30.03.26
17:14
Reuters
| * Fed-Chef Powell: Warten bei Zinspolitik erst einmal ab | |
| * | Angriffe auf Hüttenwerke in Nahost treiben Aluminium an |
| * | Ölpreis steigt weiter - Gold auf Zickzackkurs |
| (Neu: Powell, Gold) | |
| Frankfurt, 30. Mrz (Reuters) - Die US-Börsen haben am | |
| Montag ihre Talfahrt vorerst gestoppt. Für gute Stimmung sorgten | |
| Aussagen von US-Präsident Donald Trump über den fortschreitenden | |
| Verhandlungserfolg mit dem Iran. Zugleich hat US-Notenbankchef | |
| Jerome Powell trotz des Irankriegs eine abwartende Haltung in | |
| der Geldpolitik signalisiert. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der | |
| Standardwerte notierte 0,7 Prozent höher bei 45.504 Punkten. Der | |
| breiter gefasste S&P 500(.SPX) gewann 0,3 Prozent auf 6386 | |
| Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) lag stabil | |
| bei 20.941 Stellen. Zwölf von 15 Punkten im Forderungskatalog | |
| seien bereits erfolgreich verhandelt, hieß es aus dem Weißen | |
| Haus. "Der Wahrheitsgehalt und die tatsächlichen Fortschritte in | |
| den Gesprächen lassen sich allerdings nicht wirklich | |
| verifizieren", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst vom Broker CMC | |
| Markets. | |
Auch Sam Stovall, Chefstratege vom Analysehaus CFRA, zeigte sich vorsichtig. "Es handelt sich heute wahrscheinlich um eine technische Gegenbewegung, da viele Sektoren und Unterbranchen überverkauft sind", sagte der Experte. "Der S&P 500 liegt seit Beginn des Krieges weiterhin weniger als zehn Prozent im Minus. In vielerlei Hinsicht sind die Anleger von den Auswirkungen einer Schließung der Straße von Hormus weniger betroffen, als ich gedacht hätte."
Der Krieg im Iran hat dennoch zu starken Schwankungen an den internationalen Finanzmärkten geführt, da Händler zögern, Risiken einzugehen. Dies führt zu geringerer Liquidität und macht den Handel schwieriger und teurer. Betroffen sind alle wichtigen Märkte von US-Staatsanleihen über Gold bis hin zu Währungen. "Wenn wir versuchen zu handeln, dauert es länger", sagte Rajeev De Mello, Chefanleger beim Vermögensverwalter GAMA. Selbst an den normalerweise sehr liquiden Märkten für Staatsanleihen zeigen sich Risse. So hat sich einem Bericht von Morgan Stanley zufolge die Spanne zwischen An- und Verkaufskursen für neu ausgegebene zweijährige US-Anleihen im März um rund 27 Prozent ausgeweitet.
Am Goldmarkt habe es sogar Tage gegeben, an denen die Händler ganz fehlten, sagte Mukesh Dave, Chefanleger beim Vermögensverwalter Aravali. "Sie wollen im Moment kein Geld verdienen. Stattdessen konzentrieren sie sich darauf, kein Geld zu verlieren." Das Edelmetall(XAU=) büßte in den ersten drei Märzwochen insgesamt rund 15 Prozent ein, bevor es vergangene Woche einen Zickzackkurs einschlug.
Bei den Einzelwerten griffen Anleger bei den Aktien von Aluminiumproduzenten zu. Die Papiere von Century Aluminum(CENX.OI) und Alcoa(AA.N) sprangen um 12,4 und 10,5 Prozent nach oben. Iranische Angriffe auf Aluminiumhütten im Nahen Osten trieben den Preis für das Leichtmetall(CMAL3) um rund 3,5 Prozent nach oben.
US-Leichtöl WTI(CLc1) setzte zum Wochenstart seinen Aufwärtskurs fort und legte um 3,5 Prozent auf 103,19 Dollar je Fass (159 Liter) zu. Nordseeöl der Sorte Brent(LCOc1) trat nach den starken Gewinnen der vergangenen Wochen mit 112,87 Dollar pro Barrel mehr oder weniger auf der Stelle. Damit verharrten die Preise auf dem höchsten Stand seit fast vier Jahren. Dies trieb die Titel der Energiekonzerne Exxon Mobil(XOM.N) und Chevron(CVX.N) um gut zwei und ein Prozent nach oben. Die Islamische Republik hat den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus - ein wichtiger Wasserweg insbesondere für die weltweite Öl- und Erdgasversorgung - weitgehend blockiert.
