10.04.26
20:36
Reuters
Frankfurt, 10. Apr (Reuters) - Die US-Börsen haben am Freitag uneinheitlich geschlossen. Vor dem Wochenende und angesichts der geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hielten sich die Anleger zurück. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte schloss 0,59 Prozent tiefer bei 47.903 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) gab 0,1 Prozent auf 6818 Zähler nach. Der technologielastige Nasdaq(.IXIC) legte dagegen um 0,35 Prozent auf 22.901 Punkte zu. Auf Wochensicht verbuchten alle drei Indizes Gewinne.
"Händler sind recht zögerlich, sich vor einem langen Wochenende zu engagieren, an dem Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA anstehen", sagte Jed Ellerbroek, Portfoliomanager bei Argent Capital Management. Die Anleger erwarteten viele Nachrichten, und eine Marktschließung von zweieinhalb Tagen sei eine lange Zeit, in der sich die Lage ändern könne. "Aus diesem Grund gibt es seit anderthalb Monaten den Trend, dass der Markt montags, dienstags und mittwochs gut läuft, donnerstags und freitags jedoch schlecht", fügte Ellerbroek hinzu.
Der Iran hält die für den Öltransport wichtige Straße von Hormus weiterhin gesperrt und fordert als Bedingung für die Wiederaufnahme von Verhandlungen einen Waffenstillstand im Libanon sowie die Freigabe eingefrorener Gelder. Zu Wochenbeginn hatte US-Präsident Donald Trump noch gedroht, eine "ganze Zivilisation" zu zerstören, falls der Iran seinen Forderungen nicht nachkomme. Als sich jedoch eine Waffenruhe abzeichnete, erholten sich die Aktienkurse.
Ein viel beachteter Inflationsbericht des US-Arbeitsministeriums zeigte zudem, dass sich der Anstieg der Verbraucherpreise beschleunigt hat. Grund dafür ist der Preisdruck infolge des Krieges gegen den Iran. An den Zapfsäulen stiegen die Benzinpreise um 21,2 Prozent. Die Kerninflation, die Lebensmittel und Energie ausklammert, fiel jedoch geringer aus als von Analysten erwartet. Einem Bericht der Universität Michigan zufolge stürzte die Verbraucherstimmung in diesem Monat auf ein Rekordtief ab. Die kurzfristigen Erwartungen fielen auf den niedrigsten Stand seit Mai 1980.
Bei den Einzelwerten legten vor allem Chip-Hersteller zu, der entsprechende Index(.SOX) stieg um 2,3 Prozent. Die in den USA notierten Aktien von Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC)(TSM.N), dem weltgrößten Auftragsfertiger für Chips, stiegen um 1,4 Prozent, nachdem das Unternehmen die Umsatzprognosen für das erste Quartal übertroffen hatte. Die Papiere von CoreWeave(CRWV.O) legten nach der Ankündigung eines mehrjährigen Vertrags mit dem KI-Konzern Anthropic um über elf Prozent zu. Finanzwerte(.SPSY) blieben dagegen hinter der Marktentwicklung zurück.
In der kommenden Woche legen große US-Banken ihre Bilanzen vor und läuten damit inoffiziell die Berichtssaison für das erste Quartal ein. Analysten rechnen LSEG-Daten zufolge derzeit mit einem Gewinnwachstum der S&P-500-Unternehmen von 13,9 Prozent im Jahresvergleich. "Hoffentlich lenkt die Berichtssaison zumindest einen Teil der Aufmerksamkeit wieder auf die Fundamentaldaten der Unternehmen, denn darum geht es am Aktienmarkt eigentlich", sagte Tim Ghriskey, Portfoliostratege bei Ingalls & Snyder.
