die stabile Preise und Vollbeschäftigung fördern soll, hat den Leitzins zuletzt nach drei Senkungen in Folge nicht angetastet.
Der Softwarehersteller Dassault(DAST.PA) vergraulte die Anleger mit enttäuschenden Wachstumszahlen und trübte damit die Stimmung im gesamten europäischen Technologiesektor. Die Aktien von Dassault stürzten in Paris um bis zu 21,8 Prozent ab. Der Technologieindex(.SX8P) fiel um zwei Prozent. Die Ergebnisse seien schlimmer ausgefallen, als selbst die größten Pessimisten befürchtet hätten und das in einem Branchenumfeld, was derzeit nichts verzeihe, sagten die Analysten von JP Morgan.
Anleger griffen lieber zu Hardware-Herstellern. Favorit im Dax waren die Aktien von Siemens Energy(ENr1n.DE), die um mehr als fünf Prozent stiegen. Der Energietechnikkonzern hat im ersten Quartal seinen Gewinn gesteigert und die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt.
Im KI-Kreuzfeuer steht auch der Börsenbetreiber London Stock Exchange Group (LSEG)(LSEG.L), der seit der Übernahme von Refinitiv im Jahr 2019 ein bedeutender Anbieter von Finanzdaten und -analysen ist. Nun ist der aktivistische Investor Elliott einem Insider zufolge an Bord gegangen und will die LSEG zu einer besseren Geschäftsentwicklung antreiben. Die Aktien stiegen am Mittwoch um rund drei Prozent.
Aktien der Commerzbank(CBKG.DE) verloren bis zu 4,9 Prozent und hielten damit die rote Laterne im Dax. Zwar seien die Ergebnisse im vierten Quartal stark gewesen, sagten die Analysten von JP Morgan. "Die Ziele für 2026 entsprechen jedoch weitgehend dem aktuellen Konsens des Unternehmens, sodass nur begrenzter Spielraum für Aufwertungen besteht." Für Unruhe bei der Lufthansa(LHAG.DE) sorgte die Aussicht auf Flugausfälle, nachdem die Gewerkschaften VC und UFO Piloten und Kabinenpersonal zu einem eintägigen Streik am Donnerstag aufriefen. Die Aktien der Fluggesellschaft sackten um 3,7 Prozent ab.
Bilanzierungsfehler erschütterten das Vertrauen der Anleger in den Verpackungskonzern Gerresheimer(GXIG.DE). Die Papiere des Düsseldorfer Unternehmens brachen um bis zu 35,3 Prozent auf 17,60 Euro ein und steuerten damit auf ihren schwärzesten Börsentag zu. Der neu formierte Vorstand spricht von bewussten Verstößen von Mitarbeitern gegen interne Richtlinien und gegen die internationalen Bilanzierungsvorschriften (IFRS).
(Bericht von Anika Ross. Redigiert von Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
11.02.26
11:55
Reuters
(Neu: Europäische Börsen, Finanzsektor, Techwerte, LSEG, Dassault)
Frankfurt, 11. Feb (Reuters) - Aufgescheucht durch Sorgen über neue KI-gestützte Anwendungen haben Anleger bei europäischen Technologie- und Finanzaktien am Mittwoch den Stecker gezogen. Der Dax(.GDAXI) verlor im Zuge dessen 0,4 Prozent auf 24.897 Punkte, der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab 0,3 Prozent auf 6027 Zähler ab. Angesichts der US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag und gemischt ausgefallener Firmenbilanzen hielten sich viele Investoren zusätzlich mit Engagements zurück.
Für Nervosität im Finanzsektor sorgte die Ankündigung von Altruist, ein neues Steuerplanungstool in seiner KI-Plattform Hazel einzuführen. An der Londoner Börse fielen die Papiere von Vermögensverwalter St. James's Place(SJP.L) um mehr als zehn Prozent, die Titel der italienischen FinecoBank(FBK.MI) verloren knapp sieben Prozent. Aktien der Online-Handelsplattformen Flatex(FTKn.DE) und Swissquote(SQN.S) sackten um 8,3 und 3,9 Prozent ab.
"Im KI-Wettlauf wird es Gewinner und Verlierer geben, und ein Großteil des derzeit eingesetzten Kapitals wird abgeschrieben werden müssen", sagte Axel Botte, Chefstratege des französischen Investmenthauses Ostrum Asset Management. Damit geht allgemein auch die Angst vor Jobverlusten einher. Bei dem mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht sehen Experten ein Stellenplus außerhalb der Landwirtschaft im Januar von 70.000, nach 50.000 im Dezember. Die US-Notenbank Fed, die stabile Preise und Vollbeschäftigung fördern soll, hat den Leitzins zuletzt nach drei Senkungen in Folge nicht angetastet.
Der Softwarehersteller Dassault(DAST.PA) vergraulte die Anleger mit enttäuschenden Wachstumszahlen und trübte damit die Stimmung im gesamten europäischen Technologiesektor. Die Aktien von Dassault stürzten in Paris um bis zu 21,8 Prozent ab. Der Technologieindex(.SX8P) fiel um zwei Prozent. Die Ergebnisse seien schlimmer ausgefallen, als selbst die größten Pessimisten befürchtet hätten und das in einem Branchenumfeld, was derzeit nichts verzeihe, sagten die Analysten von JP Morgan.
Anleger griffen lieber zu Hardware-Herstellern. Favorit im Dax waren die Aktien von Siemens Energy(ENr1n.DE), die um mehr als fünf Prozent stiegen. Der Energietechnikkonzern hat im ersten Quartal seinen Gewinn gesteigert und die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt.
Im KI-Kreuzfeuer steht auch der Börsenbetreiber London Stock Exchange Group (LSEG)(LSEG.L), der seit der Übernahme von Refinitiv im Jahr 2019 ein bedeutender Anbieter von Finanzdaten und -analysen ist. Nun ist der aktivistische Investor Elliott einem Insider zufolge an Bord gegangen und will die LSEG zu einer besseren Geschäftsentwicklung antreiben. Die Aktien stiegen am Mittwoch um rund drei Prozent.
Aktien der Commerzbank(CBKG.DE) verloren bis zu 4,9 Prozent und hielten damit die rote Laterne im Dax. Zwar seien die Ergebnisse im vierten Quartal stark gewesen, sagten die Analysten von JP Morgan. "Die Ziele für 2026 entsprechen jedoch weitgehend dem aktuellen Konsens des Unternehmens, sodass nur begrenzter Spielraum für Aufwertungen besteht." Für Unruhe bei der Lufthansa(LHAG.DE) sorgte die Aussicht auf Flugausfälle, nachdem die Gewerkschaften VC und UFO Piloten und Kabinenpersonal zu einem eintägigen Streik am Donnerstag aufriefen. Die Aktien der Fluggesellschaft sackten um 3,7 Prozent ab.
Bilanzierungsfehler erschütterten das Vertrauen der Anleger in den Verpackungskonzern Gerresheimer(GXIG.DE). Die Papiere des Düsseldorfer Unternehmens brachen um bis zu 35,3 Prozent auf 17,60 Euro ein und steuerten damit auf ihren schwärzesten Börsentag zu. Der neu formierte Vorstand spricht von bewussten Verstößen von Mitarbeitern gegen interne Richtlinien und gegen die internationalen Bilanzierungsvorschriften (IFRS).
(Bericht von Anika Ross. Redigiert von Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)