04.02.26
17:28
Reuters
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Sorgen um Technologiesektor beschäftigen Anleger weiter
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Mögliche Co2-Regeländerung drückt Zementbranche - Chemie steigt
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| Ausblick von Novo Nordisk enttäuscht |
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| Gold und Silber auf Berg- und Talfahrt |
| (Neu: Schlusskurse) |
| Frankfurt, 04. Feb (Reuters) - Die Stimmung an Europas |
| Börsen bleibt angesichts der anhaltenden Talfahrt im |
| Technologiesektor nervös. Für heftige Kursausschläge im Energie- |
| und Chemiesektor sorgten am Mittwoch Signale für eine mögliche |
| Abschwächung des Emissionshandels in der EU. Der Dax(.GDAXI) |
| verlor 0,7 Prozent auf 24.603 Punkte. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) |
| gab 0,4 Prozent nach. An der Wall Street ging es für den |
| technologielastigen Nasdaq-Index(.IXIC) erneut abwärts. "Alles |
| wird in den kommenden Tagen davon abhängen, ob die US-Big-Techs |
| weiter in der Gunst des Großteils der Anleger stehen (...) oder |
| aber sich ein Verkaufstrend durchsetzt", fasste Christine Romar, |
| Strategin von CMC Markets zusammen. |
Aktien von Software-, IT- und Datenanalyse-Firmen blieben unter Druck. Als Auslöser sahen Händler Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz (KI) nach der Einführung eines Zusatzmoduls für den Chatbot Claude des KI-Unternehmens Anthropic, der ein Sprachmodell für juristische Aufgaben ermöglicht. Dies schürt Sorgen, dass KI klassische Software verdrängt, auf der die Geschäftsmodelle vieler Konzerne beruhen. Der europäische Technologieindex(.SX8P) fiel um 2,5 Prozent. Aktien des Softwareriesen SAP(SAPG.DE), die am Dienstag um 4,6 Prozent abgerutscht waren, gingen wenig verändert aus dem Handel. Infineon(IFXGn.DE) konnten trotz positiv aufgenommener Quartalszahlen nicht punkten. Die Aktien des Chipkonzerns gaben 1,9 Prozent ab.
Anteilsscheine des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials(HEIG.DE) rutschten um 9,8 Prozent ab und hielten damit die rote Laterne im Dax. Die Titel von Holcim(HOLN.S) gaben 7,8 Prozent nach. Händler begründeten die Kursbewegungen mit Spekulationen über eine Aufweichung von EU-Regeln. Die Analysten von JP Morgan verwiesen auf Berichte, denen zufolge die EU-Kommission beabsichtigt, das Europäische Emissionshandelssystem für den Energie- und Industriesektor deutlich zu verwässern. Für Heidelberg Materials wäre dies nachteilig, da das Unternehmen seinen nahezu CO2-freien Zement weniger stark als Wettbewerbsvorteil ausspielen könnte.
Energieintensive Industrien profitierten mit Blick auf möglicherweise sinkende Kosten hingegen: Die Titel des Chemikalienhändlers Brenntag(BNRGn.DE) verteuerten sich um 9,6 Prozent und waren damit stärkster Dax-Wert. Die Anteilsscheine des Chemiekonzerns BASF(BASFn.DE) zogen um knapp fünf Prozent an. Der europäische Branchenindex(.SX4P) gewann 4,8 Prozent und damit so viel innerhalb eines Tages wie seit Anfang März 2022 nicht mehr.
Eine unerwartet schwache Prognose schickte die Aktien von Novo Nordisk(NOVOb.CO) auf Talfahrt. Die Papiere des dänischen Pharmakonzerns rauschten um rund 17,2 Prozent nach unten. Für 2026 rechnet der Hersteller der Abnehmspritze Wegovy mit einem Rückgang bei Umsatz und Betriebsgewinn von fünf bis 13 Prozent. Unter Druck gerieten nach negativ aufgenommenen Zahlen auch andere europäische Unternehmen. Steil nach unten ging es etwa für den niederländischen Navigationsspezialisten TomTom(TOM2.AS), den schwedischen Gartengerätehersteller Husqvarna(HUSQb.ST), den finnischen Industriekonzern Wärtsilä(WRT1V.HE) und die französische Großbank Credit Agricole(CAGR.PA), die zwischen drei und 13,4 Prozent einbüßten.
Starke Kursschwankungen mussten Anleger am Edelmetallmarkt aushalten. Der Goldpreis(XAU=) änderte mehrfach die Richtung und lag zuletzt ein Prozent im Minus bei 4890 Dollar je Feinunze. Die Feinunze Silber(XAG=) kostete zeitweilig rund acht Prozent mehr und rutschte dann ein halbes Prozent ins Minus.