"Der Markt ringt mit zwei großen Unbekannten, die sich gegenseitig verstärken: wann die Öllieferungen wieder in nennenswertem Umfang anlaufen und bei welchem Preisniveau die Entwicklung am Ölmarkt von einer Inflations- zu einer Rezessionsgeschichte wird", sagte Stefan Koopman, Stratege bei der Rabobank. Ähnlich äußerte sich Lipkow von CMC Markets: Auch wenn sich die Marktteilnehmer bereits an das neue Preisniveau gewöhnt hätten, erwartet der Experte nachhaltige Effekte auf Inflation und Konjunktur.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
30.03.26
17:14
Reuters
(Neu: Powell, Gold) Frankfurt, 30. Mrz (Reuters) - Die US-Börsen haben am Montag ihre Talfahrt vorerst gestoppt. Für gute Stimmung sorgten Aussagen von US-Präsident Donald Trump über den fortschreitenden Verhandlungserfolg mit dem Iran. Zugleich hat US-Notenbankchef Jerome Powell trotz des Irankriegs eine abwartende Haltung in der Geldpolitik signalisiert. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte notierte 0,7 Prozent höher bei 45.504 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) gewann 0,3 Prozent auf 6386 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) lag stabil bei 20.941 Stellen. Zwölf von 15 Punkten im Forderungskatalog seien bereits erfolgreich verhandelt, hieß es aus dem Weißen Haus. "Der Wahrheitsgehalt und die tatsächlichen Fortschritte in den Gesprächen lassen sich allerdings nicht wirklich verifizieren", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst vom Broker CMC Markets.
Auch Sam Stovall, Chefstratege vom Analysehaus CFRA, zeigte sich vorsichtig. "Es handelt sich heute wahrscheinlich um eine technische Gegenbewegung, da viele Sektoren und Unterbranchen überverkauft sind", sagte der Experte. "Der S&P 500 liegt seit Beginn des Krieges weiterhin weniger als zehn Prozent im Minus. In vielerlei Hinsicht sind die Anleger von den Auswirkungen einer Schließung der Straße von Hormus weniger betroffen, als ich gedacht hätte."
ANGRIFFE AUF HÜTTENWERKE BEFLÜGELN ALUMINIUMPREIS
Der Krieg im Iran hat dennoch zu starken Schwankungen an den internationalen Finanzmärkten geführt, da Händler zögern, Risiken einzugehen. Dies führt zu geringerer Liquidität und macht den Handel schwieriger und teurer. Betroffen sind alle wichtigen Märkte von US-Staatsanleihen über Gold bis hin zu Währungen. "Wenn wir versuchen zu handeln, dauert es länger", sagte Rajeev De Mello, Chefanleger beim Vermögensverwalter GAMA. Selbst an den normalerweise sehr liquiden Märkten für Staatsanleihen zeigen sich Risse. So hat sich einem Bericht von Morgan Stanley zufolge die Spanne zwischen An- und Verkaufskursen für neu ausgegebene zweijährige US-Anleihen im März um rund 27 Prozent ausgeweitet.
Am Goldmarkt habe es sogar Tage gegeben, an denen die Händler ganz fehlten, sagte Mukesh Dave, Chefanleger beim Vermögensverwalter Aravali. "Sie wollen im Moment kein Geld verdienen. Stattdessen konzentrieren sie sich darauf, kein Geld zu verlieren." Das Edelmetall(XAU=) büßte in den ersten drei Märzwochen insgesamt rund 15 Prozent ein, bevor es vergangene Woche einen Zickzackkurs einschlug.
Bei den Einzelwerten griffen Anleger bei den Aktien von Aluminiumproduzenten zu. Die Papiere von Century Aluminum(CENX.OI) und Alcoa(AA.N) sprangen um 12,4 und 10,5 Prozent nach oben. Iranische Angriffe auf Aluminiumhütten im Nahen Osten trieben den Preis für das Leichtmetall(CMAL3) um rund 3,5 Prozent nach oben.
ÖLPREIS SETZT AUFWÄRTSKURS FORT
US-Leichtöl WTI(CLc1) setzte zum Wochenstart seinen Aufwärtskurs fort und legte um 3,5 Prozent auf 103,19 Dollar je Fass (159 Liter) zu. Nordseeöl der Sorte Brent(LCOc1) trat nach den starken Gewinnen der vergangenen Wochen mit 112,87 Dollar pro Barrel mehr oder weniger auf der Stelle. Damit verharrten die Preise auf dem höchsten Stand seit fast vier Jahren. Dies trieb die Titel der Energiekonzerne Exxon Mobil(XOM.N) und Chevron(CVX.N) um gut zwei und ein Prozent nach oben. Die Islamische Republik hat den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus - ein wichtiger Wasserweg insbesondere für die weltweite Öl- und Erdgasversorgung - weitgehend blockiert.
"Der Markt ringt mit zwei großen Unbekannten, die sich gegenseitig verstärken: wann die Öllieferungen wieder in nennenswertem Umfang anlaufen und bei welchem Preisniveau die Entwicklung am Ölmarkt von einer Inflations- zu einer Rezessionsgeschichte wird", sagte Stefan Koopman, Stratege bei der Rabobank. Ähnlich äußerte sich Lipkow von CMC Markets: Auch wenn sich die Marktteilnehmer bereits an das neue Preisniveau gewöhnt hätten, erwartet der Experte nachhaltige Effekte auf Inflation und Konjunktur.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)