30.03.26
02:59
Reuters
Sydney/Tokio, 30. Mrz (Reuters) - Die Furcht vor einem langwierigen Krieg im Nahen Osten und einer daraus resultierenden Stagflation hat die asiatischen Börsen am Montag auf Talfahrt geschickt. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index(.N225) 4,6 Prozent auf 50.936,13 Punkte nach und der breiter gefasste Topix(.TOPX) notierte 4,2 Prozent niedriger bei 3.497,34 Zählern. Auch in China zogen sich die Anleger zurück: Die Börse Shanghai(.SSEC) verlor 0,6 Prozent auf 3.890,71 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen(.CSI300) fiel um 1,0 Prozent auf 4.458,77 Punkte.
Auslöser für den Ausverkauf war die Eskalation im Nahen Osten, wo jemenitische Huthi-Rebellen erstmals Israel angriffen und der Konflikt mit dem Iran weiterhin die globalen Öl- und Gaslieferungen bedroht. Da Asien stark von Energieimporten aus der Region abhängig ist, wächst die Sorge vor einem massiven Inflationsschub bei gleichzeitig schwächelnder Wirtschaft. "Der Markt ist wahrscheinlich nicht mehr nur wegen der Inflation und einer wirtschaftlichen Abkühlung besorgt, sondern sogar wegen einer Rezession", sagte Shingo Ide, Chef-Aktienstratege beim NLI Research Institute. Es drohe ein negatives Wachstum und nicht nur eine einfache Abkühlung.
Die steigenden Importkosten durch das teure Öl und den schwachen Yen setzen zudem die japanische Notenbank (BOJ) unter Druck, was die Aktienmärkte zusätzlich belastete. Auf dem Tokioter Parkett gab es angesichts der trüben Aussichten fast nur Verlierer: Im Nikkei standen 223 Kursverlusten nur ein einziger Gewinner gegenüber. Besonders hart traf es den Technologieinvestor SoftBank Group(9984.T), dessen Papiere um 9,0 Prozent einbrachen. Der Chipanlagenbauer Advantest(6857.T) verlor 6,7 Prozent und zog den Leitindex damit am stärksten nach unten. Devisen Am Devisenmarkt profitierte die US-Währung zeitweise von ihrer Rolle als sicherer Hafen in Krisenzeiten, gab zum Yen aber leicht nach. Im asiatischen Handel verlor der Dollar 0,3 Prozent auf 159,79 Yen(JPY=), nachdem er zuvor die psychologisch wichtige Marke von 160 Yen durchbrochen und damit Interventionssorgen in Japan geschürt hatte. Zum chinesischen Yuan legte der Greenback leicht auf 6,9177 Yuan(CNY=) zu. Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,7986 Franken(CHF=) vor. Parallel dazu blieb der Euro(EUR=) fast unverändert bei 1,1511 Dollar und zog leicht auf 0,9192 Franken(EURCHF=) an. Ölpreise Die Furcht vor Versorgungsengpässen durch eine mögliche Blockade der Straße von Hormus trieb die Ölpreise auf einen Rekordkurs. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 3,1 Prozent auf 116,10 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 2,7 Prozent fester bei 102,29 Dollar. Damit steuert Brent auf den stärksten monatlichen Preisanstieg seit dem irakischen Einmarsch in Kuwait im Jahr 1990 zu, da Investoren eine Verknappung des weltweiten Angebots befürchten. Wall Street Die Inflationsrisiken durch den Energieschock dämpften auch die Zinssenkungshoffnungen in den USA und belasteten die dortigen Börsen. Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) hatte sich am Freitag mit einem Minus von 1,7 Prozent bei 45.166,64 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500(.SPX) verlor 1,7 Prozent auf 6.368,85 Zähler, und der technologielastige Nasdaq(.IXIC) gab 2,1 Prozent auf 20.948,36 Stellen nach. Anleger befürchten, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen angesichts der Preisrisiken länger hoch halten oder sogar weiter anheben muss.
