10.02.26
13:53
Reuters
*
| Investoren schichten in Industrie- und Energiewerte um |
*
| Kleinere Unternehmen profitieren |
*
| Zweifel an KI-Profitabilität bleiben |
*
| Börsianer sehen nachhaltigen Trend |
| - von Suzanne McGee |
| 10. Feb (Reuters) - Heftige Kursausschläge bei großen |
| Technologie-Aktien lassen Investoren an den Börsen nach |
| ruhigerem Fahrwasser Ausschau halten. Statt nach den |
| Tech-Großkonzernen greifen Anleger zunehmend bei günstigeren und |
| kleineren Unternehmen zu und investieren in klassische |
| Industrie- und Energiewerte. Nachdem jahrelang eine Handvoll |
| Tech-Giganten die Rally angetrieben hat, führt die Umschichtung |
| zu einer breiteren Aufstellung des Marktes. So trieben |
| Schnäppchenjäger den Dow-Jones-Index(.DJI) am Freitag erstmals |
| über die Rekordmarke von 50.000 Punkten; Software-Titel dagegen |
| verloren vergangene Woche rund eine Billion Dollar an |
| Börsenwert. |
Die Befürchtung, dass neue KI-Modelle die Gewinne von Softwarefirmen schmälern könnten, ließ Anleger Reißaus nehmen. Auch wenn sich die Wogen in dieser Woche wieder etwas geglättet haben, lässt der Schreck Börsianer nach Alternativen suchen. "Der Ausverkauf bei den Titeln, die die Märkte nach oben getragen haben, mag eine Pause eingelegt haben, aber stattdessen sehen wir eine Welle aggressiver Käufe von ganz anderen Aktien", sagte Tim Murray, Kapitalmarktstratege bei T. Rowe Price.
"Jetzt jagen alle hinterher, um billigere Unternehmen zu kaufen, vielleicht sogar wahllos", konstatierte Murray. Händler verwiesen zudem auf die wachsende Unsicherheit, wie die Tech-Riesen mit ihren massiven KI-Investitionen Gewinne erzielen wollen und welche etablierten Geschäftsmodelle durch KI verdrängt werden könnten. Anleger würden die Risiken von Investitionen in sogenannte "Hyperscaler" wie Amazon(AMZN.O), Microsoft(MSFT.O) und Alphabet(GOOGL.O) abwägen, deren Geschäfte den Ausbau der Künstlichen Intelligenz (KI) unterstützen.
Diese Entwicklung schlug sich in der unterschiedlichen Wertentwicklung der Aktienindizes nieder. Während der S&P 500 und der Nasdaq am Freitag jeweils rund zwei Prozent zugelegt hatten, übertraf der breiter gefasste Russell-2000-Index(.RUT) für kleinere Unternehmen beide mit einem Anstieg von 3,5 Prozent. "Ganz leise haben wir gesehen, wie Geld in Energieaktien, Rohstoffunternehmen, Basiskonsumgüter und Industriewerte geflossen ist", sagte Scott Chronert, US-Marktstratege bei der Citigroup. Diese konjunktursensiblen Sektoren verzeichneten seit Jahresbeginn zweistellige Zuwächse.
Experten gehen davon aus, dass dieser Trend anhalten wird. "Ich denke, die Verbreiterung, die wir im Herbst begannen zu sehen und in den letzten Tagen am dramatischsten erlebt haben, wird von Dauer sein", sagte Simeon Hyman, globaler Anlagestratege bei ProShares. "Dividendenwachstum, gleichgewichtete Indizes und kleinere Unternehmen dürften alle davon profitieren."
Börsianer gehen davon aus, dass die neue Risikoeinstellung an den Märkten bestehen bleibt. "Die Leute werden in Zukunft starke Zweifel und Fragen haben", sagte Thierry Wizman, globaler Devisen- und Zinsstratege bei der Macquarie Group. Diese würden sich darum drehen, wie die "Hyperscaler" mit ihren neuen Investitionsplänen Gewinne erzielen und wie groß der Schaden für etablierte Geschäftsmodelle sein wird, die durch KI verdrängt werden könnten.
