29.08.22
09:12
Reuters
* Nachwehen der Powell-Äußerungen drücken Aktien ins Minus
* Dollar steigt auf 20-Jahres-Hoch
* Ölpreis zieht an - Erdgas bleibt teuer
(Neu: Europäische Börsen, Devisen, Anleihen, Rohstoffe, Uniper)
Frankfurt, 29. Aug (Reuters) - Die Aussicht auf eine längerfristig restriktive Geldpolitik der großen Notenbanken schlägt europäischen Anlegern erneut auf die Stimmung. Dax(.GDAXI) und EuroStoxx50(.STOXX50E) fielen am Montag um jeweils etwa 1,5 Prozent auf 12.797 beziehungsweise 3548 Punkte, nachdem sie am Freitag rund zwei Prozent eingebüßt hatten. Investoren hatten vor allem an den Äußerungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell zu knabbern. Dieser hatte die Finanzmärkte auf eine längere Serie drastischer Zinserhöhungen eingestimmt.[nL8N30242M] "Die Fed sieht ihre oberste Priorität darin, Preisstabilität zu gewährleisten und in diesem Zusammenhang die Inflation zu ihrem Ziel von zwei Prozent zurückzubringen", sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. "Hierfür würde sie im Zweifel auch eine Rezession in Kauf nehmen."
Führende Mitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) sprachen sich ebenfalls für kräftige Zinserhöhungen aus.[nL8N3030BE] "Sie würde sich damit an das Tempo der Fed anpassen", sagte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. Vor diesem Hintergrund erwarten immer mehr Investoren von der EZB eine Anhebung um 0,75 Prozentpunkte in der kommenden Woche.[nL8N30519V]
Da das heimische Zinsniveau aber immer noch deutlich unter dem der USA liegt und einige Börsianer an der Entschlossenheit der EZB zweifeln, gab der Euro(EUR=) auf 0,9926 Dollar nach. Gleichzeitig stieg der Dollar-Index(=USD), der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, um bis zu 0,6 Prozent auf ein 20-Jahres-Hoch von 109,478 Punkten.
Die Aussicht auf steigende Zinsen machte außerdem die aktuell gehandelten, niedriger verzinsten Staatsanleihen unattraktiver. Die dadurch ausgelösten Verkäufe trieben die Rendite der zehnjährigen(DE10YT=RR) Bundestitel auf ein Zwei-Monats-Hoch von 1,548 Prozent. Gleiches galt für ihre US-Pendants, die bei 3,130 Prozent rentierten.
Die Furcht vor einem Rückschlag für die Weltwirtschaft schlug sich auch in den Rohstoffpreisen nieder. In China rutschten die Futures auf Kupfer(SCFv1), Eisenerz(DCIOv1) und Stahl(SRBv1) um bis zu 2,8 Prozent ab. Die Londoner Metallbörse blieb wegen eines Feiertags geschlossen.
Der Ölpreis(OILOIL) zog dagegen erneut an. Einige Mitglieder des Exportkartells Opec+ haben eine Senkung der Fördermengen angedeutet, sollte bei einer Lockerung der Sanktionen iranisches Rohöl auf den Weltmarkt zurückkehren.[nL8N2ZZ1MG] Dieses zusätzliche Angebot könne aber die aktuellen Engpässe nicht aufwiegen, gab Analystin Tina Teng vom Brokerhaus CMC Markets zu bedenken. Die Sorte Brent(LCOc1) aus der Nordsee verteuerte sich dennoch um 0,3 Prozent auf 101,29 Dollar je Barrel (159 Liter).
Der europäische Erdgas-Future blieb mit 306 Euro je Megawattstunde in Reichweite seines jüngsten Rekordhochs von 343,08 Euro. Börsianer befürchten, dass die russischen Lieferungen über die wichtige Pipeline "Nord Stream 1" nach dem Ende der für den 31. August angekündigten dreitägigen Wartungsarbeiten nicht wieder aufgenommen werden.[nL8N2ZV494] Vor diesem Hintergrund fielen die Aktien des kriselnden Gashändlers Uniper(UN01.DE) um bis zu 4,5 Prozent auf ein Rekordtief von 5,18 Euro.