(Bericht von Wayne Cole, Florence Tan, Leika Kihara und Satoshi Sugiyama geschrieben von Alexandra Falk. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
30.03.26
02:59
Reuters
Sydney/Tokio, 30. Mrz (Reuters) - Die Furcht vor einem langwierigen Krieg im Nahen Osten und einer daraus resultierenden Stagflation hat die asiatischen Börsen am Montag auf Talfahrt geschickt. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index(.N225) 4,6 Prozent auf 50.936,13 Punkte nach und der breiter gefasste Topix(.TOPX) notierte 4,2 Prozent niedriger bei 3.497,34 Zählern. Auch in China zogen sich die Anleger zurück: Die Börse Shanghai(.SSEC) verlor 0,6 Prozent auf 3.890,71 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen(.CSI300) fiel um 1,0 Prozent auf 4.458,77 Punkte.
Auslöser für den Ausverkauf war die Eskalation im Nahen Osten, wo jemenitische Huthi-Rebellen erstmals Israel angriffen und der Konflikt mit dem Iran weiterhin die globalen Öl- und Gaslieferungen bedroht. Da Asien stark von Energieimporten aus der Region abhängig ist, wächst die Sorge vor einem massiven Inflationsschub bei gleichzeitig schwächelnder Wirtschaft. "Der Markt ist wahrscheinlich nicht mehr nur wegen der Inflation und einer wirtschaftlichen Abkühlung besorgt, sondern sogar wegen einer Rezession", sagte Shingo Ide, Chef-Aktienstratege beim NLI Research Institute. Es drohe ein negatives Wachstum und nicht nur eine einfache Abkühlung.
Die steigenden Importkosten durch das teure Öl und den schwachen Yen setzen zudem die japanische Notenbank (BOJ) unter Druck, was die Aktienmärkte zusätzlich belastete. Auf dem Tokioter Parkett gab es angesichts der trüben Aussichten fast nur Verlierer: Im Nikkei standen 223 Kursverlusten nur ein einziger Gewinner gegenüber. Besonders hart traf es den Technologieinvestor SoftBank Group(9984.T), dessen Papiere um 9,0 Prozent einbrachen. Der Chipanlagenbauer Advantest(6857.T) verlor 6,7 Prozent und zog den Leitindex damit am stärksten nach unten.
Devisen Am Devisenmarkt profitierte die US-Währung zeitweise von ihrer Rolle als sicherer Hafen in Krisenzeiten, gab zum Yen aber leicht nach. Im asiatischen Handel verlor der Dollar 0,3 Prozent auf 159,79 Yen(JPY=), nachdem er zuvor die psychologisch wichtige Marke von 160 Yen durchbrochen und damit Interventionssorgen in Japan geschürt hatte. Zum chinesischen Yuan legte der Greenback leicht auf 6,9177 Yuan(CNY=) zu. Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,7986 Franken(CHF=) vor. Parallel dazu blieb der Euro(EUR=) fast unverändert bei 1,1511 Dollar und zog leicht auf 0,9192 Franken(EURCHF=) an.
Ölpreise Die Furcht vor Versorgungsengpässen durch eine mögliche Blockade der Straße von Hormus trieb die Ölpreise auf einen Rekordkurs. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 3,1 Prozent auf 116,10 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 2,7 Prozent fester bei 102,29 Dollar. Damit steuert Brent auf den stärksten monatlichen Preisanstieg seit dem irakischen Einmarsch in Kuwait im Jahr 1990 zu, da Investoren eine Verknappung des weltweiten Angebots befürchten.
Wall Street Die Inflationsrisiken durch den Energieschock dämpften auch die Zinssenkungshoffnungen in den USA und belasteten die dortigen Börsen. Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) hatte sich am Freitag mit einem Minus von 1,7 Prozent bei 45.166,64 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500(.SPX) verlor 1,7 Prozent auf 6.368,85 Zähler, und der technologielastige Nasdaq(.IXIC) gab 2,1 Prozent auf 20.948,36 Stellen nach. Anleger befürchten, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen angesichts der Preisrisiken länger hoch halten oder sogar weiter anheben muss.
(Bericht von Wayne Cole, Florence Tan, Leika Kihara und Satoshi Sugiyama geschrieben von Alexandra Falk. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)