28.06.22
16:18
Reuters
* China verkürzt Quarantänezeit für Einreisende
* US-Konsumlaune bricht überraschend stark ein
* Angebotssorgen treiben Ölpreis
* Nike-Zahlen setzen Adidas und Puma zu
* Der russische Einmarsch in die Ukraine: https://tmsnrt.rs/3hguewG
* Sanktionen gegen Russland: https://tmsnrt.rs/3vSLsc0
(Neu: Schlusskurse, US-Verbrauchervertrauen)
Frankfurt, 28. Jun (Reuters) - Die Lockerung von Corona-Restriktionen beim wichtigen Handelspartner China lässt weitere Investoren an Europas Börsen zurückkehren. Der Dax(.GDAXI) erholte sich am Dienstag um 0,4 Prozent auf 13.232 Zähler; der EuroStoxx50(.STOXX50E) stieg um 0,3 Prozent auf 3548 Punkte. Anleger spekulierten auf eine Wiederbelebung des globalen Wachstums, nachdem die Regierung in Peking die Quarantänezeit für ankommende Reisende um die Hälfte verkürzt hat.
"Dies ist ein guter Schritt nach vorn", sagte Hani Redha, Portfolio-Manager bei PineBridge Investments. "Es ist nicht genug, um zu einer sehr robusten Erholung zu führen, aber es wird definitiv schrittweise positiv sein." Chinas strenge Null-Covid-Politik hat die Wirtschaftstätigkeit in der zweitgrößten Volkswirtschaft belastet. Die Lockerung der Reisebeschränkungen und die Wiedereröffnung der Großstädte nach dem Lockdown ließen Investoren nun wieder auf einen Schub für die Konjunktur hoffen.
"Angesichts der schwachen Inlandsnachfrage und anhaltender Corona-Unsicherheiten wird der Erholungspfad aber steinig", warnten jedoch die Analysten der Bank of America. Auch die hohe Inflation und der Ukraine-Krieg sorgen weiter für Gegenwind. Die rasanten Preissteigerungen trübten die Stimmung der US-Konsumenten im Juni so stark ein wie seit Februar 2021 nicht mehr.[nZON005SCX] Der überraschend starke Einbruch schlug US-Anleger auf den Magen. Nach Veröffentlichung des Barometers bröckelten die Kurszuwächse an der Wall Street ab und die wichtigsten Indizes drehten ins Minus.
Die Aussicht auf eine anziehende Nachfrage trieb zunächst auch den Kupfer-Preis an. Das Industriemetall, dessen weltweit größter Abnehmer China ist, verteuerte sich um mehr als ein Prozent auf bis zu 8538 Dollar je Tonne, bevor das Kursplus zusammenschmolz. Der Terminkontrakt auf die Rohöl-Sorte Brent(LCOc1) aus der Nordsee legte wegen drohender Angebotsengpässe ebenfalls zu und stieg um knapp zwei Prozent auf 117,16 Dollar je Barrel (159 Liter). Die beiden großen Förderländer Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate hätten ihre maximale Produktionskapazität offenbar erreicht oder seien kurz davor, sagte Analyst Tobin Gorey von der Commonwealth Bank. Gleichzeitig warnten Experten vor Lieferausfällen durch Unruhen in Libyen und Ecuador.
Auch am Anleihemarkt wuchs anlässlich eines Notenbanker-Treffens in Sintra die Nervosität. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen(DE10YT=RR) Bundestitel auf bis zu 1,673 Prozent. Ratsmitglied Pierre Wunsch sprach sich dafür aus, dass die Europäische Zentralbank den mit stark steigenden Zinskosten konfrontierten Euro-Ländern großzügig helfen solle.[nL8N2YF2P3] "Ich würde sogar sagen, dass es keine Grenzen geben sollte", sagte der belgische Notenbankchef der Nachrichtenagentur Reuters. Die EZB arbeitet derzeit an einem Instrument, das den Renditeanstieg in stark verschuldeten Ländern wie Italien eindämmen soll.
Bei den Aktienwerten rückten die Sportartikel-Hersteller ins Rampenlicht, nachdem Branchenprimus Nike(NKE.N) mit seinen Zahlen enttäuscht hatte.[nL8N2YF0DL] Der Quartalsgewinn habe lediglich wegen positiver Steuereffekte die Erwartungen übertroffen, monierte Analyst Camilo Lyon vom Brokerhaus BTIG. Außerdem blieben die Gesamtjahresziele hinter den Erwartungen zurück. Nike(NKE.N)-Aktien brachen an der Wall Street mehr als fünf Prozent ein und zogen auch die Rivalen Adidas(ADSGn.DE) und Puma(PUMG.DE) um rund ein und 2,2 Prozent nach unten.
Die Papiere von SAS(SAS.ST) hoben dagegen dank der Hoffnung auf eine erfolgreiche Sanierung der skandinavischen Fluggesellschaft ab. Sie stiegen in Stockholm zeitweise um fast zwölf Prozent auf 0,70 Kronen. Norwegen akzeptiert unter bestimmten Bedingungen Unternehmensanteile als Ausgleich für vergebene Kredite im Volumen von umgerechnet 145 Millionen Euro. Allerdings will das Land kein langfristiger Aktionär werden.