(Bericht von Hakan Ersen redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
29.08.22
09:12
Reuters
(Neu: Europäische Börsen, Devisen, Anleihen, Rohstoffe, Uniper) Frankfurt, 29. Aug (Reuters) - Die Aussicht auf eine längerfristig restriktive Geldpolitik der großen Notenbanken schlägt europäischen Anlegern erneut auf die Stimmung. Dax(.GDAXI) und EuroStoxx50(.STOXX50E) fielen am Montag um jeweils etwa 1,5 Prozent auf 12.797 beziehungsweise 3548 Punkte, nachdem sie am Freitag rund zwei Prozent eingebüßt hatten. Investoren hatten vor allem an den Äußerungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell zu knabbern. Dieser hatte die Finanzmärkte auf eine längere Serie drastischer Zinserhöhungen eingestimmt.[nL8N30242M] "Die Fed sieht ihre oberste Priorität darin, Preisstabilität zu gewährleisten und in diesem Zusammenhang die Inflation zu ihrem Ziel von zwei Prozent zurückzubringen", sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. "Hierfür würde sie im Zweifel auch eine Rezession in Kauf nehmen."
Führende Mitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) sprachen sich ebenfalls für kräftige Zinserhöhungen aus.[nL8N3030BE] "Sie würde sich damit an das Tempo der Fed anpassen", sagte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. Vor diesem Hintergrund erwarten immer mehr Investoren von der EZB eine Anhebung um 0,75 Prozentpunkte in der kommenden Woche.[nL8N30519V]
DOLLAR IM HÖHENFLUG - ANLEIHEN AUF TALFAHRT
Da das heimische Zinsniveau aber immer noch deutlich unter dem der USA liegt und einige Börsianer an der Entschlossenheit der EZB zweifeln, gab der Euro(EUR=) auf 0,9926 Dollar nach. Gleichzeitig stieg der Dollar-Index(=USD), der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, um bis zu 0,6 Prozent auf ein 20-Jahres-Hoch von 109,478 Punkten.
Die Aussicht auf steigende Zinsen machte außerdem die aktuell gehandelten, niedriger verzinsten Staatsanleihen unattraktiver. Die dadurch ausgelösten Verkäufe trieben die Rendite der zehnjährigen(DE10YT=RR) Bundestitel auf ein Zwei-Monats-Hoch von 1,548 Prozent. Gleiches galt für ihre US-Pendants, die bei 3,130 Prozent rentierten.
ROHSTOFFPREISE FALLEN - ÖL GEGEN DEN TREND TEURER
Die Furcht vor einem Rückschlag für die Weltwirtschaft schlug sich auch in den Rohstoffpreisen nieder. In China rutschten die Futures auf Kupfer(SCFv1), Eisenerz(DCIOv1) und Stahl(SRBv1) um bis zu 2,8 Prozent ab. Die Londoner Metallbörse blieb wegen eines Feiertags geschlossen.
Der Ölpreis(OILOIL) zog dagegen erneut an. Einige Mitglieder des Exportkartells Opec+ haben eine Senkung der Fördermengen angedeutet, sollte bei einer Lockerung der Sanktionen iranisches Rohöl auf den Weltmarkt zurückkehren.[nL8N2ZZ1MG] Dieses zusätzliche Angebot könne aber die aktuellen Engpässe nicht aufwiegen, gab Analystin Tina Teng vom Brokerhaus CMC Markets zu bedenken. Die Sorte Brent(LCOc1) aus der Nordsee verteuerte sich dennoch um 0,3 Prozent auf 101,29 Dollar je Barrel (159 Liter).
Der europäische Erdgas-Future blieb mit 306 Euro je Megawattstunde in Reichweite seines jüngsten Rekordhochs von 343,08 Euro. Börsianer befürchten, dass die russischen Lieferungen über die wichtige Pipeline "Nord Stream 1" nach dem Ende der für den 31. August angekündigten dreitägigen Wartungsarbeiten nicht wieder aufgenommen werden.[nL8N2ZV494] Vor diesem Hintergrund fielen die Aktien des kriselnden Gashändlers Uniper(UN01.DE) um bis zu 4,5 Prozent auf ein Rekordtief von 5,18 Euro.
(Bericht von Hakan Ersen redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)