04.02.26
11:36
Reuters
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Sorgen um Technologiesektor beschäftigen Anleger weiter
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Gold- und Ölpreis steigen weiter - US-Iran-Konflikt stützt
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Infineon kann Gewinne nicht halten - PVA Tepla mit Kurssturz
| (Neu: Europäische Börsen, Edelmetalle, Öl) |
| Frankfurt, 04. Feb (Reuters) - Nach dem globalen |
| Ausverkauf im Technologiesektor am Dienstag zeigen sich die |
| europäischen Börsenanleger vorsichtig. Der Dax(.GDAXI) notierte |
| am Mittwoch gegen Mittag leicht schwächer bei 24.753 Punkten. |
| Der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor 0,3 Prozent auf 5118 Zähler. |
| "Die Sorge, dass die Disruption durch immer besser werdende |
| KI-Anwendungen etablierten Softwarekonzernen die Kundschaft |
| abgraben könnte, versetzt viele Anleger in Habachtstellung", |
| sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank. "Das belastet |
| die Stimmung im Dax zusätzlich – zumal SAP(SAPG.DE) lange Zeit |
| zu den wichtigsten Zugpferden des Index gehörte." |
Die Aktie des deutschen Softwareriesen war am Dienstag um 4,6 Prozent abgerutscht. Unter Druck gerieten auch weitere Aktien aus der IT-, Datenanalyse- und Werbebranche. Als Auslöser nannten Händler Sorgen über die Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz (KI) nach der Einführung eines Zusatzmoduls für den Chatbot Claude des KI-Unternehmens Anthropic. Dabei handelt es sich um ein Plugin, mit dem sich das Sprachmodell für juristische Aufgaben einsetzen lässt. Dies schürte Sorgen, dass KI klassische Software verdrängt, auf der die Geschäftsmodelle vieler Konzerne beruhen.
In den Fokus rückte zudem erneut die Geopolitik. Das US-Militär schoss am Dienstag nach eigenen Angaben eine iranische Drohne ab, die sich einem US-Flugzeugträger genähert haben soll. Stunden nach dem Abschuss kam es in der Straße von Hormus zu einem weiteren Zwischenfall. Boote der iranischen Revolutionsgarden und eine Drohne bedrängten nach US-Angaben einen unter US-Flagge fahrenden Tanker. Dies stoppte die Korrektur am Edelmetallmarkt: Gold(XAU=), Silber(XAG=), Platin(XPD=) und Palladium(XPT=) verteuerten sich um 2,3 bis gut sechs Prozent. Auch die Ölpreise(LCOc1)(CLc1), die am Dienstag um jeweils rund 1,5 Prozent gestiegen waren, setzten ihren Aufwärtskurs vorsichtig fort und legten um rund ein halbes Prozent zu.
Im Rampenlicht stand zugleich die Ukraine. Die Regierung in Moskau hält zu Beginn einer neuen Runde von Friedensgesprächen in Abu Dhabi an ihren Forderungen fest. Russische Truppen würden so lange weiter in der Ukraine kämpfen, bis die Regierung in Kiew Entscheidungen zur Beendigung des Krieges treffe, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die russische Position sei unverändert. Die Ukraine lehnt die russische Forderung ab, auf die gesamte östliche Region Donezk zu verzichten. Dort hat die Ukraine eine ihrer stärksten Verteidigungslinien aufgebaut.
Bei den Einzelwerten konnten die Aktien von Infineon(IFXGn.DE) ihre anfänglichen Gewinne nicht halten. Die Titel des Chipkonzerns, die nach positiv aufgenommenen Geschäftszahlen im früheren Handelsverlauf um bis zu 4,2 Prozent zugelegt hatten, drehten ins Minus und gaben rund 1,5 Prozent nach. Nach unten ging es auch für den Halbleiterausrüster PVA Tepla(TPEG.DE). Die Papiere brachen im SDax(.SDAXI) um fast 14 Prozent ein. "Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 liegt deutlich unter den Schätzungen, trotz eines soliden Auftragseingangs", sagte ein Händler.