Die hohe Volatilität spiegele die Suche der Anleger nach sicheren Häfen wider, sagte der Vermögensberater Jim Carroll. "Die Leute reagieren auf die verschiedenen Gründe, die all diesen Anlageklassen geschadet haben, indem sie nach Wegen suchen, ihre Portfolios neu auszurichten und sich von den am stärksten überlaufenen Positionen zu trennen." Das Ergebnis sei ein zunehmend gespaltener Markt, sagte Chronert. "Während wir uns alle auf diese KI-Debatte konzentriert haben, hat sich der Markt bereits in eine andere Richtung bewegt."
<^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
| GRAPHIC-Turning away from tech stocks | https://reut.rs/4aAxOOA |
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^>
(geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
10.02.26
13:53
Reuters
Die Befürchtung, dass neue KI-Modelle die Gewinne von Softwarefirmen schmälern könnten, ließ Anleger Reißaus nehmen. Auch wenn sich die Wogen in dieser Woche wieder etwas geglättet haben, lässt der Schreck Börsianer nach Alternativen suchen. "Der Ausverkauf bei den Titeln, die die Märkte nach oben getragen haben, mag eine Pause eingelegt haben, aber stattdessen sehen wir eine Welle aggressiver Käufe von ganz anderen Aktien", sagte Tim Murray, Kapitalmarktstratege bei T. Rowe Price.
"Jetzt jagen alle hinterher, um billigere Unternehmen zu kaufen, vielleicht sogar wahllos", konstatierte Murray. Händler verwiesen zudem auf die wachsende Unsicherheit, wie die Tech-Riesen mit ihren massiven KI-Investitionen Gewinne erzielen wollen und welche etablierten Geschäftsmodelle durch KI verdrängt werden könnten. Anleger würden die Risiken von Investitionen in sogenannte "Hyperscaler" wie Amazon(AMZN.O), Microsoft(MSFT.O) und Alphabet(GOOGL.O) abwägen, deren Geschäfte den Ausbau der Künstlichen Intelligenz (KI) unterstützen.
Diese Entwicklung schlug sich in der unterschiedlichen Wertentwicklung der Aktienindizes nieder. Während der S&P 500 und der Nasdaq am Freitag jeweils rund zwei Prozent zugelegt hatten, übertraf der breiter gefasste Russell-2000-Index(.RUT) für kleinere Unternehmen beide mit einem Anstieg von 3,5 Prozent. "Ganz leise haben wir gesehen, wie Geld in Energieaktien, Rohstoffunternehmen, Basiskonsumgüter und Industriewerte geflossen ist", sagte Scott Chronert, US-Marktstratege bei der Citigroup. Diese konjunktursensiblen Sektoren verzeichneten seit Jahresbeginn zweistellige Zuwächse.
Experten gehen davon aus, dass dieser Trend anhalten wird. "Ich denke, die Verbreiterung, die wir im Herbst begannen zu sehen und in den letzten Tagen am dramatischsten erlebt haben, wird von Dauer sein", sagte Simeon Hyman, globaler Anlagestratege bei ProShares. "Dividendenwachstum, gleichgewichtete Indizes und kleinere Unternehmen dürften alle davon profitieren."
Börsianer gehen davon aus, dass die neue Risikoeinstellung an den Märkten bestehen bleibt. "Die Leute werden in Zukunft starke Zweifel und Fragen haben", sagte Thierry Wizman, globaler Devisen- und Zinsstratege bei der Macquarie Group. Diese würden sich darum drehen, wie die "Hyperscaler" mit ihren neuen Investitionsplänen Gewinne erzielen und wie groß der Schaden für etablierte Geschäftsmodelle sein wird, die durch KI verdrängt werden könnten.
Die hohe Volatilität spiegele die Suche der Anleger nach sicheren Häfen wider, sagte der Vermögensberater Jim Carroll. "Die Leute reagieren auf die verschiedenen Gründe, die all diesen Anlageklassen geschadet haben, indem sie nach Wegen suchen, ihre Portfolios neu auszurichten und sich von den am stärksten überlaufenen Positionen zu trennen." Das Ergebnis sei ein zunehmend gespaltener Markt, sagte Chronert. "Während wir uns alle auf diese KI-Debatte konzentriert haben, hat sich der Markt bereits in eine andere Richtung bewegt."
(geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)