09.03.26
04:12
Reuters
Singapur/Tokio/Sydney, 09. Mrz (Reuters) - Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten und ein starker Anstieg der Ölpreise haben am Montag eine Talfahrt an den asiatischen Börsen ausgelöst. Der Ölpreis war zuvor um mehr als 20 Prozent in die Höhe geschnellt und erreichte den höchsten Stand seit Juli 2022. Dies schürt Ängste vor einer steigenden Inflation, einer Konjunkturabschwächung und längeren Lieferunterbrechungen. Besonders heftig fielen die Verluste in Asien aus, wo der japanische Leitindex Nikkei einbrach.
Hintergrund ist der sich ausweitende Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite. Dies weckt die Sorge vor Lieferengpässen und längeren Unterbrechungen der Transporte durch die strategisch wichtige Straße von Hormus. Die Spannungen verschärften sich, nachdem der Iran am Montag Mojtaba Chamenei zum Nachfolger seines Vaters, Ajatollah Ali Chamenei, als Oberster Führer ernannte. Dies signalisiert, dass die Hardliner in Teheran die Kontrolle behalten.
"Dieses Chaos an den Finanzmärkten dreht sich alles um die Straße von Hormus", sagte Ed Yardeni von Yardeni Research. "Bis dahin dürften die Finanzmärkte zunehmend ein Stagflationsszenario im Stil der 1970er Jahre befürchten." Der Chefvolkswirt von JPMorgan, Bruce Kasman, rechnet kurzfristig mit einem Preisanstieg in Richtung 120 Dollar je Barrel. Sollte der Konflikt andauern, könnte der Ölpreis auch nachhaltig über 120 Dollar steigen und eine globale Rezession auslösen.
Eine Verkaufswelle erfasste auch die Anleihemärkte. Die Furcht vor einer steigenden Inflation überwog hier den Status als sicherer Hafen. Anleger befürchten, dass die Notenbanken gezwungen sein könnten, die Zinsen länger hoch zu halten. Die Rendite der dreijährigen australischen Staatsanleihen schoss auf den höchsten Stand seit 2011.
"Der Markt nimmt die Auswirkungen des Nahost-Konflikts nun ernster", sagte Hitoshi Asaoka, Chefstratege bei Asset Management One. In Tokio gerieten insbesondere Chip-Werte wie Advantest und Tokyo Electron unter Druck. Besonders hart traf der Ausverkauf die Fluggesellschaften in der gesamten Region. Die Papiere von Qantas, Air New Zealand und Japan Airlines fielen zwischen vier und mehr als zehn Prozent.
Als Reaktion auf den Ölpreis-Schock will Südkorea die Spritpreise im Inland erstmals seit fast 30 Jahren deckeln. Die Regierung werde ein System von Höchstpreisen für Erdölprodukte "schnell und entschlossen umsetzen", sagte Präsident Lee Jae Myung am Montag bei einer Dringlichkeitssitzung des Kabinetts.
Die japanische Börse hat am Montag schwächer tendiert. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 6,9 Prozent auf 51.782,39 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notierte 5,3 Prozent niedriger bei 3.521,27 Zählern. Die Börse Shanghai verlor 1,1 Prozent auf 4.077,68 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 1,6 Prozent auf 4.583,46 Punkte.
Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,7 Prozent auf 158,88 Yen und legte 0,4 Prozent auf 6,9214 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,7 Prozent höher bei 0,7813 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um 0,9 Prozent auf 1,1513 Dollar und gab um 0,2 Prozent auf 0,8997 Franken nach.
Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 24,7 Prozent auf 115,56 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 26,6 Prozent fester bei 115,09 Dollar.
Der US-Standardwerteindex Dow Jones hatte sich am Freitag mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 47.501,55 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 verlor 1,3 Prozent auf 6.740,02 Zähler, und der technologielastige Nasdaq gab 1,6 Prozent auf 22.387,68 Stellen nach.
(Bericht von Wayne Cole, Ankur Banerjee undJunko Fujita, geschrieben von Sabrina Frangos. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
09.03.26
04:12
Reuters
Singapur/Tokio/Sydney, 09. Mrz (Reuters) - Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten und ein starker Anstieg der Ölpreise haben am Montag eine Talfahrt an den asiatischen Börsen ausgelöst. Der Ölpreis war zuvor um mehr als 20 Prozent in die Höhe geschnellt und erreichte den höchsten Stand seit Juli 2022. Dies schürt Ängste vor einer steigenden Inflation, einer Konjunkturabschwächung und längeren Lieferunterbrechungen. Besonders heftig fielen die Verluste in Asien aus, wo der japanische Leitindex Nikkei einbrach. Hintergrund ist der sich ausweitende Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite. Dies weckt die Sorge vor Lieferengpässen und längeren Unterbrechungen der Transporte durch die strategisch wichtige Straße von Hormus. Die Spannungen verschärften sich, nachdem der Iran am Montag Mojtaba Chamenei zum Nachfolger seines Vaters, Ajatollah Ali Chamenei, als Oberster Führer ernannte. Dies signalisiert, dass die Hardliner in Teheran die Kontrolle behalten. "Dieses Chaos an den Finanzmärkten dreht sich alles um die Straße von Hormus", sagte Ed Yardeni von Yardeni Research. "Bis dahin dürften die Finanzmärkte zunehmend ein Stagflationsszenario im Stil der 1970er Jahre befürchten." Der Chefvolkswirt von JPMorgan, Bruce Kasman, rechnet kurzfristig mit einem Preisanstieg in Richtung 120 Dollar je Barrel. Sollte der Konflikt andauern, könnte der Ölpreis auch nachhaltig über 120 Dollar steigen und eine globale Rezession auslösen. Eine Verkaufswelle erfasste auch die Anleihemärkte. Die Furcht vor einer steigenden Inflation überwog hier den Status als sicherer Hafen. Anleger befürchten, dass die Notenbanken gezwungen sein könnten, die Zinsen länger hoch zu halten. Die Rendite der dreijährigen australischen Staatsanleihen schoss auf den höchsten Stand seit 2011. "Der Markt nimmt die Auswirkungen des Nahost-Konflikts nun ernster", sagte Hitoshi Asaoka, Chefstratege bei Asset Management One. In Tokio gerieten insbesondere Chip-Werte wie Advantest und Tokyo Electron unter Druck. Besonders hart traf der Ausverkauf die Fluggesellschaften in der gesamten Region. Die Papiere von Qantas, Air New Zealand und Japan Airlines fielen zwischen vier und mehr als zehn Prozent. Als Reaktion auf den Ölpreis-Schock will Südkorea die Spritpreise im Inland erstmals seit fast 30 Jahren deckeln. Die Regierung werde ein System von Höchstpreisen für Erdölprodukte "schnell und entschlossen umsetzen", sagte Präsident Lee Jae Myung am Montag bei einer Dringlichkeitssitzung des Kabinetts. Die japanische Börse hat am Montag schwächer tendiert. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 6,9 Prozent auf 51.782,39 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notierte 5,3 Prozent niedriger bei 3.521,27 Zählern. Die Börse Shanghai verlor 1,1 Prozent auf 4.077,68 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 1,6 Prozent auf 4.583,46 Punkte.
(Bericht von Wayne Cole, Ankur Banerjee und Junko Fujita, geschrieben von Sabrina Frangos. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)