(Bericht von Sanne Schimanski und Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
10.04.26
20:36
Reuters
| * US-Inflation zieht an | |
| * | Technologiewerte im Aufwind |
| * | Kurssprung bei CoreWeave nach Vertrag mit Anthropic |
| (Neu: Schlusskurse) | |
| Frankfurt, 10. Apr (Reuters) - Die US-Börsen haben am | |
| Freitag uneinheitlich geschlossen. Vor dem Wochenende und | |
| angesichts der geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem | |
| Iran hielten sich die Anleger zurück. Der Dow-Jones-Index(.DJI) | |
| der Standardwerte schloss 0,59 Prozent tiefer bei 47.903 | |
| Punkten. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) gab 0,1 Prozent auf | |
| 6818 Zähler nach. Der technologielastige Nasdaq(.IXIC) legte | |
| dagegen um 0,35 Prozent auf 22.901 Punkte zu. Auf Wochensicht | |
| verbuchten alle drei Indizes Gewinne. | |
"Händler sind recht zögerlich, sich vor einem langen Wochenende zu engagieren, an dem Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA anstehen", sagte Jed Ellerbroek, Portfoliomanager bei Argent Capital Management. Die Anleger erwarteten viele Nachrichten, und eine Marktschließung von zweieinhalb Tagen sei eine lange Zeit, in der sich die Lage ändern könne. "Aus diesem Grund gibt es seit anderthalb Monaten den Trend, dass der Markt montags, dienstags und mittwochs gut läuft, donnerstags und freitags jedoch schlecht", fügte Ellerbroek hinzu.
Der Iran hält die für den Öltransport wichtige Straße von Hormus weiterhin gesperrt und fordert als Bedingung für die Wiederaufnahme von Verhandlungen einen Waffenstillstand im Libanon sowie die Freigabe eingefrorener Gelder. Zu Wochenbeginn hatte US-Präsident Donald Trump noch gedroht, eine "ganze Zivilisation" zu zerstören, falls der Iran seinen Forderungen nicht nachkomme. Als sich jedoch eine Waffenruhe abzeichnete, erholten sich die Aktienkurse.
Ein viel beachteter Inflationsbericht des US-Arbeitsministeriums zeigte zudem, dass sich der Anstieg der Verbraucherpreise beschleunigt hat. Grund dafür ist der Preisdruck infolge des Krieges gegen den Iran. An den Zapfsäulen stiegen die Benzinpreise um 21,2 Prozent. Die Kerninflation, die Lebensmittel und Energie ausklammert, fiel jedoch geringer aus als von Analysten erwartet. Einem Bericht der Universität Michigan zufolge stürzte die Verbraucherstimmung in diesem Monat auf ein Rekordtief ab. Die kurzfristigen Erwartungen fielen auf den niedrigsten Stand seit Mai 1980.
Bei den Einzelwerten legten vor allem Chip-Hersteller zu, der entsprechende Index(.SOX) stieg um 2,3 Prozent. Die in den USA notierten Aktien von Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC)(TSM.N), dem weltgrößten Auftragsfertiger für Chips, stiegen um 1,4 Prozent, nachdem das Unternehmen die Umsatzprognosen für das erste Quartal übertroffen hatte. Die Papiere von CoreWeave(CRWV.O) legten nach der Ankündigung eines mehrjährigen Vertrags mit dem KI-Konzern Anthropic um über elf Prozent zu. Finanzwerte(.SPSY) blieben dagegen hinter der Marktentwicklung zurück.
In der kommenden Woche legen große US-Banken ihre Bilanzen vor und läuten damit inoffiziell die Berichtssaison für das erste Quartal ein. Analysten rechnen LSEG-Daten zufolge derzeit mit einem Gewinnwachstum der S&P-500-Unternehmen von 13,9 Prozent im Jahresvergleich. "Hoffentlich lenkt die Berichtssaison zumindest einen Teil der Aufmerksamkeit wieder auf die Fundamentaldaten der Unternehmen, denn darum geht es am Aktienmarkt eigentlich", sagte Tim Ghriskey, Portfoliostratege bei Ingalls & Snyder.
(Bericht von Sanne Schimanski und Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)