(Bericht von Anika Ross, Sanne Schimanski, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
04.02.26
17:28
Reuters
Frankfurt, 04. Feb (Reuters) - Die Stimmung an Europas Börsen bleibt angesichts der anhaltenden Talfahrt im Technologiesektor nervös. Für heftige Kursausschläge im Energie- und Chemiesektor sorgten am Mittwoch Signale für eine mögliche Abschwächung des Emissionshandels in der EU. Der Dax(.GDAXI) verlor 0,7 Prozent auf 24.603 Punkte. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab 0,4 Prozent nach. An der Wall Street ging es für den technologielastigen Nasdaq-Index(.IXIC) erneut abwärts. "Alles wird in den kommenden Tagen davon abhängen, ob die US-Big-Techs weiter in der Gunst des Großteils der Anleger stehen (...) oder aber sich ein Verkaufstrend durchsetzt", fasste Christine Romar, Strategin von CMC Markets zusammen.
Aktien von Software-, IT- und Datenanalyse-Firmen blieben unter Druck. Als Auslöser sahen Händler Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz (KI) nach der Einführung eines Zusatzmoduls für den Chatbot Claude des KI-Unternehmens Anthropic, der ein Sprachmodell für juristische Aufgaben ermöglicht. Dies schürt Sorgen, dass KI klassische Software verdrängt, auf der die Geschäftsmodelle vieler Konzerne beruhen. Der europäische Technologieindex(.SX8P) fiel um 2,5 Prozent. Aktien des Softwareriesen SAP(SAPG.DE), die am Dienstag um 4,6 Prozent abgerutscht waren, gingen wenig verändert aus dem Handel. Infineon(IFXGn.DE) konnten trotz positiv aufgenommener Quartalszahlen nicht punkten. Die Aktien des Chipkonzerns gaben 1,9 Prozent ab.
Anteilsscheine des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials(HEIG.DE) rutschten um 9,8 Prozent ab und hielten damit die rote Laterne im Dax. Die Titel von Holcim(HOLN.S) gaben 7,8 Prozent nach. Händler begründeten die Kursbewegungen mit Spekulationen über eine Aufweichung von EU-Regeln. Die Analysten von JP Morgan verwiesen auf Berichte, denen zufolge die EU-Kommission beabsichtigt, das Europäische Emissionshandelssystem für den Energie- und Industriesektor deutlich zu verwässern. Für Heidelberg Materials wäre dies nachteilig, da das Unternehmen seinen nahezu CO2-freien Zement weniger stark als Wettbewerbsvorteil ausspielen könnte.
Energieintensive Industrien profitierten mit Blick auf möglicherweise sinkende Kosten hingegen: Die Titel des Chemikalienhändlers Brenntag(BNRGn.DE) verteuerten sich um 9,6 Prozent und waren damit stärkster Dax-Wert. Die Anteilsscheine des Chemiekonzerns BASF(BASFn.DE) zogen um knapp fünf Prozent an. Der europäische Branchenindex(.SX4P) gewann 4,8 Prozent und damit so viel innerhalb eines Tages wie seit Anfang März 2022 nicht mehr.
Eine unerwartet schwache Prognose schickte die Aktien von Novo Nordisk(NOVOb.CO) auf Talfahrt. Die Papiere des dänischen Pharmakonzerns rauschten um rund 17,2 Prozent nach unten. Für 2026 rechnet der Hersteller der Abnehmspritze Wegovy mit einem Rückgang bei Umsatz und Betriebsgewinn von fünf bis 13 Prozent. Unter Druck gerieten nach negativ aufgenommenen Zahlen auch andere europäische Unternehmen. Steil nach unten ging es etwa für den niederländischen Navigationsspezialisten TomTom(TOM2.AS), den schwedischen Gartengerätehersteller Husqvarna(HUSQb.ST), den finnischen Industriekonzern Wärtsilä(WRT1V.HE) und die französische Großbank Credit Agricole(CAGR.PA), die zwischen drei und 13,4 Prozent einbüßten.
Starke Kursschwankungen mussten Anleger am Edelmetallmarkt aushalten. Der Goldpreis(XAU=) änderte mehrfach die Richtung und lag zuletzt ein Prozent im Minus bei 4890 Dollar je Feinunze. Die Feinunze Silber(XAG=) kostete zeitweilig rund acht Prozent mehr und rutschte dann ein halbes Prozent ins Minus.
(Bericht von Anika Ross, Sanne Schimanski, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)