Unter Druck gerieten nach negativ aufgenommenen Zahlen auch andere europäische Unternehmen. Steil nach unten ging es etwa für den niederländischen Navigationsspezialisten TomTom(TOM2.AS), den schwedischen Gartengerätehersteller Husqvarna(HUSQb.ST), den finnischen Industriekonzern Wärtsilä(WRT1V.HE) und die französische Großbank Credit Agricole(CAGR.PA), die zwischen drei und 12,5 Prozent einbüßten. Auch die jüngsten Übernahmepläne von Santander(SAN.MC) haben die Anleger nicht überzeugt: Die Titel der spanischen Großbank gaben nach der Ankündigung einer Übernahme der US-Regionalbank Webster Financial(WBS.N) um gut drei Prozent nach. Gefragt waren hingegen die Papiere des deutsch-österreichischen Chip- und Sensoranbieters AMS-Osram(AMS.S), die nach der Ankündigung des Verkaufs seines Geschäfts mit nichtoptischen Analog-/Mixed-Signal-Sensoren in Zürich um 8,5 Prozent kletterten.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
04.02.26
11:36
Reuters
Frankfurt, 04. Feb (Reuters) - Nach dem globalen Ausverkauf im Technologiesektor am Dienstag zeigen sich die europäischen Börsenanleger vorsichtig. Der Dax(.GDAXI) notierte am Mittwoch gegen Mittag leicht schwächer bei 24.753 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor 0,3 Prozent auf 5118 Zähler. "Die Sorge, dass die Disruption durch immer besser werdende KI-Anwendungen etablierten Softwarekonzern die Kundschaft abgraben könnte, versetzt viele Anleger in Habachtstellung", sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank. "Das belastet die Stimmung im Dax zusätzlich – zumal SAP(SAPG.DE) lange Zeit zu den wichtigsten Zugpferden des Index gehörte."
Die Aktie des deutschen Softwareriesen war am Dienstag um 4,6 Prozent abgerutscht. Unter Druck gerieten auch weitere Aktien aus der IT-, Datenanalyse- und Werbebranche. Als Auslöser nannten Händler Sorgen über die Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz (KI) nach der Einführung eines Zusatzmoduls für den Chatbot Claude des KI-Unternehmens Anthropic. Dabei handelt es sich um ein Plugin, mit dem sich das Sprachmodell für juristische Aufgaben einsetzen lässt. Dies schürte Sorgen, dass KI klassische Software verdrängt, auf der die Geschäftsmodelle vieler Konzerne beruhen.
In den Fokus rückte zudem erneut die Geopolitik. Das US-Militär schoss am Dienstag nach eigenen Angaben eine iranische Drohne ab, die sich einem US-Flugzeugträger genähert haben soll. Stunden nach dem Abschuss kam es in der Straße von Hormus zu einem weiteren Zwischenfall. Boote der iranischen Revolutionsgarden und eine Drohne bedrängten nach US-Angaben einen unter US-Flagge fahrenden Tanker. Dies stoppte die Korrektur am Edelmetallmarkt: Gold(XAU=), Silber(XAG=), Platin(XPD=) und Palladium(XPT=) verteuerten sich um 2,3 bis gut sechs Prozent. Auch die Ölpreise(LCOc1)(CLc1), die am Dienstag um jeweils rund 1,5 Prozent gestiegen waren, setzten ihren Aufwärtskurs vorsichtig fort und legten um rund ein halbes Prozent zu.
Im Rampenlicht stand zugleich die Ukraine. Die Regierung in Moskau hält zu Beginn einer neuen Runde von Friedensgesprächen in Abu Dhabi an ihren Forderungen fest. Russische Truppen würden so lange weiter in der Ukraine kämpfen, bis die Regierung in Kiew Entscheidungen zur Beendigung des Krieges treffe, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die russische Position sei unverändert. Die Ukraine lehnt die russische Forderung ab, auf die gesamte östliche Region Donezk zu verzichten. Dort hat die Ukraine eine ihrer stärksten Verteidigungslinien aufgebaut.
Bei den Einzelwerten konnten die Aktien von Infineon(IFXGn.DE) ihre anfänglichen Gewinne nicht halten. Die Titel des Chipkonzerns, die nach positiv aufgenommenen Geschäftszahlen im früheren Handelsverlauf um bis zu 4,2 Prozent zugelegt hatten, drehten ins Minus und gaben rund 1,5 Prozent nach. Nach unten ging es auch für den Halbleiterausrüster PVA Tepla(TPEG.DE). Die Papiere brachen im SDax(.SDAXI) um fast 14 Prozent ein. "Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 liegt deutlich unter den Schätzungen, trotz eines soliden Auftragseingangs", sagte ein Händler.
Unter Druck gerieten nach negativ aufgenommenen Zahlen auch andere europäische Unternehmen. Steil nach unten ging es etwa für den niederländischen Navigationsspezialisten TomTom(TOM2.AS), den schwedischen Gartengerätehersteller Husqvarna(HUSQb.ST), den finnischen Industriekonzern Wärtsilä(WRT1V.HE) und die französische Großbank Credit Agricole(CAGR.PA), die zwischen drei und 12,5 Prozent einbüßten. Auch die jüngsten Übernahmepläne von Santander(SAN.MC) haben die Anleger nicht überzeugt: Die Titel der spanischen Großbank gaben nach der Ankündigung einer Übernahme der US-Regionalbank Webster Financial(WBS.N) um gut drei Prozent nach. Gefragt waren hingegen die Papiere des deutsch-österreichischen Chip- und Sensoranbieters AMS-Osram(AMS.S), die nach der Ankündigung des Verkaufs seines Geschäfts mit nichtoptischen Analog-/Mixed-Signal-Sensoren in Zürich um 8,5 Prozent kletterten.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)