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(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Birgit Mittwollen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
28.06.22
16:18
Reuters
(Neu: Schlusskurse, US-Verbrauchervertrauen)
Frankfurt, 28. Jun (Reuters) - Die Lockerung von Corona-Restriktionen beim wichtigen Handelspartner China lässt weitere Investoren an Europas Börsen zurückkehren. Der Dax(.GDAXI) erholte sich am Dienstag um 0,4 Prozent auf 13.232 Zähler; der EuroStoxx50(.STOXX50E) stieg um 0,3 Prozent auf 3548 Punkte. Anleger spekulierten auf eine Wiederbelebung des globalen Wachstums, nachdem die Regierung in Peking die Quarantänezeit für ankommende Reisende um die Hälfte verkürzt hat.
"Dies ist ein guter Schritt nach vorn", sagte Hani Redha, Portfolio-Manager bei PineBridge Investments. "Es ist nicht genug, um zu einer sehr robusten Erholung zu führen, aber es wird definitiv schrittweise positiv sein." Chinas strenge Null-Covid-Politik hat die Wirtschaftstätigkeit in der zweitgrößten Volkswirtschaft belastet. Die Lockerung der Reisebeschränkungen und die Wiedereröffnung der Großstädte nach dem Lockdown ließen Investoren nun wieder auf einen Schub für die Konjunktur hoffen.
"Angesichts der schwachen Inlandsnachfrage und anhaltender Corona-Unsicherheiten wird der Erholungspfad aber steinig", warnten jedoch die Analysten der Bank of America. Auch die hohe Inflation und der Ukraine-Krieg sorgen weiter für Gegenwind. Die rasanten Preissteigerungen trübten die Stimmung der US-Konsumenten im Juni so stark ein wie seit Februar 2021 nicht mehr.[nZON005SCX] Der überraschend starke Einbruch schlug US-Anleger auf den Magen. Nach Veröffentlichung des Barometers bröckelten die Kurszuwächse an der Wall Street ab und die wichtigsten Indizes drehten ins Minus.
Die Aussicht auf eine anziehende Nachfrage trieb zunächst auch den Kupfer-Preis an. Das Industriemetall, dessen weltweit größter Abnehmer China ist, verteuerte sich um mehr als ein Prozent auf bis zu 8538 Dollar je Tonne, bevor das Kursplus zusammenschmolz. Der Terminkontrakt auf die Rohöl-Sorte Brent(LCOc1) aus der Nordsee legte wegen drohender Angebotsengpässe ebenfalls zu und stieg um knapp zwei Prozent auf 117,16 Dollar je Barrel (159 Liter). Die beiden großen Förderländer Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate hätten ihre maximale Produktionskapazität offenbar erreicht oder seien kurz davor, sagte Analyst Tobin Gorey von der Commonwealth Bank. Gleichzeitig warnten Experten vor Lieferausfallen durch Unruhen in Libyen und Ecuador.
Auch am Anleihemarkt wuchs anlässlich eines Notenbanker-Treffens in Sintra die Nervosität. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen(DE10YT=RR) Bundestitel auf bis zu 1,673 Prozent. Ratsmitglied Pierre Wunsch sprach sich dafür aus, dass die Europäische Zentralbank den mit stark steigenden Zinskosten konfrontierten Euro-Ländern großzügig helfen solle.[nL8N2YF2P3] "Ich würde sogar sagen, dass es keine Grenzen geben sollte", sagte der belgische Notenbankchef der Nachrichtenagentur Reuters. Die EZB arbeitet derzeit an einem Instrument, das den Renditeanstieg in stark verschuldeten Ländern wie Italien eindämmen soll.
Bei den Aktienwerten rückten die Sportartikel-Hersteller ins Rampenlicht, nachdem Branchenprimus Nike(NKE.N) mit seinen Zahlen enttäuscht hatte.[nL8N2YF0DL] Der Quartalsgewinn habe lediglich wegen positiver Steuereffekte die Erwartungen übertroffen, monierte Analyst Camilo Lyon vom Brokerhaus BTIG. Außerdem blieben die Gesamtjahresziele hinter den Erwartungen zurück. Nike(NKE.N)-Aktien brachen an der Wall Street mehr als fünf Prozent ein und zogen auch die Rivalen Adidas(ADSGn.DE) und Puma(PUMG.DE) um rund ein und 2,2 Prozent nach unten.
Die Papiere von SAS(SAS.ST) hoben dagegen dank der Hoffnung auf eine erfolgreiche Sanierung der skandinavischen Fluggesellschaft ab. Sie stiegen in Stockholm zeitweise um fast zwölf Prozent auf 0,70 Kronen. Norwegen akzeptiert unter bestimmten Bedingungen Unternehmensanteile als Ausgleich für vergebene Kredite im Volumen von umgerechnet 145 Millionen Euro. Allerdings will das Land kein langfristiger Aktionär werden.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Birgit Mittwollen. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)